Hochzeit eines Bahai mit einer Christin


Burkl hat folgendes geschrieben:
"Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem! Denn dies ist wohlgefällig im Herrn." (Kol 3,20) "

Die Worte der Apostel sind nicht wichtiger als die Worte Jesu - er ist der Maßstab - sein Leben und sein Wirken.

Und er hätte niemals Entscheidungen der Eltern gegen den Willen Gottes für beachtlich erklärt.

Zu deinem historischen Abriss über die Gepflogenheiten in christlich geprägten Ländern - Gerade das ist ja das faszinierende und schöne an der christlichen Religion, dass sie auf Grund der Leitung durch den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit, zeitlos und dynamisch bleibt und die jeweils richtigen Antworten vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit geben kann.

Kein katholischer Seelsorger würde jemals den Rat erteilen von einer wahrhaften Liebesheirat abzusehen, wenn die Eltern dagegen sind. Das wäre grundverkehrt. Meine Sicht ist also auch die katholische und nicht meine private.

"Die Ehe kommt zustande durch das freie gegenseitige Versprechen (CIC can. 1057 §1) - also frei von Zwängen und nicht durch ein Natur- oder Kirchengesetz gehindert."

http://www.kathpedia.de/index.php?t.....echtliche_Voraussetzungen


Jesus hat überhaupt nicht geheiratet und wie ich dir belegt habe war Ungehorsam gegen die Eltern für Ihn etwas sehr schlimmes war. Was du hier als Dynamik anpreist wurde gegen den Willen der Kirche durchgesetzt. Menschenrechte, Individualrecht, etc. deine Kirche war immer dagegen. Erst wenn es sich allgemein durchgesetzt hatte zog man Jahrzehnte später mit Reformen hinterher.

Was meinst du was katholische Seelsorger schon so alles geraten haben...

Wenn du jetzt nun sogar schon das kanonische Recht verdrehst hast sich wohl alles erledigt. Denn ich denke das du durchaus weist, dass das Kirchenrecht nur bestimmte Ehekonstellationen erlaubt. Komisch ist auch das die Bibel sonst bei dir ohne Widerspruch ist, gefällt dir aber mal etwas, sogar innerhalb des Neune Testaments, nicht, dann fängst du an Textstellen gegeneinander auszuspielen.

Ich glaube die Diskussion wird nichts groß weiter bringen.

Von autoritären Strukturen kann in der Soziallehre der Baha'i auf jeden Fall keine Rede sein.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Von autoritären Strukturen kann in der Soziallehre der Baha'i auf jeden Fall keine Rede sein.


Da bin ich mir nicht so sicher... Zumindest wirkt der Tonfall, den viele Bahais hier im Forum anschlagen, auf mich oft sehr autoritär und keinen Widerspruch duldend.

Aber das muss ohnedies jeder selbst erkennen, in welcher Religion er für sich den Geist Gottes erspüren kann - des Gottes der Liebe und der Freiheit.

Für mich ist das leider nicht möglich bei einer Lehre, die den Willen der Eltern über mein Leben absolut setzt und sogar über die Liebe stellt.

"Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apg 5,29)
@Burkl

Ja, aber für sie ist es ja der göttliche Wille.
Long Road hat folgendes geschrieben:
@Burkl
Ja, aber für sie ist es ja der göttliche Wille.


Ist schon in Ordnung - das habe ich schon verstanden.

Aber der Glaube muss sich im realen Leben und am Maßstab des menschlichen Gewissens bewähren - und der Blick auf den Menschen zeigt meiner Meinung nach, dass es eine Überidealisierung der Elternschaft wäre, ihre Entscheidung über die Zulässigkeit der Eheschließung der Realisierung des göttlichen Willens gleichzusetzen.
Tja, wenn Baha'u'llah (und somit Gott) den Eltern dieses Recht einräumt.

Dein nächster Post ist dein 4000ster. Alles Gute
Burkl hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Von autoritären Strukturen kann in der Soziallehre der Baha'i auf jeden Fall keine Rede sein.


Da bin ich mir nicht so sicher... Zumindest wirkt der Tonfall, den viele Bahais hier im Forum anschlagen, auf mich oft sehr autoritär und keinen Widerspruch duldend.

Aber das muss ohnedies jeder selbst erkennen, in welcher Religion er für sich den Geist Gottes erspüren kann - des Gottes der Liebe und der Freiheit.

Für mich ist das leider nicht möglich bei einer Lehre, die den Willen der Eltern über mein Leben absolut setzt und sogar über die Liebe stellt.

"Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apg 5,29)



Dagegen sagt doch keiner etwas Burkl, im Gegenteil das unterschreiben alle Bahai, auch ich.

Meine Position:

Es ist natürlich nicht verboten zu heiraten wenn die Eltern dagegen sind beispielsweise, weil sie Rassisten sind, usw... Das Einverständnis der Eltern hat auch im Islam klare Grenzen. Im Allgemeinen teile ich aber die Meinung von Tobias.

"Wenn sie (die Eltern) sich aber darum bemühen, dass du Mir das beigesellst, wovon du kein wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um." (Qur'an 31: 15)

@Tobias: zu deinem letzten Beitrag: So sehe ich das auch! Ich werde das nicht nochmal aufgreifen.


Salam
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Es wurde hier schon mehrmals erwähnt daß es Ausnahmen geben kann. Das wird geflissentlich ausgeklammert, kommt aber vor, denn der Sinn dieser Regelung ist es natürlich nicht elterlicher Willkür, Rassismus oder Vorurteilen die Tür zu öffnen.
Im Konfliktfall kann man sich an den geistigen Rat wenden, der dann versuchen wird zu vermitteln. Kommt er zu dem Schluß daß die Eltern ihr Recht mißbrauchen, wird er eine Ausnahme befürworten.
Ausnahmen sind aber keine Regeln, und begründen auch keine.
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Es ist natürlich nicht verboten zu heiraten wenn die Eltern dagegen sind beispielsweise, weil sie Rassisten sind, usw... Das Einverständnis der Eltern hat auch im Islam klare Grenzen.


Und was ist, wenn die Eltern "einfach so" nicht wollen, z.B. weil sie eine andere Heirat einfach lieber sehen würden.

Da beginnt das Dilemma - was zählt? Der elterliche Wille, der im Islam in diesem Fall dem göttlichen gleichzusetzen ist, oder die aufrecht empfundene Liebe zwischen zwei Erwachsenen...
Burkl hat folgendes geschrieben:
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Es ist natürlich nicht verboten zu heiraten wenn die Eltern dagegen sind beispielsweise, weil sie Rassisten sind, usw... Das Einverständnis der Eltern hat auch im Islam klare Grenzen.


Und was ist, wenn die Eltern "einfach so" nicht wollen, z.B. weil sie eine andere Heirat - aus welchen Gründen immer - lieber sehen würden.

Da beginnt das Dilemma - was zählt? Der elterliche Wille, der im Islam hier dem göttlichen gleichzusetzen ist, oder die aufrecht empfundene Liebe zwischen zwei Erwachsenen...


Der elterliche Wille ist nicht gleich der göttliche Wille. Das wäre ja Shirk.
Respekt und Ehrerbietung ist Pflicht gegenüber den Eltern, im Islam sowie im Christentum.

Der Gehorsam ist nicht erwünscht wenn die Eltern willkürlich dagegen sind oder aufrgrund von Vorurteilen dagegen sind, beispielsweise Rassismus, oder Armut. Es ist auch nicht erlaubt wegen Aussehen oder sozialer Schicht abzuweisen. Des Weiteren habe ich nicht gesagt, dass die islamische Position deckungsgleich mit der Bahai-Position ist.

Salam .
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Der Gehorsam ist nicht erwünscht wenn die Eltern willkürlich dagegen sind oder aufrgrund von Vorurteilen dagegen sind, beispielsweise Rassismus, oder Armut. Es ist auch nicht erlaubt wegen Aussehen oder sozialer Schicht abzuweisen.


Z.b. Die Eltern sind dagegen, weil sie sich Hoffnungen gemacht haben, dass der reiche Nachbarssohn von nebenan der Schwiegersohn wird. Sie sprechen das aber nicht offen aus und sagen ganz einfach, dass sie beim nicht erwünschten Schwiegersohn in spe ein "schlechtes Gefühl" hätten, dass er optimal für die Familie sorgen könne und bleiben bei ihrem Nein.

Kein Rassismus, keine Willkür, gar nichts - einfach ein klares und deutliches "Nein", an dem sich nichts ändert.

Wie ist das jetzt islamisch zu sehen? Dürfen die beiden Liebenden heiraten, auch ohne Einverständnis der Eltern?