Somatoforme Störungen


Hallo all Ihr Lieben hier,

ich wollte mal fragen,
ob von euch vielleicht jemand etwas über
Somatoforme Störungen weiß
und mir etwas darüber erzählen könnte?

Ganz Lieben Dank schon mal im Voraus.

Eure Claudi
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Ich habe für jedes Problem eine Lösung, doch leider passen die Lösungen nie zu meinen Problemen.
-unbekannt-
Hallo Schnecke,
ich habe 3 Jahre in einer psychosomatischen Klinik gearbeitet.

Somatoforme Störungen sind körperliche Beschwerden, die eine psychische Ursache haben.
Das ist klar abzugrenzen von Hypochonder, wo Beschwerden eingebildet werden.
Es ist ebenfalls abzugrenzen von der Aggravation, wo körperliche Beschwerden bestehen, diese aber extrem verstärkt wahrgenommen werden.

Rückenschmerzen ist z.B. die häufigste Krankschreibungsursache in Deutschland.
Von den Rückenschmerzen sind wieder die meisten Fälle psychischer Ursache.
Wenn man das weiß, dann erkennt man die Dimension der somatoformen Störungen.

Also nochmal, der Wichtigkeit wegen:
Die körperlichen Symptome bestehen wirklich, sind also nicht eingebildet oder vorgetäuscht.
Das wird Menschen mit somatoformen Störungen nämlich häufig unterstellt.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Danke Dir für die Antwort lieber Martin.

Weißt Du denn auch, ob diese Störung heilbar ist? Ich habe gehört, dass wenn sie überhaupt entdeckt wird, dann meistens schon chronisch ist und die Heilungschancen nicht sehr gut wären.
Gibt es dafür spezielle Ärzte?
Medikamente sollen da ja auch nicht wirklich was bringen, oder?
Wie sieht eine Therapie für diese Störung denn überhaupt aus?

Entschuldige, dass ich so viel Frage, aber es ist für mich im Moment extrem wichtig und zu Ärzten habe ich keinerlei Vertrauen mehr. Und meine Fragen werden dort meistens (eigentlich immer) nicht beantwortet

Alles Liebe

Claudi
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Ich habe für jedes Problem eine Lösung, doch leider passen die Lösungen nie zu meinen Problemen.
-unbekannt-
Was eine psychische Ursache hat, kann natürlich auch nur über die Psyche behandelt werden.
Dazu gibt es psychosomatische Kliniken (oder auch Tagesbetreuungen).
Du schreibst an anderer Stelle, dass Du ein Borderliner-Syndrom hast.
Wenn das so ist, Borderlinder sind - leider - in der Regel sehr Therapieressistent.
Bedeutet aber nicht, dass man gleich den Kopf in den Sand stecken soll.

Medikamente, naja.
Manchmal sind sie schon erforderlich.
Aber es wird, meiner Einschätzung nach, zu schnell zu viel verschrieben.

Kannst Du mir bitte schreiben, wo genau die somatische Störung liegt?
Wenn Du das nicht in die (anonyme) Öffentlichkeit tragen willst, dann kannst Du das auch per PN tun.
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Lieber Martin,

also das mit dem Borderline ist richtig.
Du schreibst, dass Borderliner in der Regel Therapieressistent wären.
Mag vielleicht schon sein, doch dann sag ich nun: Ausnahmen bestätigen die Regel
Soll heißen, dass ich nicht Therapieressistent bin. Sonst hätte ich in diesem Fall in der letzten Zeit ja auch nicht solche Fortschritte gemacht und mein Therapeut hat das zu mir auch noch nie gesagt. Ich denke, dass das auch damit zusammen hängt, dass wir Bordis auch immer wieder nur mit Medis 'ruhig gestellt' werden und viele eben auch nicht wirklich an sich arbeiten wollen oder auch noch nicht können. Man sollte/muss selbst wollen und auch bereit dazu sein, sonst kann man jede Therapie auch gleich lassen. Ich meine das nicht böse oder so. Ich spreche einfach aus meiner eigenen Erfahrung.

Habe Dir eben eine PN geschrieben, doch ich kann Sie leider nicht abschicken. Irgendwas stimmt da nicht. Keine Ahnung, warum es nicht geht. Ich habe das, was ich Dir geschrieben hatte gespeichert und werde es dann später noch ein mal probieren.
Danke für dein Angebot.

Alles Liebe

Claudi
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Ich habe für jedes Problem eine Lösung, doch leider passen die Lösungen nie zu meinen Problemen.
-unbekannt-
Das ist genau das, was ich kritisiere:
Da mag z.B. ein Mensch mal eine Psychose haben.
Nicht weiter schlimm!
Irgendwann tritt sie ein zweites Mal auf.
Dann heißt es schon: Chronische Schizophrenie(!).
Dann wird langzeitlich Zyprexa in Höchstsdosen verabreicht.
Die Menschen werden richtig fett und völlig antriebslos und werden dann ins betreute Wohnen abgeschoben.
Dabei ist eine Psychose in der Regel keine Eigen- oder Fremdgefährdung weil sie mit viel mehr Angst, als Aggression einhergeht.

Oft hilft eine Verminderung der Dosis und die Menschen werden wieder antriebsvoller, schlanker und somit alltagstauglich.

Borderliner haben, wie Du weißt, sowohl neurotische als auch psychotische Symptome.
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Tja, das ist eben unsere tolle heutige Zeit. Wir stellen Sie ruhig, dann haben wir Sie los und müssen uns nicht mehr wirklich um Sie kümmern.
Ich habe jahrelang diese Dinger fressen müssen, doch zum Glück hatte ich zwischendrin ein mal einen klaren Moment, in dem ich einfach beschloss, dass es so nicht mehr weiter gehen kann, denn ich ging immer kaputter und kaputter. Und jede Woche wieder ein neues Medikament hinzu. War ja das allerbeste Versuchskarnickel. Musste bis zu 14/15 Tbl. täglich schlucken. Das da auch Wechselwirkungen entstehen können hat niemanden interessiert. Gegen das 'Neue' (die Wechselwirkung) gab es dann eben wieder ein neues Medikament. Somit wurde immer und immer mehr Gift in mich hinein gepumt. Verdammte Schweine, echt! Sorry, aber ist doch so. Für die zählt heutzutage nur noch das Geld und nicht mehr der Mensch und das macht mich rasend! Ich könnte schreien vor Wut grade!
Ich bin echt verdammt stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, all diese Dinger abzusetzen. Und das alleine und gegen jeden Ärztlichen Rat. Gut, ich hätte Sie vielleicht langsam absetzen sollen und nicht alles auf ein mal, von einem Tag auf den anderen. War ne sehr harte Zeit, doch seit dem geht es mir echt um vieles besser, auch wenn ich immer wieder meine Einbrüche habe usw. Aber ich bin wieder Mensch, Ich bin wieder Ich. und laufe nicht mehr rum, wie ne ferngesteuerte Maschine. Und seit dem klappt es auch mit Therapien usw. und ich mache Fortschritte, lerne andere Verhaltensweise, verletze mich kaum noch selbst usw. Also alles nur Positiv!

Alles Liebe

Claudi
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Du kannst wirklich stolz sein.
Muss jetzt los.
Melde mich später

Gruß Martin
Dankeschön

Muss auch erst mal los.

Bis später...
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Ja das ist richtig.
Sofort absetzen kann zu extremen Symptomen führen.
Danach bereuen diese Menschen dann ihren Eingriff in die ärztlichen Verordnungen und unternehmen keinen weiteren Versuch.
Langsames ausschleichen und beständige Selbstbeobachtung das wäre besser.
Noch besser wäre es, den Arzt in das Vorhaben einzuweihen und wenn er nicht mitmacht, einen anderen Arzt zu suchen.
Aber wenn man selbst damit anfängt, psychedelische Wirkstoffe nach und nach aus dem Körper zu verbannen, dann sollte man Vorsicht walten lassen.
Ich kannte mal eine Heilpraktikerin die hat einem Patienten mit einer küstlichen Herzklappe (mein Reisegefährte) geraten, keine Blutverdünnungsmittel mehr zu nehmen.
So könnte sie für einen Schlaganfall verantwortlich werden!

Kurz: wenn organische Beschwerden vorliegen, dann könnte das richtig gefährlich werden.

Wenn es aber um die Psyche geht, dann wäre das Schlimmste was passieren könnte eine Psychose.
Das muss man dann selbst wissen:
Wie schlimm war die Psychose, lag dabei eine Eigen- oder Fremdgefährdung vor.
Ich finde es weniger schlimm, wenn ein Mensch meistens alltagstauglich ist, aber gelegentlich mal eine Psychose bekommt.
Statt dass er mit Zyprexa aufgeht wie ein Hefeteig und so antriebslos wird, dass er das betreute Wohnen braucht.

Ich unterstreiche: Meine Meinung!
Nicht als ersatzärtzlicher Rat zu verstehen.

Aber ich bin nun mal vom Fach und habe so meine Erfahrungen.
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