Totengebet


Duerfen Muslime fur einen Nichtmuslim ein Totengebet sprechen?

zb man befindet sich mit einer Fremden Person an einem Ort, oder man wird Zeuge, bzw jemand stirbt gerade und man ist live dabei. Wie verhaelt man sich dann?

Was mich auch noch Frage, ob muslime auf einem Christlichen Friedhof beerdigt werden duerfen,koennen. . etc?

Wie ist das bei der Waschung?
Das machen ja nur Maenner oder?
Wenn ja wie ist das bei den Frauen?
Hallo

Das ist eine sehr interessante Frage.

Mich, als Bahai, würde es auch interessieren, ob Nicht-Bahai eine Bahai-Bestattung erhalten könnten?
Ich weiß, dass Nicht-Bahai eine Bahai-Trauung bekommen können, wenn die Gemeinde bzw. der Geistige Rat das gestattet.

Peace,
Yahia
_________________
https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Liebe Asmara,
Muslime dürfen für Nicht-Muslime nachdem sie starben kein Totengebet verrichten:

Wenn ein Nichtmuslim noch lebt,darf man für ihn beten,wie z.b Möge Gott ihn gesund machen,ihm Erfolg geben,oder ihn rechtleiten,usw...

Aber Gott sagt im Quran dazu:

[9.84] Und bete nie für einen von ihnen, der stirbt, noch stehe an seinem Grabe; sie glaubten nicht an Allah und Seinen Gesandten, und sie starben im Ungehorsam.

[9.113] Es kommt dem Propheten und den Gläubigen nicht zu, daß sie (von Gott) für die Götzendiener Verzeihung erflehen sollten, und wären es selbst ihre nächsten Angehörigen, nachdem ihnen deutlich kund geworden, daß jene der Hölle Bewohner sind.

Selbst der Prophet wurde von Gott informiert,weil er um Vergebung für seine Verwandten bitten wollte.Es wurde ihm aber erlaubt die Gräber seiner Verwandten zu besuchen.

Aber wenn du eine Prozession siehst oder eine Beerdigung,dann musst du aus Respekt aufstehen.


Jabir ibn ´Abdullah berichtete:

„Eines Tages wurde ein Leichnam vorbeigetragen. Der Gesandte Allahs – Segen und Friede Allahs seien auf ihm – erhob sich und wir erhoben uns mit ihm.

Später sagten wir zu ihm: ‚O Gesandter Allahs, es war der Leichnam eines Juden.’

Er antwortete: ‚Ist er nicht ebenso ein Mensch?’“

(Bukhari)

Für Muslime gibt es in Deutschland muslimische Friedhöfe,das dürfte eigentlich kein Problem sein.

Totenwaschung:



Welches sind die Forderungen für denjenigen, der die Waschung des
Verstorbenen durchführt?
Erstens: Es muss ein gewissenhafter, volljähriger Muslim sein.
Zweitens: Er muss selber die Entscheidung treffen, die Waschung des Verstorbenen
durchführen zu wollen.
Drittens: Er muss vertrauenswürdig sein, ehrlich und gut informiert sein über die
Waschungsregeln, um sie gemäss der Sunna ausführen zu können. Er soll die
Untugenden nicht unter die Leute bringen, sondern im Gegenteil die
Unvollkommenheiten, die er sieht, verheimlichen.
Wer unternimmt die Waschung des Verstorbenen?
Erstens: Die am besten geeignete Person, um den Verstorbenen zu waschen und
zu bestatten, ist zuerst der vom Verstorbenen Gewählte, ferner in der
Vorrangordnung: der Vater, der Großvater, dann nach und nach seine väterlichen
und dann mütterlichen nahen männlichen Verwandten. Es ist der Frau erlaubt, ihren
Ehegatten zu waschen.

Zweitens: Die am besten geeignete Person, um eine verstorbene Frau zu waschen,
ist zuerst die Mutter, dann die Großmutter, dann nach und nach die nahen weiblichen

Verwandten. Es ist dem Mann erlaubt, seine Ehegattin zu waschen.
Drittens: Es ist den Frauen erlaubt, den Verstorbenen zu waschen, wenn dieser ein
Knabe ist. Ebenso ist es den Männern erlaubt, die Verstorbene zu waschen, wenn es
sich um ein Mädchen handelt.

Viertens: Falls eine Frau stirbt unter Männern, von denen keiner der Ehegatte ist,
darf ein Fremder sie trocken waschen mit Sand und gedeckten Händen, sodass sie
nicht direkt berührt wird. Ebenso darf, falls ein Mann stirbt unter Frauen, von denen
keine die Ehegattin ist, eine Fremde ihn auf dieselbe Weise waschen, ohne ihn direkt
zu berühren.


aus:

Bestattungsregeln im Islam - (sunnitisch)
BUND DER ISLAMISCHEN WELT GENERALSEKRETARIAT
Makkah al-Mukkaramah

Ich hoffe ich konnte helfen.

Salam aleikum.
@Yahia:
Ich glaube dass es beim Totengebet anders ist.

GEBETE FÜR DIE VERSTORBENEN

Das folgende Totengebet ist für Bahá'í zu sprechen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben. »Es ist das einzige Bahá'í-Pflichtgebet, das in Versammlung gesprochen wird. Es ist von einem Gläubigen zu sprechen, während alle Anwesenden stehen. Bei diesem Gebet ist es nicht erforderlich, sich der Qiblih zuzuwenden.«

GM 167

O mein Gott! Dies ist Dein Diener und Deines Dieners Sohn,¹ der an Dich und Deine Zeichen glaubt und Dir sein Angesicht zuwendet, völlig losgelöst von allem außer Dir. Du bist wahrlich der Barmherzigste aller Barmherzigen.

O Du, der Du den Menschen die Sünden vergibst und ihre Fehler verbirgst, verfahre mit ihm, wie es dem Himmel Deiner Freigebigkeit und dem Meere Deiner Gnade entspricht. Nimm ihn auf in das Reich Deines allüberragenden Erbarmens, das der Erschaffung von Erde und Himmel voranging. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Immervergebenden, dem Großmütigsten.

Der Betende wiederhole sodann sechsmal die Anrufung »Alláh'u'Abhá« und alsdann jeden der folgenden Verse neunzehn Mal:

Wahrlich, wir alle beten zu Gott.
Wahrlich, wir alle beugen uns vor Gott.
Wahrlich, wir alle sind demütig vor Gott.
Wahrlich, wir alle lobpreisen Gott.
Wahrlich, wir alle danken Gott.
Wahrlich, wir alle sind geduldig in Gott.


¹ Ist der Tote eine Frau, so sage der Betende: »Dies ist Deine Magd und die Tochter Deiner Magd ...«

Aber vlt. irre ich mich,dann kann ja Tobias weiterhelfen.
Salam.
@ Yahia, Sulayman

Zitat:

Mich, als Bahai, würde es auch interessieren, ob Nicht-Bahai eine Bahai-Bestattung erhalten könnten?
Ich weiß, dass Nicht-Bahai eine Bahai-Trauung bekommen können, wenn die Gemeinde bzw. der Geistige Rat das gestattet.


Zitat:
GEBETE FÜR DIE VERSTORBENEN

Das folgende Totengebet ist für Bahá'í zu sprechen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben. »Es ist das einzige Bahá'í-Pflichtgebet, das in Versammlung gesprochen wird. Es ist von einem Gläubigen zu sprechen, während alle Anwesenden stehen. Bei diesem Gebet ist es nicht erforderlich, sich der Qiblih zuzuwenden.«


Die Analogie zur Bahá'i Trauung ist nicht ganz stetig, da nämlich die Bahá'i Trauung ein universales Werkzeug ist um beispielsweise Bahá'i mit Nicht-Bahá'i zu trauen.

Das Bestattungsgebet hingegen ist für eine Person allein. Es ist eine individuelle Angelegenheit.

Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es sicherlich auch hier Ausnahmen geben wird. Vielleicht durch einen persönlichen Wunsch des Verstorbenen zu Lebzeiten.

Da stelle ich mir dann allerdings die Frage: Warum sich überhaupt wie ein Bahá'i ins Jenseits katapultien lassen ? Sich einfach so aus Jux und Tollerei oder aus Reaktionismus gegen andere Sitten wie ein Bahá'i bestatten lassen zu wollen ist beispielsweise kein triftiger Grund. Es muss also schon etwas substanzieller sein.

Was allerdings sehr wohl gemacht werden soll ist für die Seele jedes Menschen zu beten, unabhängig davon an was dieser Mensch glaubte, egal um Gläubiger oder Ungläuber, Freund oder Feind.

Für verstorbene Nicht-Bahá'i nicht zu beten würde absolut keinen Sinn machen.

'Abdul-Bahá in Ansprachen in Paris hat folgendes geschrieben:
Betet für alle. Bemühet euch, daß euer Licht in der Welt leuchten und euer Banner hoch in die Himmel flattern möge. Der schöne Duft eures edlen Lebens wird alles erfüllen. Das Licht der Wahrheit, das in euren Herzen entzündet ist, wird in die fernste Ferne scheinen!

_________________
"Live long and prosper!"
@ Sulayman

Vielen Dank fuer die Aussfuehrliche Antwort