Hochzeit eines Bahai mit einer Christin


Hallo

Mein Partner und ich haben uns entschieden zu heiraten. Nur habe ich keine Ahnung ob das überhaupt möglich ist. Mein Partner ist Bahai und ich bin Christin. Gibt es die Möglichkeit bei einer Trauung beide Religionen zu berücksichtigen? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen und was was muss ich von kirchlicher Seite her beachten?

Wäre toll wenn jemand Erfahrungen in diesem Bereich hätte, die er schildern könnte. Ich weiß nämlich momentan gar nicht an wen ich mich da zuerst wenden muss und wie eine gemeinsame Hochzeit aussehen könnte.
Hallo liebe sherry,

herzlichst Willkommen im Forum

Zunächst einmal möchte ich Euch zu Eurer Verlobung beglückwünschen.

Selbstverständlich dürfen Bahá'i mit Nicht-Bahá'i heiraten. Auch darf ein Bahá'i durch andere Religionen getraut werden. Primärer Ansprechpartner für Trauungen von Bahá'i ist der lokale Geistige Rat, also der, der für Euren Wohnort zuständig ist. Beratet Euch unbedingt mit diesem.

Eines der wichtigen Voraussetzungen für eine interreligiöse Trauung ist die, dass der Bahá'i im Rahmen der Trauung keines der Bahá'i Gebote und Gesetze verstößt. Das gilt insbesondere für den Konsum von Alkohol oder berauschender Mittel.

Ganz, ganz wichtig ist, dass ihr auf alle Fälle auch die Bahá'i Trauung vollzieht. Dabei ist zu beachten, dass diese am selben Tag wie die standesamtliche Trauung stattfinden muss. Sie kann auch während der Trauungszeremonie in der Kirche stattfinden. Schließlich ist sie sehr unkompliziert.

Noch wichtiger: ihr benötigt vorerst noch die Einverständniserklärung Eurer Eltern - dabei ist es irrelevant, ob sie geschieden sind oder nicht. So fern irgend eines, oder beides, der Elternteile jeweils lebt sind diese um die Einverständnis der Eheschließung zu befragen. Alle vier Elternteile müssen einverstanden sein.

Am Tag der Bahá'i Trauung benötigt ihr Mitglieder des für Euch zuständigen Geistigen Rates sowie 9 Trauzeugen. Ihr müsst beim Geistigen Rat Eure Eheschließung rechtzeitig bescheidgeben und die unterschriebenen Dokumente am Tag der Trauung sind diesem nachher zu übergeben.

Ich würde Dir raten Dich zusammen mit Deinem Verlobten einfach mal mit dem Geistigen Rat zu beraten und Dir alles noch einmal erklären zu lassen.

Für Bahá'i ist neben der hohen geistigen Komponente, der Heiligkeit der Eheschließung auch die Prozedur an sich - aus administrativen Gründen - sehr wichtig.

Also ruhig mal kompetent durch den Geistigen Rat beraten lassen.

Meine Ausführungen hier könnten sehr wohl Fehler enthalten. Es könnte aber höchstens sein, dass ich es komplizierter dargestellt habe als es dann letztlich ist.
LG
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Also ich hatte keine 9 Trauzeugen, sondern nur insgesamt 2...
Du hattest eine Bahá'i Hochzeit mit nur zwei Trauzeugen ? Falls dem nicht so ist bitte deutlicher schreiben. Die Threadstellerin ist nämlich offensichtlich an einer seriösen Antwort interessiert.
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Hallo Rahiym,

es stimmt alles, was Du geschrieben hast.
Das mit den zwei Trauzeugen: ja, wir hatten zwei Trauzeugen, weil es müssen keine neun sein (woher hast Du das?), zwei Zeugen reichen aus
Das Einverständnis der Eltern muss nicht schriftlich vorliegen, mündlich reicht aus.
Das wars dann auch schon, viel mehr Bedingungen gibt es nicht, dieser eine Vers wird noch gesprochen bei der Bahai-Trauung und dann ist man schon verheiratet, also echt unkompliziert

LG, Saed
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
Ich hatte auch keine 9 Trauzeugen...der Rest ist genau wie Rahiym schreibt
Oh, entschuldigt meinen Fehler ! Sorry !

Dann machen das manche anscheinend im Iran so

Meine bessere Hälfte (aus dem Iran) hatte mir das irgendwann mal so erzählt, dass sie das so bei einer Bahá'i Trauung erlebt hätte. Hatte mich selbst eigentlich auch gewundert.

Sind ausserdem nicht auf dem Ehedokument Platz für mindestens 9 Unterschriften ? Von irgendwie so etwas erinnere ich mich sehr wage von der Hochzeit eines Freundes hier in München.

Wahrscheinlich verwechsle ich da einfach nur irgend etwas...

Naja, wie gesagt ich bin da auch inkompetent und man sollte sich ruhig mit dem örtlichen GR hinsetzen und beraten.

Dann ist es ja gut, dass es nur zwei sind
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Interessant.

Wie verhält es sich, wenn ein Baha'i zum Zeitpunkt seines Eintritts (also seiner Aufnahme in die Baha'i-Gemeinschaft) bereits standesamtlich oder kirchlich verheiratet ist?

LG,
B.
Ja Rahiym, das ist ja nicht schlimm

Diese Seite redet auch von wenigstens zwei Zeugen:

http://www.1planet.de/1planet/topi*/334

Durchführung der Eheschließung

Neben der gesetzlichen Ehe-Schließung wird die Ehe der Bahai auch vor Gott geschlossen. Die Durchführung der Zeremonie obliegt des örtlichen Verwaltungsgremiums dem „Geistigen Rat“. Ein vorgeschriebenes Ritual ist nicht vorgesehen. Das besonders offenbarte Ehegelöbnis »Wahrlich, wir wollen uns alle an Gottes Willen halten.« muss von Braut und Bräutigam einzeln in Gegenwart von wenigstens zwei Zeugen ausgesprochen und die Unterschrift und die Bahai-Trauungsurkunde gesetzt werden. Zwei Trauzeugen bekunden vor Ort und durch ihre Unterschrift die Gültigkeit der Eheschließung.
@ Bernh,

In diesem Falle ist die Eheschließung natürlich gültig und eine nachträgliche Bahá'i Trauung ist keinesfalls nötig.

@ Sulayman

Vielen Dank für Deinen sehr lieben Beistand
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"Live long and prosper!"