eine beziehung zwei religionen...hilfe!


Hallo an Alle,
ich bin seit 8 Monaten mit meinem Freund zusammen. wir führen eine glückliche und liebevolle Beziehung und könnten uns ein gemeinsames Leben ohne weiteres vorstellen, wenn da nicht diese blöden Fragen nach Ehe und vor allem nach der Kindererziehung wäre.
Wir beide stehen fest in unserem Glauben und das ist uns sehr wichtig. Er ist Moslem und ich bin Christin...Ich weiß, dass wir uns da nicht grade das einfachste ausgesucht haben. Und das eine Menge gegen diese Beziehung spricht. Aber unsere Gefühle füreinander sind sehr stark und das ist doch irgendiwe ein Grund?
Naja nach unserer gestrigen Diskussion, stehen wir nun vor ganz vielen Fragezeichen. WIE sollen/können wir heiraten (Standesamtlich würde für seine Familie nicht zählen/ Islamisch findet er komisch, wenn ich nicht dahinter stehe/naja und christlich kann er sich logischer weise gar nicht vorstellen) Und wie würden wir unsere Kinder erziehen...Wir haben uns gestern darauf geeinigt uns mal darüber schlau zu machen, wie andere darüber denken und wie andere Paare dieselbe situation gemeistert haben...

Ich hoffe auf eure Ratschläge

Liebe Grüße Birthe
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Glaube kann Berge versetzen...
also unser e Beziehung ist daran kaputt gegangen,

abber ich habe damlas noch nicht aber
heute sehe ich ein, dass die Mutter über den Glauben ihrer Kinder und alles andere entscheiden sollte.

Hallo,

mein Noch - Ehemann ist auch Moslem und ich Christ. Allerdings kam bei uns nicht das Problem mit dem Standesamt auf, wir hatten aber jede menge Meinungsverschiedenheiten was die Religion betrifft und ebenso die Erziehung. Wir haben ein gemeinsames Kind und unsere Ehe zerbrach im Grunde aufgrund von Unwahrheiten. Liebe gab es von seiner Seite her nie und sein Ansporn war der U.Aufenthalt.

Ich würde mich an deiner Stelle genau erkundigen denn bei uns kam noch die Frage auf, was passiert wenn Er stirbt, wo wird Er begraben? Für Ihn stand fest in seinem Land. Mein damaliger Mann war ebenso Moslem, ich bin also nicht unerfahren.

Wenn Kinderwünsche aufkommen wäre auch hier die Frage welchen Namen man dem Kleinen gibt und welche Religion es angehören soll. Unser Kind hat keine weil wir beide dafür waren das Sie später selbst Entscheiden soll.

Anderes fällt mir gerade nicht ein. Ich wünsche Dir aber das Beste!

LG Majra
Hallo,

als wir heirateten war mein Mann auch Moslem und ich war Christin. Wir hatten damals aber keine religiösen Probleme, da mein Mann nicht gläubig war und ich mich der Kirche nicht sehr verbunden fühlte.

Inzwischen ist er auch gläubig und wir gehören seit ca. 27 Jahren beide derselben Religion an.
Ja, so kann's auch gehen .

Liebe Birthe, herzlich willkommen im Forum! Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute für Eure Beziehung!

Minou
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Diese Handbreit Erde ist nur eine Heimat und eine Wohnstatt.
Baha'u'llah / Botschaften aus Akka
Hallo Birthe

Also ich habe keine Erfahrung in interreligiösen Beziehungen, ich würde dir aber sagen, dass wahre Liebe alles schafft. Ihr müsst euch nur bemühen, gemeinsam zu handeln. Beratet alles, sucht die Gemeinsamkeiten zwischen christlichen und islamischen Lehren, die die Erziehung betreffen. Diese sind riesig! Kein Christ und kein Moslem würden einem Armen Hilfe versagen, keiner von beiden würde Kranken nicht helfen wollen.

Ich weiß nicht, welcher Konfessionen ihr beide jeweils angehört, aber ihr beide könntet doch nachfragen, ob es vielleicht möglich ist, eine gemeinsame Trauungszereomine durchzuführen. Ich kenne mich damit nicht aus, aber denke, dass protestantische bzw. evangelische Kirchen interreligiöse Trauungen offen gegenüberstehen. Ich vermute auch, dass es islamische Gemeinden bzw. Geistliche gibt, die dem offen gegenüberstehen und dazu bereit sind.
Oder ihr heiratet eben dreimal: einmal standesamtlich, einmal christlich und einmal islamisch. Ihr könntet ja den jeweiligen Geistlichen die Situation erklären, dann können sie bei den Zeremonien jeweils darauf eingehen.

Was die Erziehung in religiösen Dingen würde ich vorschlagen, dass ihr nicht versucht, euren Kindern euren jeweiligen Glauben überzustülpen. Sie sind eigentlich in einer guten Situation. Ihr beide könntet euren Glauben jeweils leben, die Gemeinsamkeiten könntet ihr zusammen leben, die Unterschiede aufzeigen. Eure Kinder könnten dann frei entscheiden, welchem Glauben sie angehören wollen. So sind sie nicht aus Erziehung christlich oder islamisch, sondern aus Überzeugung. Und ich denke, dass das besser ist, als Kinder zu einer bestimmten Religion zu erziehen, die sie dann annehmen, weil es ihnen beigebracht wurde oder weil es Tradition ist.

Auf jeden Fall wünsche ich euch unglaublich viel Erfolg und alles erdenklich Gute! Ich denke, dass Gott euch in eurer Liebe unterstützen wird!

Peace,
Yahia
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|The truth that once was spoken:
To love another person is to see the face of God.|
aus Les Misérables
Danke ihr Lieben,
ich bin froh, dass hier mehrere Meinungen aufeinander treffen sowohl positive als auch negative...Es tut einfach schon mal gut zu wissen, das es noch andere Menschen gibt, die dasselbe durchgemacht haben wie ich

@Yahia...auf die idee mit den drei hochzeiten bin ich noch gar nicht gekommen

Was die Erziehung angeht wäre ich rein theoretisch bereit ihm das ganze zu überlassen (was mir als christin aber sehr schwer fallen würde)...fände es aber natürlich auch schöner, wenn sie wenigstens beide religionen kennenlernen...

@Minou...welcher religion gehört ihr beide nun an und warum habt ihr euch dazu entschieden? was waren die beweggründe?

LG und Gottes Segen Birthe
Liebe Birthe,

erst mal herzlich willkommen hier im Forum

Ich finde es wundervoll, wenn ein Paar über alles spricht, was möglicherweise zu Problemen führen könnte, bevor es sich zu einer Ehe entschließt. Behaltet das bei, gute Kommunikation bildet meines Erachtens 90% einer funktionierenden Ehe. (Mal abgesehen von Liebe, Zuneigung und Vertrauen, versteht sich ).

Ich selbst befinde mich zwar nicht ganz in eurer Situation (mein Mann ist Atheist, ich bin Bahá'í), aber dennoch bin ich unendlich froh, dass mein Mann kein vollkommen überzeugter oder fanatischer Atheist ist. So ist er damit einverstanden, dass unsere Kinder eine religiöse Erziehung erhalten. Allerdings eine möglichst umfassende.
Zu Hause lebe ich ihnen natürlich das Leben als Bahá'í vor, aber sie gehen in einen evangelischen Kindergarten und wenn sie alt genug sind, möchte ich mit ihnen gerne auch eine Moschee oder eine Synagoge besuchen. Gerne auch regelmäßig. Ich halte viel von interreligiöser Erziehung.

Ich möchte mich in allen Punkten Yahia anschließen, ich hätte das nicht besser ausdrücken können.

Ob es funktionieren kann oder nicht zwischen euch, das könnt am Ende nur ihr entscheiden.
Aus meinem Umfeld kenne ich beide Varianten. Von einer Frau, die jahrelang mit geheimer Telefonnummer und in ständiger Angst leben musste, dass ihr Exmann die Kinder entführt um sie in seinem Glauben erziehen zu können, bis hin zu glücklichen Ehen mit wundervollen, weltoffenen Kindern, die einen starken Glauben haben - nachdem sie sich frei dafür entscheiden haben können.

Es kommt immer darauf an, was man aus der Ausgangssituation macht.

Alles Liebe,
Riki
Liebe Birthe,

ein Neffe meines Mannes (Moslem) hat eine katholische Christin geheiratet und zwar kirchlich. Er musste jedoch versprechen, dass die Kinder im katholischen Sinne erzogen werden.
Ich denke nicht, dass man christlich und islamisch heiraten kann; wahrscheinlich muss man sich für eine Religion entscheiden. Aber erkundige Dich sicherheitshalber mal bei Deiner Kirche.

Birthe hat folgendes geschrieben:
Minou...welcher religion gehört ihr beide nun an und warum habt ihr euch dazu entschieden? was waren die beweggründe?


Wir sind beide Baha'i.
Ich habe mich zuerst entschieden, Baha'i zu werden; ich habe mich in meiner Religion schon lange nicht wohlgefühlt und durch Freunde die Baha'i-Religion kennengelernt. Als ich die Prinzipien las, kam es mir vor, als wären hier meine eigenen Gedanken zusammengefasst. Ich habe mich dann auch schon bald als Baha'i erklärt. Mein Mann ist ca. ein Jahr nach mir eingetreten.

Liebe Grüße von Minou
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Baha'u'llah / Botschaften aus Akka
Minou hat folgendes geschrieben:
ein Neffe meines Mannes (Moslem) hat eine katholische Christin geheiratet und zwar kirchlich. Er musste jedoch versprechen, dass die Kinder im katholischen Sinne erzogen werden.
Ich denke nicht, dass man christlich und islamisch heiraten kann; wahrscheinlich muss man sich für eine Religion entscheiden. Aber erkundige Dich sicherheitshalber mal bei Deiner Kirche.

Mein Bruder hat auch kirchlich geheiratet (er Bahá'í, sie Christin). Sie hatten mit dem Pfarrer vorher einige Gespräche, und sich in diesen darauf geeinigt, dass sie nur versprechen müssen, die Kinder im Glauben an Gott zu erziehen.
Es ist also möglich.
Mir fällt gerade noch ein: Eine Mama aus dem Kindergarten, die ich ein bisschen besser kenne, ist auch Christin und mit einem Moslem verheiratet.
Ich kenne zwar ihren Mann nicht, aber sie haben gemeinsam 5 Kinder - und sie wirkt unglaublich entspannt und zufrieden. (Gut, nach Außen hin kann alles täuschen, aber das wirkt bei ihr sehr echt).
Ich kann sie ja mal darüber befragen, welche Erfahrungen sie so gemacht hat. (Ich hoffe nur ich denke daran, wenn ich sie das nächste mal sehe).

Alles Liebe,
Riki