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Selam und Hallo,
Al-Chadir ist eine Sagengestalt, die die Nomaden in der Wüste zum Wasser führt und die Wanderer auf ihrem Weg begleitet. Nach der Sage soll al-Chadir durch das Reich der Finsternis gewandert sein, bis er zu einem hellen, weißen Felsen kam. Jeder andere Wanderer wurde von diesem Berg hinabgeschleudert, nur al-Chadir konnte hinaufsteigen und erreichte die "Quelle des Lebens". Nachdem er das kostbare Wasser getrunken hatte, wurde sein Gewand grün, und er erlangte Unsterblichkeit.
Der Maulawi Muhammad Tahir sagt, dass die Ulema sich nicht einig sind, ob er ein Prophet gewesen sei oder nicht. Nach Al- Baidawi ist sein wirklicher Name Balya ibn Malkan.
Einige sagen, er habe in der Zeit Ibrahims (as) gelebt und die meisten Mystiker stimmen darin überein, dass er noch immer körperlich lebendig sein soll und einige behaupten, ihn gesehen zu haben und er soll noch immer an heiligen Orten wie Mekka oder Jerusalem anzutreffen sein.
Einige wenige Interpreten der Traditionen bestreiten seine Existens überhaupt. Andere sagen, er gehöre zur Familie Nuh (as) und sei der Sohn des Königs gewesen.
Sein Name erscheint nicht im Qur`an, aber Husain Dschalalu`d- Din, Al- Baidawai und fast alle anderen Kommentatoren glauben, dass er die geheimnissvolle Person gewesen sei, von der im Qur`an folgende Geschichte berichtet wird:
Sura 18, Ayat 59- 81:
"Dann sprach Musa zu seinem Diener: "Ich höre nicht auf, bis ich gelangt bin zur Vereinigung der beiden Gewässer, und sollte ich ein Menschenalter gehen."
Bis sie zur Vereinigung gelangten, zwischen beiden, vergaßen sie ihren Fisch, der zappelnd seinen weg ins Meer nahm. Und als sie weitergingen, sprach er zu seinem Diener: "Hole unser Morgenmahl, denn wir sind nun müde von dieser unsrer Reise."
Dieser erwiderte: "Sieh doch, als wir am Felsen rasteten, da vergass ich den Fisch. Nur Seytan machte mich ihn vergessen, dass ich an ihn nicht dachte, und er nahm wunderbarerweise seinen Weg ins Meer."
Jener sprach: "Das ist (der Ort), den wir suchen."
Und sie kehrten um auf ihren Spuren schrittweise. Da fanden sie einen Diener von unsren Dienern, dem wir Barmherzigkeit von uns verliehen und den wir von unsrer Seite Weisheit gelehrt.
Musa sprach zu ihm: "Darf ich dir folgen, auf dass du mich lehrst von dem, was du gelehrt worden bist an Rechtwandel?"
Dieser erwiderte: "Du wirst bei mir nicht geduldig ausharren können. Und wie solltest du geduldig ausharren bei dem, dessen Verständnis du nicht erfassest?"
Jener entgegnete: "Du solltest mich, so Allah will, geduldig finden, und ich will dir in keiner Sache ungehorsam sein."
Dieser sprach: "Wenn du mir folgen willst- aber frage mich über nichts, bis ich selber Auskunft darüber gebe."
Da gingen sie beide, bis sie ein Schiff bestiegen, dass er durchlöcherte.
Jener fragte: "Du durchlöchertest es, um seine Mannschaft zu ertränken? Du hast nun eine seltsame Sache vollbracht."
Dieser erwiderte: "Sagte ich dir nicht, du würdest bei mir nicht geduldig ausharren können?"
Jener sprach: "Fasse mich nicht darum, weil ich vergaß, und lege mir in meiner Sache nicht Schweres auf."
Da gingen sie beide, bis sie einen Jüngling trafen, und er erschlug ihn.
Jener fragte: "Du erschlugest einen unschuldigen Menschen, ohne einen Menschen (zu rächen)? Du hast nun eine unerhörte Sache vollbracht."
Dieser erwiderte: "Sagte ich dir nicht, du würdest bei mir nicht geduldig ausharren können?"
Jener sprach: "Wenn ich dich nach diesem wiederum etwas frage, dulde meine Gemeinschaft nicht. Du hast nun von mir aus Entschuldigung."
Da gingen sie beide, bis sie zu den Bewohnern einer Stadt kamen, und sie baten die Bewohner um Speisung; diese aber weigerten sich, sie zu bewirten. Darauf fanden sie in dieser eine Mauer, die einzustürzen drohte, und er stürzte sie.
Jener sprach: "Wenn du doch wolltest, du könntest dafür eine Belohnung erhalten."
Dieser sparch: "Dies ist die Trennung zwischen mir und dir. Doch will ich dir die Deutung dessen sagen, wobei du dich zu gedilden nicht vermochtest.
Was das Schiff betrifft, so gehörte es armen Leuten, die auf dem Meer tätig waren, und ich wollte es schadhaft machen, weil hinter ihnen ein Herrscher her war, der jedes Schiff gewaltsam nahm.
Und was den Jüngling betrifft, so waren seine Eltern Gläubige, und wir fürchteten, er könnte sie zu Widerspenstigkeit und Unglauben verleiten. Wir wünschten daher, dass ihr Herr ihnen einen andren gebe, besser als dieser an Lauterkeit und näher an Liebe.
Und was die Mauer betrifft, so gehört sie zwei Waisenknaben in der Stadt und darunter liegt ein Schatz für sie; ihr Vater war ein rechtschaffener Mann, und dein Herr will, dass sie ihre Volljährigkeit erlangen und dann ihren Schatz haben.
Es war eine Barmherzigkeit deines Herrn, und ich tat es nicht aus eignem Belieben. Dies ist die Deutung dessen, wobei du dich nicht zu gedulden vermochtest."
In einigen Werken scheint Al-Chadir mit Iljas (as) gleichgesetzt zu werden oder dem heiligen Georg.
In der oben zitierten Stelle war er ein Gefährte Musas (as) und nach dem Kommentator Husain war er ein General Alexanders des Grossen. Dieses Erscheinen in verschiedenen Epochen erklärt sich daraus, dass man annimmt, er habe den Brunnen des Lebens gefunden und davon getrunken (siehe oben).
selam
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Liebe Zahra,
Bahá'u'lláh erwähnt Al-Chadir (wird hier Khidr geschrieben), indem Er Jalálu'd-Din-Rúmí zitiert:
| Zitat: |
»Wenn Khidr¹ das Schiff auf dem Meer dem Untergang preisgab, so lag tausendfach Recht in diesem Unrecht«.²
(Baha'u'llah, Die sieben Täler, Vier Täler) |
Dies muß als eine ganz außerordentliche Ehre gesehen werden, den Bahá'u'lláh zitiert fast nie die Worte von "anderen". Dazu Er selbst:
| Zitat: |
Viel haben die Weisen und Gelehrten vor Mir darüber geschrieben, was Ich hier nicht erwähne, denn Ich möchte nicht weiter auf früher Geschriebenes eingehen, da über die Worte anderer zu reden ein Zeichen erworbenen Wissens und nicht der Göttlichen Gabe wäre. Selbst das, was hier gesagt ist, fand nur entsprechend dem menschlichen Brauch und der Weise der Freunde Erwähnung. Solche Erklärungen überschreiten auch die diesem Schreiben gezogenen Grenzen. Nicht aus Stolz unterlasse Ich, von ihren Worten zu sprechen, sondern um Weisheit zu bekunden und Gunst zu erweisen.
(Baha'u'llah, Die sieben Täler, Vier Täler) |
Bahá'u'lláh erwähnt AL-Chadir (Khidr) auch in Seinem Buch "Brief an den Sohn des Wolfes, im Zusammenhang mit Überlieferungen, die sich, wie hier, auf die Stadt Akka beziehen, wo Bahá'u'lláh eingekerkert war:
| Zitat: |
In diesem Zusammenhang wurde es für nötig erachtet, Überlieferungen zu erwähnen, die über die gesegnete und geehrte Stadt Akká aufgezeichnet sind, auf daß du, o Hádí, eine Straße zur Wahrheit und einen Pfad zu Gott suchen mögest.
Und Er selbst - der Segen Gottes und Sein Gruß seien mit Ihm - sagte: »Ich künde euch von einer weißen Stadt am Ufer des Meeres, deren Weiße Gott - gepriesen sei Er - wohlgefällt, sie heißt Akká. Wer von einem ihrer Flöhe gebissen wird, wird von Gott mehr geschätzt als einer, der auf dem Pfad Gottes einen schweren Schlag erleidet. Und wer darin den Ruf zum Gebet erhebt, dessen Stimme wird bis ins Paradies emporgetragen. Und wer darin sieben Tage verweilt im Angesicht des Feindes, den wird Gott mit Khidr - Friede sei mit Ihm - zusammenbringen und wird ihn am Tage der Auferstehung vor dem größten Schrecken bewahren.« Und weiter sagte Er - mögen der Segen Gottes, gepriesen sei Er, und sein Gruß mit Ihm sein -: »Es gibt Könige und Fürsten im Paradiese. Die Armen von Akká sind die Könige des Paradieses und seine Fürsten. Ein Monat in Akká ist besser als tausend Jahre anderswo.«
(Baha'u'llah, Brief an den Sohn des Wolfes) |
Wenn wir nun Quran18:66-67 betrachten:
| Zitat: |
Musa sprach zu ihm: "Darf ich dir folgen, auf dass du mich lehrst von dem, was du gelehrt worden bist an Rechtwandel?"
Dieser erwiderte: "Du wirst bei mir nicht geduldig ausharren können. Und wie solltest du geduldig ausharren bei dem, dessen Verständnis du nicht erfassest?" |
Dann können wir nicht umhin, den Geist der Führung Gottes selbst in Al-Chadir zu erkennen, eben jener erhabener Geist, der die Propheten Gottes selber führt. Musa ist nämlich Moses, der Gesandte Gottes, Gottesoffenbarer, der selber Schwierigkeiten hatte, die Weisheit von Al-Chadir zu verstehen, wie es der Quran unmißverständlich mitteilt.
Da nun Al-Chadir der Geist ist, dem Moses folgt, kommt mir an dieser Stelle folgende Textstelle von Bahá'u'lláh in den Sinn, liebe Zahra, sieh selbst:
| Zitat: |
Und die Erkenntnis des Königs urewiger Tage kann nur erlangt werden durch die Anerkennung Dessen, Der Träger des Größten Namens ist. Er ist wahrlich der Sprecher vom Sinai, heute hoch auf dem Thron der Offenbarung sitzend. Er ist das verborgene Geheimnis, das Verwahrte Sinnbild. Alle frühen und neueren Bücher Gottes sind mit Seinem Lobpreis geschmückt und verherrlichen Seinen Ruhm. Durch Ihn ist das Banner der Erkenntnis in der Welt aufgepflanzt und die Fahne der Einheit Gottes inmitten aller Völker entfaltet. Die Göttliche Gegenwart kann nur erlangen, wer Seine Gegenwart erreicht. Seine Macht enthüllt nunmehr alles, was seit unvordenklichen Zeiten verschleiert und verborgen war. Er ist offenbar in der Macht der Wahrheit und hat ein Wort gesprochen, durch das alle in den Himmeln und auf Erden vom Donner gerührt sind, ausgenommen die, welche der Allmächtige zu verschonen beliebte. Der wahre Glaube an Gott und Seine Anerkennung sind unvollständig ohne Annahme dessen, was Er offenbart, und ohne Befolgung dessen, was Er verordnet und was die Feder der Herrlichkeit im Buche niedergelegt hat.
(Baha'u'llah, Botschaften aus Akka) |
mein bescheidenes Fazit:
Der Sprecher vom Sinai ist ohne Zweifel der Geist, dem Moses gefolgt ist, also Al-Chadir wie im Koran erwähnt. und die Einheit der Menschheit die Offenbarung, nach der alle Boten gedürstet haben. Da die Tradition, die Bahá'u'lláh in Seinem Werk "Brief an den Sohn des Wolfes", siehe oben, dem Besucher von Akka verspricht, mit Al-Chadir zusammengebracht zu werden, sehe ich im Sprecher vom Sinai, Al-Chadir und Bahá'u'lláh ein und denselben Geist.
faszinierdendes Thema,
Alles Liebe von
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