Sufismus und Vegetarismus ?


Danke ihr Lieben, dass euch mein Text gefällt.

Minou, dein Zitat ist auch interessant.
Ich könnte kein Tier töten, schon gar nicht, wenn ich ihm in die Augen schauen müsste.
Hallo Ikarus,
leider kenne ich mich mit dem Islam nicht aus, als dass ich bzgl. Vegetarismus Stellung nehmen könnte. Aber das Thema Religion und Vegetarismus finde ich sehr interessant.

Mich irritiert es immer, wenn ich von Religionen und deren "Geboten" höre. In diesen Ländern tun Gläubige dies, weil es der Glaube verlangt, in jenen wird es so und so gemacht, weil es so in den Schriften steht. Mit anderen Worten, man entscheidet sich für eine Religion und hat zu tun, was dort gelehrt wird.

Auch gegen die innere Überzeugung? Ich meine, wo fängt Glaube an und wo hört Hörigkeit auf? Wenn da ein Mensch ist, der im tiefsten Inneren jegliches Leben gleich schätzt und achtet, kann er dann reinen Gewissens eine Religion annehmen, die es für Recht erklärt, Mitlebewesen zu ermorden? (oh sorry, es heißt ja schlachten)

Ich will sagen, kommt nicht VOR dem Glauben erst die innere Überzeugung? Soll man nicht zuallererst das tun, was das Herz einem sagt, vorausgesetzt man hat eines? (Das war jetzt nur laut gedacht, ich will damit niemanden ansprechen)
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Moonrise hat folgendes geschrieben:
Ich will sagen, kommt nicht VOR dem Glauben erst die innere Überzeugung? Soll man nicht zuallererst das tun, was das Herz einem sagt, vorausgesetzt man hat eines? (Das war jetzt nur laut gedacht, ich will damit niemanden ansprechen)


Liebe(r) Moonrise,

ich denke, dass zur Zeit der Offenbarungen die Zeit nicht reif und auch die Menschen noch nicht bereit waren für ein Verbot des Fleichessens.
Ich habe das auch aus den umseitigen Zitaten so herausgelesen.
Nicht mal heutzutage wollen die meisten Menschen etwas vom Vegetarismus hören.
Auch die Baha'i-Religion verlangt keine vegetarische Lebensweise. Trotzdem bin ich Vegetarierin. Der einzelne Mensch kann das Gott sei Dank für sich entscheiden. Wahrscheinlich ist die Zeit für ein rigoroses Verbot des Fleichessens auch heute noch nicht reif.
Trotzdem sagt Abdu'l Baha, dass Fleich zu essen nicht mit dem Mitgefühl vereinbar ist, und dass in künftiger Zeit die Menschen von selbst aufhören werden, Tiere zu töten, um ihr Fleisch zu essen.

Liebe Grüße,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Moonrise hat folgendes geschrieben:

Ich will sagen, kommt nicht VOR dem Glauben erst die innere Überzeugung? Soll man nicht zuallererst das tun, was das Herz einem sagt,


Ich finde deinen Gedanken sehr gut. Genauso ist es.

Religionen sind dazu da um uns zu helfen. Aber der Mensch ist selbst verantwortlich für das was er denkt, spricht und tut.
Nach dem Tod können wir uns nicht damit herausreden, dass wir dieses oder jenes gemacht haben, weil unsere Religion es so gefordert hat.

Bei dem was ich lerne, hat man mir gesagt, dass das Wichtigste mein Herz ist.
Ich soll genau auf mein Herz hören, was es mir sagt, das wird immer das Richtige sein.
Hallo und Salam liebe Leute,

ich würde gerne hierzu einen Vortrag des Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad (as), dem Gründer der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, zitieren.

Zitat:

"Man kann fragen: Welches ist die Wirkung des Heiligen Qur’ān auf den natürlichen Zustand des Menschen? Welche Führung bietet der Qur’ān betreffs dieses Zustandes, und welchen Einschränkungen unterstellt er die natürlichen Begierden?

Die Antwort lautet, dass nach dem Qur’ān der physische Zustand des Menschen eng mit seinem moralischen und geistigen Zustand verknüpft ist. Sogar die Nahrung spielt eine große Rolle bei der moralischen und geistigen Entwicklung des Menschen. Richten sich daher die körperlichen Neigungen nach dem Gesetz Gottes, werden sie zu den moralischen und geistigen Eigenschaften des Menschen - denn was immer in eine Salzgrube fällt, wird mit der Zeit zu Salz - und werden tief auf den geistigen Zustand der Seele wirken. Aus diesem Grund wird im Heiligen Qur’ān bei jedem Gebet und bei jeder Andacht sowie bei allen Handlungen, die die moralische Läuterung und Besserung betreffen, die äußerliche Sauberkeit und Ordentlichkeit verlangt, verbunden mit Reinheit und Bescheidenheit im Innern. Auch wird Gewicht auf die richtige Haltung des Körpers gelegt. Diese Philosophie bewahrheitet sich bei einer sorgfältigen Betrachtung der äußeren Handlungen und ihres Einflusses auf die innere Natur des Menschen, denn der Zustand der körperlichen Organe wirkt auf unsere Seele. Auch erkünstelte Tränen betrüben das Herz, während Lachen, sei es auch nur künstlich herbeigeführt, unser Gemüt erfreut. In gleicher Weise erweckt das Sich-Niederwerfen (wie man es beim islamischen Gebet tut) in der Seele einen Zustand der Demut und veranlasst sie, zum Herrn aufzublicken; während ein stolzer Gang mit hochgerecktem Hals und erhöhter Brust tatsächlich ein Ausdruck von Hochmut und Eitelkeit ist. Diese Beispiele versinnbildlichen die Wirkung der physischen Zustände auf die spirituellen Zustände. Erfahrung zeigt ebenfalls, wie verschiedene Nahrung auf das Herz und das Gehirn wirkt, das heißt auf Verstand und Gemüt. Eine nähere Betrachtung zeigt zum Beispiel, dass es den Vegetariern an persönlichem Mut gebricht. Sie gehen der gottbescherten edlen Eigenschaft des hohen Mutes verlustig, weil sie die Fleischkost meiden. Die Pflanzenfresser besitzen nicht einen Teil des Mutes der Fleischfresser; dasselbe gilt bei den Vögeln. Es besteht somit kein Zweifel darüber, dass die Nahrung eine große Rolle bei der Charakterbildung spielt. Ebenso schadet uns die ausschließliche Fleischkost in nicht geringem Maße, denn wenn der Mensch sich der pflanzlichen Nahrung gänzlich enthält, gehen wertvolle Eigenschaften wie Sanftmut und Demut in ihm zugrunde. Diejenigen hingegen, die den Mittelweg einschlagen, genießen beide Vorteile, die des Mutes und die der Sanftmut. Demnach sagt Gott im Heiligen Qur’ān:

وَكُلُوا وَاشْرَبُوا وَلَا تُسْرِفُوا

Das heißt: Esset Fleisch sowie andere Speisen, ohne jedoch in irgendeiner Form der Nahrung zu übertreiben, und bewahret so den menschlichen Charakter und die Gesundheit vor Schaden. Wie das Körperliche das Seelische beeinflusst, so wird manchmal auch der Körper gleichfalls durch die Seele beeinflusst. Bei Kummer steigen uns Tränen in die Augen und Freude veranlasst uns zum Lachen. So besteht eine natürliche Beziehung zwischen unserem Körper und der Seele und alle unsere Handlungen und Bewegungen wie Essen, Trinken, Schlafen, Wachen, Gehen, Ruhen, Baden usw. bewirken notgedrungen einen entsprechenden Einfluss auf unsere geistige oder seelische Verfassung. Wenn eine bestimmte Stelle im Gehirn verletzt wird, verliert man sofort sein Erinnerungsvermögen, und die Verletzung eines anderen Teils führt zur Bewusstlosigkeit. Vergiftete, verseuchte Luft beeinträchtigt zunächst rasch den Körper, dann beeinflusst sie den Geist, und binnen weniger Stunden wird das ganze System, welches das Zentrum aller moralischen Regungen ist, in Mitleidenschaft gezogen, und das arme Opfer siecht dahin wie ein Irrsinniger. Somit beweisen die körperlichen Verletzungen hinreichend, dass eine geheimnisvolle Beziehung zwischen Körper und Seele besteht, deren Umfassung weit über das hinausgeht, was der Mensch begreifen kann."


(Die Philosophie der Lehren des Islams, von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad (as), S. 49-52)

Buch als PDF:

http://www.ahmadiyya.de/bibliothek/.....hie-der-lehren-des-islam/
Pythagoras1984 oh Ahmadiyya haben wir hier einige. Du lehrst hier nichts neues Aber lass dich nicht bei deiner Da'wa stören.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Zitat:
Pythagoras1984 oh Ahmadiyya haben wir hier einige. Du lehrst hier nichts neues Aber lass dich nicht bei deiner Da'wa stören.


Eine Kläranlange für trübe Bemerkungen gibt es wohl bisher nur eine. Trotzdem danke für den Hinweis.

Grüße Pythagoras
Pythagoras1984 hat folgendes geschrieben:
Eine Kläranlange für trübe Bemerkungen gibt es wohl bisher nur eine.


Echt? Welche denn?

Pythagoras1984 hat folgendes geschrieben:
Danke für den Hinweis.



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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Hey Pythagoras1984,

herzlich willkommen im Forum.

Hoffe wir können von einander lernen und profitieren.

Liebe Grüße
Tim
Lieber Pythagoras1984,

danke für deinen Beitrag, der zudem ein Beispiel ist für das, was ich gestern sagte.
Zitat:
...Eine nähere Betrachtung zeigt zum Beispiel, dass es den Vegetariern an persönlichem Mut gebricht. Sie gehen der gottbescherten edlen Eigenschaft des hohen Mutes verlustig, weil sie die Fleischkost meiden.
Wenn ich das richtig verstanden habe, ist nur derjenige mutig, der Tiere tötet. Für mich persönlich ist das eine merkwürdige Logik.
Zitat:
...denn wenn der Mensch sich der pflanzlichen Nahrung gänzlich enthält, gehen wertvolle Eigenschaften wie Sanftmut und Demut in ihm zugrunde...
Da muss ich dir zustimmen, ich glaube, die Nahrung hat erheblichen Einfluss auf unseren Geist. Aber jeder muss selbst für sich entscheiden, was ihm wichtiger ist: "Mut" - oder Sanftmut und Demut? Obwohl ich in keiner Kirche bin (habe trotzdem meinen eigenen Glauben), hat mich die Aufforderung des Ur-Christen Jesus zur Friedfertigkeit sehr beeindruckt. Wenn ich mich nicht täusche, war auch er Vegetarier.

Wie dem auch sei, für mich persönlich ist es ein Widerspruch, in einem Augenblick der Sanftmütige zu sein, und in einem anderen der Inbegriff des mordenden Monsters (denn so sieht uns das zu tötende Tier). Das, wie gesagt, sollte der Mensch selbst entscheiden, nicht die Religion.
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