Ist es besser keine Kinder zu kriegen wenn man weiß...


Bücherwissen nicht, aber - locker und leicht ist Kindererziehung auch nicht.
Liebe allein ist nicht genug- wenn keine Taten folgen. Auch alkoholkranke Eltern lieben ja ihre Kinder. ( und nein, man sollte Alkoholkranken nicht sofort die Kinder wegnehmen)
Die Themenstarterin hat ja von schweren psychsichen Erkrankungen gesprochen. Das trifft dann auf Mütter dazu, die gar nicht in der Lage sind so etwas wie Beständigkeit und Sicherheit in das Leben ihres Kindes zu bringen, weil sie das selbst nicht so empfinden können. Deswegen lieben diese Mütter oder Väter aber natürlich ihre Kinder.
Ich rede aber ernsten psychischen Erkrankungen. Wenn man über diese mal ein wenig nachliest wird, auch klar das Kinder so nicht aufwachsen sollten.
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~ Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab vom Wege zu Weisheit ~ ( Chinesische Weisheit )
gaia hat folgendes geschrieben:
(...)
Hmm- ich finde das man Kinder eigentlich dann planen sollte, wenn man ihnen auch ein angenehmes und beständiges Zuhause geben kann.(...)
Genau diese Argumentation ist der Grund für so wenige Kinder, denke ich.
Es ist ein Resultat aus Konsum, Egozentrik und dem Gerede anderer Leute.
Kinder "planen"... nun, man kann sich damit auch tot planen.
Bestreben nach Sicherheit ... die Ansichten hierzu dürften sich mit fortschreitendem Alter drastisch verändern.
Ein angenehmes und beständiges Zuhause ... was soll das denn darstellen?
Einfamilienhaus mit Jägerzaun, Koi-Karpfenteich und Carport?
Der große, starke Mann mit Grips und Diplom an deiner Seite, der das Weite suchen könnte?
Beständig ... nichts ist beständig. Nicht einmal der Sonnenaufgang ist das.
Er war es bisher - komischerweise war die Vergangenheit auch immer so viel besser.
War sie das denn wirklich? Ich denke, nicht. Die Vergangenheit erschien vielleicht beständig. Job behalten, immer schön die Alimente bekommen ... alles lief gut.
Blicke ich zurück, so weiß ich, dass ich jederzeit meinen Job verlieren kann. Mit dem Haus an der Backe reichlich ruinös.
Dann eher doch eine Mietwohnung? Arbeitslos, Hartz, aber wenigstens nicht hoch verschuldet?

Das Leben ist ein Risiko.
Wer da meint, von einem beständigen Zuhause zu reden, ist meiner Einschätzung nach entweder stinkreich oder mit rosaroter Brille unterwegs.
Ich gehe gemäß meiner obigen Einschätzung noch einen Schritt weiter und behaupte, dass nur Schwätzer davon überzeugt sind, in dieser Form eine Familiengründung zu planen.
Wer ein Kind hat, der wird um ein Vielfaches motivierter sein, ein beständiges und angenehmes Zuhause anzustreben - mit ungeplantem und dennoch gewolltem Kind.
Und nu?
Planen ... oder Mut zeigen und es einfach tun?

Ich schließe mich da der Ansicht von Yahia an: Kein Mensch ist fehlerfrei.
Ob ich nun plane, oder nicht ... groß werden sie alle, die Kinder


Gruß
Holo
Hi Holo,
nein weder Haus mit Teich noch Eigentumswohnung ist für mich gleichzusetzen mit einem angenehmen und beständigen Zuhause . Das wäre auch blöd , denn Geld hat nichts mit Liebe geben zu tun.
Ich hatte eigentlich gedacht, ich hätte das auch erklärt, mich aber vielleicht nicht klar genug ausgerückt.
Ein angenehmes Zuhause heißt einem Kind Harmonie und Sicherheit geben zu können( nicht in Form von materiellen Dingen)
Die Themenstarterin hat von schweren psychischen Krankheiten gesprochen, zumindest habe ich sie so verstanden und davon gehe ich aus.
Wie soll eine Mutter die unter schweren depressiven Phasen leidet, Sicherheit in das Leben ihres Kindes bringen können? Ist das eine schöne Kindheit wenn ein Kind die Anzeichen der schweren psychischen Erkrankung der Mutter miterleben muss?
Mir gehts nicht ums planen bis ins Detail, mir geht es um die eigene Stabilität die man haben sollte, bevor man Kinder in die Welt setzt.
Man sollte sich um seine Kinder kümmern können.
Hat jemand ein psychisches Problem, würde ich deswegen raten, dieses erst in den Griff zu bekommen bevor ich an Kinder denke.
Ich finde aber auch, das man sich - sollte es trotzdem zu einer SS kommen- Hilfe suchen sollte, um den Alltag bewältigen zu können.
[/quote]
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~ Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab vom Wege zu Weisheit ~ ( Chinesische Weisheit )
gaia hat folgendes geschrieben:
(...)
Die Themenstarterin hat von schweren psychischen Krankheiten gesprochen, zumindest habe ich sie so verstanden und davon gehe ich aus.
Wie soll eine Mutter die unter schweren depressiven Phasen leidet, Sicherheit in das Leben ihres Kindes bringen können? Ist das eine schöne Kindheit wenn ein Kind die Anzeichen der schweren psychischen Erkrankung der Mutter miterleben muss?
Mir gehts nicht ums planen bis ins Detail, mir geht es um die eigene Stabilität die man haben sollte, bevor man Kinder in die Welt setzt.
Man sollte sich um seine Kinder kümmern können.
Hat jemand ein psychisches Problem, würde ich deswegen raten, dieses erst in den Griff zu bekommen bevor ich an Kinder denke.(...)
Hallo, Gaia
Ich meine, dass man dieses Thema gar nicht pauschal bewerten kann.
Eigene Stabilität gerät vermutlich schneller zum Wohle des Kindes in den Hintergrund, als es mancher merkt.
Depressionen ... ich kenne solche Mütter.
Ein paar Normoc und der Tag ist gerettet.
Der Witz dabei ist:
Sie waren schon immer "instabil", brechen jedoch erst unter der Last der Verantwortung zusammen. Lernt man sie näher kennen, lernt man Weicheier kennen. Liegt das Patentrezept bei PISA-erprobten, selbstsicheren Frauen? (*ironie* und wie viele Frauen wären das?*/ironie* ... *duck* )

Eine Mutter kann offenbar nicht lieben, weshalb sich der Vater um die Kinder kümmert. Sie selbst sagt keinen Ton, zieht sich zurück, fährt mit dem Bus irgendwo hin. Vielleicht ist das aber auch das Resultat aus dem Umgang im sozialen Umfeld?
Anfangs sah man die Eltern und auch die Kinder auf dem Balkon.
Der gegenüber wohnende Nachbar - ein dicker, schnauzbärtiger Typ Marke Despot, glotzte mit seinem Fernglas oftmals auch in das gegenüber liegende Kinderzimmer. Wenn es nicht mit speziellen Neigungen zu tun hat, dann war es vielleicht irgend ein Hass gegen "untere Schichten".
Vielleicht fühlte er sich auch ertappt durch ihn dabei beobachtende Nachbarn, so dass er zu seiner Verteidigung Anzeige beim Jugendamt erstattete.
Das Resultat: Die Hausverwalterin spielte sich wie ein Sheriff auf, das Jugendamt stützte sich auch rechtswidrig erworbene "Beweise" und die Familie schottete sich bis zu deren Auszug nach außen hin ab.
Daran merke ich, dass es gar nicht so leicht ist, psychische Erkrankung und Kinderwunsch auf eine Art Legitimierung hin zu bewerten.

"Schwere, psychische Erkrankung" - die Formulierung gerät allzu schnell ins falsche Licht, fürchte ich.
Was schwer ist, messen wir doch eher an den wahrnehmbaren Ausprägungen. Doch wenn man es genau sieht, sind viel mehr Menschen psychisch krank, als man zunächst denken mag.
Geprägt durch ihre Umwelt und dabei Erlebtes unterschiedlich gut verarbeitet fallen diese "Macken" zwischen den Zeilen auf.

Einem Kind fallen die Ausprägungen psychischer Erkrankung vermutlich nicht auf. Sie kennen ihre Eltern so oder so oder so und empfinden es als normal.

Eine gute Freundin und zweifache Mutter hat erst mit Mitte 30 die Erleuchtung durchlebt und festgestellt, dass sie von ihrem Stiefvater missbraucht und er dabei durch ihre leibliche Mutter gedeckt wurde, da sie darüber hinweg sah.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Nachbarn in diesem Kaff in Sachsen davon wissen und statt dessen dieses Paar als "normale" Menschen wahrnehmen.

Lösung zu diesem Thema: Keine ... zumindest sehe ich da keine Chance.

Gruß
Holo
Hej Sebestova

deine Frage rührt mich


das ist ja wirklich traurig

die Art wie du das hier schreibst und fragst

Ich denke , dasss dein Kind dich lieben würde
und es Sehnsucht nach dir hätte, auch wenn es nicht mal wüsste, dass es bei Adoptiveltern aufwächst.

Die Instinkte sind manchmal so strak, Ich würde davon ausgehen , dass das Kind die echte Mutter braucht, Es ist ja kein Ding der Unmöglichkeit.


Ich verstehe dich, Ich weiß manchmal auch nicht, ob ich Kinder kriegen sollte,

aber das zeigt doch wie vernünftig wir sind und dass wir uns ernsthaft Gedanken machen

Machs gut
Burkl hat folgendes geschrieben:
Šebestová hat folgendes geschrieben:
...dass man selber so schlechte Rollenvorbilder hatte, dass die kinder garantiert furchtbar unter dem eigenen verhalten leiden würden? schon, oder?


Nein - man hat die Chance es besser zu machen, obwohl natürlich die Gefahr ist die Fehler der eigenen Eltern zu wiederholen.(...)

Hallo,
zu euch Zweien wollte ich noch schreiben.

Wenn einem Menschen bewusst ist, was die eigenen Eltern falsch machten - besteht da nicht eher die Möglichkeit, dass genau diese Fehler nicht wiederholt (und statt dessen andere Fehler begangen) werden?

Gruß
Holo
holo hat folgendes geschrieben:
Wenn einem Menschen bewusst ist, was die eigenen Eltern falsch machten - besteht da nicht eher die Möglichkeit, dass genau diese Fehler nicht wiederholt (und statt dessen andere Fehler begangen) werden?


Ja natürlich - auch diese Möglichkeit gibt es.

Aber wie auch immer - alle Eltern machen Fehler, auch wenn sie sich noch so bemühen. Es geht darum als Eltern eine verzeihliche Grundhaltung vorzuleben, die auch gegenüber den Kindern ehrlich zu den eigenen Fehlern steht: "Unsere Fehler und Schwächen sind nicht gut aber sie dürfen da sein!". Nur wer sich selbst verzeiht kann auch anderen Menschen barmherzig gegenüber treten.
Im Zweiffel - wenn sie schon einem so bewusst ist finde ich, es ist ist viel besser, mutiger, konsequenter , man lässt die "Finger "davon ,

es ist ein Anstrengender Job, führen, erziehen ,Vorbild sein, ohne Führungsqualitäten.

Aber es heisst auch nicht umsonnst "der Apfel fällt nicht wiet voim Stamm," und deshalb ist die Welt so wie sie ist...Unvollkommen...
oder, wenn man
doch noch Kinder will , dann sollte man sich an "die Arbeit" machen..und sich selbst auch noch mit "erziehen"...

,
Namaste

Liebe Sébestová,

Ich bin schon mal sehr angetan davon wie intensiv und selbstkritisch Du dich mit der Situation und deinem Kinderwunsch auseinandersetzt. Das zeugt doch schon von einem hohen Maß an Verantwortungsbewußtsein.

Was nun die Frage angeht, ob oder ob nicht, die ist so pauschal einfach nicht beantwortbar. Ich denke jeder Mensch muß sehr sehr genau in sich schauen und kann dann und nur dann und für sich selbst diese Entscheidung treffen.

Das materieller Wohlstand ein maximal zweitrangiges Kriterium zur Entscheidungsfindung ist, da scheinen sich ja alle sehr einig zu sein.. Zu einig vielleicht? Ich möchte nicht behaupten das man in wenig betuchten Umständen keine "guten" Kinder heranziehen kann denn ich komme aus recht armen Verhältnissen und das hat mir nie geschadet, aber ich weiß nicht ob das heute auch noch so funktioniert. Ma muß zugeben das Kindererziehung, von 0- XY Jahre, noch nie so finanzintensiv war wie es heute der Fall ist. Aber genug davon, es ist schon richtig, es gibt wichtigeres.

Der Einwand von Akasha gibt mir zu denken. Wenn deine Selbsteinschätzung wirklich so zutreffend ist wie Du glaubst, dann solltest Du vielleicht wirklich (vorerst) die Finger von Aktivitäten dieser Richtung lassen. Aber wie gesagt, letztendlich kann das nur eine entscheiden, nämlich Du!

Ich wünsche dir einen klaren Kopf und die richtige Entscheidung!

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Hallo Holo,
nun habe ich einen fast kompletten Betrag geschrottet und fang noch mal von vorn an...

Zitat:
Ich meine, dass man dieses Thema gar nicht pauschal bewerten kann.
Eigene Stabilität gerät vermutlich schneller zum Wohle des Kindes in den Hintergrund, als es mancher merkt.

Ich stimme dir zu wenn du meinst, dass man kein Pauschal-Urteil abgeben kann, dass man sich also jeden Menschen einzeln anschauen müsste.
Ich versuche mal anhand meiner Erfahrungen zu erklären was ich meine.
Eine Mutter, ihre Leben ist von Suizid Versuchen überschattet, macht den Eindruck als ob das Kind in ihrem Leben ihr genügend Kraft und Lebensfreude gibt. Doch eines Tages setzt sie das Badezimmer unter Wasser....nimmt den Föhn in die Hand, stellt sich ins Wasser und ruft ihren kleinen Sohn. Gerade noch rechtzeitig wird sie von ihrem Vater abgehalten.....früher wollte sie alleine gehen, diesmal wollte sie das Kind mitnehmen. Ich bin mir sicher, das war deswegen, weil sie ihr Kind so geliebt hat.
Das Kind kam zum Vater, ihr wurde das Sorgerecht entzogen.
Der nächste Versuch aus dem Leben zu gehen ist ihr gelungen.
In ihrem Fall hätte für mich Stabilität bedeutet, dass sie ihre psychische Erkrankung- sie hatte eine bipolare Störung- akzeptiert.
In der Pisa Stude wäre sie Spitzenreiter gewesen.

Ich hoffe du verstehst was ich sagen möchte....
Du hast aber sicher Recht. In vielen Fällen kann ein gesundes Umfeld einer Mutter helfen kann ihr Leben "neu zu ordnen"- und es dann von einer "helleren" Seite zu sehen.
Zitat:
"Schwere, psychische Erkrankung" - die Formulierung gerät allzu schnell ins falsche Licht, fürchte ich.
Was schwer ist, messen wir doch eher an den wahrnehmbaren Ausprägungen. Doch wenn man es genau sieht, sind viel mehr Menschen psychisch krank, als man zunächst denken mag.
Geprägt durch ihre Umwelt und dabei Erlebtes unterschiedlich gut verarbeitet fallen diese "Macken" zwischen den Zeilen auf.

Da ist was dran...daher habe ich die kurze Lebensgeschichte einer jungen Frau erzählt. Ich "definiere" schwer hier in einer eher psychatrischen oder wissenschaftlichen(?) Richtung.
Ich könnte eben auch nicht sagen, dass einfach jeder ein Kind grossziehen kann. Manchmal liebt man- hat aber keine Kraft. Ich überlege hier auch warum manche Elternteile zusehen wie ihr Kind mißhandelt wird, wie man ein Kind verhungern lassen kann....was das ist was eine Mutter dazu bringen kann. Haben diese Frauen ihre Kinder geliebt, mal geliebt oder nie geliebt?
Wobei ich auch denke, dass der eine oder andere unberechtigte Ängste vor dem eigenen Versagen hat.
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~ Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, bist du noch weit ab vom Wege zu Weisheit ~ ( Chinesische Weisheit )