Helf mir! Süchtig nach Selbstbefriedigung?


@long road

Ich denke bei der Selbstbefriedigung meistens an eine bestimmte Frau, und zwar an eine bestimmte Frau, die nichts von mir wissen will. Igrendwie kommt es mir vor als ob ich sie im Geiste vergewaltige, was ich natürlich nicht will.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
@ leuthner

Ich verstehe das Problem. Nun, vielleicht ändert sie ja mal ihre Meinung. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute.
@long road

Danke!

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Als Atheist vertrete ich eine etwas andere Meinung, um die es hier jetzt allerdings nicht gehen soll.

Glaube kann sehr wohl auch individuell genutzt werden. Man muss sich nicht wegen jeder Kleinigkeit fertig machen.
Es geht doch hier um dich. Es geht um dein Leben, und das Leben sollte man genießen, besonders, wenn man nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt.

2-3 mal ist kein Verbrechen, also mach dir nicht so viele Gedanken darüber.
Durch das übermäßige Bombardement mit, teilweise recht geschmacklosen Darstellungen und Texten unsere Sexversessenen Medien-Gesellschaft, greift auch die Sex-Sucht immer weiter um sich.

Zusätzlich propagieren die modernen 'Sexgurus' und viele sich sich, ach so aufgeklärt und modern dünkende Zeigenossen, alle Arten und Unarten der geschlechtlichen Betätigung geradezu als eine Art neue Religion, auf derem Lust-Altar, sie alle höheren Werte opfern! Sie missionieren und verführen, weil sie nicht allein mit ihrerer einseitigen und lieblosen Sicht der menschlichen Geschlechtskraft bleiben wollen.

Wie alle starken Gefühle ist auch die geschlechtliche Wollust, nur als die Begleitmeldodie eines sinn- und liebevollen vorgesehen und kann schädlich, zerstörerische und zum Unglück ausschlagen, wenn sie zum Selbstzweck erhoben wird.

Gute Gefühle und echtes Glück lösen sich in Luft auf, oder schlagen ins Gegenteil um, wenn wir versuchen dies direkt anzusteuern. Wenn wir uns einer Aufgabe, einem Ziel, einem Menschen oder einer Gruppe mit Liebe und Hingabe widmen, so bekommen wir die guten Gefühle als Belohnung und als Begleitmelodie des guten Tuns geschenkt und nicht umgekehrt!

Ob allein, oder zu zweit, ob mit dem gleichen, oder mit ständig wechselnden Partner - alles, was das gesunde Maß überschreitet und vor allem ohne echte Liebe geschieht, kann zu einer seelischen und körperlichen Belaßtung bis hin zu einer echten Depression führen und dem Lebensglück im Wege stehen. Ganz abgesehen von der charakterlichen und geistig-moralischen Verflachung und Verwahrlosung, die damit einher geht!

In den größeren Städten gibt es auch schon seit einigen Jahren Selbsthilfegruppen zu diesem Thema der geschlechtlichen Entartung. Es sind die sog. Annonymen-Sexsüchtigen, wo man versucht sich durch offene Aussprachen, Verhaltensregeln und gemeinsame, menschlich Aufbauende Unternehmungen gegenseitig zu helfen, wieder seelische Höhen zu erklimmen.

In Deinem Falle rate ich Dir, die 25 Stunden Psychotherpie in Anspruch zu nehmen, die jederman auf Kosten der Krankenkasse, ohne große Formalitäten, bei jedem niedergelassenen Psychotherapeuten bekommen kann. Es gibt auch spezielle Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten, wo allerdings meist eine längere Wartezeit in kauf genommen werden muß.

Aber man sollte auch aus einer Mücke keinen Elephanten machen, möchte ich allen Jugendlichen zurufen, die sich vielleicht übergroße Sorgen machen, weil sie sich hin und wieder einmal selbst befriedigen, ohne es eigentlich bewußt zu planen und zum Selbstzweck direkt anzustreben und zu mißbrauchen.

Wenn dies nur hin und wieder der Abfuhr störender, übermässiger Spannungen dient, nicht zu sehr im Mittelpunkt des Denkens und Fühlens steht und auch nicht als einziger, oder wichtigster 'Freizeisport' betrieben wird, so sollte man diesen Dingen keine übermäßige Beachtung schenken.

Anderseits gilt es aber auch auf der Hut zu sein, denn geschlechtliche Betätigung, ohne echte Liebe und auch die bewußte und häufige Selbstbefriedigung, gefährdet Deinen inneren Frieden und das Erlangen eines höheren Bewußtseins und kann Deine Gedanken und Gefühle in ein freundlose und unglückliche Sackgasse lenken!

Vor allem die dabei gepflegten Fantasien, sollten nicht ins Negative abgleiten, weil jeder Gedanke die Tendenz hat sich in Deinem Leben zu verwirklichen!
Zitat:
alles, was das gesunde Maß überschreitet und vor allem ohne echte Liebe geschieht –

2-3x täglich ist in deinem Alter auf alle Fälle ein normales und gesundes Maß. Wer will anderen vorschreiben, was „echte“ Liebe ist? Keiner kann Liebe erklären, 100 Leute werden 100 Antworten geben. Liebe zu dir ist auch Liebe. Und Sexualität kann auch ohne Liebe geschehen und trotzdem lustvoll sein. Du bist ein freier Mensch und darfst dir dein Leben aussuchen. Horch dir an, was verschiedene Menschen sagen – letztendlich wählst aber DU aus, wie du leben möchtest, nach welchen Grundsätzen. Niemand hat mehr recht als andere.

Von Sucht spricht man, wenn es dein restliches Leben zu beeinträchtigen beginnt, du z.B. deine schulischen Pflichten vernachlässigst, weil du nur mehr dich selbst stimulierst.

Zitat:
In Deinem Falle rate ich Dir, die 25 Stunden Psychotherpie in Anspruch zu nehmen, die jederman auf Kosten der Krankenkasse, ohne große Formalitäten, bei jedem niedergelassenen Psychotherapeuten bekommen kann.

Geh einfach mal zu einem Sexualmediziner zu einer Konsultation, falls du weiterhin Bedenken hast. Der wird dir auch sagen, dass das normal ist und du ruhig weitermachen und deine Gefühle genießen darfst. Du brauchst keine Therapie.

Zitat:
sich … selbst befriedigen, ohne es eigentlich bewußt zu planen und zu wollen.

Wenn du es bewusst planst, kannst du es schöner gestalten.

Zitat:
Wenn dies … der Abfuhr störender, übermässiger Spannungen dient,

das ist eine Funktion der Sexualität. Es gibt auch andere, z.B. Genuss des eigenen Körpers – ist doch ein Geschenk, was dieser Körper dir für Gefühle geben kann. Und das Ganze ist gottgegeben.

Zitat:
geschlechtliche Betätigung, ohne echte Liebe und auch die bewußt und häufige Selbstbefriedigung, gefährdet Deinen inneren Friede!
Regelmäßige Sexualität fördert den inneren Frieden, zur „echten“ Liebe siehe oben. Klar, wenn ich mir die Erlaubnis innerlich nicht gebe, habe ich einen inneren Konflikt. Das liegt dann aber nicht an der Sexualität, sondern an rigiden Vorstellungen, die bestimmte Menschen anderen Menschen vorschreiben und die du annimmst. Was du allein mit dir machst, geht keinen was an, solange es dich selbst nicht gesundheitlich gefährdet.

Zitat:
Vor allem die dabei gepflegten Fantasien, sollten nicht ins Negative abgleiten, weil jeder Gedanke die Tendenz hat sich in Deinem Leben zu verwirklichen!

Für das „negative“ gilt wieder: wer ist das Maß dafür, was negativ ist? Die Verwirklichung ihrer sexuellen Fantasien bringt vielen Menschen Lebensglück. Gefährlich wird es, wenn Praktiken gesundheitsgefährdend für dich und andere sind.

Zitat:
Wie kann das sein? Ich bin eiegntlich total gläubig...ist das eine Prüfung? Was ist los mit mri? ich bin erst 15!

Das ist aufgrund der Geschlechtshormone, da entsteht sexuelle Lust. Mit 15 wirst du schon einige Zeit davon überschwemmt. Es ist keine Prüfung, es ist ein normaler biologischer Vorgang. Freu dich, dass bei dir alles funktioniert
Hallo,

da ich nicht alle vorhergehenden Beiträge gelesen habe, bitte ich zu verzeihen, wenn das zuvor schon gesagt wurde. Nur mal eben mein Senf zu der Sache:

Erstmal die nicht-religiöse Sicht:

Selbstbefriedigung ist eine gesunde und nicht schädliche (weder für Dich, noch für andere) Methode, den Sexualtrieb zu befriedigen. Du verletzt damit niemanden, Du setzt keine ungewollten Kinder in die Welt, die dann leiden müssen, und im besten Fall hast Du hinterher den Kopf frei, um Dich auf die Dir wichtigen Dinge im leben zu konzentrieren, ohne durch Gedanken an Sex abgelenkt zu sein (inklusive Deinen Glauben). Also ist daran nichts schlecht, im Gegenteil!

Allerdings kann es vielleicht wirklich zu einer Sucht werden, wie viele andere mehr oder weniger harmlose Gewohnheiten auch. Das wäre dann der Fall, wenn Du wegen der Beschäftigung mit Selbstbefriedigung andere Dir wichtige Dinge in Deinem Leben vernachlässigst und Dir und anderen damit schadest, was bei Selbstbefriedigung aber sicher weniger schwerwiegend sein dürfte als bei anderen, schlimmeren Süchten (man denke nur an Spiel- oder Alkoholsüchtige, die sich weitaus mehr damit schaden). Aber ich vermute einfach mal, dass das bei Dir nicht der Fall ist.

Nun die religiöse Sicht:

Das ist nur meine Meinung und ich bin kein Moslem, aber grundsätzlich würde ich mir hier auch keine Sorgen machen. Zwar soll der Sexualtrieb dazu dienen, Liebe und Bindung zu einem Ehepartner zu festigen, aber es wäre sicher viel schlimmer, wenn Du Dich in Deinem Alter vorschnell verheiraten würdest, nur damit Dein normaler Trieb befriedigt werden kann (man denke an all die sicher auch nicht gottgewollten Folgen, die entstünden, wenn plötzlich alle altersgemäß geilen Jugendlichen Hals über Kopf heirateten).

Ein Problem wäre es erst dann, wenn Du Selbstbefriedigung so sehr liebst, dass Du sie dem Sex mit einem liebevollen Ehepartner vorziehst und aus Liebe zu ihr nicht heiratest und keine Bindungen eingehst (meiner Meinung nach).

Insofern mag es vielleicht Sünde sein, aber ich denke doch, dass es eine sehr, sehr kleine Sünde ist. Nichts, weswegen Du Dich selbst fertigmachen solltest.

Mir fällt dabei eine humorvolle Geschichte von Jürgen von der Lippe ein: Er steht vor der Himmelstür und es wird abgerechnet. "Einem Menschen das Leben gerettet? Das bringt dir 10.000 Euro! Einmal Ehebruch? 1000 Euro Abzug. Für jede Selbstbefriedigung 10 cent Abzug -- *ding ding ding ding ding* -- da kommt was zusammen, Du hast noch 10 Euro gut!"

Sieh es mal so: Die Selbstbefriedigung bewahrt Dich vielleicht davor, dass Du viel schwerwiegendere Sünden nicht begehst, etwa Unkeuschheit (also rein körperlichen Sex mit jemandem, den Du nicht liebst), uneheliche Kinder ungeplant in die Welt zu setzen, die dann darunter leiden müssten, dass sie nicht die Liebe und Erziehung bekommen würden, die sie verdienen und bekommen würden, wenn sie geplant und in einer richtigen Familie aufwachsen würden, etc pp.

Wir alle sind Sünder. Und manchmal mag es besser sein, eine kleine Sünde zu begehen, wenn uns das erleichtert, größere Sünden nicht zu begehen.

Das ist natürlich nur meine Meinung.

Alles Liebe,
Bernhard