Hochzeit eines Bahai mit einer Christin


Burkl hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Zudem dürfte wohl klar sein, dass die familiäre Gemeinschaft ruiniert ist, wenn das Kind einen Partner heiratet den die Eltern so massiv ablehnen, dass sie das Einverständnis zur Ehe verwehren. Desweiteren dürften Eltern dafür in der Regel einen durchaus guten Grund haben. Wenn man die Ablehnung überhaupt nicht einsieht oder meint ein Elternteil hätte sein Elternrecht durch eigenes Handeln verloren kann man sich an das Universale Haus der Gerechtigkeit wenden.


Ich bin überhaupt nicht dieser Ansicht.

Es gibt genügend Beispiele von Familien, wo die Eltern mit ihrer natürlichen Machtposition überhaupt nicht umgehen können.

Es gibt keinen Grund, warum Gott den Eltern die totale Macht in einer lebensentscheidenden Frage erwachsener Menschen einräumen sollte.

Jesus räumt mit der totalitären Macht der Eltern auf, die er im damaligen Judentum vorgefunden hat:

"Siehe, meine Mutter und meine Brüder; denn wer den Willen meines Vaters tut, dieser ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter." (Mk 3,34 u. 35)

"Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein." (Lk 14,26)

Wenn sich die Eltern zwischen die gottgewollte Liebe des Ehepaares stellen - dann zählt also der Wille Gottes und nicht der Eltern, die irdische Menschen sind und ihre Macht durchaus auch missbrauchen können.

Die Eltern sind für die jeweiligen Kinder besondere Menschen - aber eben Menschen. Das Zentrum ist Gott.


Was das Neue Testament zum Thema Gehorsam gegenüber den Eltern sagt haben wir doch nun bereits gesehen. Die beiden Verse ändern nichts daran was das Neue Testament von Kindern normalerweise gegenüber Eltern für Verhalten erwartet und das ist Gehorsam in allen Dingen. Deine Verse beziehen sich nämlich recht deutlich allein auf den religiösen Aspekt. Soll heißen: Wenn die Eltern ungläubig sind musst du es nicht auch werden, sondern sollst lieber Gott folgen. Das hat aber in einer christlichen Familie keine Wirkung mehr. (Außer wenn man es auf konfessionelle Konflikte anwendet.) Jesus selbst zählt Ungehorsam gegenüber den Eltern als eine der schlimmsten Sünden auf (Mk 10,19). Deine Kirche meint es handle sich um eine Todsünde (KKK 1858) für die es ohne Reue und Vergebung direkt in die Hölle geht (KKK 1861).

Von totaler oder gar totalitärer Macht kann im Baha'itum auch keine Rede sein. Die Grundlagen dieses Gebotes habe ich bereits erklärt. Mit Macht haben sie in dem Sinne nichts zu tun.
luschn hat folgendes geschrieben:
Ich finde ein Mensch muss ab einem gewissen Alter, der eine früher, der andere später, wissen was er zu tun hat. Angefangen von der Schulausbildung, über den Beruf, bis hin zu privaten Angelegenheiten. Ein Mensch muss Fehler machen um zu lernen. Heiratet er die falsche Frau (was ja auch mit Zustimmung der Eltern passieren kann) muss er damit Leben oder seine Konsequenzen daraus ziehen.

Ich schätze es wenn man den Rat seiner Eltern/Verwandten/Freunde einholt, aber die Entscheidung muss jeder für sich selber treffen, egal in welcher Situation.


Die Eltern haben sich ja auch sonst in die Partnerwahl nicht einzumischen. Das es um die Wahrung von Frieden und Eintracht geht habe ich bereits geschrieben und darauf gab es offenbar auch keinen Widerspruch.

Ehe ist auch kein Spiel, sondern eine von Gott gestiftete Institution, welche die Grundlage der menschlichen Gesellschaft darstellt. Scheidung ist zwar möglich, sollte aber nur genutzt werden, wenn es nicht anders geht.
Natürlich gilt es die Eltern zu achten, zu ehren und zu respektieren. Das steht ja völlig außer Frage.

Wenn sich die Eltern gegen die gottgewollte Liebe zwischen zwei erwachsenen Menschen stellen, dann zählt Gott - so wie in allen Dingen. Es wäre aus christlicher Sicht völlig verquer den Eltern die Machtposition einzuräumen, Liebesheiraten zu verbieten.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Natürlich gilt es die Eltern zu achten, zu ehren und zu respektieren. Das steht ja völlig außer Frage.

Wenn sich die Eltern gegen die gottgewollte Liebe zwischen zwei erwachsenen Menschen stellen, dann zählt Gott - so wie in allen Dingen. Es wäre aus christlicher Sicht völlig verquer den Eltern die Machtposition einzuräumen, Liebesheiraten zu verbieten.


Ich zitiere noch einmal:

"Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem! Denn dies ist wohlgefällig im Herrn." (Kol 3,20) "

In christlichen Gesellschaften war es völlig normal das die Eltern zumindest mit dem Ehepartner einverstanden waren, wenn sie ihn nicht gar bestimmten. Geändert hat sich das erst mit dem Individualismus der letzten Jahrzehnte. Dieser hat in vielen Bereichen sicher enorme Vorteile. So verabsolutiert bringt er aber auch Vereinsamung und Isolation. In Kombination mit der globalisierten Massengesellschaft eine gefährliche Kombination. Und das ist, wie ich dir gezeigt habe, biblisch fundiert. Wie ich, implizit, gezeigt habe ist das im Neuen Testament schon sanfter geworden. Denn im Alten Testament stand auf Ungehorsam noch die Steinigung. Mit christlicher Sicht hat das was du hier erzählst nichts zu tun. Das ist deine Meinung. Die kannst du ja gern haben. Aber deine Heilige Schrift und deine Kirche sehen das anders.

Ich habe dir auch nun deutlich geschrieben das es in der Baha'i-Religion mit Macht nichts zu tun hat. Die Gründe habe ich genannt. Ignoranz ist kein guter Maßstab zur Bewertung. Es ist auch äußerst offensichtlich was du mit dieser Methode gegenüber anderen Religionen erreichen willst.
"Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem! Denn dies ist wohlgefällig im Herrn." (Kol 3,20) "

Die Worte der Apostel sind nicht wichtiger als die Worte Jesu - er ist der Maßstab - sein Leben und sein Wirken.

Und er hätte niemals Entscheidungen der Eltern gegen den Willen Gottes für beachtlich erklärt.

Zu deinem historischen Abriss über die Gepflogenheiten in christlich geprägten Ländern - Gerade das ist ja das faszinierende und schöne an der christlichen Religion, dass sie auf Grund der Leitung durch den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit, zeitlos und dynamisch bleibt und die jeweils richtigen Antworten vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit geben kann.

Kein katholischer Seelsorger würde jemals den Rat erteilen von einer wahrhaften Liebesheirat abzusehen, wenn die Eltern dagegen sind. Das wäre grundverkehrt. Meine Sicht ist also auch die katholische und nicht meine private.

"Die Ehe kommt zustande durch das freie gegenseitige Versprechen (CIC can. 1057 §1) - also frei von Zwängen und nicht durch ein Natur- oder Kirchengesetz gehindert."

http://www.kathpedia.de/index.php?t.....echtliche_Voraussetzungen
Burkl hat folgendes geschrieben:
"Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem! Denn dies ist wohlgefällig im Herrn." (Kol 3,20) "


Dies gilt aber wohl nur so lange, als die Kinder klein sind.
Ab 18 ist ein Mensch erwachsen und entscheidet selbst.

Oder sehe ich das falsch? Gilt das nur weltlich, im Staate, oder doch auch für die Religionen genauso?
Rosenblüte hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
"Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem! Denn dies ist wohlgefällig im Herrn." (Kol 3,20) "


Dies gilt aber wohl nur so lange, als die Kinder klein sind.
Ab 18 ist ein Mensch erwachsen und entscheidet selbst.

Oder sehe ich das falsch? Gilt das nur weltlich, im Staate, oder doch auch für die Religionen genauso?


Das gilt nur solange der Wille der Eltern nicht dem Gottes entgegensteht.

Und selbstverständlich ändert sich der Gehorsam erwachsener Kinder gegenüber den Eltern auf ein Niveau der Gleichordnung. Hier steht der Respekt im Vordergrund, nicht mehr die Abhängigkeit von den Eltern.

Eine ähnliche Stelle ist auch diese hier:

"Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt.
Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich gegen die Ordnung Gottes, und wer sich ihm entgegenstellt, wird dem Gericht verfallen.
Vor den Trägern der Macht hat sich nicht die gute, sondern die böse Tat zu fürchten." (Röm 13,1-3)

Damit ist auch nicht gemeint, dass den staatlichen Gewalten jedenfalls zu folgen ist, sondern nur soferne die Träger der Macht dem Guten und Gott verpflichtet sind und so handeln. Solange sie das tun, ist Gehorsam erforderlich - niemals darüber hinaus.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Zu deinem historischen Abriss über die Gepflogenheiten in christlich geprägten Ländern - Gerade das ist ja das faszinierende und schöne an der christlichen Religion, dass sie auf Grund der Leitung durch den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit, zeitlos und dynamisch bleibt und die jeweils richtigen Antworten vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit geben kann.


Wie, bitte? Es waren ja wohl die Aufklärer die dafür gesorgt haben daß der Mensch Freiheit bekommt. Das mußte gegen deine Kirche durchgesetzt werden.
Es ist mir zwar klar daß Demokratie und Menschenrechte letztlich eine Frucht des Christentums sind. Nur hat sich die RKK mit allen erdenklichen Mitteln gegen diese FRucht gewehrt, und daß sie letztlich doch geerntet wurde, ist nicht ihr Verdienst.
_________________
Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
dtrainer hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:

Zu deinem historischen Abriss über die Gepflogenheiten in christlich geprägten Ländern - Gerade das ist ja das faszinierende und schöne an der christlichen Religion, dass sie auf Grund der Leitung durch den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit, zeitlos und dynamisch bleibt und die jeweils richtigen Antworten vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit geben kann.


Wie, bitte? Es waren ja wohl die Aufklärer die dafür gesorgt haben daß der Mensch Freiheit bekommt. Das mußte gegen deine Kirche durchgesetzt werden.
Es ist mir zwar klar daß Demokratie und Menschenrechte letztlich eine Frucht des Christentums sind. Nur hat sich die RKK mit allen erdenklichen Mitteln gegen diese FRucht gewehrt, und daß sie letztlich doch geerntet wurde, ist nicht ihr Verdienst.


In Westeuropa waren seit dem 12. Jahrhundert Heiraten entgegen dem dezidierten Willen der Brautleute absolut unüblich.

http://www.hoepflinger.com/fhtop/fhfamil1a.html

Erwachsenen Menschen des 21. Jahrhunderts die Zustimmung der Eltern als verpflichtend aufzuerlegen, ist aus meiner Sicht keineswegs auch nur ansatzweise angemessen - weder vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Fortschritts, noch auf Grund theologischer Erwägungen, die den Willen Gottes immer als letztausschlaggebend ansehen. Und Gott ist die Liebe - keine Entscheidung, die gegen sie gefällt wird, kann eine im Sinne Gottes sein.
Burkl hat folgendes geschrieben:

In Westeuropa waren seit dem 12. Jahrhundert Heiraten entgegen dem dezidierten Willen der Brautleute absolut unüblich.

http://www.hoepflinger.com/fhtop/fhfamil1a.html

Das mag der Herr Hoepfliger so sehen. Meine Erfahrung als Jugendlicher sprechen eine andere Sprache. Ich konnte meine große Liebe nicht heiraten, weil ihre Eltern ihr einen Ehepartner aufgezwungen haben. Das ging nicht nur mir so. Papier ist geduldig...
Burkl hat folgendes geschrieben:

Erwachsenen Menschen des 21. Jahrhunderts die Zustimmung der Eltern als verpflichtend aufzuerlegen, ist aus meiner Sicht keineswegs auch nur ansatzweise angemessen - weder vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Fortschritts, noch auf Grund theologischer Erwägungen, die den Willen Gottes immer als letztausschlaggebend ansehen. Und Gott ist die Liebe - keine Entscheidung, die gegen sie gefällt wird, kann eine im Sinne Gottes sein.

Es ist keine theologische Überlegung dahinter, sondern eine Anordnung Baha'u'llah's. Bei uns bestimmen keine Theologen, was richtig oder falsch ist.
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.