Todesstrafe für iranischen Pastor


Hinrichtung von Pastor steht möglicherweise unmittelbar bevor

Der erste Prozess gegen Nadarkhani mit anschließendem Todesurteil hatte im September 2010 stattgefunden. Die Begründung hatte damals noch "Apostasie" und "Verbreitung nichtislamischer Lehren" gelautet, danach wurde offenbar in andere Richtung "ermittelt": Wegen der international großen Aufmerksamkeit änderten die Vertreter des iranischen Regimes die Vorwürfe gegen Nadarkhani. Es hieß jetzt, der Pastor sei "Zionist" und er gefährde die nationale Sicherheit.

Das Oberste Gericht leitete den Fall zudem an Irans Geistlichen Führer Ayatollah Ali Khamenei weiter, um dessen "Meinung" einzuholen. Khamenei, der Nachfolger von Revolutionsführer Khomeini, ist die höchste Autorität in der Islamischen Republik und verfügt über eine enorme Machfülle.

Laut der in Frankfurt beheimateten "Internationale Gesellschaft für Menschenrechte" (IGFM) ist der Fall Nadarkhani besonders schwerwiegend. Das Regime wolle an ihm offenbar ein Exempel statuieren, sagte IGFM-Mitarbeiter Ralf Kampmann gegenüber dem "Hamburger Abendblatt". Werde der Pastor hingerichtet, könnte das iranische Regime auch Tausende andere Konvertiten töten. Hunderte aktive Christen im Iran seien dann akut bedroht, so die IGFM.

Die Menschenrechtsorganisation versucht, dies zu verhindern. Die IGFM organisiert aktuell Aktionen in Hamburg gemeinsam mit der Evangelischen Allianz, einem Zusammenschluss verschiedener Kirchen. Am kommenden Samstag, 25. Februar, soll eine große Mahnwache am Hamburger zentralen Mönckebergbrunnen stattfinden.

Die weltweiten Proteste haben mittlerweile die Aufmerksamkeit von einflussreichen Politikern auf sich gezogen: So haben US-Präsident Barack Obama, EU-Außenministerin Catherine Ashton und auch die die deutsche Bundesgierung den Iran aufgefordert, Nadarkhani freizulassen. Die IGFM hat bereits 23.000 Unterschriften gesammelt.

http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/45084.html
Ein finsteres, trauriges Kapitel was sich im Iran zurzeit abspielt.

Was in unserer Hand liegt sollten wir tun und mit
unseren Gebeten für die Unterdrückten und für Gerechtigkeit bitten.

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Guten Abend,

ich habe heute einen Bericht mit Diskussion über Christenverfolgung gesehen. Darin hiess es, die Christen seien die heute am stärksten verfolgte Religionsgruppe auf der Welt. Man geht wohl von ca 100.000 verfolgten Christen weltweit aus. Hauptsächliche Gegner der Christen sind islamische und besonders natürlich islamistische Gruppen, aber auch der saudiarabische Wahabismus trägt einen grossen Teil Verantwortung. Gründe für die Verfolgung sind wohl eine sehr einseitige Auslegung des Korans und der daraus abgeleitete "Machtanspruch" als einzig "wahre" Religion.
Als ein Grund für die besonders starke "Opferrolle" der Christen wurde genannt, dass sich die Christen aufgrund ihrer religösen Regeln sehr schlecht gegen fanatische Übergriffe wehren können. Hindus und Moslems bomben sich in ein "Gleichgewicht des Schreckens", Christen bleibt nur die Auswanderung.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Religiöser Fanatismus und Hass sind ein weltverzehrendes Feuer, dessen Gewalt niemand zu dämpfen vermag. Nur die Hand Göttlicher Macht kann die Menschheit von dieser verheerenden Plage befreien.
(Baha'u'llah, Brief an den Sohn des Wolfes)


Die Religion sollte alle Herzen vereinen und Krieg und Streitigkeiten auf der Erde vergehen lassen, Geistigkeit hervorrufen und jedem Herzen Licht und Leben bringen. Wenn die Religion zur Ursache von Abneigung, Hass und Spaltung wird, so wäre es besser, ohne sie zu sein....
(Abdu'l-Baha, ANSPRACHEN IN PARIS)

Verkehrt mit den Anhängern aller Religionen in Freude und Eintracht
( Göttliche Lebenskunst)


Ist das wirklich so schwer?

Gute Nacht und liebe Grüße
Linde
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Bahá'u'lláh
Der offensichtlichste Grund wird bei solchen Darstellungen immer gern weggelassen. Seit dem 11. September sind diverse westliche Länder sehr aggressiv gegen oder in islamischen Ländern vorgegangen.

Diese westliche Verhalten wurde von vielen Muslimen als christliches Verhalten antizipiert und die Wut darüber und über viele andere Probleme (Sündenbockfunktion) bekommen jetzt die lokalen christlichen Gruppen ab.

Das Christen nun aufgrund religiöser Regeln weniger bereit wären Gewalt anzuwenden ist einfach schon zigfach wiederlegt. Christliche Minderheiten in islamischen Ländern können sich rein vom Machtverhältnis nicht wehren. Gleiches gilt auch für andere Minderheiten.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Guten Abend,

ich habe heute einen Bericht mit Diskussion über Christenverfolgung gesehen. Darin hiess es, die Christen seien die heute am stärksten verfolgte Religionsgruppe auf der Welt. Man geht wohl von ca 100.000 verfolgten Christen weltweit aus. Hauptsächliche Gegner der Christen sind islamische und besonders natürlich islamistische Gruppen, aber auch der saudiarabische Wahabismus trägt einen grossen Teil Verantwortung. Gründe für die Verfolgung sind wohl eine sehr einseitige Auslegung des Korans und der daraus abgeleitete "Machtanspruch" als einzig "wahre" Religion.
Als ein Grund für die besonders starke "Opferrolle" der Christen wurde genannt, dass sich die Christen aufgrund ihrer religösen Regeln sehr schlecht gegen fanatische Übergriffe wehren können. Hindus und Moslems bomben sich in ein "Gleichgewicht des Schreckens", Christen bleibt nur die Auswanderung.

Pjotr Kala


Der offensichtlichste Grund wird bei solchen Darstellungen immer gern weggelassen. Seit dem 11. September sind diverse westliche Länder sehr aggressiv gegen oder in islamischen Ländern vorgegangen.

Diese westliche Verhalten wurde von vielen Muslimen als christliches Verhalten antizipiert und die Wut darüber und über viele andere Probleme (Sündenbockfunktion) bekommen jetzt die lokalen christlichen Gruppen ab.

Das Christen nun aufgrund religiöser Regeln weniger bereit wären Gewalt anzuwenden ist einfach schon zigfach wiederlegt. Christliche Minderheiten in islamischen Ländern können sich rein vom Machtverhältnis nicht wehren. Gleiches gilt auch für andere Minderheiten.
Hallo Tobias,
Zitat:
Das Christen nun aufgrund religiöser Regeln weniger bereit wären Gewalt anzuwenden ist einfach schon zigfach wiederlegt. Christliche Minderheiten in islamischen Ländern können sich rein vom Machtverhältnis nicht wehren. Gleiches gilt auch für andere Minderheiten.


Könntest du mir mal da Belege bringen. Mir ist da in den letzten 20 Jahren nichts im Gedächtnis hängen geblieben (sieht man mal von ein paar fanatischen Abtreibungsgegnern in den USA ab).
Dagegen sind Nigeria, Ägyten, Iran, Eritrea, Sudan wohl inzwischen überall bekannt. Ich kann auch nicht feststellen, dass christliche Kirchen in Europa oder Amerika in den letzten Jahren mit Mordanschlägen gegen Moslems vorgegangen sind.

Wenn eine Religion Sündenbockfunktionen unterstützt, sollte sie sich schleunigst von solchen Regelungen trennen.

Pjotr Kala
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@Pjotr Kala

Ich glaube du unterschützt hier etwas wie stark religiös motiviert viele amerikanische Politik ist. Es ist gerade die christliche Rechte die in den USA immer wieder militärisches Vorgehen in der Außenpolitik, lockeres Waffenrecht und härteren Rechtsvollzug fordert und durchsetzt. Zigtausende Opfer dieser Politik sind die Folge.

Wie sieht es mit der religiösen Dimension des Nordirlandkonfliktes aus?

Die wohl brutalste "Rebellengruppe" der Welt ist christlich. Die Lord’s Resistance Army. Ihr Ziel: die Errichtung eines "christlichen Gottesstaates" in Uganda.

Fühlen sich Christen ähnlich bedroht wie Muslime und haben die zahlenmäßige und militante Möglichkeit können sie durchaus ähnlich reagieren und tun es auch.
Hallo Tobias,

nö, die Amis sind mir mit ihren oft überzogenen christlichen Begründungen für ihr Verhalten ziemlich suspekt. Allerdings ist das militärische Vorgehn eher auf wirtschaftliches Interesse zurückzuführen und wird auch nicht so deutlich religiös verbrämt.

Der Nordirlandkonflikt ist zwar ein religöser Konflikt, wurde aber zunächst hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen und gegen England geführt. Fanatiker auf beiden Seiten haben den Konflikt dann in ihrem Interesse aufrecht erhalten.

Die Lord's Resistance Army wird als terroristische Vereinigung angesehen, deren Anführer bereits am internationalen Gerichtshof angeklagt worden sind. Die Grausamkeiten dieser Gruppe waren und sind wohl ziemlich barbarisch.
An die Zahl von 100.000 verfolgten Muslimen reicht diese Gruppe aber bei weitem nicht heran.
Ausserdem berichten auch christliche Flüchtlinge aus Eritrea von unvorstellbaren Gräueltaten.
Insgesamt bleibt der Eindruck, dass Muslime Toleranz hauptsächlich als "Einbahnstrasse" verstehen.
Selbst der Vatican hat die Türkei ( ich glaub es war im Nov.) in einem Schreiben gemahnt, mehr Religionsfreiheit zu gewähren.

Zitat:
Fühlen sich Christen ähnlich bedroht wie Muslime und haben die zahlenmäßige und militante Möglichkeit können sie durchaus ähnlich reagieren und tun es auch.


In diesem Satz kannst du statt Christen auch jede andere Religion inclusive Bahai einsetzen. Er sagt also nichts aus.
Und wieso fühlen sich die Muslime im Jahr 2012 noch bedroht?

Tatsache ist, dass zur Zeit die Christen die zahlenmässig am stärksten verfolgte religöse Gruppierung sind.
Und wie schnell Muslime auf die Barrikaden gehen, hat man ja auch schon oft genug erlebt (Salman Rushdi, Mohamed-Karikaturen, jetzt der Patzer der US-Soldaten mit der Koran-Verbrennung).

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Zitat:
nö, die Amis sind mir mit ihren oft überzogenen christlichen Begründungen für ihr Verhalten ziemlich suspekt. Allerdings ist das militärische Vorgehn eher auf wirtschaftliches Interesse zurückzuführen und wird auch nicht so deutlich religiös verbrämt.


Es wird auch religiös begründet (kannst du gern in jeder Analyse über die christliche Rechte in den USA nachlesen). Die Verbindung von Religion und materiellen Interessen liegt auch in der islamischen Welt vor.

Mir ist schon klar das dir das als Christ nicht passt das zigtausende deiner Glaubensbrüder für militärische Massengewalt, eine hochgerüstete Gesellschaft und die brutale Behandlung von Sträflingen sind; aber das ist schichte Realität.

Zitat:
Der Nordirlandkonflikt ist zwar ein religöser Konflikt, wurde aber zunächst hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen und gegen England geführt. Fanatiker auf beiden Seiten haben den Konflikt dann in ihrem Interesse aufrecht erhalten.


Ändert nichts an meiner Aussage: unter ähnlichen Bedingungen reagieren Christen und Muslime auch ähnlich.

Zitat:
Die Lord's Resistance Army wird als terroristische Vereinigung angesehen, deren Anführer bereits am internationalen Gerichtshof angeklagt worden sind. Die Grausamkeiten dieser Gruppe waren und sind wohl ziemlich barbarisch.
An die Zahl von 100.000 verfolgten Muslimen reicht diese Gruppe aber bei weitem nicht heran.
Ausserdem berichten auch christliche Flüchtlinge aus Eritrea von unvorstellbaren Gräueltaten.


Und sie haben das alles mit christlicher Intension legitimiert. Was der Rest sagen soll ist mir jetzt nicht ganz ersehbar? Was meinst du was Muslime alles so berichten können was ihnen von Christen angetan wurde?

Zitat:
Insgesamt bleibt der Eindruck, dass Muslime Toleranz hauptsächlich als "Einbahnstrasse" verstehen.
Selbst der Vatican hat die Türkei ( ich glaub es war im Nov.) in einem Schreiben gemahnt, mehr Religionsfreiheit zu gewähren.


Der Vatikan soll sich doch einfach erst mal selbst zu den Menschenrechten bekennen...

Zitat:
In diesem Satz kannst du statt Christen auch jede andere Religion inclusive Bahai einsetzen. Er sagt also nichts aus.


Bei den Bahai kann man das schwer sagen. Sie waren schlicht noch nie in der Mehrheit oder hatten die realistische machtpolitische Möglichkeit zurückzuschlagen.

Es gibt aber auch religiöse Gruppen bei denen es gewiss ist das sie es nicht tun. Die Quäker z.B. haben es (in Nordamerika) nie getan, auch wenn sie die Machtmittel gehabt hätten.

Der Satz sagt sehr wohl etwas aus. Das die Behauptung das Christen einfach die besseren Menschen seien schlicht nur Hybris ist.

Auch wenn du es versucht hast klein zu reden. Ich habe dir gezeigt, dass Christen sich unter ähnlichen Bedingungen ähnlich wie Muslime verhalten.

Zitat:
Und wieso fühlen sich die Muslime im Jahr 2012 noch bedroht?


Fragst du das jetzt ernsthaft? Wenn ja, dann solltest du dich ehrlich bemühen die Welt etwas weniger einseitig zu sehen.

Wie wäre es denn damit weil amerikanische Soldaten (aller Wahrscheinlichkeit nach Christen) auf tote Afghanen urinieren oder sich eines ablachen während sie zivile Iraker (inklusive deren Kinder!) abknallen die Journalisten helfen.

Das sind nur zwei Beispiele. Menschen in der Region haben noch viel mehr erlebt. Das schafft Zorn und der wird dann natürlich von Fanatikern und Machtpolitikern benutzt.

Zitat:
Tatsache ist, dass zur Zeit die Christen die zahlenmässig am stärksten verfolgte religöse Gruppierung sind.


Das bestritt ich auch nie. Aber offenbar sind dir (wie auch anderen Christen) die Hintergründe der Sache eher wenig genehm. Mich beschleicht doch immer wieder der Verdacht das sich dabei vielmehr auf dem Rücken der Opfer selbstbeweihräuchert wird was für eine überlegende Religion man doch hätte und wie bestialisch die Anderen doch seien.

Zitat:
Und wie schnell Muslime auf die Barrikaden gehen, hat man ja auch schon oft genug erlebt (Salman Rushdi, Mohamed-Karikaturen, jetzt der Patzer der US-Soldaten mit der Koran-Verbrennung).


Das sind doch letztlich nur die Auslöser die Spannungen hervorbringen die schlicht schon da sind.