Gibt es im Leben richtig oder falsch?


Ich bewundere Dich für deine Geduld und dein Mühe.
Hoffentlich fruchten sie.
Hallo jivatma,

der Unterschied was "Gläubige oder Nichtgläubige" für richtig oder falsch halten liegt oftmals nur in der Begründung für die jeweilige Sichtweise.
Moralische Grundregeln, Goldene Regel usw. werden von "Gläubigen" als "Gottesgebote" betrachtet, von Nichtgläubigen als durch die Sozialisation entstandene Grundregeln für das Zusammenleben grösserer Gruppen betrachtet.

Eine irrige Ansicht ist allerdings deine Ansicht vom "Glauben an die Wissenschaft". Zwar ist dies ein weit verbreitetes Argument, trifft aber überhaupt nicht den Kern von Wissenschaft. Nach dieser Argumentation dürfte es keine Weitergabe von Wissen geben, da man es ja nicht "selbst" erfahren hat. Wichtig ist, dass wissenschaftliche Erkenntnisse jederzeit durch neue Erkenntnisse vom Sockel gestürzt werden können. Diese Möglichkeit gibt es bei k e i n e r Religion.

Über Pam Reynolds und Nahtod-Erjahrungen gibt es einen anderen Thread, da muss hier nicht mehr darauf eingegangen werden. Es gibt auch inzwischen genügend Aussagen, die eine eher wissenschaftliche Begründung für dieses Phänomen geben. Da werden wir uns wahrscheinlich schon in zwei, drei Jahren nicht mehr streiten müssen.

Die Streitfrage, ob Bewusstsein unabhängig von Materie existiert, kann nicht endgültig bewiesen werden. In unserem Universum wird sich aber der Nachweis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht führen lassen. Schon allein die kleinste Informationseinheit 1 Bit benötigt, um als Information wirksam zu werden, einen materiellen Transporteur dieser Information.

Zum Nutzen von Forschung und zur Unsterblichkeit:
Forschung erweitert unsere Kenntnisse von Zusammenhängen und, wenn wir Glück haben, erleichtert sie uns unser Zusammenleben.
Unsterblichkeit ist eigentlich in der Natur überhaupt nicht vorgesehen, es sei denn, du betrachtest "Krebszellen" als potentiell unsterblich.
Und das Leben ist weder für Gläubige noch für Ungläubige Zeitverschwendung, da jeder für sich einen Gewinn an Erfahrung aus Gedankenaustausch, aus persönlichen Erlebnissen, aus Gemeinschaftserlebnissen ziehen kann.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:


Wichtig ist, dass wissenschaftliche Erkenntnisse jederzeit durch neue Erkenntnisse vom Sockel gestürzt werden können. Diese Möglichkeit gibt es bei k e i n e r Religion.


Lieber Pjotr

Ich kann dich beruhigen:

Zitat:

Das Diktum vieler buddhistischer Lehrer, dass man der Wissenschaft folgen soll, wenn der Buddhismus unrecht hat (Dalai Lama, Lama Ole Nydahl u.a.), wird dann nicht nur als Zeugnis eines großen Vertrauens in die eigene Lehre, sondern auch in das große Potenzial der Wissenschaften interpretiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Buddhi.....nd_westliche_Wissenschaft

Im Buddhismus gibt es viel Skepsis, auch gegenüber der eigenen Lehre. Buddha Sakyamuni forderte mehrfach auf nicht blind zu glauben, sondern nur das anzunehmen, von dessen Richtigkeit man sich selbst überzeugt hat. Wenn neuere Erkenntnisse alte widerlegen, ist das kein Problem, sondern wünschenswert.

Was sagen die Wissenschafter dazu?

Zitat:
Wenn es eine Religion gibt, die dem modernen Wissenschaftsanspruch standzuhalten vermag, dann ist es der Buddhismus.
- Albert Einstein

Alles Liebe
hallo Long Road,

hab ich's mir doch gedacht: Wenn Widerspruch kommt, dann bestimmt aus der buddistischen Ecke.

Die Lehren Buddas mögen am wenigsten konträr zu Wissenschaft stehen, ich denke aber, dass es auch da gewisse Ansichten gibt, die man rational nicht begründen kann. Aber da kenne ich mich zu wenig in der Lehre aus. Nirwana kann man, glaube ich, nur dann logisch begründen, wenn man es als "Nicht mehr sein" betrachtet.


Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Schon allein die kleinste Informationseinheit 1 Bit benötigt, um als Information wirksam zu werden, einen materiellen Transporteur dieser Information.


Was ist mit Licht, EM-Wellen?

Long Road hat folgendes geschrieben:
Im Buddhismus gibt es viel Skepsis, auch gegenüber der eigenen Lehre.


Da wäre ich vorsichtig. Auch im Buddhismus gilt es die Zweifel an der Lehre des Buddha zu überwinden.

Long Road hat folgendes geschrieben:
Im Buddhismus gibt es viel Skepsis, auch gegenüber der eigenen Lehre. Buddha Sakyamuni forderte mehrfach auf nicht blind zu glauben, sondern nur das anzunehmen, von dessen Richtigkeit man sich selbst überzeugt hat.



... und was die Weisen für richtig und gut befinden. Wenn wir beide von dem gleichen Sutra reden, guck mal rein
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Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.
Sigmund Freud
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
hallo Long Road,

hab ich's mir doch gedacht: Wenn Widerspruch kommt, dann bestimmt aus der buddistischen Ecke.


Na klar.

Zitat:
Die Lehren Buddas mögen am wenigsten konträr zu Wissenschaft stehen, ich denke aber, dass es auch da gewisse Ansichten gibt, die man rational nicht begründen kann.


Ja sicher. Diese Ansichten sind sowas wie Axiome, und die gibt es auch in der Wissenschaft. Häufig sogar. Seit Kurt Gödel weiß man ja auch, dass die gesamte Mathematik auf Axiomen beruht und nicht bewiesen werden kann. Es steht jedem frei diese Annahmen zu falsifizieren.

Zitat:
Aber da kenne ich mich zu wenig in der Lehre aus. Nirwana kann man, glaube ich, nur dann logisch begründen, wenn man es als "Nicht mehr sein" betrachtet.


Wenn du es "logisch" betrachtest wird das nichts. Buddha selbst verweigerte jede logische Begründung und hatte damit, meiner Meinung nach, recht.

Alles Liebe
Hallo Long Road,

gg, falls du es schaffst, diese Axiome zu falsifizieren, hast du sicher die Hochachtung der ganzen Wissenschaft. Ich nehme eher an, dass man sie vielleicht irgendwann mal verifizieren kann (falls sich das ganze dann nicht als unerlaubter Zirkelschluss herausstellt).
Zur Logik kann ich nur sagen: "Hier stehe ich und kann nicht anders"
Metaphysische Begründungen sind mir immer mehr zum "Greuel"oder "Gräuel" geworden. (Verdammte Rechtschreibreform!).

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
OT
Zitat:
- Pjotr:
Zitat:
(Verdammte Rechtschreibreform!).

Hi, Pjotr, mir geht es genauso - bei mir ist es Alptraum/Albtraum -
http://www.wer-weiss-was.de/theme143/article487967.html

Warum haben die ersten Schreibgelehrten die Worte so und nicht anders geschrieben - muß doch seinen Grund haben.
google: greulich oder gräulich

Hat doch alles seinen Ursprung, sprich seine Begründung, warum es so und nicht anders geschrieben wird.

OT
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Lieber Pjotr

Ich habe nicht vor sie zu falsifizieren. Da sind schon größere Köpfe gescheitert

Ich wollte nur darlegen, dass sich sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Religion, gewisse Annahmen eben einer logischen oder rationalen Überprüfbarkeit entziehen. Für mich stellt das kein Problem dar. Zumindest solange sich keine Widersprüche innerhalb der Aussagen einschleichen.
Liebe Long Road,

sagen wir es mal so, die Axiome in der Mathemathik scheinen mir "logischer" zu sein als die "metaphysischen Axiome".
Ich weiss, man kommt dann schnell darauf, dass wir eigentlich die Realität sowieso nicht erkennen können.

Da helfe ich mir dann damit: Solange 99% der Menschen ein blaues Schild und ein rotes Schild richtig anzeigen, wenn sie rot oder blau aussuchen sollen, ist es ziemlich egal ob "Mein Blau" subjektiv genau das gleiche ist wie "Dein Blau".
Wichtig ist, das es hinreichend genau beschrieben ist, um damit im normalen "Alltagsleben" zurecht zu kommen und meistens keine unterschiedlichen Interpretationen vorkommen. (Schließlich berechne ich einen Kreis mit der Zahl Pi auch nicht mit unendlich vielen Stellen hinter dem Komma ).

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!