Prostitution


Legale Prostitution ist einfach eine Dienstleistung (tut mir leid, der Meinung bin ich einfach) und solange sie wirklich legal und ohne Zwang erfolgt, finde ich es einfach respektlos, wenn Leute den Beruf einer Prostituierten verachten.

Gut, nicht jeder Mensch kann seinen Körper verkaufen, aber darum geht es ja nicht, ich könnte das ja auch nicht.
Aber wenn sich eine Frau oder ein Mann freiwillig dazu entscheidet, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen und tatsächlich kein Problem hat, so soll sie oder er doch.
Wichtig finde ich es nur, dass sich durch Prostitution keine Geschlechtskrankheiten übertragen werden, aber da ist sowieso viel mehr die Illegale das Problem. Da hab ich dann natürlich Probleme mit der Moral, etc... weil es dann unter Vergewaltigung läuft.
Denkst du, dass ein Alkoholiker auch freiwillig säuft oder ein Medikamentenabhängiger freiwillig Tabletten nimmt oder ein Sexualstraftäter freiwillig mordet?
@ all
so wie ich diesen Thread gelesen habe gibt es zwei Gegensätze, die sich darum drehen ob es OK ist lieblosen Sex zu haben, Sex aus reiner Lust, oder Sex als Geschäft. Die andere Seite betrachtet diesen als fast göttlichen sakralen Akt, der in gegenseitiger Liebe und Hingabe vollzogen werden soll.

In meinem Kopf will ich den Begriff Prostitution immer gerne weiter auffassen, oder Allgemeiner.
Als das Verkaufen meines Körpers gegen Geld für eine lieblose Tätigkeit.
Was der Käufer dann mit diesem Köper anstellt, sei es die Typische Assoziation Sex oder aber etwas anderes ist egal. Dieses andere könnte ein Automechaniker sein der Autos hasst und am liebsten alles Hinschmeißen will aber diesen Beruf braucht usw.
soraja hat folgendes geschrieben:
Bastet hat folgendes geschrieben:
Aber wenn sich eine Frau oder ein Mann freiwillig dazu entscheidet, damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen und tatsächlich kein Problem hat, so soll sie oder er doch.


Denkst du, dass ein Alkoholiker auch freiwillig säuft oder ein Medikamentenabhängiger freiwillig Tabletten nimmt oder ein Sexualstraftäter freiwillig mordet?


Zunächst einmal: Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt. Man kann es - je nach persönlicher Grundeinstellung - moralisch verwerflich finden oder wertfrei als Dienstleistung betrachten. Fakt ist aber, dass sich Prostitution nicht mit Suchterkrankungen wie Alkoholismus oder Medikamentenabhängigkeit vergleichen lässt und Sexualstraftäter bilden keine sozialpsychologisch oder biologisch homogene Gruppe. Es sind unterschiedliche Menschen, die eine sexuelle Straftat begangen haben.

Und ja: Alkoholiker haben in aller Regel (es gibt da nur wenige Ausnahmen) ihre Sucht selbst herbeigeführt, haben in verantwortungsloser Weise Unmengen Alkohol konsumiert, was dann später zur Abhängigkeit geführt hat. Ein "Alkohol-Virus" ist mir zumindest nicht bekannt. Auch kein genetischer Defekt, der Alkoholabhängigkeit zur Folge hat.
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Die Galaxis ist eine Scheibe
soraja hat folgendes geschrieben:
Denkst du, dass ein Alkoholiker auch freiwillig säuft oder ein Medikamentenabhängiger freiwillig Tabletten nimmt oder ein Sexualstraftäter freiwillig mordet?

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
Trotzdem kurz zur Sucht: In die Sucht rutscht keiner freiwillig ab, aber am Anfang griff jeder freiwillig zur Flasche oder den Medikamenten.
Zu den Sexualstraftätern: Menschen haben einen freien Willen. Der straftäter wird von niemanden beeinflusst, außer vielleicht seinen kranken Fantasien. Aber dann muss er sich helfen lassen und notfalls selbst in eine Psychiatrie legen, BEVOR es soweit kommt. Eigenverantwortung einfach, die jeder Erwachsene an den Tag legen sollte.

Egal, ich frag mich, was das mit Prostitution zu tun hat.
Es gibt (und ich kenn auch) Leute, die haben dauernd einen One-Night-Stand, weil es ein gutes Gefühl für sie ist. Der springende Punkt dabei ist, dass jeder mit seinem Körper tun und lassen darf, was er oder sie will und ich neutral gegenüberstehe, da es mich nichts angeht.
Ob die aber Geld dafür nehmen oder nicht, das macht für mich auch keinen Unterschied. (Ich spreche hier wirklich vom legalen Gewerbe und gehe nicht davon aus, dass jede geschlagen und niedergemacht wird in diesem Geschäft und dass die Prostituierte Kunden ablehnen darf.)

Natürlich, viele Leute haben Geldsorgen und geraten daher in das Mileu, allerdings hätten sie sich auch einem anderen Beruf zuwenden können, egal ob Putzen oder Straße kehren.
Allerdings ist Prostitution immer noch ertragsreicher und wenn ein Mensch kein Problem damit hat, seinen Körper für kurze Zeit zu verkaufen, wo ist das Problem?

Was ich viel weniger leiden kann, sind die Leute, die den Beruf eines anderen runtermachen.
Hallo

hmm, ich weiß nicht - wo fängst Prostitution an?

Wenn man sich sehr sexy anzieht, tief ausgeschnittene Oberteile trägt, Miniröcke, den Busen buscht, vergrößert - etc. ?

Da bietet man sich doch auch schon an, zumindest optisch, oder?

Leider wird eben Prostitution sehr oft zwangsverordnet und ist für lichtscheues Gesindel (oder doch nicht "lichtscheu" ) eine 'sehr' gute und lukrative Geldeinnahme"quelle" (die immer fließt).
Einige! leben wie "Gott in Frankreich" und sind auch! in Politik und Wirtschaft zu finden

Dieses Thema ist halt mit einer Doppelmoral behaftet.
Aber wenn jemand freiwillig diesen "Beruf" ausübt, Steuern an den "Vater Staat" abführt, sich gut "plegt" - tja, dann ist das schon OK ...

Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Zitat:
Wenn man sich sehr sexy anzieht, tief ausgeschnittene Oberteile trägt, Miniröcke, den Busen buscht, vergrößert - etc. ?

Da bietet man sich doch auch schon an, zumindest optisch, oder?


Klingt in meinen Ohren wie eine Ökonomisierung der Gesellschaft. Ich biete mich an - etwa auf dem Arbeits-markt oder auch Heirats-markt.
Keine schöne Vorstellung und durchaus eine über die man reden sollte.

Aber ich meine eher den Unterschied zwischen Arbeit und Beruf. Einer Arbeit gehe ich nach weil ich dass Endgelt haben möchte, zu einem Beruf aber ist jeder Berufen. Diesen erst füllt man mit Leidenschaft und Eifer aus.
Sollte nicht lieber hier die Trennlinie sein?
Rosenrot hat folgendes geschrieben:
hmm, ich weiß nicht - wo fängst Prostitution an?

Wenn man sich sehr sexy anzieht, tief ausgeschnittene Oberteile trägt, Miniröcke, den Busen buscht, vergrößert - etc. ?


Liebe Rosenrot,

Prostitution bedeutet, dass ein Mensch einen anderen eine sexuelle Dienstleistung anbietet. Er (sie) stellt - in begrenztem Maße - seinen (ihren) Körper zur Verfügung. Dabei geht es nicht um Zuneigung, Gefühl oder gar Liebe. Es ist eine geschäftliche Vereinbarung - mehr nicht.

Wenn sich nun eine junge Frau im aufreizenden Outfit öffentlich präsentiert, können unterschiedliche Ambitionen im Spiel sein: Provokation, Gefallsucht, Suche nach sexuellen Abenteuern, individueller Styling-Geschmack, erotische Selbstverwirklichung oder es handelt sich um "Arbeitskleidung" All das ist möglich.

LG
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Zum Wort "Prostitution"
Zitat:
pro·s·ti·tu·ie·ren <prostituierst, prostituierte, hat prostituiert> (mit SICH) jmd. prostituiert sich
1. gegen Bezahlung mit jmdm. Geschlechtsverkehr haben
Die Armut treibt sogar Kinder dazu, sich zu prostituieren.
2. (geh.) sein Talent in den Dienst einer unwürdigen Sache stellen
sich als Künstler/Politiker prostituieren
TheFreeDictionary.com Deutsches Wörterbuch. © 2009 Farlex, Inc. and partners.

pros•ti•tu•ie•ren, sich; prostituierte sich, hat sich prostituiert; [Vr]
1. sich prostituieren
Geld dafür nehmen, dass man jemandem sexuellen Kontakt erlaubt
2. sich prostituieren geschr pej;
(meist nur wegen des Geldes) für Leute od. für Zwecke arbeiten, mit denen man sich nicht identifizieren kann <sich als Künstler prostituieren>

TheFreeDictionary.com Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache. © 2009 Farlex, Inc. and partners.
http://de.thefreedictionary.com/prostituieren


Jemand der sich prostituiert, hat dies nie aus "Berufung" angefangen. (Im sexuellen Bereich sei daran erinnert, dass Nymphomanie als Krankheitsbild gesehen wird!)

Es geht hierbei für den/die Käufer/in nur um die eigenen sexuellen Bedürfnisse, mit Liebe hat das überhaupt nichts zu tun, auch wenn dies in Worten vorgegaukelt wird.

Durch die Abspaltung der Sexualität als reine Triebbefriedigung für nur einen und als Dienstleistung für die andere, wird der Mensch selbst zur Ware und zum Werkzeug.

Zitat:
Grundsätzlich lassen sich aus rechtlicher Sicht vier unterschiedliche Zugänge zur Prostitution feststellen:[7]

1. Beim Prohibitionsprinzip werden alle mit Prostitution in Verbindung stehenden Handlungen und Personen bestraft.
2. Das Abolitionsprinzip hat als langfristiges Ziel die Abschaffung der Prostitution. Die Prostituierten selbst werden bei diesem Prinzip als Opfer angesehen und nicht rechtlich belangt. Sehr wohl aber werden in Zusammenhang mit Prostitution stehende Handlungen wie Zuhälterei, Unterhaltung von Bordellen und Frauenhandel bestraft, mancherorts auch die Freier.
3. Das Regulationsprinzip toleriert Prostitution als notwendiges Übel und stellt es unter staatliche Kontrolle. Das Gesetz schreibt Genehmigung von Bordellen und Registrierung, Gesundheitskontrolle und Steuerpflicht für Prostituierte vor.
4. Das Entkriminalisierungsprinzip sieht Sexarbeit als Form der Erwerbsarbeit an und regelt sie entsprechend, das heißt, Prostitution wird entkriminalisiert und der Ausbeutung von Prostituierten rechtlich entgegengewirkt.

Während die Tendenz derzeit in einigen Staaten Europas wie beispielsweise in Schweden stark in Richtung Abolitionsprinzip geht, folgen andere Länder wie Deutschland und die Niederlande eher dem Entkriminalisierungsprinzip.[7]
Die Prostitution wird in Deutschland nicht mehr als sittenwidrig angesehen mit der Folge, dass unter anderem die Werbung in den Medien gestattet ist.
Der Besuch von Prostituierten vollzieht sich jedoch weiterhin in der Regel im Geheimen, da er im überwiegenden Teil der Bevölkerung weiterhin als sittlich anstößig gilt.

Kritiker der Prostitution bemängeln neben den Gefahren der finanziellen und sexuellen Ausbeutung der Prostituierten (Zwangsprostitution) oder der Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten unter anderem die auch mit ihrer öffentlichen Akzeptanz verbundene Sexualisierung der Gesellschaft, vor allem aber die Herabwürdigung des Intimbereichs der Person zu einer verfügbaren Ware.
Die Käuflichkeit der sexuellen Dienstleistung laufe zumindest Gefahr, den Menschen selbst zu einem käuflichen Objekt zu degradieren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Prostitution#Bordell


Was besonders in der Fernsehwerbung diesbezüglich abgeht, kann jeder sehen, der noch einen Fernseher hat. Leider bekommen einige Kinder und viele Jungendliche auf diese Art entsprechende Werte vermittelt.


Hier noch aus einem anderen Blickwinkel:

Kürzlich habe ich von einer Frau gehört, deren Ehemann viel beruflich unterwegs war und heimlich regelmäßig in Bordelle ging.
(Heraus kam das Ganze, weil er seine Frau nach über 20 Jahren mit einer bakteriellen Infektionskrankheit angesteckt hatte.)
Darüber kann man/frau voraussichtlich geteilter Meinung sein.
Was meint ihr dazu?

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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Hallo Mara,

deine Version ist sicher detailierter und deckt mehrere Aspekte und Facetten ab.

Interessant finde ich folgende von dir erwähnte Begriffsableitung:

Zitat:
2. (geh.) sein Talent in den Dienst einer unwürdigen Sache stellen
sich als Künstler/Politiker prostituieren
TheFreeDictionary.com Deutsches Wörterbuch. © 2009 Farlex, Inc. and partners.


Das mag vielleicht auch der Grund dafür sein, warum Prostitution nun staatlicherseits als salonfähig deklariert wird. Muss ich wohl nicht näher erläutern - oder?

Was du über die medienträchtige Sexualisierung aller möglichen Produkte geschrieben hast, ist leider sehr zutreffend. Hier erkenne ich (neben der Kriminalität, die in speziellen Fällen mit Prostitution zweifellos korreliert) die eigentliche Perversion.

Zitat:
Jemand der sich prostituiert, hat dies nie aus "Berufung" angefangen. (Im sexuellen Bereich sei daran erinnert, dass Nymphomanie als Krankheitsbild gesehen wird!)


Nein. Hier täuschst du dich. Zunächst einmal ist Nymphomanie ein "dehnbarer" und fragwürdiger Begriff, der sich auf Grund bestehender Wissenslücken nicht eindeutig zuordnen lässt.

Mehr dazu hier.

Link hat folgendes geschrieben:
Der Begriff Nymphomanie bzw. Nymphomane oder Nymphomanin wird heute in der Regel als abwertende Fremdzuschreibung gebraucht und ist in hohem Maße von kulturellen Wertvorstellungen und Sitten, insbesondere von historisch sehr wandelbarer Sexualmoral abhängig. Besonders fraglich ist, welches Sexualverhalten als „normal“ und welches als „gesteigert“ angesehen werden soll.

Der Begriff der Nymphomanie wird in der Fachliteratur kaum verwendet, wobei auch neutralere Begriffe wie Hypersexualität aufgrund der inhaltlichen Problematik umstritten sind.


Und in der Tat gibt es Prostituierte - sie bilden wohlgemerkt eine deutliche Minderheit - die ihre Dienstleistung als "Berufung" sehen. In der Regel zeitlich begrenzt, was sicher jeder versteht. Aber von einer "Krankheit" im pathologischen Sinn kann keine Rede sein. Mit Alkoholismus bzw. Drogensucht absolut nicht vergleichbar.

Liebe Grüße
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