Eure Buchempfehlungen!


Sören hat folgendes geschrieben:
Minou hat folgendes geschrieben:
Da stehe ich jetzt auf der Leitung; so weit es mir bekannt ist, waren zuerst die Schriften vorhanden und dann wurde die Kirche gegründet?


So etwas wie eine offizielle Gründung der Kirche hat es nie gegeben. Je mehr die Jünger predigten, desto mehr Gemeinden entstanden. Irgendwann kam man in judenchristlichen Kreisen auf die Idee, eine Art Vorbeter (Presbyter) wie in der jüdischen Synagoge einzuführen, während man in in heidenchristlichen Gemeinden Aufseher (Episkopoi, Bischöfe) und Diakone bestellte. Noch später machte man aus zwei Verwaltungsmodellen eins und integrierte den Presbyter als Zwischenstufe zwischen Diakon und Bischof.

Noch später kam man auf die Idee, dass man verbindliche Entscheidungen für alle nur treffen könne, wenn man sich wie die Jünger mit allen Beteiligten (in dem Fall in erster Linie den Bischöfen als gewählten Leitern der Gemeinden) treffen würde - und bediente sich zur Organisation des Ganzen des Synodalprinzips, das bereits bei weltlichen Stadträten und Provinzverwaltungen angewendet wurde.

So entstand nach und nach das Gerüst dessen, was wir heute als Kirche kennen.

Ja - du verschweigst allerdings, dass die Grundstruktur der Kirche von Jesus vorgegebenen wurde. Petrus wurde von Jesus in spezieller Weise herausgehoben, es gab einen engeren ausgewählten Kreis der zwölf Apostel, und weiters eine Anzahl (Lukas spricht von 72) an speziell Ausgewählten aus dem Jüngerkreis. Die historische Ausprägung der heurigen Kirchenhierarchie ist daher bis auf die Verfügungen Jesu selbst ruckführbar.
Meines wissens steht da nicht "Und Jesus machte eine Krone von Gold und setzte sie Petrus aufs Haupt. Und er segnete seine anderen 10 Jünger und setzte ihnen rote Kippas aufs Haupt und hüllte sie in edle Gewänder. Und Jesus befahl ihnen, das Römische Recht ins Kirchenrecht zu übernehmen und die Privinzialverwaltung zu kopieren."

Es ist ein unterschied, ob ein Jünger besonders hervorgehoben wird - was daraus konkret folgt ist nochmal eine andere Frage - oder ob eine Kirchenverfassung und eine Ämterhierarchie diktiert werden. Dass es eine besondere Auserwählung Petri gegeben hat, darin sind sich die Bahá'í mit der Katholischen Kirche einig. Die gesamte heutige Struktur der Kirche daraus ableiten zu wollen, ist aber ebenso haltlos wie wunderwas für Interpretationen, die man einem Schwarzen Quadrat andichten kann.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Ein Appell von Shirin Ebadi an die Welt

Das hat der Prophet nicht gemeint
Herausgegeben von Harrer, Gudrun



Shirin Ebadi, Iranerin, Muslimin, Juristin, Friedensnobelpreisträgerin, hat Gewalt, Unterdrückung und Terrorismus im Namen von Religion am eigenen Leib erfahren. Da hat sie zur Kämpferin für Menschenrechte, zur Aktivistin für Frieden und Stabilität gemacht. Ihre Waffen sind die Worte. Weil man nur mit ihnen Menschen überzeugen kann, dass Religion nicht als Rechtfertigung für Gewalt und Mord dienen darf.

Leseprobe
Autorenporträt

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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Scott Hahn - Antwort auf den modernen Atheismus

Eine „Antwort auf den modernen Atheismus“ des Bestsellerautors und Konvertiten Scott Hahn und Co-Autor Bejamin Wiker ist im Media Maria Verlag erschienen.

Scott Hahn ist ein bekannter Bibelforscher und hat den Lehrstuhl für Theologie und Bibelwissenschaft an der Franziskanischen Universität „Steubenville“ in Ohio/USA inne. Vor seiner Konversion zum römisch-katholischen Glauben war er bis 1986 presbyterianischer Pastor und Theologieprofessor. Seine Bekehrungsgeschichte und Auseinandersetzung mit evangelischer Theologie und Schriftauslegung wurden Gegenstand mehrerer Bestseller, die auch ins Deutsche übersetzt wurden (z. B.: Unser Weg nach Rom).

In seinem Buch widerspricht Scott Hahn systematisch den Argumenten des Glaubens- und Gottesgegners Richard Dawkins. Dawkins avancierte seit einigen Jahres zum Führer einer modernen atheistischen Denkströmung, in der vornehmlich naturwissenschaftliche Aussagen gegen einen Gottesglauben ausgespielt werden.

Grund für das Verfassen dieses Buches ist nach Angaben Hahns die Notwendigkeit, gegen den militanten Atheismus vorzugehen, der „von einer Kerntruppe militanter Ungläubiger, die sich selbst ‚Die vier Reiter‘ nennen – Richard Dawkins, Sam Harris, Christopher Hitchens und Daniel Dennett‘“, angeführt wird. Diese und andere Autoren setzen das Christentum einem offenen Angriff in den Medien aus. Hahn möchte vor allem die geschickte und subtile Rhetorik von Dawkins aufdecken, dem es merkwürdigerweise gelingt, mit wenig stichhaltigen und äußerst schwachen Argumenten ganze Massen für seine Meinung zu gewinnen.

Hahn zeigt zahlreiche Beispiele von Dawkins gehässiger und unsachlicher Vorgehensweise auf. Ähnlich wie der berühmte Jesuit Frederick Copleston in einem öffentlichen Gespräch mit dem Positivisten Bertrand Russell, nimmt sich auch Hahn mit gelassener Geduld ein Argument Dawkins nach dem anderen vor.

Zunächst wird dessen Argumentation von der wissenschaftlichen Seite aus untersucht. Dawkins‘ verbissener Glaube an den Zufall wird ebenso erläutert wie seine Taktik, das Unmögliche krampfhaft als etwas Mögliches zu behandeln, nur um die Möglichkeit des Wundersamen ausschließen zu können. Auf diesen übertriebenen Zufallsglauben bezüglich der Wunder antwortet Hahn mit einer eigenen Maxime: „Kein Ereignis, das wundersamer ist als das Wunder, das es anzuzweifeln versucht, kann als Erklärung dazu verwendet werden, zu bestreiten, dass das Wunder tatsächlich geschehen ist“.

Scott Hahn geht ebenfalls auf die philosophische Sichtweise ein und versucht, Thomas von Aquin und andere Philosophen gegen die Argumente von Dawkins ins Blickfeld zu nehmen. Auch hier argumentiert Hahn überzeugend und mit einer Fülle von einleuchtenden Beispielen, zudem zitiert er aus Forschungswerken von Einzeldisziplinen (wie beispielsweise der Kunstgeschichte), um Argumente aufzuzeigen, deren bloße Existenz Dawkins, ganz offensichtlich aus Unwissenheit, leugnet. „Man stelle sich jemanden vor, der große Reden über die Biologie schwingt und dessen Wissen darüber allein auf dem ‚Book of British Birds‘ beruht, und schon hat man eine ungefähre Idee davon, wie es sich anfühlt, bei Richard Dawkins etwas über die Theologie zu lesen. Überzeugte Rationalisten wie Dawkins, der übrigens einem Berufsatheisten, wie wir ihn seit Bertrand Russel kennen, am nächsten kommt, sind in einem gewissen Sinne am schlechtesten gerüstet, wenn es darum geht, zu verstehen, was sie überhaupt so heftig geißeln, denn sie glauben gar nicht daran, dass es da etwas zu verstehen gibt oder wert ist, verstanden zu werden. Dies ist der Grund, weshalb sie ausnahmslos mit geschmacklosen Karikaturen über den religiösen Glauben herziehen […]“.

Nach viel „negativem“ Widerlegen macht sich Hahn schließlich an eine „positive“ Argumentation, nämlich die Vernünftigkeit des Glaubens und die Beweisbarkeit Gottes. Ob Gottes Existenz bewiesen werden könne, beantwortet Hahn mit Ja und Nein und führt folgende Maxime an: „Jeder Beweis für die Existenz oder Nichtexistenz Gottes muss so beschaffen sein, dass er sowohl die Existenz desjenigen, der den Beweis führt, als auch die Möglichkeit des Beweises mit einkalkuliert.“

Dawkins lehne mit dem Akzeptieren der Evolution die Grundlage für eine Moralität im Universum ab. Auf die Probleme, die damit einhergingen, gebe er aber keine zufriedenstellende Antwort. So sei beispielsweise die Rassenlehre der Nationalsozialisten, deren Verbrechen er verurteilt, mit einer Theorie des „Stärkeren“ und der „natürlichen Auslese“ durchaus kompatibel. Er sei auch blind dafür, dass die Version des „Nettseins“, die er anstelle einer Moralität mit objektiven Maßstäben vertritt, „tatsächlich nur eine durch den Liberalismus des 19. Jahrhunderts gefilterte Persiflage des Christentums (mehr oder weniger das, was wir in John Stuart Mills „Utilitarismus“ finden würden) und deren radikale Ausbreitung, […] ist.“

Schlussfolgernd erklärt Hahn: „Dies bedeutet, dass Dawkins genau die Prinzipien des Liberalismus, die dazu bestimmt waren, ihn davor zu bewahren, zu einer neuen Form des Totalitarismus zu werden, einfach beiseitegeschoben hat. Mangels solcher Prinzipien der Selbstbeschränkung kann uns daher nur eines vor dieser neuen Art der Tyrannei bewahren, nämlich dafür zu sorgen, dass Leute wie Richard Dawkins […] niemals irgendeine Macht bekommen. Aber wir erinnern uns, politische Macht ist genau das, wonach sie jetzt streben.“

https://de.zenit.org/articles/antwort-auf-den-neuen-atheismus/
Amani, sieh nicht zurück

Ein Kinderbuch über ein syrisches Mädchen und ihre Familie, ihre Flucht nach Deutschland und wie es hier weiterging. (nicht nur für Kinder, zweisprachig)

http://www.sinsheim-lokal.de/amani-sieh-nicht-zurueck/
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Bahá'u'lláh
Die Gemeinwohl-Ökonomie: Das Wirtschaftsmodell der Zukunft

Gibt es doch noch eine Alternative zum Kapitalismus?

Gruß
Nadja
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GUNKL: Wüstenreligionen, Wissen, Respekt und Kränkungen
http://www.lsvd.de
Humanistischer Pressedienst
Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz
Danke für diese ganzen Literaturtipps!