Hochzeit eines Bahai mit einer Christin


Burkl hat folgendes geschrieben:
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Der Gehorsam ist nicht erwünscht wenn die Eltern willkürlich dagegen sind oder aufrgrund von Vorurteilen dagegen sind, beispielsweise Rassismus, oder Armut. Es ist auch nicht erlaubt wegen Aussehen oder sozialer Schicht abzuweisen.


Z.b. Die Eltern sind dagegen, weil sie sich Hoffnungen gemacht haben, dass der reiche Nachbarssohn von nebenan der Schwiegersohn wird. Sie sprechen das aber nicht offen aus und sagen ganz einfach, dass sie beim nicht erwünschten Schwiegersohn in spe ein "schlechtes Gefühl" hätten, dass er für die Familie sorgen könne und bleiben bei ihrem Nein.

Kein Rassismus, keine Willkür, gar nichts - einfach ein klares und deutliches "Nein", an dem sich nichts ändert.

Wie ist das jetzt islamische zu sehen? Dürfen die beiden Liebenden heiraten, auch ohne Einverständnis der Eltern.



Es ist nicht das Recht der Eltern nach Reichtum zu gucken.
Es ist wichtig, dass sie sehen, dass die Tochter zufrieden ist, außerdem muss es Dialog in der Familie geben- einen offenen Dialog.
Des Weiteren ist Zwangsheirat verboten.
Wenn die Tochter beispielsweise sagt, ich will diesen Mann, weil er mir gefällt und weil der die Religion praktiziert, dann darf sie den Mann natürlich heiraten, sie muss es den Eltern aber trotzdem mit geduld und Liebe erklären.

Salam
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Wenn die Tochter beispielsweise sagt, ich will diesen Mann, weil er mir gefällt und weil der die Religion praktiziert, dann darf sie den Mann natürlich heiraten, sie muss es den Eltern aber trotzdem mit geduld und Liebe erklären.


OK - das heißt es ist für die Eltern praktisch unmöglich ein "Ja" zu einer echten Liebesheirat zu verweigern, ohne dabei islamische Grundsätze zu verletzen. Durch diese Verletzung wäre dann die Heirat trotzdem möglich.

Könnte man das so sagen?
Burkl hat folgendes geschrieben:
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Wenn die Tochter beispielsweise sagt, ich will diesen Mann, weil er mir gefällt und weil der die Religion praktiziert, dann darf sie den Mann natürlich heiraten, sie muss es den Eltern aber trotzdem mit geduld und Liebe erklären.


OK - das heißt es ist für die Eltern praktisch unmöglich ein "Ja" zu einer echten Liebesheirat zu verweigern, ohne dabei islamische Grundsätze zu verletzen. Durch diese Verletzung wäre dann die Heirat trotzdem möglich.

Könnte man das so sagen?


Es gibt sicher zig Beispiele aber so wie wir es hier besprochen haben dann- Ja.

Man muss eben aufpassen, denn viele Eltern gucken eher nach den Traditionen anstatt auf den Islam, und das kommt zu einem Konflikt.

In der Praxis sieht es aber- alhamdulilah- vermehrt so aus, dass es offene Gesprächer zwischen Eltern und Kinder in dieser Thematik gibt.

Wie gesagt, es ist trotzdem wichtig, dass man gegenüber den Eltern immer gütig bleibt, auch wenn sie falsch liegen. Geduld ist immer angebracht.



Salam
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Burkl hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Von autoritären Strukturen kann in der Soziallehre der Baha'i auf jeden Fall keine Rede sein.


Da bin ich mir nicht so sicher... Zumindest wirkt der Tonfall, den viele Bahais hier im Forum anschlagen, auf mich oft sehr autoritär und keinen Widerspruch duldend.

Aber das muss ohnedies jeder selbst erkennen, in welcher Religion er für sich den Geist Gottes erspüren kann - des Gottes der Liebe und der Freiheit.

Für mich ist das leider nicht möglich bei einer Lehre, die den Willen der Eltern über mein Leben absolut setzt und sogar über die Liebe stellt.

"Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apg 5,29)


Wenn es autoritär ist, wenn man deine Polemik gegen jede andere Religion nicht hinnimmt...

Und wir reden hier von einem göttlichen Gebot. Was das christliche Gebot bezüglich des Verhaltens von Kindern gegenüber ist habe ich dir neutestamentlich belegt.

Burkl hat folgendes geschrieben:
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Es ist natürlich nicht verboten zu heiraten wenn die Eltern dagegen sind beispielsweise, weil sie Rassisten sind, usw... Das Einverständnis der Eltern hat auch im Islam klare Grenzen.


Und was ist, wenn die Eltern "einfach so" nicht wollen, z.B. weil sie eine andere Heirat einfach lieber sehen würden.

Da beginnt das Dilemma - was zählt? Der elterliche Wille, der im Islam in diesem Fall dem göttlichen gleichzusetzen ist, oder die aufrecht empfundene Liebe zwischen zwei Erwachsenen...


Die Eltern haben kein Recht dem Kind per Zwang einen Partner aufzubinden. Die Kinder haben selbst zu wählen, dann sollen die Eltern ihr Urteil nach höchsten Maßstäben der Gerechtigkeit treffen. Das hat 'Abdu'l-Baha ganz eindeutig gesagt. (z.B. Briefe und Botschaften, 84ff)

Weder im Islam noch in der Baha'i-Religion ist der elterliche Wille mit dem Gottes gleichzusetzen. Zumal es bezeichnend ist wie wenig dich hier der strenge neutestamentliche Befund interessiert.
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Von autoritären Strukturen kann in der Soziallehre der Baha'i auf jeden Fall keine Rede sein.


Da bin ich mir nicht so sicher... Zumindest wirkt der Tonfall, den viele Bahais hier im Forum anschlagen, auf mich oft sehr autoritär und keinen Widerspruch duldend.

Aber das muss ohnedies jeder selbst erkennen, in welcher Religion er für sich den Geist Gottes erspüren kann - des Gottes der Liebe und der Freiheit.

Für mich ist das leider nicht möglich bei einer Lehre, die den Willen der Eltern über mein Leben absolut setzt und sogar über die Liebe stellt.

"Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apg 5,29)



Dagegen sagt doch keiner etwas Burkl, im Gegenteil das unterschreiben alle Bahai, auch ich.

Meine Position:

Es ist natürlich nicht verboten zu heiraten wenn die Eltern dagegen sind beispielsweise, weil sie Rassisten sind, usw... Das Einverständnis der Eltern hat auch im Islam klare Grenzen. Im Allgemeinen teile ich aber die Meinung von Tobias.

"Wenn sie (die Eltern) sich aber darum bemühen, dass du Mir das beigesellst, wovon du kein wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um." (Qur'an 31: 15)

@Tobias: zu deinem letzten Beitrag: So sehe ich das auch! Ich werde das nicht nochmal aufgreifen.


Salam


Genau die Position (wie in dem von dir zitierten Koranvers) wird letztlich ja auch im Neuen Testament bezogen.
Liebe sherry,

sorry, dass ich das hier jetzt erst lese, und insbesondere, dass ich nicht alles nachlese, was andere schon geschrieben haben... Wie ich unsere Pappenheimer kenne, ist dieser Thread ohnehin schon zu irgendetwas anderem verkommen

Meine Erfahrungen mit "Mischehen" (beziehungsweise Trauungen) sind folgende:

Mein Bruder (Bahá'í) ist mit einer katholischen Christin verheiratet, die beiden konnten ihre Bahá'í-Trauung direkt am Standesamt "anhängen", welche ja in erster Linie den Satz "Wahrlich, wir alle wollen uns an den Willen Gottes halten." (Mal abgesehen davon müssen die jeweiligen Eltern des Paares mit einer Trauung einverstanden sein, und ein Mitglied des zuständigen Geistigen Rates sollte als Zeuge anwesend sein).
Für die kirchliche Trauung hatten sie mit dem Priester, der eigentlich in seiner Fragestellung an das Paar fragen sollte, ob sie ihre Kinder im christlichen Glauben erziehen werden, vereinbart, dass er "lediglich" fragt, ob sie ihre Kinder im Glauben an Gott erziehen werden.
So konnten sie alles unter einen Hut bringen und es war für alle Beteiligten zufriedenstellend.

Meine Schwester (Bahá'ì) hats sogar noch "besser" erwischt, sie hat für die Hochzeit mit ihrem Partner (katholischer Christ) vom Priester die Kirche zur Verfügung gestellt bekommen, in welcher gleich nach der christlichen Trauung auch noch die Bahá'í-Trauung stattfinden kann.

Ich selbst bin mit einem agnostisch angehauchten Atheisten verheiratet, bei uns gabs keine kirchliche Trauung, kann dir aus ganz eigener Erfahrung nix sagen

Konntest du mit deinem Verlobten noch nicht darüber sprechen, welche Möglichkeiten ihr habt? Bzw. mit deinem Pfarrer? Oder gibt es in eurem Umfeld einfach keine Erfahrungen damit?
Das soll jetzt nicht vorwurfsvoll klingen, sondern entspringt reiner Neugierde
Wie sieht es denn jetzt aus? Gab es schon Entscheidungen, seit du diesen Beitrag gepostet hast? *neugierigbin*

Ich wünsche euch beiden auf jeden Fall alles Gute, und viel Freude in eurem Leben.

Alles Liebe,
Riki
Tobias hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:
Ich finde ein Mensch muss ab einem gewissen Alter, der eine früher, der andere später, wissen was er zu tun hat. Angefangen von der Schulausbildung, über den Beruf, bis hin zu privaten Angelegenheiten. Ein Mensch muss Fehler machen um zu lernen. Heiratet er die falsche Frau (was ja auch mit Zustimmung der Eltern passieren kann) muss er damit Leben oder seine Konsequenzen daraus ziehen.

Ich schätze es wenn man den Rat seiner Eltern/Verwandten/Freunde einholt, aber die Entscheidung muss jeder für sich selber treffen, egal in welcher Situation.


Die Eltern haben sich ja auch sonst in die Partnerwahl nicht einzumischen. Das es um die Wahrung von Frieden und Eintracht geht habe ich bereits geschrieben und darauf gab es offenbar auch keinen Widerspruch.

Ehe ist auch kein Spiel, sondern eine von Gott gestiftete Institution, welche die Grundlage der menschlichen Gesellschaft darstellt. Scheidung ist zwar möglich, sollte aber nur genutzt werden, wenn es nicht anders geht.


Ehe ist ein Spiel. Von Menschen für Menschen geschaffen. Nix göttliches. Rein nur menschlich.
Die Ehe ist nicht nur rein menschlich, sie wird von Gott gesegnet.

Die Ehe ist eine sehr schwere Lebensaufgabe, in der sich beide Partner gut seelisch weiterentwickeln können.
luschn hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:
Ich finde ein Mensch muss ab einem gewissen Alter, der eine früher, der andere später, wissen was er zu tun hat. Angefangen von der Schulausbildung, über den Beruf, bis hin zu privaten Angelegenheiten. Ein Mensch muss Fehler machen um zu lernen. Heiratet er die falsche Frau (was ja auch mit Zustimmung der Eltern passieren kann) muss er damit Leben oder seine Konsequenzen daraus ziehen.

Ich schätze es wenn man den Rat seiner Eltern/Verwandten/Freunde einholt, aber die Entscheidung muss jeder für sich selber treffen, egal in welcher Situation.


Die Eltern haben sich ja auch sonst in die Partnerwahl nicht einzumischen. Das es um die Wahrung von Frieden und Eintracht geht habe ich bereits geschrieben und darauf gab es offenbar auch keinen Widerspruch.

Ehe ist auch kein Spiel, sondern eine von Gott gestiftete Institution, welche die Grundlage der menschlichen Gesellschaft darstellt. Scheidung ist zwar möglich, sollte aber nur genutzt werden, wenn es nicht anders geht.


Ehe ist ein Spiel. Von Menschen für Menschen geschaffen. Nix göttliches. Rein nur menschlich.


Das mag ja für dich so sein, aber hier geht es doch offenbar um die Ehe zwischen zwei geistigen und gottgläubigen Menschen.