Drohungen wegen Liebe zwischen Christ & Moslem! WAS NUN?


Hallo zusammen,

ich brauche dringend Rat. Also seit etwa 8 Monaten bin ich (katholisch) mit einem Muslim zusammen.
Ich kann nur sagen, dass ich noch niemals in meinem Leben einen Menschen so sehr gemocht habe und ihn so sehr geliebt habe.
Er sagt und bestätigt mir täglich das Selbe.

Seit einem Tag ist er komisch zu mir und meldet sich nicht, heute Nacht hat er mich angerufen und mir verdeutlicht, dass er mich wirklich liebt, aber unendliche Angst hat, weil seine ELtern mich niemals akzeptieren würden.
Sie haben wohl rausbekommen, dass er eine Freundin hat und haben mit ihm gestritten.

Er scheint sich vollkommen unsicher zu sein, ich kenne ihn so nicht. Sie haben ihm gedroht, aber ich weiß nicht genau womit. Er scheint unglaublichen Stress und auch Angst vor seinen Eltern und der ganzen Familie zu haben. Ich weiß einfach nicht wie Ernst diese mir gegenüber unausgesprochenen Drohungen sind.

Ich möchte unbedingt wissen, was sich dahinter verbirgt, aber leider kann ich ihn jetzt nicht mehr erreichen. Ich habe große Angst, bitte kann mir jemand helfen?

Ich würde so gerne wissen, WIESO seine Familie mich verbannt, mir keine CHance gibt, mich nicht einmal kennen lernen möchte?
Nur aufgrund meiner Religion?
Was kann ich, bzw. was können wir tun? Ich möchte ihn nicht vor die Entscheidung stellen: ENtweder Familie ... ODER ICH.
Und ich weiß, dass eine Verbannung aus der Familie ihn auf lange Sicht wahrscheinlich umbringen würde.


Ich bin so unendlich traurig und untröstlich. Wäre toll, wenn ihr mir irgendwas zu dem Thema sagen könntet, eure Erfahrungen und Meinungen!
Und auch evtl. was man machen kann und an wen man sich im Notfall wenden kann.
Am liebsten würde ich einfach mit ihm auswandern und meinen Namen für immer ändern!

Danke euch, für eure Antworten!!!![/b]
Liebe Lindi, die Familien in orientalischen Ländern sind sehr groß und sehr miteinander verwoben, weil man in Notzeiten immer mehr miteinander verschmilzt - Du kennst auch die Einstellung der Familie nicht, weißt nicht, ob sie sehr streng gläubig sind und welche Zukunft sie für ihren Sohn vorgesehen haben - vielleicht ist ihm schon eine Braut versprochen.

Wieviel weißt Du über sein Leben ? Habt Ihr Euch in den 8 Monaten auch über Euer Familienleben ausgetauscht ? Hast Du in diesen Monaten jemanden von der Familie kennen gelernt ?

Du weißt auch nicht, was wirklich passiert ist, weil er von einem zum anderen Tag so eigenartig wurde.

Versuche, die Realität ganz nüchtern zu betrachten.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Hallo Ikarus,

vielen vielen Dank, dass du dich mit meinem Beitrag beschäftigt hast.

Also es ist so, dass wir schon häufig über unsere Familien gesprochen haben. Meine Familie habe ich ihm vorgestellt und sie haben ihn so akzeptiert wie er ist.

Über seine Familie weiß ich lediglich, dass sie muslimisch sind. Er spielt seiner Familie eigentlich vor, dass er auch MOSLEM ist, aber insgeheim kann er dieser Religion keinen Glauben schenken, feiert die muslimischen Feste nicht, betet nicht und nimmt eigentlich recht wenig von den Traditionen mit.

Er hat mir einmal unter Tränen erzählt, dass er es Leid ist seinen Eltern immer und immer wieder den "braven religiösen Sohn" vorzuspielen. Aber dass er einfach keine Macht und Kraft hat sich gegen Sie durchzusetzen. Auch, weil er seine Eltern udn Familie nicht verletzen will.

Von seiner Familie habe ich nur seine Schwester und ihren Ehemann und deren Kinder kennengelernt.
Die Schwester ist wahrscheinlich nicht sonderlich radikal oder so. Aber sie hat mir schon zu spüren gegeben, dass sie mich zwar akzeptieren könnte, allerdings nicht als Frau/Freundin ihres Bruders.
Ich glaube auch sie sieht mich nicht als richtige FRAU an, weil ich nicht KOCHE /bzw kochen kann wie sie, weil ich eine andere Religion habe.... vielleicht habe ich es immer überinterpretiert, aber ich fühlte mich immer "dreckig" und "niederer" oder "schlecht" wenn ich mit seiner Schwester zu tun hatte.

WIE SOLL ICH DIE REALITÄT nüchtern betrachten? WIE?
Ich liebe ihn. Wirklich. Ich würde sterben für ihn.
Wie kann ich da "nüchtern" oder "objektiv" auf alles schauen?

Ich möchte dich damit nicht angreifen. Ich versuche nur einfach irgendetwas zu verstehen......
Ja, liebe Linde, das ist schwer - in jungen Jahren sind wir emotional und unsere Liebe frißt uns ins Herz - kenne ich auch alles - da bleibt jegliche Vernunft außen vor. Das erlebt man - und ich weiß es noch - fühle auch mit Dir. Später, wenn man reifer wird, sieht man viel zurück und ich glaube, ich kann Dir da nicht helfen, aber besonders Dein letzter Abschnitt zeigt schon deutlich die Problematik auf. Gegen die Liebe kommt man so selten an - es tut mir leid - aber es ist schwierig, in dieser Situation, in der man selbst nicht stand - es gibt hier im Forum sehr liebe Menschen mit sehr weisen Ratschlägen, die Dir sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen können, sicher auch in der Problematik mehr bewandert sind als ich.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft

herzlichst
Ikarus.
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Liebe Lindi,

es tut mir leid, wenn ich Dir auch keine Lösung aufzeigen kann. Ich kann Dir nur ein paar meiner Gedanken mitteilen, vielleicht ist darunter ja einer, der Dir weiterhilft.

Vor einigen Jahren hatte ich, nun ja, ich will es einen "ernsthaften Flirt" nennen, mit einer muslimischen Ägypterin, der sich über mehrere Monate erstreckte. Zunächst sagte sie mir, wenn es mit uns zu mehr führen soll, dann müssten wir heiraten, was ich soweit akzeptieren konnte und bereit war, mich mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen. Aber dann kam hinzu, dass sie sagte, sie dürfe keinen Mann heiraten, der nicht Moslem sei.

Ihr zuliebe habe ich mich eine Zeit lang sehr intensiv mit dem Islam auseinandergesetzt, den Koran und ein halbes Dutzend Bücher über den Islam gelesen, bin aber am Ende zu dem Ergebnis gekommen, dass ich nicht Moslem werden kann. Wenn ich es täte, dann wäre das eine Lüge, und das wäre sowohl mir selbst, als auch Gott gegenüber unaufrichtig.

Als ich ihr meinen Entschluss mitteilte, hat sie zwar gefasst reagiert und war weiterhin freundlich, jedoch brach sie bald den Kontakt ab. Es war schwer für mich, aber ich musste mich damit abfinden.


Nach dem, was Du über Deinen Freund erzählst, scheint er selbst mit den Traditionen seiner Familie nicht ganz zufrieden zu sein. Ich kenne mehrere Fälle von Freunden, deren Erwachsenwerden und Wahl des eigenen Lebensweges in Widerspruch mit den Vorstellungen ihrer Eltern geriet. Es war für alle von ihnen schwer, da sie ja ihre Eltern liebten. Aber am Ende, denke ich, ist es nur eine Lüge und der direkte Weg in ein unzufriedenes, niemals erfülltes Leben, wenn man verleugnet, wer man ist und was man glaubt, nur weil man es den Eltern rechtmachen will.

Eine Freundin von mir ist Türkin, aber in Deutschland aufgewachsen. Sie wollte ihren eigenen Weg gehen, kein Kopftuch tragen, frei ihre Partner wählen, selbstbestimmt feiern und auch sexuell experimentieren. Als ihre Eltern ihr zu verstehen gaben, dass sie es von ihr erwarteten, einen kaum bekannten Cousin in der Türkei zu heiraten, hat sie mit ihren Eltern gebrochen, ist in eine andere Stadt geflohen, und ihr Leben erforscht. Ihre Eltern waren natürlich verärgert, und sie hatte sogar Angst davor, dass ihr Vater oder Bruder ihr Gewalt antun würden. Nach einigen Jahren in Freiheit heiratete sie einen Deutschen (Katholik, soweit ich weiß). Ihr Vater war zwischenzeitlich ins Gefängnis gekommen (Sozialbetrug und Drogenhandel), und sie hat den Kontakt zu ihrer Mutter wieder aufgenommen. Langsam, ganz langsam, haben ihre Eltern ihre Entscheidung akzeptiert. Sie sind immer noch nicht ganz glücklich, aber sie respektieren ihre Tochter wieder und haben mit ihrer Entscheidung Frieden geschlossen.

Ein anderer Freund von mir war ursprünglich eine Frau, aber hat festgestellt, dass er schon immer den Wunsch hatte, ein Mann zu sein. Mehrere Psychologen haben schließlich bestätigt, dass er transsexuell ist. Seine Eltern haben ihn nach seinem Outing verstoßen. Diese Zeit war sehr schwer für ihn, er hatte sogar Selbstmordgedanken. Aber schließlich bekam er eine Geschlechts- und Personenstandsumwandlung, studierte an der Uni und ist heute ein sehr selbstbewusster und erfolgreicher Mann. Vor einigen Monaten hat er eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit seinem Lebenspartner geschlossen, die auch in einer protestantischen Kirche gesegnet wurde. Auch seine Eltern haben nach einigen Jahren seine Entscheidung akzeptiert. Sie verstoßen ihn nicht länger, nur weil er seine eigene Wahrheit gefunden hat und nach ihr lebt, und nur weil er nicht dem Wunschbild entsprach, dass sie von ihrer Tochter hatten.

Warum ich das alles erzähle? Weil ich denke, dass es hier um das Problem geht, das viele Menschen kennen, wenn sie erwachsen werden: Sie stellen fest, dass ihre Identität und Wahrheit nicht unbedingt mit den Erwartungen ihrer Eltern übereinstimmt, und sie stehen vor der schwierigen Entscheidung, entweder sich selbst zu verleugnen, oder ihre Eltern.

Ich möchte aber mit diesen Beispielen, die beide gut ausgegangen sind, Dir und Deinem Freund Mut machen: In vielen Fällen akzeptieren Eltern schließlich, wenn ihre Kinder den Erwartungen nicht entsprechen, selbst wenn das ein paar Jahre dauern mag. Vielleicht könnte das bei Deinem Freund auch so sein?

Natürlich ist es eine sehr schwierige Entscheidung, mit den eigenen Eltern, die man liebt und denen man viel zu verdanken hat, zu brechen. Ob man dazu bereit ist, kann man nur für sich selbst entscheiden.

Aber meine Meinung ist, dass man den Mut dazu haben sollte. Ein Bruch mit den Eltern mag ein Ende mit Schrecken sein, aber besser als ein Schrecken ohne Ende, welches ein dauerhaftes Leben in Selbstverleugnung und Lüge wäre.

Und Eltern, die es dem eigenen Kind verwehren, einen eigenen Weg zu gehen und eine eigene Wahrheit zu finden, denen ist man meiner Meinung nach auch nichts schuldig. Eltern müssen lernen, ihre Kinder irgendwann in die Freiheit zu entlassen, so schwer es ihnen auch fällt.

Kleines Detail am Rande: Die oben erwähnte Ägypterin sagte mir übrigens, dass es aus muslimischer Sicht zwar einer muslimischen Frau verboten ist, einen nicht-Muslimen zu heiraten, aber ein Muslim darf sehr wohl eine nicht-muslimische Frau heiraten.

Ich hoffe, ich habe Dich mit diesen Anekdoten nicht gelangweilt und Du findest vielleicht einen brauchbaren Gedanken darin. Jedenfalls wünsche ich Dir und Deinem Freund von Herzen alles Gute, und ich hoffe, Ihr werdet einen Weg finden, Eure Liebe zu bewahren.

Liebe Grüße,
Bernhard
Liebe Lindi,

ich kann Dein Leiden nur zu gut verstehen.

Was ich Dir vorschlagen kann ist erst einmal abzuwarten, wie Dein Freund verfährt. Berate Dich mit ihm viel und versuche ihn zu stärken, auch wenn Du das primäre Opfer dieses Fanatismus bist.

Er ist in diesem Konflikt die Schlüsselperson, die diesen lösen kann.

Ihr beide müsst nun standhaft in eurer Liebe sein und euch durch nichts umstoßen lassen - auch nicht durch Terror-Eltern.

Im islamischen Recht ist es einem muslimischen Mann erlaubt eine nicht muslimische Frau zu heiraten. Demnach haben die Eltern kein religiöses Argument. Ein Besuch bei den Eltern und ein Gespräch mit ihnen wäre gut. Man darf allerdings nicht beim ersten "Date" gleich auf Wunder hoffen.

Insgesamt ist das ein längerer Prozess.

Darf ich ausserdem noch fragen, wie alt ihr zwei seid ?

LG
_________________
"Live long and prosper!"
>OT<

Bernh hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Natürlich ist es eine sehr schwierige Entscheidung, mit den eigenen Eltern, die man liebt und denen man viel zu verdanken hat, zu brechen. Ob man dazu bereit ist, kann man nur für sich selbst entscheiden


entschuldige bitte, das meine ich jetzt auch gar nicht böse, aber

seinen Eltern hat man nichts zu verdanken, das meine ich jetzt ganz neutral.
Eltern wünschen sich ein Kind oder Kinder, da ist es eine Selbstverständlichkeit daß die Eltern auch alles Menschenmögliche für ihren Nachwuchs tun - ohne dafür Dank zu erwarten. Wenn sie ihn bekommen dann haben sie mit Sicherheit alles richtig gemacht

lG
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Rosenrot hat folgendes geschrieben:
>OT<

Bernh hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Natürlich ist es eine sehr schwierige Entscheidung, mit den eigenen Eltern, die man liebt und denen man viel zu verdanken hat, zu brechen. Ob man dazu bereit ist, kann man nur für sich selbst entscheiden


entschuldige bitte, das meine ich jetzt auch gar nicht böse, aber

seinen Eltern hat man nichts zu verdanken, das meine ich jetzt ganz neutral.
Eltern wünschen sich ein Kind oder Kinder, da ist es eine Selbstverständlichkeit daß die Eltern auch alles Menschenmögliche für ihren Nachwuchs tun - ohne dafür Dank zu erwarten. Wenn sie ihn bekommen dann haben sie mit Sicherheit alles richtig gemacht

lG


Da will ich gar nicht widersprechen. Dankbarkeit gegenüber den Eltern entsteht ganz von selbst, wenn sie einem Liebe haben zukommen lassen. Wenn man erst nach vielen Gründen suchen muss, um ihnen dankbar zu sein, dann haben sie wohl etwas falsch gemacht.
Liebe Lindi,

Deine Situation ist sehr schwierig, Du hast mein Mitgefühl

wer soll Dir einen guten Rat geben?

Hmm ... sehr schwierig ... ich kann es leider nicht

vielleicht hilft Dir das: wenn er der Richtige für Dich ist, dann wird es von höherer Stelle eine Entscheidung geben, verstehst Du wie ich das meine?


Alles Liebe für Dich
Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Liebe Lindi,

wir können Dir hier vom Forum nur helfen, Verstandesargumente zu sehen und nicht aus den Augen zu verlieren und Dir unser Mitgefühl aussprechen.

Mir fällt auf, dass Du noch gar nichts über Euer Alter und Eure Lebensumstände geschrieben hast.

Seid Ihr beide z.B. noch Schüler oder steht ihr finanziell auf eigenen Beinen?

Die Situation verlangt von Deinem Freund viel innere Klarheit und Rückrat, zu sich selbst zu stehen.

Was Du schreibst, klingt ehrlich gesagt nicht so, als ob er dafür schon bereit ist.
Aber manchmal lässt einen die Liebe auch über sich selbst hinauswachsen....also gib die Hoffnung nicht auf.

Geduld und Kraft wünsche ich Dir.

Lieber Gruß

Mara
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.