Wie denkt der moderne Islam über das Thema Dhimmies?


Es passt zwar nicht ganz in eure Diskussion, aber ich finde es schon verrückt, was da in Deutschland abgeht...
http://www.rbb-online.de/stadt_land.....reit_um_gebetsraeume.html
Zitat:
Der Fall des 16-jährigen Yunus M. aus Berlin- Wedding hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der muslimische Schüler erstritt vor Gericht, in der Schule beten zu dürfen. Am 27. Mai 2010 hob das Oberverwaltungsgericht das Urteil wieder auf - und ließ Revision zu. Der Streit dürfte damit nach lange nicht vom Tisch sein.


Daß sich Richter überhaupt damit befassen müssen, in einem Land das Religionsfreiheit verfassungsmässig garantiert, finde ich ganz schön krank.
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Der Blick reicht immer nur bis zur nächsten Wegbiegung.
Zitat:
Es passt zwar nicht ganz in eure Diskussion,


Es passt eigentlich sogar sehr gut.
Ich finde diesen Vergleich unpassend.
Da werden Menschen wegen ihres Glaubens und ihrer Religionszugehörigkeit heimtückisch umgebracht
und da erhält jemand in einem öffentlichen Gebäude keinen Gebetsraum.

Übrigens, an der Düsseldorfer Uni wurde jetzt ein Raum der Stille eingerichtet, der von allen Glaubensrichtungen benützt werden kann, zum Gebet, allerdings zum Stillen und auch zur Meditation.
- sinnvoll und friedenstiftend !
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Ich komme nochmal auf die Frage zurück:
Was und wie denken moderne Muslime über Dhimmies? Sind sie überkommene Geschichte oder doch fester Bestandteil einer islamischen staatlichen Gesellschaft. Was darf ein Dhimmi, was ist ihm heute verboten, oder sollte ihm verboten sein?
Bis jetzt habe ich darauf noch keine richtige konkrete Antwort von Muslimen gehört (Bitte: dass die Bahai sehr tolerant sein mögen ist ja schön, aber hier geht die Frage eindeutig Richtung Islam, so wie er in der Welt heute am verbreitesten gelebt und verstanden wird.)
Zitat:
Was und wie denken moderne Muslime über Dhimmies?


Modern ist ein weiter Begriff: Darunter fallen sowohl die meisten radikalen, militanten Islamisten, als auch Reformer hin zur Rationalität oder auch zum Westen hin.

Entsprechend weit ist auch die Rezeption des Begriffs und seiner sozialen Wirkungsmacht.

Zitat:
Bis jetzt habe ich darauf noch keine richtige konkrete Antwort von Muslimen gehört (Bitte: dass die Bahai sehr tolerant sein mögen ist ja schön, aber hier geht die Frage eindeutig Richtung Islam, so wie er in der Welt heute am verbreitesten gelebt und verstanden wird.)


Ich habe hier keine Baha'i-Lehre wiedergegeben. In der Baha'i-Religion gibt es so eine soziale Einstufung gar nicht, ich habe dir dargelegt, wie es im Islam gibt.

Du verlangst nach einer einzigen Antwort zu einem Thema zu dem es im Islam diverseste Meinungen gibt. So leicht ist das also leider nicht.
Lieber Tobias,
deine nicht konkretisierte Meinung kenne ich nun.
Es wäre schön, wenn du nun auch mal wirklich die Leute antworten liessest, die ich gefragt habe, anstatt den Eindruck zu erwecken, dass die Frage beantwortet wäre, weil du dich ja meldest.
Bis jetzt habe ich noch keine Antwort eines Islamgläubigen gehört. Gib denen mal eine Chance.
Die Grundintention des "Dhimmi"-Status ist klar - und kann auch nicht "wegdiskutiert" und schöngeredet werden:

Es ist die theologische Grundlage für die Mehrklassengesellschaft. Das ist auch der Grund, warum du von einem Muslim keine konkrete Antwort erhalten wirst.

Er kann entweder dafür sein - dann "outet" er sich in der liberalen säkularen Gesellschaft. Oder er ist dagegen - dann findet das Outing bei seinen konservativ eingestellten Glaubensbrüdern statt.
Und genau deshalb möchte ich Antworten von Gläubigen des Islam. Keine Antwort ist eben auch eine, und bis jetzt war da noch keine.
Wenn ich es recht verstanden habe, dann gibt es doch auch nicht wenige Muslime in diesem Forum. Dennoch antwortet keiner von ihnen auf diese direkt gestellte Frage.
Hat Burkl also recht, wenn er damit feststellt, dass der Islam eine Mehrklassengesellschaft vertritt und befürwortet, nach dem Motto, dass der Moslem der bessere Mensch sei, mit mehr Rechten?
Also fehlt doch sehr viel Toleranz, die aber gerne von islamischer Seite vom Westen gefordert wird, oder?
Nur um dieser Entwicklung gleich das Wasser abzugraben: Die Toleranz, welche der politische Liberalismus der westlichen Gesellschaften allen Menschen gegenüber zeigt hängt nicht davon ab was in irgendwelchen Ländern irgendwo in der Welt abläuft, sondern davon in was für einer Gesellschaft wir hier leben wollen.