Sexualkunde im Kindergarten



Sexualkunde bereits im Kindergarten?
Nein
71%
 71%  [ 20 ]
Ja
21%
 21%  [ 6 ]
Vielleicht
7%
 7%  [ 2 ]
Keine Ahnung
0%
 0%  [ 0 ]
Stimmen insgesamt : 28

Bastet hat folgendes geschrieben:
Ich finde es gut, dass kleinen Kindern im Kindergarten bereits Toleranz und ein natürlicher Umgang mit Sexualität gelehrt wird.

Das hier ist aber ein anders Kaliber:
Edwin hat folgendes geschrieben:
Die Kinder sollen lernen, dass Berührungen lustvoll sein können. Praktische Ausführung: Die Kinder massieren ­einander gegenseitig – oder berühren sich mit warmen Sandsäcken.

Oder sollte bei der Sexualkunde in der 6. Klasse im Unterricht dann auch gleich in die Praxis übergegangen werden?
Es ist was Anderes, ob man einem Kind etwas mit einem geeigneten Buch spielerisch erklärt oder es gleich zu einer sexuellen Handlung an einem andern Kind auffordert!

Oder siehst Du das anders?
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Martin H. hat folgendes geschrieben:
Bastet hat folgendes geschrieben:
Ich finde es gut, dass kleinen Kindern im Kindergarten bereits Toleranz und ein natürlicher Umgang mit Sexualität gelehrt wird.

Das hier ist aber ein anders Kaliber:
Edwin hat folgendes geschrieben:
Die Kinder sollen lernen, dass Berührungen lustvoll sein können. Praktische Ausführung: Die Kinder massieren ­einander gegenseitig – oder berühren sich mit warmen Sandsäcken.

Oder sollte bei der Sexualkunde in der 6. Klasse im Unterricht dann auch gleich in die Praxis übergegangen werden?
Es ist was Anderes, ob man einem Kind etwas mit einem geeigneten Buch spielerisch erklärt oder es gleich zu einer sexuellen Handlung an einem andern Kind auffordert!

Oder siehst Du das anders?

Nein, aber gegenseitige Massagen sind keine sexuellen Handlungen.
Zitat:
Nein, aber gegenseitige Massagen sind keine sexuellen Handlungen.

In dem Fall sind es eindeutig sexualisierte Handlungen. Dass sagt schon das Thema unter dem es praktisiert werden soll.
Sexualaufklärung ist super und auch in allen ehren, aber - ein "Sexteppich" - ich denke schon da gehen die zuweit.
Ich habe jetzt nicht alles gelesen, ich beziehe mich auf den Eingangspost (ok, das von Rectum habe ich jetzt gerade doch noch gelesen und kann das voll und ganz unterschreiben
Rectum hat folgendes geschrieben:
Prinzipiell finde ich Sexualkundeunterricht im Kindergartenalter gut.
Jedoch verstehe ich darunter etwas anderes:
Etwa Antworten auf Fragen, wie
"Wo kommen die Kinder her?",
"Warum koennen nur Maedchen Kinder bekommen?" oder
"Wie sehen Jungs und Maedchen aus?" (Besonders interessant fuer Einzelkinder.)

Die in der Schweiz praktizierten Methoden halte ich jedoch fuer mehr als fragwuerdig.
). Jetzt aber zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte:

Als Erzieherin muss ich sagen: Sexualkunde in der Form, wie sie in dem Artikel beschrieben wird, hat im Kindergarten nichts verloren.
Ja, die Kinder sollen eine positive Beziehung und Einstellung zu ihrem Körper aufbauen und positive Körpererfahrungen machen, und das hängt unter anderem mit der Sexualität zusammen und damit, wie sie diese später erfahren werden.
Z.B. dürfen sich sich ruhig gegenseitig massieren (an den "angemessenen" Stellen, also dort, wo niemand "nein" sagt, sie dürfen Kissenschlachten machen, sie dürfen planschen, sich im Sand wälzen, undundund.
Aber dazu gehören auch ganz andere Dinge, wie zum Beispiel eine unverkrampfte Einstellung zu ihren Körperausscheidungen, auch wenn das eigenartig klingen mag. Wenn ein Kind eine lange Wurst in die Schüssel setzt, darf es dafür auch mal gelobt werden

Meine Tochter (gerade 4 geworden) wusste bislang, weil sie danach gefragt hat, dass ein Kind entsteht, wenn Papas Samen sich mit Mamas Ei verbinden, und daraus wächst in Mamas Bauch ein Kind, das dann nach einiger Zeit unten raus kommt.
Neulich wollte sie unbedingt wissen, wie denn überhaupt Papas Samen da in die Mama rein kommen. (Ich hatte zwar gehofft, dass mir diese Frage noch ein paar Jahre erspart bleibt, aber naja, nun hatte sie eben gefragt).
Also habe ich ihr beschrieben, wo die Samen "wohnen", (mit den korrekten Begriffen dazu, das finde ich persönlich wichtig, ich halte nichts von "Mumu" oder "Pullermann"), und dass sie zu Mamas Ei kommen wenn Mama und Papa eng genug kuscheln, dass der P*** in die V*** passt.
Ihr ziemlich unzufriedener Kommentar darauf war nur: "Mama, erzähl keine Märchen!"

Die Kleinen können sich das ohnehin noch nicht wirklich vorstellen, wie das abläuft, und wozu das gut sein soll. Und ich sehe auch nicht ein, wozu man das so deutlich veranschaulichen muss.
Sie interessieren sich früh genug dafür, und ich finde es auch wichtig, sie, wenn sie das interesse zeigen, altersgerecht und korrekt aufzuklären.
Aber sich gegenseitig massieren "müssen", weil es gerade im Curriculum so vorgeschrieben wird, halte ich für ausgemachten Unsinn und sehr kontraproduktiv.

Was ich allerdings für absolut wichtig und unabdingbar halte ist, dass Kinder lernen, dass sie NEIN sagen dürfen!
Und das bezieht sich nicht nur auf die Sexualität. Ein Kind muss, soll und darf "nein" sagen - und es soll wissen, dass die Eltern das auch akzeptieren können (natürlich geht das nicht in allen Fällen), und dass es den Eltern vertrauen kann.
Wenn ein Kind lernt, dass man nicht "nein" sagen darf, schon gar nicht zu Erwachsenen, dann erzieht man es damit konsequent zum Opfer.
Und ein Kind, das seinen Eltern nicht vertraut, bzw. nicht weiß, dass es mit seinen Eltern über wirklich alles reden kann und darf, wird seinen Eltern schon gar nichts über sexuelle Übergriffe erzählen.

Ich muss sagen, ich glaube, ich habe in meiner Erziehung bislang zumindest das richtig gemacht. Meine Tochter wird von einem Jungen in der Nachbargruppe (er ist 1,5 Jahre älter als sie und Einzelkind, soviel dazu, dass es für so manches Kind tatsächlich sinnvoll sein kann zu erfahren, wie das andere Geschlecht aussieht), der sie regelmäßig belästigt. Er sagt ihr dann "zeig mir deine Mumu."
Zuallererst hat sie mir das erzählt, weil es sie genervt hat, dass er ihren "Popo" (sie nennt den gesamten Bereich so, habe ihr das noch nicht ausreden können) als "Mumu" bezeichnet.
Ich bin daraufhin zu seiner Gruppenerzieherin gegangen, diese meinte, das wäre schon mal bei einem anderen Kind vorgekommen, sie würde mit ihm reden.
Es waren dann tatsächlich 4 Wochen Ruhe, aber neulich, als sie in Unterhose durchs Wasser geflitzt ist, hat er das wieder gemacht, und meine Tochter hat mich gleich beim Abholen darauf angesprochen.
Die Gruppenerzieherin meinte am nächsten Tag, dass er es erst geleugnet hätte, aber dann hätte er geantwortet: "Aber sie hat nein gesagt."

Mich hat nichts mehr erleichtert als dieser Satz.
Meine Tochter kennt also ihre persönlichen Grenzen und weiß, dass sie nein sagen darf. (Zumindest zu einem anderen Kind).

Sodale, jetzt habe ich aber schon viel zu viel ausgeplaudert, das ist mehr, als ihr eigentlich jemals über meine Tochter wissen solltet. Es war nur gerade einfach absolut passend zu diesem Thema, und hätte ich das mit einem fremden Kind erzählt, wäre es doch ziemlich unlogisch geworden...

Alles Liebe,
Riki
_________________
"Nur Rosen der Liebe pflanze in den Garten deines Herzens." - Bahá'u'lláh -
Ich weiß nicht, wie fördernd haltet ihr es eigentlich sein Kind selbst zu erziehen bis es in die Schule kommt ? Also nicht in den Kindergaten zu schicken sondern, dass die Mutter daheim bleibt und der Mann abeiten geht, und die Frau sich um den Haushalt kümmert ?
P.S.: Danke Edwin für den Artikel auf dieser Seite: http://www.geistigenahrung.org/ftopic69672-15.html

Der ist wirklich sehr aufschlussreich und sehr gut recherchiert.
@ Aleks:
Ich finde, das muss jedem selbst überlassen bleiben.

Mein Mann und ich haben zwar die Absprache, dass ich so lange wie möglich zu Hause bleibe und mich in erster Linie (nicht ausschließlich und nicht allein) um Kinder und Haushalt kümmert, und er sich in erster Linie um die Finanzen.
Das ging hauptsächlich von mir aus und ist auch nach wie vor mein Wunsch, aber meine Kinder gehen trotzdem auch in den Kindergarten.
Hauptsächlich deshalb, weil die Spielplätze Vormittags wie leergefegt sind, und die Spielgruppen alle spätestens nach 2 Jahren enden. Grund: Dann gehen 98% aller Kinder in den Kindergarten, und niemand geht mehr vormittags auf den Spielplatz und die Spielgruppen werden nicht mehr voll genug...

Da meine Kinder aber auch soziale Kontakte bestehen und ich meinen Mann in seiner Firma unterstützen muss, bleibt (leider?) nichts anderes übrig.

Heute hatte ich erst ein Gespräch mit meinem Vater, der meinte: Wir haben das früher auch nicht gebraucht, Spielgruppen und Sportgruppen und was weiß ich was alles. Da hat man eben draußen gespielt.
Darauf meinte ich: Klar, man hat sich einfach da getroffen, wo der größte Garten war. Aber da waren ja auch nicht alle im Kindergarten.

Ich wäre auch für eine Gesellschaft zu haben, in der das Augenmerk wieder etwas stärker auf die Familie gelenkt wird. Aber ich finde nicht, dass das zwingend in einem klassischen Rollenmodell "enden" muss.
Das kann z.B. auch heißen "Elternteilzeit", bei der beide Eltern jeweils 20 Stunden (oder weniger?) arbeiten, und sich die restliche Arbeit, also Kinder und Haushalt, aufteilen.
Das kann heißen, dass der Mann mit Kindern und Haushalt zu Hause bleibt und die Mutter arbeitet.
Das kann heißen, dass die Kinder von der Oma mitbetreut werden, oder auch, dass beide Eltern sich eine längere Auszeit nehmen können, in der sie sich gemeinschaftlich um den Nachwuchs kümmern.

Es gibt so viele Möglichkeiten, wie es Menschen gibt, oder zumindest sollte es das.

Mir wäre es auch lieber, wenn mein Mann mehr Zeit mit uns verbringen würde, allerdings würde das dann auch bedeuten, dass ich dann wieder arbeiten gehen müsste und die Kinder von uns beiden weniger hätten.

Mal abgesehen davon ist das eigentlich nicht das Thema dieses Threads.

Was die Aufklärung und die Sexualkunde betrifft: Ich finde, man sollte Eltern gut genug darüber aufklären, wie wichtig die (sexuelle) Entwicklung ihrer Kinder ist, was zu einer positiven Einstellung zum eigenen Körper führt, wie enorm wichtig es ist, dass das Kind "nein" sagen kann, und wie man dem Kind das alles vermittelt.
Es sollte in erster Linie Aufgabe der Eltern sein, ihre Kinder aufzuklären. Aber trotzdem sollte man Kindergärtnerinnen und Erzieherinnen nicht ganz außer Acht lassen. Sie tragen einen großen Teil zur sexuellen Aufklärung bei, allerdings ohne vorgeschriebene Herangehensweisen und mit detailreichem Koffer, sondern in ihrer Ausbildung (zumindest in einer guten Ausbildung) werden sie darauf vorbereitet, wie sie kindgerecht reagieren können, und was förderlich ist - inklusive der Argumentation, die man dann oftmals (leider) den Eltern gegenüber anführen muss. Denn viele sind komplett gegen jegliche Form der Aufklärung...

Alles Liebe,
Riki
Bevor man im Kindergarten Sexualkunde einführt, sollte man vielleicht erstmal "Richtig Hände Waschen nach dem Toilettengang" lehren.
_________________
Alles, was du siehst, gehört Ihm
Liebe Riki,
Vielen Dank für deine Beiträge und deine herzliche Offenheit.

Riki hat folgendes geschrieben:
Was die Aufklärung und die Sexualkunde betrifft: Ich finde, man sollte Eltern gut genug darüber aufklären, wie wichtig die (sexuelle) Entwicklung ihrer Kinder ist, was zu einer positiven Einstellung zum eigenen Körper führt, wie enorm wichtig es ist, dass das Kind "nein" sagen kann, und wie man dem Kind das alles vermittelt.
Es sollte in erster Linie Aufgabe der Eltern sein, ihre Kinder aufzuklären. Aber trotzdem sollte man Kindergärtnerinnen und Erzieherinnen nicht ganz außer Acht lassen. Sie tragen einen großen Teil zur sexuellen Aufklärung bei, allerdings ohne vorgeschriebene Herangehensweisen und mit detailreichem Koffer, sondern in ihrer Ausbildung (zumindest in einer guten Ausbildung) werden sie darauf vorbereitet, wie sie kindgerecht reagieren können, und was förderlich ist - inklusive der Argumentation, die man dann oftmals (leider) den Eltern gegenüber anführen muss. Denn viele sind komplett gegen jegliche Form der Aufklärung...


Der obige Abschnitt ist wirklich sehr wichtig und ich möchte ihn nochmals hervorheben. Ich finde es sehr gut, dass beireits Kleinkinder im Kindergarten lernen, dass sie nicht an beliebigen Körperstellen grundlos berührt werden dürfen, sowohl von Fremden als auch Verwandthen oder Bekannten, und dass sie darauf reagieren und nein sagen können. Es ist vor allem dann unabdingbar, wenn Kinder bereits zuhause sexuell belästigt oder sogar missbraucht werden.
Es ist erschreckend, wieviele Kinder im 21. Jahrhundert sogar in der relativ aufgeklärten Schweiz jährlich Opfer von sexueller Gewalt oder sexuellem Missbrauch werden.

Beratungen von Opfern: 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Weniger als 10 Jahren: 771 850 785 771 822 839 783
10-17 Jahre: 1'008 1'286 1'221 1'307 1'365 1'239 1'314
18-29 Jahre: 605 719 742 766 844 794 792
30-64 Jahre: 538 787 617 708 776 836 836
65 Jahre und mehr: 18 23 29 23 17 26 25
(Zahlen sind vom Bundesamt für Statistik http://www.bfs.admin.ch)

In den Jahren 2000 bis 2006 wurden pro Jahr etwa 800 Fälle von Opfern von sexuellen Handlungen im Alter von unter 10 Jahren aufgedeckt. Die Dunkelziffer bzw. "Dunkelzahl" ist wahrscheinlich noch viel höher.
Ich denke in Deutschland oder in Österreich werden die Zahlen diesbezüglich prozentual nicht komplett anders aussehen.

http://www.jugendsession.ch/files/p.....issbrauch_von_kindern.pdf

"Sexuelle Gewalt wird meistens nicht von Personen ausgeübt, die das Opfer nicht kennt, sondern die Täter stammen aus dem eigenen Umfeld, aus der Familie, der Schule, dem Sportverein etc.
Allerdings werden nur sehr wenige Mädchen vom eigenen Vater missbraucht (2-3%), sondern viel eher vom Stief- oder Pflegevater, oder von anderen Verwandten und Bekannten. Meistens sind die Täter männlich. Das ist auch aus der Statistik des Bundes ersichtlich: Von den 2006 wegen sexueller Handlungen mit Kindern Verurteilten waren 355 Männer und nur gerade 9 Frauen."


Dazu gibt es auch Studien und Statistiken siehe Link.

LG
http://www.welt.de/vermischtes/welt.....-Missbrauch-von-Baby.html
Sexualität bestimmt diese Welt.
Und hat ihre unschönen Seiten.
http://www.zeit.de/2011/25/Titel-Topcu
Zitat:
Jenseits der Familie ist das Thema allgegenwärtig.


Die Welt ist global geworden - machen wir uns doch nichts vor - der Sextourismus in Thailand und anderen Ländern zeigt uns, daß Kinder in diesen Ländern aus Armut sogar von den Eltern dazu benutzt werden.

Weiter braucht man das auch nicht auszuführen.

Wir können dieses Thema nicht wegdrehen wie ein Fernsehprogramm, wenn es uns nicht gefällt - wir sind mittendrin - es liegt daran, was wir tun können, um zu helfen oder um die Sache noch in Bahnen fließen zu lassen, daß nachfolgende Generationen nicht zu sehr geschädigt werden.

Es ist schon da - wie ein Mantel, der sich über uns gelegt hat.

Worüber sind wir erschrocken ?
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2