Geistig unlebendig


Hallo zusammen... tja, hart aber fair, so trifft es passend so sehr, mein Geist tut nichts und ist bloß leer.
Was tun den ganzen langen Tag, wenn ich nicht mal die Fähigkeit hab, etwas zu sagen und es bevorzuge, zu versagen?

Anstatt meinen Mund zu öffnen, bleib ich lieber still, denn das ist , was ich will, dort bin ich glücklich und allein, und kann das auch für den Rest des Lebens sein! Nur frag ich mich den ganzen Tag, was passiert wenn ich was sag, kommt der Mensch daher, ich versteh Dich nicht, du bist so leer. Was soll ich tun, fragt sich das Kind, am liebsten Weh' ich mit dem Wind, von einem Ort zum anderen Weg, in der Luft, die ist das liebste Versteck.

Wenn ich dann im Alltag bin, versteh ich kein Wort und keinen Sinn, weiß nicht mal was der Mensch von mir will.... warum sind denn nicht alle nur noch still? Die Stille ist ein schöner Ort, dort kann man unbekümmert Leben frei von Sorgen und dem Stress , den ich nur in der Luft vergess! Was soll das bloß, was soll Leben sein? Wann lässt man mich dort endlich rein? Oder soll ich ständig in der Luft herwehen und wirklich nichts echtes vom Leben sehen?

Blind wie ein Huhn, still wie der Wind, ja, man könnt denken, ein findliges Kind, tobt durch das Leben führt den Traum zu geben, vom Teilen und Weilen, sieht aber bloß die Berge, die Steilen. Der Anstieg ist so hoch und für mich so schwer, und weiter oben wird die Luft immer dünner- mein Gott, ich glaub, das Leben wird immer schlimmer! Was jetzt nicht ist wie solls noch werden? Wenn ich nur rauf muss, weg von der Luft auf Erden? Wenn man mir die Atmung nimmt und man mir das Leben bestimmt?

Darf ich wirklich gar nichts für mich mal alleine tun, soll ich folgen jedem Blinde Huhn? So hab ich den Eindruck und so soll es sein, etwas andres fällt mir dazu nicht ein. Unbegraben schwirr ich durchs Land, sichtbar und dennoch unerkannt, Angst davor plötzlich im Licht zu stehn, und etwas von der Welt zu sehn. Ich hab für mich ausgemacht und festgestellt, dass es das beste ist auf dieser Welt für den Rest des Lebens still zu sein- so stellte ich mich darauf ein. Kein Wort will ich mehr sagen, weder heut noch in nächsten Tagen, so quäl ich mich im Alltag fort- vom einen zum nächsten Ort. Kann den Lebenssinn weder greifen noch verstehn- weshalb soll ich nach vorne gehn?

Ob heut ob morgen - immer ham wir Sorgen, die machen uns genauso platt, und mein Gesicht ist eh schon matt, deswegen ists, was ich nicht versteh, warum ich einfach nicht das Leben seh. Ich hab das Gefühl total blind zu laufen und ständig Scheine abzugeben um irgendwas zu kaufen, an dem sich kurzerhand die Luft erfreut und sich dann wieder vor dem Leben scheut... scheun das ist die großte Tat, noch nie gekannt, was der andere Hat, so gar es mein größter Wunsch mal wär, sich zu freun, den krieg ich wohl niemals her.

Mein Sprachschatz darf man nicht mal Sprachschatz nennen - da würd jedes fesche Mädscher wegrennen, wenn sie die Worte hört, die ich aneinander rei - da lacht sie lauter als jedes Weltsgeschrei. Erzählen will ich dem andern nicht- es schaffts noch nicht mal bis zu seim gesicht. wie soll ich dann ein Sinn drin sehn, wenn mich kein Mensch kann verstehn? Schriftlich, so denk ich, bin ich durchaus ein Ass, und hab auch beim Schreiben durchaus Spaß, nur wenn ich im Leben mal am "Sprechen" bin , dann krieg ich da überhaupt nix hin.

Mächtig unerfahren und das mit der Zeit, die mir scheint nie bereit- etwas zu ändern was schon immer so ist- soll es vorbei sein, bald ne Frist? Die Frist, wie mal ich sie mir, doch in der Luft, find ich sie nicht hier. Ich kann sie suchen und werde sie nie finden, drum also was soll ich groß zeit noch schinden- ist es nicht besser einzusehn, dass es jetzt schon zeit ist, davon zu gehn?
Hallo unlebendig,

erst mal herzlich willkommen hier im Forum

Ich kann nur sagen: Wow.

Wie lange hast du daran gesessen? ! ? Sag jetzt nicht, das kam aus dem Stehgreif!

Ich kenne dich nicht, daher weiß ich nicht genau, auf welche Details deines Lebens sich einzelne Aussagen beziehen. Hast du Probleme, dich anderen gegenüber (verständlich) auszudrücken, oder haben andere Probleme, dich zu verstehen (inhaltlich oder sprachlich?)

Auf jeden Fall hoffe ich, dass du dieses unglaubliche Sprachtalent nicht vor hast zu vergeuden und noch nicht gehst!
Aufzugeben ist keine Lösung, schon gar nicht das Leben, wenn ich das jetzt aus deinem Text heraus richtig verstanden habe.

Ich hoffe, du bleibst der Welt (und diesem Forum - ich bin immer noch ganz sprach- und atemlos von deiner Wortgewalt) noch eine ganze Weile erhalten!

Alles Liebe,
Riki
10 Minuten wie aus dem FF.
Es hörte sich an als wenn ich ein Lied gehört hätte.
Sinnig oder unsinnig ist deine Frage?

Nun, zumindest rechtschreibmäßig einwandfrei und gut gereimt- also dafür erst mal mein dickes Kompliment.
Ob es Sinn macht, hängt vor allem von deinem Gegenüber ab.
Für mich persönlich macht es Sinn- wobei ich das Reimvers als sehr distanzierend empfinde.
Du hast anscheinend irgendein Problem mit dem Leben- höre ich so raus und die Gefühle, die du ausdrückst, sind mir bekannt.
Aber ich hab Schwierigkeiten mit der Distanz.

Deshalb meine Frage: wenn du schon im Alltag nicht sprechen kannst, aber dafür offensichtlich extrem gut schreiben- ist es dir auch möglich, persönlicher zu werden und konkreter?

Denn sonst ist es mit dem Anhaltspunkt schwierig.

Du machst mich sehr neugierig auf dich- empfinde etwas mir sehr Bekanntes...

Zitat:
"...mein Geist tut nichts und ist bloß leer..."


Ist er wirklich leer oder konzentriert er sich auf das, was hinter der scheinbaren Leere steckt?

Geht's dir grundsätzlich schlecht und fühlst du dich grundsätzlich ganz anders als der Rest der Welt oder unterliegst du nur starken Schwankungen und pendelst zwischen der Empfindung, ganz besonders richtig und ganz besonders falsch zu sein?

Und nur heute ganz besonders leer und öd, vielleicht, weil bald Neumond ist und es da immer so ist?

Welches Leben führst du?

Alleine, mit anderen, in der Stadt, auf dem Land, Arbeit nein, ja, Familie, Liebe, Projekt, Freunde, Auto, Kunst, Bücher (welche?), Filme, Süchte, Religion, etc.?
Zitat:
"Was tun den ganzen langen Tag"

Interessiert mich ganz besonders, wie du dazu kommst, nichts zu tun zu haben. Da kenn ich bisher nur zwei Menschen, denen das auch so geht.
Das sind aber ganz besonders wichtige für mich.

Die haben aber auch ein ausgeprägtes Interesse an der Wahrheit und an der Liebe und an Gott. Und du?

Zitat:
"Nur frag ich mich den ganzen Tag, was passiert wenn ich was sag, kommt der Mensch daher, ich versteh Dich nicht, du bist so leer."


Gut, die meisten Menschen können mit dieser Leere nun mal nichts anfangen und außerdem macht es Angst.
Da muss man gucken, mit wem man redet.

Vielleicht hast du noch nicht mit dem Gegenüber geredet, das dich zum sprechen bringt.
Zitat:
Wenn ich dann im Alltag bin,


Wie sieht dein Alltag aus? Musst du mit Menschen zusammen sein, mit denen du nicht zusammen sein willst?

Zitat:
warum sind denn nicht alle nur noch still?

Weil reden leben ist und Spaß macht.
Dann gibt es Momente, in denen still sein schön ist.
Zitat:
Der Anstieg ist so hoch und für mich so schwer, und weiter oben wird die Luft immer dünner- mein Gott, ich glaub, das Leben wird immer schlimmer!

Das klingt gut. Hast du Lust, mehr über dich zu erzählen?

Ich find dich unheimlich interessant...

Zitat:
Ich hab für mich ausgemacht und festgestellt, dass es das beste ist auf dieser Welt für den Rest des Lebens still zu sein- so stellte ich mich darauf ein. Kein Wort will ich mehr sagen, weder heut noch in nächsten Tagen, so quäl ich mich im Alltag fort- vom einen zum nächsten Ort. Kann den Lebenssinn weder greifen noch verstehn- weshalb soll ich nach vorne gehn?

Gut, das ist eine Möglichkeit, mit bestimmten Schmerzen fertig zu werden, aber das geht nicht auf Dauer.
Jeder muss kommunizieren. Es gibt auch einen anderen Weg, den du vielleicht noch nicht gefunden hast.
Zitat:
Mein Sprachschatz darf man nicht mal Sprachschatz nennen

Ach ja?

Zitat:
ist es nicht besser einzusehn, dass es jetzt schon zeit ist, davon zu gehn?

Wohin denn? Weißt du sicher, dass es wo anders anders oder gar besser ist?

Schreibst du bitte wieder?
un-lebendig..
wau kann ich mich der Riki nur anschliessen.. was für ein Reichtum und was für ein Wissen,
was für Fehigkeiten und Erkenntnise , das in der Stille, aus eigene Mitte die im Einklang und Harmonie mit sich selbst der eignen Inneren und mit der Schöpfung, entstehen kann.

Liebe-un (d) -lebendig..

wir lassen uns alle Täuschen wenn wir glauben und denken das hinter der Stille und Schweigen kein Leben vorhanden ist, ich glaube in der Stille entsteht, keimt, brodelt und da ist aller Ursprung und Anfang , auch des (Geistigen) Lebens.
Im Schweigen, ist der Geist, in so einer Art "Mutter-Bauch, geschützt und geborgen, und wartet ev.das "Eltern" empfangsbereit sind.
Mir fällt jetzt der Spruch ein
Man "soll eigene Perlen nicht in Dreck und vor die Säue verfen";
d.kann auch heissen; Sprich nicht dort hin wo keiner hören will
und ich denke und Du bist doch lebendig und wie trotz des äusseren Scheins
eben, es geht im Leben um das wahre Sein, statt um Schein!
P.S

"Was tun den ganzen langen Tag, wenn ich nicht mal die Fähigkeit hab, etwas zu sagen und es bevorzuge, zu versagen?"

Ich weiss es nicht ob das doch so ernst zu nehmen ist-und wie weit du dich wirklich mit der Aussage
negativ identifizierst ..
sollte das doch so sein wurde ich Schade finden,
wenn du dich selbst entmutigst und sebst runter machst!

Aber es ist tröstlich zu lesen das du selbst entscheidest-lieber zu "versagen",
als "irgendetwas" zu sagen und das lässt Hoffnung offen..das es alles halb so schlimm ist, als es auf den ersten Blick scheint.
Soraya Zitat:
"Welches Leben führst du?
Alleine, mit anderen, in der Stadt, auf dem Land, Arbeit nein, ja, Familie, Liebe, Projekt, Freunde, Auto, Kunst, Bücher (welche?), Filme, Süchte, Religion, etc.?
Zitat:
"Was tun den ganzen langen Tag"

Interessiert mich ganz besonders, wie du dazu kommst, nichts zu tun zu haben. Da kenn ich bisher nur zwei Menschen, denen das auch so geht.
Das sind aber ganz besonders wichtige für mich.
Die haben aber auch ein ausgeprägtes Interesse an der Wahrheit und an der Liebe und an Gott. Und du?"

Liebe soraya

Ich wundere mich und ich bin erschrocken, ob der Menge deiner Fragen obwohl du anderseits die Intimität verabscheust
und heftig ablehnst. Ich wäre damit völlig überfordert- du nicht?
Ich finde diese Fragerei Intim und finde die gehören nicht in ein so öffentliches, unpersönliches und beziehungsloses Internet Forum.
Ich verabscheue Intimität? Häää?
Beziehungsloses Internetforum, unpersönlich?

Das hat alles nichts mit mir zu tun, was du da redest.
Und wenn ihm das zu intim ist, dann kann er es ja sagen.

Und ich mach weiterhin, was ich für richtig halte. Ich brauche keine Mami, die mir Vorschriften macht, danke.
Ich finde Fragen und Antworten, auch wenn sie persönlich sind, sehr wichtig. Schließlich haben wir es hier mit einem Menschen aus Fleisch und Blut und Seele und Geist zu tun - und nicht mit einer Maschine.

Wie soll man einem Menschen helfen können, wenn man absolut nichts von ihm weiß und nichts wissen darf? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Hat man den Wunsch nach Hilfe, sollte man auch bereit sein ein wenig von sich zu erzählen.
Rosenblüte
natürlich ist das für persönliche Beziehungen wichtig ,möglichst viel und genau erfahren zu wollen..und das sich hier h i n t e r der Maschine Menschen aus Fleich und Blut verbergen ist, und war mir persönlich, im gegensatz zu vielen anderen, immer klar und bewusst.
Nur die Tatsache ist..das hier keine wirklich wahre und echte Beziehungen gibt und geben kann,
weil hier nur gedanklicher und schriftlicher austausch stattfindet, und Menschen wirklich kennen und ihnen vertrauen können braucht schon einiges mehr ,als sich jedem der einem wohlgesinnt scheint ,und doch ev. nicht so ist ,zu öffnen
und ich weiss es nicht ,ob dir klar ist, das was hier reingeschreiben wird..nie mehr raus und das jeder lesen kannn?
Es wird immer wieder davor gewarnt nicht all zu viel persönliches im Internet von sich her zu geben.Wenn man was persönliches wissen und persönlich helfen will-gibt immer noch Möglichkeit einander p.n. anzuschreiben und dann auch mehr zu erfahren. Und ich in meinem Alltag als Mutter, Grossmutter, ältere Schwester, und gute Freundin, bin mir halt, gewönt, andere eher zu ermahnen, beschützen und bewahren, statt öffentlich bloszustellen.

Ich bereue oft, so viel von mir aufgeschreiben zu haben, aber was im Umlauf ist, kann man nicht mehr rückkgängig machen-wusste ich auch Anfänglich nicht das es so ist.
Ich dachte immer, ich kann alles von mir einfach wieder löschen! Denkste..