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Welche ist die Wahre Religion?













Welche ist die Wahre Religion?
1. Judentum, Christentum, Islam und ihre Konfessionen
33%
 33%  [ 40 ]
2. Hinduismus, Buddhismus und andere asiatische Religionen
4%
 4%  [ 5 ]
3. gar keine, alle sind Wahrhaftig
28%
 28%  [ 34 ]
4. es gibt keine wahre Religion
34%
 34%  [ 41 ]
Stimmen insgesamt : 120

Lieber Jesse

Sachverstand kann nur der beurteilen, der selbst solchen besitzt - womit ich Dein Lob gerne zurückgebe - und ausserdem erkennt man an der Frage den Verstand des Fragenden.

Erlaube mir also in ebensolcher Bescheidenheit meinen Standpunkt wie folgt zu erklären.

Zitat:
Da drängt sich mir ganz bescheiden fast die Frage auf, wieviel Intellekt denn nun von Nöten ist, "um Gott zu schauen"?

Gott zu schauen ist wohl weniger Sache des Intellekts, denn der Ergebenheit des Selbst und der Gnade Gottes.
Zitat:
Über wieviel Wissen muß ein Mensch verfügen, um den Weg der "Er- lösung" gehen zu können?

Wenn hier die Rede von einem bewussten Beschreiten des Weges ist, muss er wissen, dass es einen Weg gibt und dass er Willen und Absicht besitzt, die es entsprechend seines Wissens bezüglich des Ziels einzusetzen gilt.
Zitat:
Und zu dem Ewigkeits- Begriff: Ewigkeit ist ja nicht unendlich ausgedehnte Zeit, sondern außerhalb von Zeit?

Durchaus.
Dennoch ist für MICH der Ewigkeitsbegriff (aufgrund meines polaren Denkens) auch über die Zeit relativ erahnbar. Der Grund des Disputs zw. Jivatma und mir. Nämlich:

EIN Anfang und KEIN Ende (bis zum Ende der Zeit = Ende der Polarität)
Zitat:
Da wir polar wahrnehmen, nehmen wir auch zeitlich wahr.
Und finden die Ewigkeit letztendlich dort, wo wir sie am wenigsten vermuten: Im JETZT.

Kein Einwand - für den Suchenden.
Zitat:
Jetzt ist Ewigkeit- nur können wir JETZT nicht als Ewigkeit wahrnehmen (außer vielleicht meditativ ahnend?)

Gehen wir noch einen Schritt weiter und sagen:
Ewigkeit ist VOR allem Anfang - NACH allem ENDE - HINTER allem JETZT oder anders gesagt: entzieht sich unserer begrifflichen Wahrnehmung.
Oder: wie Du sagtest:

EWIGKEIT IST
("immer" lasse ich lieber weg, da es wieder relativen Bezug einschliesst)

Bedanke mich für Deine Fragen
"Immer" meinte ich eben derart, dass es (Das Jetzt) ja immer IST.

JETZT war nicht, JETZT kommt nicht, JETZT wird nicht, JETZT ist.

Bedanke mich für deine Antworten!
Lieber Jesse
Zitat:
JETZT war nicht, JETZT kommt nicht, JETZT wird nicht, JETZT ist.

Klar!
Wollte Dich nicht korrigieren, sondern nur auf meine Art, der Eindeutigkeit halber immer "messerscharf" wegsäbeln.
Auf dieser Ebene mag das "Schwert" (der Säbel) dann auch durchaus brauchbar sein...!
Hallo Jesse,
bei diesem Diskurs geht es mir mehr darum darzulegen, dass die vedischen Schriften schlussendlich ein rein monotheistisches Gottesbild darlegen.

Jede Energie hat ihren Ursprung in einer Person. Alles geht vom Höchsten Individuum, Gott, dem Höchsten Persönlichen Bewusstsein aus.


Zitat:
Da mag man sich ja bei eurer Beider Diskurs gar nicht einmischen, bei so viel geballtem Wissen, philosophischem Sachverstand und messerscharf differenzierenden Gedankengängen- bewundernswert... (ist gar nicht ironisch, sondern ehrlich gemeint!)


Intellektuelles Verständnis ist unumgänglich um Gott THEORETISCH verstehen zu können. Der Mensch ist eine Kombination aus Körper (Sinnliche Ebene), Geist (mentale Ebene) und Intelligenz, (Intellektuelle Ebene). Allein mit blindem Glauben ist es nicht getan. Sri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita, dass Zweifel aus Unwissenheit geboren werden.
Und wo Zweifel herrschen, können wir keine liebende Hingabe zur Höchsten Persönlichkeit Gottes (bhakti) leben. Und ohne bhakti können wir unsere ursprüngliche motivlose Liebe zu Gott (prema) nicht wiedererwecken.


Zitat:
Da drängt sich mir ganz bescheiden fast die Frage auf, wieviel Intellekt denn nun von Nöten ist, "um Gott zu schauen"?
Über wieviel Wissen muß ein Mensch verfügen, um den Weg der "Er- lösung" gehen zu können?


Sri Krischna gibt in der Bhagavad-gita darauf eine einfache und gleichzeitig sehr erhabene Antwort.

Zitat:
bhaktya mam abhijanati yavan yash casmi tattvatah
tato mam tatvato jnatva vishate tad anantaram

Nur durch hingebungsvollen Dienst kann man Mich so, wie Ich bin, als die Höchste Persönlichkeit Gottes, erkennen. Und wenn man sich durch solche Hingabe vollkommen über Mich bewusst ist, kann man in das Königreich Gottes eingehen. (BG 18.55)


Erlösung/Befreiung, wird laut Veden auf der brahma-bhuta-Stufe, der Stufe der Freiheit von materiellen Vorstellungen erreicht. Wenn der sadhaka (jemand der sadhana-bhakti praktiziert - regulierten Hingebungsvollen Dienst für den Herrn), langsam auf die brahma-bhuta Ebene erhoben wird, wird sein Bewusstsein (Herz) gereinigt. Erlösung bedeutet somit nicht, nichts mehr tun, sondern ALLES für den Höchsten Herrn zu tun.

Die Höchste Persönlichkeit Gottes und seine Erweiterungen - sowohl seine persönlichen als auch seine abgesonderten, fragmentarischen Teile (die Lebewesen) kann man nur durch den Pfad der bhakti verstehen.

Zitat:
Und zu dem Ewigkeits- Begriff: Ewigkeit ist ja nicht unendlich ausgedehnte Zeit, sondern außerhalb von Zeit?
Da wir polar wahrnehmen, nehmen wir auch zeitlich wahr.
Und finden die Ewigkeit letztendlich dort, wo wir sie am wenigsten vermuten: Im JETZT.
JETZT ist Ewigkeit- nur können wir JETZT nicht als Ewigkeit wahrnehmen (außer vielleicht meditativ ahnend?)


Die Veden unterscheiden klar zwei Arten von Zeit.
1. materielle Zeit, genannt Kala
---> Schöpfung - Erhaltung - Vernichtung

2. transzendentale Zeit, genannt Sat
---> ewige Gegenwart, die ebenfalls eine zeitliche Abfolge hat

Zitat:
Und ist somit nicht Alles dann auch ewig? Weil ewig im Jetzt vorhanden?
Denn JETZT ist IMMER!?


IMMER ist sowohl Kala als auch Sat.
Wir müssen uns nur entscheiden in welcher Natur, der Ewigen (spirituelle Welt), oder der zeitweiligen materiellen Welt wir leben wollen.
Wie du richtig bemerkt hast, ist IMMER auch im JETZT der Zeitweiligkeit - Kala. Die zeitweilige Welt entspricht jedoch nicht unserer ursprünglichen Natur, die Sat ist.
Vergleichbar einem Fisch im trockenen, können wir in dieser Welt nicht glücklich sein, da sie nicht unserer natürlichen Umgebung entspricht.

Die "Bhagavad-Gita wie sie ist" behandelt fünf Grundthemen, Gott - das Lebewesen - materielle Natur - Handlung (Karma) - Zeit und erklärt wie diese miteinander Verbunden sind.

Gruss
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