Ego


Hallo, Mukti, ich versuche mal, zwischen den Zeilen zu schreiben.
Zitat:

Ich halte Reinkarnation im weitesten Sinn für wahrscheinlich und glaube an Erlösung, auch eine geistige oder feinstoffliche Welt scheint mir zu existieren, ich befasse mich aber kaum mehr im Detail damit, kommt mir vor wie Zeitverschwendung.

Gerade, wenn man sich mit der Reinkarnation befaßt und das auch ganz ernsthaft macht und sich diese ganze Sache vorstellen möchte, muß man wissen, worum es geht und warum und welchen Sinn es macht.

Zitat:
Vielmehr versuche ich von Tatsachen auszugehen und die Wirklichkeit zu ergründen in der ich lebe, um dereinst zum Ziel zu gelangen.

Gerade weil es eine Fortsetzung ist, und nicht abgetrennt, gerade deshalb ist es so wichtig, darüber zu wissen. Denn nichts steht im freien Raum oder ist abgetrennt, sondern es ist wie eine Serie, die begonnen hat und sich weiter fortsetzt - ein Zahnrad greibt in den anderen, wie auch ein Uhrwerk funktioniert.


Zitat:
Ich wurde aus einem weiblichen Leib gezogen und bin nun plötzlich da - zuerst hab ich mich gefragt warum? Woher komme ich? Wer bin ich? Woher kommt die Welt? Gibt es einen Gott? Eine Seele? Was ist der Sinn des Ganzen? In all den Antworten die darauf gegeben werden konnte ich die Wahrheit nicht erkennen.

Woher kommst Du, wo sind Deine Wurzeln, nicht nur in der genetischen Erbfolge, sondern im seelisch-geistigen - und da wäre es wichtig sich dessen bewußt zu machen.

Zitat:
"Ich bin bei allen gewesen die im Rufe grosser Weisheit stehen, und alle meinten etwas zu wissen. Da ist mir klar geworden wieso mich das Orakel von Delphi als den Weisesten bezeichnet hat, denn eines weiß ich bestimmt, nämlich dass ich nichts weiß" (Sokrates).

Das sagen wir immer gern. Und wir wissen von den großen Vorgängen im seelisch-geistigen Bereich noch wirklich viel zu wenig.

Zitat:
Schliesslich habe ich kapiert dass diese Fragen falsch gestellt sind, Hinweis und Bestätigung dazu fand ich im Buddhismus - es ist nicht weise, unbeantwortbare Fragen zu stellen. Tatsache ist dass alle Lebewesen danach streben dem Leid zu entkommen und Glück zu erreichen. Die richtige Frage ist: wie kann man das am Besten erreichen?

- Glück zu erreichen - ewiges Glück, keine Anstrengung - nur immer Glück, Glück, Glück - es ist, als wenn der Mensch sich immer nur auf das Eine konzentriert, er den Gegenpol weg negiert, ihn damit aber erst wieder zu sich heran zieht- wie das Pendel einer Uhr - wenn du das Pendel fest hältst, auf der einen Seite, geht die Uhr nicht mehr.

Zitat:
- Was das Wesen des Ego ist, so wie wir es wahrnehmen und erleben. All diese Dinge die ich aufgezählt habe existieren nun mal - Körper und Geist mit all den Bestandteilen und Funktionen, woher sie auch immer kommen mögen, und nichts davon ist ewig oder existiert aus sich selbst heraus, alles hängt voneinander ab, entsteht, besteht eine Weile und vergeht oder wandelt sich um. Das Ich oder Ego ist da keine Ausnahme. Man kann die einzelnen Faktoren der Existenz und ihr Zusammenspiel erkennen oder ergründen oder durschauen, was es ist und wovon es abhängt. Was davon bin ich? Oder bin ich alles zusammen?

Das Ich gehört zur Person, durch das Ich lebt die Person sich aus. Dazu kommen Faktoren wie Charakter, Erziehung usw. Wichtig ist vielleicht sich erst einmal selbst zu finden, damit man sich erst einmal selbst erkennt, in seinem Wesen in Bezug zur Gesellschaft. Es geht nicht um Anpassung, sondern das Erarbeiten oder Erkennen der eigenen Individualität.

Zitat:
Es geht nicht darum das Ego zu verteufeln oder zu unterdrücken, abzutöten oder zu verleugnen. Es geht um die Wahrheit, nicht um eine Theorie, und in Wahrheit und Wirklichkeit beruht das Ego auf Identifikation mit Körper und Geist. Oder ist es ein Knochen? Ein Gefühl? Ein Gedanke? Eine Vorstellung? Es entsteht die Vorstellung einer Person, aber ich bin nicht die Vorstellung. Die Vorstellung hat die Eigenschaft ein inneres Bild zu erzeugen, aber ich bin nicht das Bild. Es ist immer nur Identifikation mit einem Objekt der Wahrnehmung, das ein Ego entstehen lässt. Was identifiziert sich? Kann irgendetwas gefunden werden das sich identifiziert? Nein, die Wahrnehmung kann gefunden werden, sie ist ein Bestandteil der Existenz, und sie hängt ab von Wahrgenommenem. Ein weiterer Bestandteil ist der Wille oder Wunsch oder das Begehren, von dem hängt die Identifikation ab. Wer begehrt? Es lässt sich nichts finden, das begehrt, das Begehren hängt ab von der Wahrnehmung. Wo ist also das Ich? Ein Ich entsteht aufgrund des beschriebenen Vorganges, ohne diese Faktoren existiert es nicht.

Wenn wir darüber nachdenken, daß in all den Inkarnationen immer das Ich bestehen bleibt, das Ich weiterlebt und in jeder Person das Ich mit seinen Erfahrungen aus unendlich vielen Inkarnationen zur Selbstfindung schreitet, dann wundert es nicht, daß wir uns so viele Gedanken machen, denn nichts geht abgehackt weiter - Schnitt und ich war einmal, sondern es setzt sich fort wie beim Schlaf - wir wachen auf, erleben den "Tag" und finden den Schlaf, um danach weiter zu leben und zu erleben. Deshalb fragen wir uns soviel, weil wir es in uns bereits wissen - weil in uns bereit die Anwort wartet, gefunden zu werden.
Zitat:

Das ist alles höchst subtil und nicht mit dem Verstand alleine erfassbar. Der würde vielleicht sagen, begleitet vom Gefühl des Entsetzens: Willst du zu nichts werden? Oder was die Persönlichkeitsanhänger gerne sagen: Du willst spirituellen Selbstmord begehen. Aber das sind Ansichten die vom relativen und dualistischen ausgehen. Etwas - Nichts. Das was danach ist kann man eben nicht mehr bezeichnen, nicht in Wahrheit, nur als Vorstellung oder Konzept wie Gott, Ewigkeit, Einheit, Brahman usw.

Es gibt unendlich viele Auslegungen, die wie Menschen die Welt sehen oder sehen möchten, gespeist aus Philosophie und den Religionen - das Einzelne jetzt aufzuführen, würde nichts bringen, es ist jeder Mensch selbst zur Suche aufgerufen.

Zitat:
Tja das also eine weitere kleine Beschreibung von meinem Ansatz, wie ich versuche an die Sache heranzugehen. Klingt vielleicht etwas unterkühlt und trocken so in der Kurzdarstellung.

Manche Dinge muß man auch sachlich angehen, um einen Überblick zu bekommen.


Schönen Tag
mfg, ikarus
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Zahira hat folgendes geschrieben:
Liebe Mara,

ob die von dir genannten Rituale
Zitat:
Dienen nicht verschiedenste Ritual-Techniken, wie Mantrenrezitation, Herzensgebet, Rosenkranz, gegenstandslose Sitzmeditation, meditativer Kreistanz, das "Dhikr"der muslimischen Mystiker usw. u.a. dazu, von der gedanklichen Fixierung auf das Ego frei zu werden?


tatsächlich helfen können von dieser Fixierung befreit zu werden hängt meines Erachtens davon ab wie am betet, meditiert, Dhikr ausführt. Ob man sich tatsächlich hingibt, oder nur "mechanisch" dabei ist und der Verstand dabei macht was er will.


Liebe Licht und Segen
Zahira


Liebe Zahira,

wird ein Ritual neu erlernt, ist zunächst auch der Verstand beschäftigt und die Chance ihn und das Ego erstmals zu "transgredieren" groß.

Hat man/frau diese Erfahrung einmal gemacht, verschwindet die Angst vor dem Verlust der Persönlichkeit und meist erwacht auch das Bedürfnis tiefer zu gehen.

Nun besteht die Gefahr, dass es zu einer rein mechanischen Ausübung des Rituals kommt, und der Verstand weiter machen kann, was er will, da stimme ich Dir zu.

Meiner Erfahrung nach, braucht es einen Lehrer/in, um hier nicht eine "tote" Gewohnheit entstehen und den Verstand wieder Oberhand gewinnen zu lassen.

Einen Lehrer aus Fleisch und Blut halte ich für eine unerlässliche Hilfe auf dem Weg.

Herzlicher Gruß

Mara
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Ja liebe Mara,
auch ich halte einen (oder mehrere) Lehrer für hilfreich. Auch deshalb, weil ein Lehrer, Sheik, oder Murshid die Atmosphäre magnetisierten kann und es einem Anfänger schon alleine dadurch leichter fällt in der Konzentration zu bleiben.
Und so ähnlich erlebe ich es auch bei den Friedenstänzen.

Licht und Segen
Zahira
Hallo Ikarus,

versuche auch mal, mehr auf deine Feststellungen einzugehen.

Zitat:
Gerade, wenn man sich mit der Reinkarnation befaßt und das auch ganz ernsthaft macht und sich diese ganze Sache vorstellen möchte, muß man wissen, worum es geht und warum und welchen Sinn es macht.


Ein sicheres Wissen über die Reinkarnation zu erlangen scheint mir gegenwärtig nicht möglich zu sein, ich begnüge mich damit, sie für wahrscheinlich zu halten. Verschiedene Erklärungen dazu wie die theosophische, anthroposophische, hinduistische usw. finde ich interessant, aber ob einer der Autoren wirklich weiß wovon er spricht, also die Wahrheit darüber sehen kann, ist für mich nicht feststellbar. Unter den persönlichen Begegnungen war auch noch niemand, der nicht letztlich zugegeben hätte, dass er die Wirklichkeit nicht sehen kann. Vorstellungen können aber Gutes bewirken, ein geistiges Weltbild und Richtlinien nach denen man zu leben versucht.

Zitat:
Woher kommst Du, wo sind Deine Wurzeln, nicht nur in der genetischen Erbfolge, sondern im seelisch-geistigen - und da wäre es wichtig sich dessen bewußt zu machen.


Das Seelisch – Geistige ist ebenso veränderlich wie das Körperliche, welcher von den verschiedenen Zuständen wäre ich denn dann?

Zitat:
- Glück zu erreichen - ewiges Glück, keine Anstrengung - nur immer Glück, Glück, Glück - es ist, als wenn der Mensch sich immer nur auf das Eine konzentriert, er den Gegenpol weg negiert, ihn damit aber erst wieder zu sich heran zieht- wie das Pendel einer Uhr - wenn du das Pendel fest hältst, auf der einen Seite, geht die Uhr nicht mehr.


Hm…das hin und her von Glück und Leid kann aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Es ist sinnlos nach Glück zu streben wenn feststeht dass es mit Sicherheit verloren geht. Wenn man erkennt dass man in ständigem Wechsel von Glück und Leid gefangen ist, bleibt nur der Sinn einen Ausweg daraus zu finden, sonst endet man in Resignation.

Zitat:
Wenn wir darüber nachdenken, daß in all den Inkarnationen immer das Ich bestehen bleibt, das Ich weiterlebt und in jeder Person das Ich mit seinen Erfahrungen aus unendlich vielen Inkarnationen zur Selbstfindung schreitet, dann wundert es nicht, daß wir uns so viele Gedanken machen, denn nichts geht abgehackt weiter - Schnitt und ich war einmal, sondern es setzt sich fort wie beim Schlaf - wir wachen auf, erleben den "Tag" und finden den Schlaf, um danach weiter zu leben und zu erleben. Deshalb fragen wir uns soviel, weil wir es in uns bereits wissen - weil in uns bereit die Anwort wartet, gefunden zu werden.


Wäre dieses Ich oder Selbst letztlich eine gleich bleibende Identität, oder ist es ewig ständigem Wandel unterworfen?

Gruß mukti
mukti:
Zitat:
- Ein sicheres Wissen über die Reinkarnation zu erlangen scheint mir gegenwärtig nicht möglich zu sein, ich begnüge mich damit, sie für wahrscheinlich zu halten.
- Wäre dieses Ich oder Selbst letztlich eine gleich bleibende Identität, oder ist es ewig ständigem Wandel unterworfen?


Hi, mukti, es steht ja viel geschrieben, wie Du auch weißt und es gibt auch interessante Auseinandersetzungen mit diesen Themen - wer nun von all denen, die etwas behaupten oder ablehnen, Recht haben oder ob es überhaupt um Rechthaben/wollen geht, kann man nicht direkt sagen, es ist eine Auseinandersetzung, was sein könnte und was wir in der Wirklichkeit wiederfinden.

Ich versuche es einmal, mit Wortpassagen, die mir aufgefallen sind, zu untermauern, wo mir die Logik dahinter plausibel erscheint.

1. Beispiel:
Rudolf Steiners Lehre von der Reinkarnation
in der theologischen Spannung von
Selbsterlösung, Gnade und Rechtfertigung
Eva Katharina Ente
- (hier findet die Auseinandersetzung mit christlichen Werten und Aussagen statt)
http://www.confessio.de/html/img/po.....s_Reinkarnationslehre.pdf - Seite 13 - 20

Zitat:
- Der Mensch, so Steiner, kann dabei nicht über einen Ausstieg
aus dem Reinkarnationskreislauf bestimmen. „Er muß immer wiederkommen.“(GA 115,293) -(Seite 13)

- Der Mensch kann am nächsten Morgen
an die Erlebnisse des vorherigen Tages anknüpfen, obwohl der Schlaf wie
der Tod bewusstes Leben unterbrach.67
„Mit dem, was ich gestern getan habe, sind die Vorbedingungen geschaffen für das, was ich heute zu tun habe.“
(GA 34,92) Wäre es anders, müsste der Mensch jeden Morgen neu geschaffen werden.68 (Seite 14)

- Nur der physische Körper erbt von seinen Eltern „Eigenschaften der
Gattung“70 Mensch (GA 9,72f.). Da der Mensch mit bestimmten seelischen
Eigenschaften, die ihren Ausdruck in der Biographie finden, in die Welt eintritt, muss er vor seiner Geburt als geistiger Mensch existiert haben

- Der Verstorbene, so Steiner, legt zunächst seinen physischen,
irdischen Leib ab, der vergeht. Dabei erfährt der Mensch in einem
Erinnerungstableau eine Rückschau seiner vergangenen Leben74. Danach
trennt sich auch der Ätherleib ab, da beide nur „Instrumente“ für den Astralleib
waren, in welchem sich „alles, was denkt und will“ (GA 99,35) befindet.
Der Astralleib durchläuft daraufhin einen Läuterungsprozess, das Karmaloka,
eine Art „psychologisches Fegefeuer“75, in dem der Mensch sich mit den
Motiven und Wirkungen seiner Begierden auseinandersetzt und den Willen
zur Wiedergutmachung in der nächsten Inkarnation entwickelt.76 (S. 15)

- Das Ich befindet sich bis zur erneuten Inkarnation im Devachan, dem
Geisterreich, in dem es einen Überblick über seine gesamte bisherige Entwicklung bekommt und sich mit seinen Gedanken und den Taten, die aus diesen Gedanken hervorgingen, auseinandersetzen muss.77

- Wenn das Ich sich seiner Taten im karmischen Sinne bewusst
ist und diese in geistige Kräfte umgewandelt hat, ist es reif für eine Neuinkarnation.
Es „gruppiert“ erneut einen Astralleib um sich und danach einen
Ätherleib, dabei kann es auch Hilfe durch höhere Wesenheiten erfahren. Der
Mensch bekommt eine Vorschau auf das nächste Leben. Zuletzt sucht sich das
Ich ein Elternpaar und inkarniert sich, verliert aber während des Inkarnationsprozesses
seine Erinnerung an vorherige Erdenleben (GA 99,50f.). Seite 16

- Im Gegensatz zu asiatischen Reinkarnationsmodellen kann sich der
Mensch bei Steiner nur in einem Menschen reinkarnieren.


Das sind die Aussagen, denen ich folgen kann, bzw. mit denen ich konform gehen kann, weil sie mir logisch erscheinen. Ich spreche jetzt auch nur von mir, andere Menschen können das gänzlich anders betrachten. Diese Freiheit ist immer gegeben.

Zitat:
- Steiner will das Karma nicht deterministisch verstanden wissen. Das
Schicksalsgesetz unterliegt zwar einer „unbedingten Notwendigkeit“91, aber es
wird erst durch den Menschen in Wirksamkeit versetzt (GA 34,105; S.18
google: das selbst im reinkarnation prozeß

R. Steiners Ansichten und Erkenntnisse beschäftigen noch heute viele Menschen, weil er hier die Eigenverantwortung dem Menschen gibt.
Während andere auf das Himmelreich verweisen, in dem alles abgegolten wird, was der Mensch an Schlechtem getan hat, sieht er in seiner Lehre die Verantwortung, so empfinde ich das, für das geführte Leben, denn nicht immer wird gleich abgerechnet, sondern der Mensch erfährt sich selbst in späteren Inkarnationen und erfährt seine eigenen Taten, die ihm dann vor die Nase gehalten wird - was dem Menschen unangenehmer sein wird, alles ins Himmelreich abzuschieben, in dem er dann als Seele alles erfährt,wäre die Frage, wie, weil er es nicht körperlich erfahren kann, da er mal männlich - mal weiblich ist und die Seele ungeschlechtlich ist. Ich weiß, was dann auch als Einwand kommt: daß man das nämlich alles nicht wissen kann, weil nicht erfahrbar - aber wenn wir alles untersuchen, dann können wir gar nichts mehr aus-oder einschließen, dann gehört alles in den Bereich "Fantasie" das eine wie das andere - meiner Meinung nach - hier hilft vielleicht die Logik, was man für sich als annehmbar gelten läßt.

Nun ist es ja nicht so, daß wir dann in den nächsten Inkarnationen allein auf die Welt kommen, und daß wir mit weiteren Taten das Mitgefühl und das Mitleid in uns entwickeln müssen/sollen/können und daran arbeiten müssen, menschlicher zu werden. Deshalb können wir etwas verändern, was ich als sehr schwer empfinden, weil man sich erst einmal selbst kennen lernen muß, um zu erfahren, wer man ist und wie man zum humanen Denken steht.

In diesem Link erklärt Steiner seine Theorie:
http://wiki.anthroposophie.net/Reinkarnation

Zitat:
Die Individualität des Menschen, sein Ich, das sich durch seine einzigartige, unverwechselbare Biographie kundgibt, lässt sich weder aus der Vererbung, noch aus äußeren Einflüssen, etwa durch die Erziehung, erklären.

"Als physischer Mensch stamme ich von anderen physischen Menschen ab, denn ich habe dieselbe Gestalt wie die ganze menschliche Gattung. Die Eigenschaften der Gattung konnten also innerhalb der Gattung durch Vererbung erworben werden. Als geistiger Mensch habe ich meine eigene Gestalt, wie ich meine eigene Biographie habe. Ich kann also diese Gestalt von niemand anderm haben als von mir selbst. Und da ich nicht mit unbestimmten, sondern mit bestimmten seelischen Anlagen in die Welt eingetreten bin, da durch diese Anlagen mein Lebensweg, wie er in der Biographie zum Ausdruck kommt, bestimmt ist, so kann meine Arbeit an mir nicht bei meiner Geburt begonnen haben. Ich muß als geistiger Mensch vor meiner Geburt vorhanden gewesen sein. In meinen Vorfahren bin ich sicher nicht vorhanden gewesen, denn diese sind als geistige Menschen von mir verschieden. Meine Biographie ist nicht aus der ihrigen erklärbar Ich muß vielmehr als geistiges Wesen die Wiederholung eines solchen sein, aus dessen Biographie die Meinige erklärbar ist.


Zitat:
Einzelne abendländische Denker, wie z.B. Lessing, haben den Reinkarnationsgedanken wieder aufgegriffen, weil sie eingesehen haben, dass der Mensch in einem einzelnen Erdenleben unmöglich alle geistigen Entwicklungsmöglichkeiten ausschöpfen kann, die das irdische Dasein bietet. Anders als die altorientalischen Weisen sehen sie in der Wiedergeburt weniger ein schreckliches Schicksalsverhängnis, sondern vielmehr die damit verbundenen gewaltigen geistigen Entwicklungschancen. Insbesondere wird es durch die Wiederverkörperung auch jenen Menschen, die bereits in vorchristlicher Zeit gelebt haben, möglich, sich mit dem auf die Erde herabgestiegenen und seit dem im Erdenkreis wirkenden Christus zu verbinden
google: swedenborg übersinnliche welt

Man kann es hin- und herdrehen, der Mensch wird immer eine subjektive Ansicht behalten, der eine steht für dies und der andere steht für etwas anderes -

Zitat:
Darauf wird auch in den Psalmen hingedeutet:

„3 Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! 4 Denn tausend Jahre sind vor dir / wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.“

– Altes Testament: Ps 90,3-4 LUT

Zitat:
Von den Rassen im eigentlichen Sinn zu unterscheiden sind die sog. Wurzelrassen, die aber nichts mit einer Gliederung nach physischen Merkmalen zu tun haben, sondern große übergeordnete Epochen der Menschheitsentwicklung bezeichnen. http://wiki.anthroposophie.net/Rassen
google: was r steiner mit rasse meinte

Manche Aussagen kommen mir auch seltsam vor, aber ich habe auch keine "Schau", wie sie manche Menschen haben und in bestimmten Zeiten drückte man sich auch anders aus als heute, denn wir sind pragmatischer geworden, wir zweifeln alles an und wer eher realistischer geprägt ist, will die Theorie und auch in der Praxis sehen und es gibt in unserem Jahrhundert kaum noch Menschen wie Swedenborg http://www.xinxii.com/gratis/103298rd1254500036.pdf
oder Lorber oder Steiner, die etwas sahen, was andere nicht wahrnehmen konnten. Wir sind einfach technisch versierter und mit der neuen Zeit vertraut, haben alles abgelegt, selbst das Spirituelle - in den meisten Fällen - oder fahren eben nur gern auf der Schiene von Träumereien, wie wir die Welt gern sehen würden.

Wir glauben auch heute oft nicht mehr, wir sind gebildeter geworden und ob sich ein Meer teilt und die Armee damit rettet oder ein Walroß wieder einen Jonas heil ausspuckt oder ob Jungfrauen oder Weintrauben oder Tauben im Paradies sind, wo sie alle warten sollen - angeblich - wo Tote wieder auferstehen - da besteht heutigentag großer Zweifel.

Wir wollen wahrscheinlich alles selbst erleben und deshalb kann viel geschrieben stehen, es werden die wenigsten lesen - mit dem Computer können wir uns virtuelle Welten erschaffen und doch: die Sehnsucht nach dem Mystischen bleibt, man sieht es an den Filmen, die entstehen.

Irgendwie merken die Menschen, daß es darüber hinaus noch mehr gibt, als sie sonst glauben.

Lassen wir das mal alles offen - es ist wohl eine Phase, in der Menschen versuchen, erst mal mit der Realität ins Klare zu kommen, weil das Leben hier auf Erden auch nicht einfacher geworden ist.

Ich habe noch keine Richtung/Strömung entdeckt, die bei mir keine Fragen auslösen, wenn ich die Thesen zur Kenntnis nehme - auch bei Steiner habe ich an manchen Stellen Zweifel, aber die darf jeder Mensch haben - obwohl mir auch klar ist, daß wir so manches dahinter Liegende in den Schriften nicht verstehen, weil es uns über Symbole mitgeteilt wird.

Ich kann Dir also keine erschöpfende Antwort auf Deine Fragen geben, verweise nur darauf, daß JedeR selbst finden muß, was ihn zufrieden stellt.

Fakt ist aber, daß es viele Menschen interessiert, die sich dann mit den Themen auseinandersetzen und ihre Meinung dazu kund tun. Man findet sie dann im Internet.

Mit einem freundlichen Gruß
ikarus
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Hallo Ikarus,

Danke für die erhebende Anregung der Texte und Internetverweise.

Zitat:
es steht ja viel geschrieben, wie Du auch weißt und es gibt auch interessante Auseinandersetzungen mit diesen Themen - wer nun von all denen, die etwas behaupten oder ablehnen, Recht haben oder ob es überhaupt um Rechthaben/wollen geht, kann man nicht direkt sagen, es ist eine Auseinandersetzung, was sein könnte und was wir in der Wirklichkeit wiederfinden.


Solche Auseinandersetzungen waren immer mein Hauptinteresse. Ich wollte aber dabei schon auch auf einen grünen Zweig kommen, also die Wahrheit herausfinden.

Steiner war genial, ich hab mich mit ihm und ähnlichen Forschern befasst, allmählich hat sich mein Interesse aber etwas verlagert weil ich vieles nicht verifizieren konnte und mein Weltbild nicht zu sehr auf Möglichkeiten gründen wollte. Schließlich kommt dann eben heraus: ich weiß dass ich nichts weiß. Diese Einsicht erscheint mir wichtig, wenn sie verbreiteter wäre, gäbe es keinen Fanatismus und keine Glaubenskriege.

Zitat:
Das sind die Aussagen, denen ich folgen kann, bzw. mit denen ich konform gehen kann, weil sie mir logisch erscheinen. Ich spreche jetzt auch nur von mir, andere Menschen können das gänzlich anders betrachten. Diese Freiheit ist immer gegeben.

Man kann es hin- und herdrehen, der Mensch wird immer eine subjektive Ansicht behalten, der eine steht für dies und der andere steht für etwas anderes -


Es liegen halt den in sich logischen Systemen Hypothesen zugrunde. Ich denke ihr Wert misst sich an ihrer Brauchbarkeit – an den Früchten werdet ihr sie erkennen, und die bestehen in all den Aspekten von Liebe und Weisheit.

Zitat:
Wir wollen wahrscheinlich alles selbst erleben und deshalb kann viel geschrieben stehen, es werden die wenigsten lesen - mit dem Computer können wir uns virtuelle Welten erschaffen und doch: die Sehnsucht nach dem Mystischen bleibt, man sieht es an den Filmen, die entstehen.

Irgendwie merken die Menschen, daß es darüber hinaus noch mehr gibt, als sie sonst glauben.


Die metaphysische Sehnsucht gehört zum Menschsein dazu, es ist ein besonderes Privileg, dass uns von anderen Lebewesen der Erde unterscheidet, nicht?
Zu allen Zeiten sind einige Menschen den großen Fragen ernsthaft nachgegangen und auf ihren Entdeckungen gründen Wege, Schulen, Weltreligionen. Immer sind sie mit der materialistischen Neigung, die ebenfalls in uns allen ist, in Konflikt geraten, oder davon beeinflusst und unterwandert worden.

In unserer Zeit sind die allgemeinverbindlichen Weltanschauungen zugunsten einer Vielfalt am schwinden und die Beschäftigung damit ist zu einer Privatsache geworden. Die gute Seite daran ist dass sich jeder frei entfalten kann, die weniger gute dass wir von Staatswegen vom Materialismus überrollt werden.

Zitat:
Lassen wir das mal alles offen - es ist wohl eine Phase, in der Menschen versuchen, erst mal mit der Realität ins Klare zu kommen, weil das Leben hier auf Erden auch nicht einfacher geworden ist.


Ich glaube es war nie einfach, die Probleme haben sich nur verlagert. Die technische Entwicklung hat wohl wesentlich dazu beigetragen die Welt als einen Selbstbedienungsladen für sinnliche Genüsse aufzufassen, das metaphysische Bedürfnis wird dadurch zurückgedrängt, kann aber meines Erachtens nie ganz erstickt werden.

Zitat:
Ich habe noch keine Richtung/Strömung entdeckt, die bei mir keine Fragen auslösen, wenn ich die Thesen zur Kenntnis nehme - auch bei Steiner habe ich an manchen Stellen Zweifel, aber die darf jeder Mensch haben - obwohl mir auch klar ist, daß wir so manches dahinter Liegende in den Schriften nicht verstehen, weil es uns über Symbole mitgeteilt wird.


Ich finde mich zunehmend damit ab dass das menschliche Erkenntnisvermögen begrenzt ist.

Zitat:
Fakt ist aber, daß es viele Menschen interessiert, die sich dann mit den Themen auseinandersetzen und ihre Meinung dazu kund tun. Man findet sie dann im Internet.


Darf ich Buddha zitieren:

Glaube nichts auf bloßes Hörensagen hin; glaube nicht an Überlieferungen, weil sie alt und durch viele Generationen bis auf uns gekommen sind; glaube nichts aufgrund von Gerüchten oder weil die Leute viel davon reden; glaube nicht, bloß weil man dir das geschriebene Zeugnis irgendeines alten Weisen vorlegt; glaube nie etwas, weil Mutmaßungen dafür sprechen oder weil langjährige Gewohnheit dich verleitet, es für wahr zu halten; glaube nichts auf die bloße Autorität deiner Lehrer und Geistlichen hin. Was nach eigener Erfahrung und Untersuchung mit deiner Vernunft übereinstimmt und deinem Wohl und Heil wie dem aller anderen Wesen dient, das nimm als Wahrheit an und lebe danach.
(Anguttara Nikaya I, 174)

Ich habe übrigens mal Astralreisen praktiziert und mich überzeugt dass der in vielen Kulturen beschriebene feinstoffliche Körper tatsächlich existiert. Heute denke ich dass in diesen Dingen nie eine Täuschung auszuschliessen ist. Somit gehört das bei mir in die Kategorie der Wahrscheinlichkeiten.

Es grüsst

mukti
mukti:
Zitat:
Ich habe übrigens mal Astralreisen praktiziert und mich überzeugt dass der in vielen Kulturen beschriebene feinstoffliche Körper tatsächlich existiert. Heute denke ich dass in diesen Dingen nie eine Täuschung auszuschliessen ist. Somit gehört das bei mir in die Kategorie der Wahrscheinlichkeiten.


hi, mukti

Ich lese gerade in der neuen Ausgabe von info3 einen Artikel von Volker Biesenbender über die Aktivitäten bezüglich Steiner, die bereits in der Welt existieren, das Aufarbeiten und die Auseinandersetzung mit seiner Persönlichkeit.

http://www.anthromedia.net/fileadmi.....einer/BAZ__R__Steiner.pdf
Zitat:
In der Tat, wir alle sind überfordert wie Kinder, die sich unterm Weihnachtsbaum von Geschenken erschlagen lassen. Steiner erscheint so umfassend und enzyklopädisch, so uferlos und facettenreich, dass er sofort das Gegenteil von sich ist, sobald man ihn dingfest machen will. Andererseits kommt man, wenn man noch ein bisschen intellektuelle Ehrlichkeit im Leib hat, kaum an dieser sperrigen Grösse vorbei. Wie gehen wir aber um mit einem, der die (spirituelle) Körperlänge eines Basketballstürmers hat und über den Weltenzaun hinweg Dinge sieht, die wir nicht sehen, weil wir einfach zu kurz gewachsen sind? Wie verhält man sich zu einem, der glaubhaft versichert, geistige Urbilder und Wirkkräfte so deutlich wahrzunehmen wie wir Stühle und Teetassen, und uns unermüdlich einlädt: «Kommt, prüft, schaut selber»? Man muss das nicht an sich herankommen lassen. Man kann diskret abkupfern, wie es oft geschieht. Man kann bequem abwehren: «Fantastik, nicht beweisbar, unwissenschaftlich».

Zitat:
Aber sind wir gar so sicher, dass unsere klassischen Wissenschaftskriterien noch unverändert gültig sind? Steht unsere aseptische Trennung von Subjekt und Objekt, die unerbittliche Forderung nach experimentellen Beweisen, Intersubjektivität und Wertfreiheit nicht seit Heisenberg und Co. etwas angekratzt da? Und ist unser offizielles Urknall-Weltmodell tatsächlich so viel plausibler und beweiskräftiger als die spannende und zumindest in sich selbst konsistente Kosmologie eines Doktor Steiner? Verhalten wir uns weniger spekulativ, wenn wir den Menschen vom Affen abstammen lassen als den Affen vom kosmischen Menschen, wie unser Geburtstagskind postuliert? Oder plädieren wir da einfach auf Gewohnheitsrecht?

Zitat:
Kurzsichtiger Engel. Gern hätte ich ihn als ganz jungen Studenten kennengelernt, den unweit vom Bahndamm geborenen kurzsichtigen Engel mit Kneifer, der «… oft geradezu verhungerte» (R. Mayreder) und einem Freund altklug schrieb, «echte» Liebe herrsche dann, wenn «… man mit dem Bilde zufrieden ist und das Fleisch nicht braucht, ja es unterdrückt». Gern hätte ich mich zum Essen verabredet mit diesem einsamen Querdenker, der überall willkommen war, aber nirgends zu Hause. Gern hätte ich später ein paar Biere mit diesem phasenweise «verbummelten … und zigeunernden Intellektuellen» getrunken, der mit seinen Dichter-Freunden in den Berliner Nachtcafés Gott und die Welt feierte und von dort manchmal erst nachmittags zurückkehrte: « Steiner(…) ist Sonntag betrunken heimgekommen» (sein Freund E. Hartleben).
(die neue Ausgabe ist noch nicht im I-Net eingegeben)

Das aktuelle Heft nimmt mich jetzt gefangen und werde mich jetzt über den Tag verteilt hinein vertiefen.

Themen über das Ich/Ego werden wir zuhauf finden, wenn wir wollen - lesen und nachdenken müssen wir schon allein.

Dir einen schönen Tag
wie allen anderen auch - auf Foren bei dem sonnig kühlen Wetter keine rechte Lust
mfg, ikarus
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Das klingt interessant, liebe Zahira,
wenn Du schreibst, dass ein Sufilehrer die "Atmosphäre magnetisieren" kann.

Dazu fällt mir ein Erlebnis mit Amma, der hinduistischen Mystikerin ein.
Es war meine 2. Begegnung mit ihr und ich als Christin wollte das Ganze auch nach einer ersten transzendenten Erfahrung, mal wieder mit dem Kopf angehen...

Da hat Amma mich plötzlich auf eine "andere Ebene" jenseits des Ego "gehoben".
Weil ich zu diesem Zeitpunkt sehr offen war, konnte ich diese Erfahrung machen, die mein bisheriges Weltbild völlig erschütterte.

Plötzlich kamen erste Erinnerungsfetzen an ein sehr frühes Leben und der vedische Astrologe, bei dem ich gerade saß ohne meine Geburtszeit zu wissen, half mir u.a., an das Thema mehrerer früherer Leben anzuknüpfen...

LG

Mara
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Hallo liebe Mara,


mein Ego in Menschengestalt und dadurch transformierte Energie grüßt Dich durch dieses Medium ganz -lich


liebe Grüße
Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Rosenrot hat folgendes geschrieben:
Hallo liebe Mara,


mein Ego in Menschengestalt und dadurch transformierte Energie grüßt Dich durch dieses Medium ganz -lich


liebe Grüße
Rose


O la la, liebe Rose,

Deine Grüße kommen auch im Herzen an.
Dort gibt es kein Ego.

Sei -lich umarmt,

Mara
_________________
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.