Judentum.. kann das gut gehen?


Hallo an alle!
Lese seit einiger Zeit mit da ich dieses Forum wirklich sehr hilfreich finde, allerdings beantwortet das meine "Sorge" nicht.
Ich habe vor 6 Monaten meine 2 Jährige Beziehung beendet, weil ich mich neu verliebt habe & es geht hauptsächlich um meinen neuen Freund. Bin eben erst seit kurzen 6 Monaten zusammen und ich kann eigentlich von einem Märchen sprechen, weil wir uns wirklich sehr lieben und es perfekt ist. Nun ja... fast.
Ich bin Buddhistin und relativ weltoffen. Mein Freund ist Jude & der Judentum ist etwas wirklich ganz Neues für mich. Ansich finde ic hseine Familie & co wirklich nett, allerdings sind einige Fragen offen. Ich habe im Internet gelesen, dass man den Sabbat ja mit seiner Familie feiert, aber wenn wir uns Samstag Abends treffen erzählt er mir manchmal, dass er mit einem Freund unterwegs war (ebenfalls Jude). Komme mir da irgendwie total ausgegrenzt vor, weil er schreibt mir den kompletten Sabbat nicht & mit seinen jüdischen Freunden "darf" er sich treffen? Bzw er muss den ja auch anrufen oder SMS schreiben oder wie machen die sich das aus?
Kann das überhaupt gut gehen so auch zusammenzuleben? Kann mir das nicht so ganz vorstellen jeden Freitag - Samstag alleine daheim zu sitzen, da mich das Gewissen nicht in Ruhe lässt. Ich weiß nicht was er tut oder wie es ihm geht und das macht mich schon ziemlich fertig!
Oder hat vll jemand ein gutes Buch was diese "Gesetze" beinhaltet? Ich hätte 10000 Frage, aber das war einfach mal die Wichtigste.

Ich hoffe ihr könnt mir diese Frage beantworten.

Liebe Grüße erstmal!
Namaste und Willkommen bei Uns, liebe Moni!

Du bist also Buddhistin und dein Freund ist Jude. Er verbringt viel Zeit mit dir, bedingt sich aber den Sabbath zum verweilen mit seinen Glaubensbrüdern aus und hat dann mal keinen Kontakt zu dir. Ansonsten sieht es aber so aus das er dich liebt und Du ihn. Hab ich das soweit richtig verstanden? Wenn ja, erkenne ich wohl das Problem nicht.

Du schreibst auch, für dich sei das Judentum etwas völlig neues. Hast Du denn die 6 Monate die ihr schon zusammen seid dazu genutzt sein Glaubensbekenntnis besser kennenzulernen?


LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Herzlich willkommen Monii.

Kurze Gegenfrage: Wieso wirst du nach 6 Monaten nicht als Mitglied der Familie gesehen? Dann könntest du den Samstag ja mit ihm verbringen.
Hmmm Moniii
es ist alles fast perfekt, aber
Wurm ist da und "frisst" anscheinend Löcher
in die Seele
und 1000 Fragen noch offen,
na ja..

Liebe Monii ich wurde dir empfehlen
Augen im Kopf zu öffnen , dein Herz und Verstand zu vereinigen und dann langsam
dich vor zu "tasten", und
dir inzwischen Wissen über die Jüdische Religion-
Ihre Sitten und Bräuche anzueignen,
dann diesen Jungen besser,
und anschleissend seine Familie kennen und auch Sie hoffentlich akzeptieren ( lieben) lernen,
und erst dann zuletzt ,wirdst du dich entscheiden
ein totales Ja zu allem
oder ein klares Nein sagen können, müssen.

Halbbaziges und Uebereiltes Zeug, Halbe Uberzeugungen, halbe Liebe und Lahme Handlungen , bringt nur Unheil und Unglück über alle.
Hi Monii

Ich sehe das so ähnlich wie Long Road.

Du kannst ja deinen Freund bitten, seine Familie ein bischen kennenzulernen.

Im Grunde ist es ja bei Liebe nicht so wichtig, wer welche Religion hat , aber auch nicht immer einfach.

Wer weiß, vielleicht werden seine Eltern dich total mögen, auch wenn aber es nicht so sein sollte, einen Versuch ist es doch wert.

aber noch was: Ihr seht euch doch Samstag abends sowieso.
Es ist wichtig deinem Partner auch noch bischen freie Zeit zu lassen, sonst könnte er sich zu schnell eingeengt fühlen, wenn er es Familien/Freunden recht machen will und gleichzeitig natürlich für seine Große Liebe auch immer da sein will.Mit der Familie Zeit zu verbringen gehört einfach zum Jüdischen leben, soweit ich weiß.

Jedenfalls um auf die Hauptfrage zurück zu kommen:
Judentum.. kann das gut gehen?
Ich mein, das kann auf jeden Fall gut gehen.

Achte trotzdem darauf , dass du nicht deine eigenen Überzeugungen aufgibst, mach von vorne rein mit den Eltern reinen Tisch:
Dass, du Buddhistin bist und fertig. Verstell dich nicht. Das merken die Eltern vielleicht sofort.

die Leute aus den abrahamitischen Religionen also Juden, Christen, Moslems können manchmel echt eigenartig sein: Vor allem wegen Familie und Traditionen und so.

Aber ihr beiden könnt ich ja ruhig auf eure gemeinsame Liebe konzentrieren, das ist ja was euch zusammenbringt, nicht Judentum oder so.

Informier dich mal ruhig, aber zerbreche dir net zu viel den Kopf darüber, vielleicht wird ja dein Freund auch mal Buddhist

Schönen Samstag euch beiden
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wir kommen nackt in die welt
"vielleicht wird ja dein Freund auch mal Buddhist"
Oder sie Jüdisch-
oder sie behalten beide Ihren Glauben und lernen mit und von einander-Tolleranz
oder sie "Opfern" Ihrer Liebe Alles;
Familie-Traditionen-Sittten und Bräuche und gehen einseitig oder allein ohne Unterstützung und Halt weiter, Ungebunden -Frei, aber auch ganz allein..
Oder sie suchen gemeinsam was Neues?
Sie könnten auch Bahai werden
Es gibt eine Auswahl und auf etwas sollten die beiden sich schon vorher einigen können-und jeder sich selbst Fragen wie weit bin ich bereit zu gehen-was habe ich und was bin ich bereit dazu zu nehmen oder aufzugeben?
Wow, danke erstmal für die ganzen ausführlichen Antworten!

@Caput_Tiro: Richtig! Setzte mich jetzt seit ein paar Monaten damit auseinander, allerdings verstehe ich eben manche Sachen nicht so genau, deswegen habe ich auch überlegt die Tora zu lesen, damit mir das ein bisschen klarer wird.

Es ist so, dass seine Eltern mich gerne kennenlernen wollen, seine Mutter besonders. Allerdings haben die gerade ein bisschen Stress mit dem Umbau/Umzug und von daher verschieben wir das auf Juni/Juli. Sie haben auch gesagt, dass ich zu meinem Freund kommen kann wenn ich will. Weiß nicht wie die Juden über Andersgläubige denken. Meinem Freund ist das relativ egal welchen Glauben ich habe, er fragt mich auch immer über den Buddhismus, wie das bei uns ist, wie ich das sehe,... Das einzige Problem in der Familie ist seine Schwester. Sie hat guten Kontakt zu seiner "Ex-Freundin" (richtig zusammen waren sie nicht) & deswegen gehen die beiden ein bisschen auf mich los und trotz Ermahnung von ihm wollen sie einfach keine Ruhe geben. Will nicht, dass sich die beiden streiten wegen mir... & ich fliege im August mit nach Israel weil ich das Land gerne kennenlernen möchte und da ist mir das mit seiner Schwester schon etwas unangenehm...


@Long_Road: Das war auch eine ungeklärte Frage. Darf ich überhaupt als Andersgläubige da "mitmachen"? Jetzt mal weit in die Zukunft geblickt: Was macht er wenn er dann mit einer Andersgläubigen verheiratet ist? Bleibt die dann jeden Sabbat alleine zu Hause oder feiert die mit?


@akasha: Ich bin auf dem Weg dazu! Die Toleranz ist bei uns auf jeden Fall vorhanden. Also ich habe nichts dagegen, dass er zB betet oder eine andere Meinung hat in manchen Sachen und wir interessieren uns gegenseitig für die andere Religion. Manchmal traue ich mich einfach nicht so fragen, obwohl er es mir sagen würde...
Meine Mutter kennt ihn bereits und mag ihn sehr. Sie setzt sich in Moment auch mit dem Judentum auseinander (sehr viel mehr als ich) und wir reden auch darüber. Ich habe leider nicht soo viel Zeit dafür, deswegen überlege ich mir ein buch zu kaufen, dass kann ich während der Zugfahrt lesen!


@Dawyd: Das mit dem Freiraum stimmt schon, aber es lässt mich einfach nicht in Ruhe, dass er sich 24h nicht meldet. Ich sehe es auch noch irgendwo ein, aber dann kann ich den Satz "ich bin immer für dich da" nicht verstehen, weil das ist er nicht. Finde das mit dem Sabbat auch eine sehr gute Idee, weil man sich ja um die kümmert die Sorgen usw haben, aber wenn er dann Samstag mit einem Freund verbringt ist das ja nicht seine Familie..

Das ich keine Jüdin bin wissen seine Eltern bereits und sie haben auch nichts dazu geäußert, weil sie meinten, dass es unsinnig wäre wenn er sich nur in eine Jüdin verlieben dürfte.


Danke nochmals für eure hilfreichen Antworten!