Stimmt das?


@Robert H.

Zitat:
Nein. Nur weil es bei uns Menschen gerade der Hype ist, an einen Gott zu glauben muss das nicht bedeuten, dass es nicht mehrere göttliche Wesen gibt, die gemeinsam Leben erschaffen. Das ist genauso eine gültige Überlegung wie die Ein-Gott-These.


Das ist kein "Hype" sondern feste Überzeugung. Bist du denn fest überzeugter Polytheist? Hältst du die griechische Mythologie für überzeugend und wahr und nennst du Gott einen Lügner, wenn Er sagt Er ist der Einzige und Wahre?

Wenn ich mir so diverse neuheidnische Bewegungen anschaue, dann ist das eher eine Mode.

Zitat:
Natürlich kennst du die Wahrheit, sonst würdest du sie mir natürlich nicht mitteilen. Sei vorsichtig, die ganzen breiten Glaubenshypothesen quer durch die Menschheitsgeschichte und die, die noch kommen werden sind so "natürlich" unterschiedlich, dass es unnatürlich ist


Glaube mir, dass ich aufgrund meines Studiums sicher die religiösen Systeme der Menschheit noch weit besser kenne als du.

Als Baha'i sage ich überhaupt nicht, dass nur wir recht haben, sondern dass religiöse Wahrheiten von ihrer Natur aus relativ sind. Fakt ist aber ebenso, dass es einige Kernlehren gibt, die unveränderlich sind und höchstens in den jeweiligen Kontexten anders formuliert sind.

Vor was soll ich mich vorsehen? Fragst du denn nach der Wahrheit oder willst du nur etwas meckern?
Zitat:
Nimm die Lehre eine Gottesboten und wende sie an.

Wie erkennt man einen Gottesboten? Woher weis man, wer wirklich einer ist und wer sich nur einbildet einer zu sein?
An seinen schönen, sinngebenden Worten? An den Aussagen, die für einen wahr klingen, weil er ähnlich denkt wie man selbst?

Zitat:
Der eine führt über Betrachtungen des Lebens, des Universums, der beobachtbaren Gesetze und ergibt Schlussfolgerungen, die letztlich bei Gott oder Göttern enden;

Unter anderem, ja. Ebenso gibt es ein haufen Schlussfolgerungen, die keinen Gott beinhalten. Diese sind nicht weniger unwahrscheinlich oder unrealistischer als die anderen.

Ihr wollt einen Gott sehen, ich will keinen Gott sehen -> Beide haben wir nicht die Möglichkeit unsere Vorstellungen wahrlich zu beweisen.
Zitat:
Bist du denn fest überzeugter Polytheist?

Am ehesten orientiere ich mich danach: http://www.giordano-bruno-stiftung.de/human/manangebote.htm
Ist keine endgültige Wahrheit oder Ausrichtung für mich, nur ein guter Leitfaden.

Zitat:
sondern dass religiöse Wahrheiten von ihrer Natur aus relativ sind.

Was meinst du mit relativen Wahrheiten?

Zitat:
Fakt ist aber ebenso, dass es einige Kernlehren gibt, die unveränderlich sind...

Es ist nicht gut, etwas als unveränderlich zu betrachten. Auch bei diesen alten Kernlehren können Fehler enthalten sein, durch vielleicht mangeldem Wissen über die unterschiedlichsten Gebiete, dass wir heute aber gut ausgeforscht haben.

Zitat:
Vor was soll ich mich vorsehen?

Dass du damit vorsichtig bist, welchem Menschen (tot oder lebendig) du einen "göttlichen Draht" zuschreibst und an ihm dich zu sehr heftest.

Der Link zum Manifest ist von Michael Schmidt-Salomon, den ich recht schätze. Aber er ist nur ein Mensch und er kann sich durchaus wie ich dabei irren, dass es keinen Gott gibt. Er weis das auch:

Zitat:
Vorbemerkung: Diese zehn „Angebote“ wurden von keinem Gott erlassen und auch nicht in Stein gemeißelt. Keine „dunkle Wolke“ sollte uns auf der Suche nach angemessenen Leitlinien für unser Leben erschrecken, denn Furcht ist selten ein guter Ratgeber. Jedem Einzelnen ist es überlassen, diese Angebote angstfrei und rational zu überprüfen, sie anzunehmen, zu modifizieren oder gänzlich zu verwerfen.


Aber in eine Richtung muss man ja tendieren (nicht haften), was einem eben das Gewissen sagt. Das ist meine Richtung - gottfreier Sinn.
Wir sind vooooll vom Thema abgekommen. Sollte wieder ein eigener Tread sein.
Zitat:
Es ist nicht gut, etwas als unveränderlich zu betrachten. Auch bei diesen alten Kernlehren können Fehler enthalten sein, durch vielleicht mangeldem Wissen über die unterschiedlichsten Gebiete, dass wir heute aber gut ausgeforscht haben.


Gott kann sich schlicht nicht irren. Einzelne Offenbarungen enthalten Elemente, die, wie du andeutest, auf einen bestimmten kulturellen oder gesellschaftlichen Rahmen zugeschnitten sind. Das liegt dann aber daran, dass Gott die entsprechende Lösung für die entsprechenden Probleme des jeweiligen Zeitalters vermittelt.

Aber bestimmte Kernelemente bleiben eben immer gleich: Das es nur einen Gott gibt, das dieser Gott alle Menschen und die gesamte Schöpfung erschaffen hat, das dieser Gott Friede und Eintracht zwischen den Menschen wünscht, das Er die Erziehung dieser Menschen wünscht, usw.

Was soll sich daran auch ändern?

Zitat:
Dass du damit vorsichtig bist, welchem Menschen (tot oder lebendig) du einen "göttlichen Draht" zuschreibst und an ihm dich zu sehr heftest.


Baha'u'llah ist eben kein Mensch, sondern eine Manifestation Gottes. Und bei der Suche nach dieser Wahrheit war ich durchaus sehr vorsichtig. Hast du denn gesucht? Ebenso fortsichtigt wie man nämlich seien muss keinen Schwindler auf dem Leim zu gehen muss man auch sein nicht die Manifestation Gottes nicht zu beachten.

Zitat:
Wie erkennt man einen Gottesboten? Woher weis man, wer wirklich einer ist und wer sich nur einbildet einer zu sein?
An seinen schönen, sinngebenden Worten? An den Aussagen, die für einen wahr klingen, weil er ähnlich denkt wie man selbst?


Durch die wahre und unabhängige Suche nach Gott. Wenn es dich interessiert kann ich dazu gern einen längeren Text posten.

Aber um es vorweg zu nehmen: Auf der einen Seite müssen wir selbst suchen und wahrhaftig ausschau halten und auf der anderen Seite führt uns Gott. Es geht eben nicht darum seine selbstischen Ideen durchzusetzen.

Zitat:
Ihr wollt einen Gott sehen, ich will keinen Gott sehen -> Beide haben wir nicht die Möglichkeit unsere Vorstellungen wahrlich zu beweisen.


Unter dem Axiom das man nur materialistische Beweise zulässt stimmt das. Allerdings kann man mit diesen Gott sowieso nicht "einfangen", denn dazu müsste dieser den Gesetzen der Materie (etc.) unterworfen sein, was Er aber nicht ist.

Zitat:
Was meinst du mit relativen Wahrheiten?


Eine Wahrheit kann völlig absolut, also immer gültig sein, oder aber sie kann von ihrem Kontext abhängig sein. In dem Kontext ist sie absolut wahr, jedoch außerhalb des Kontextes nicht mehr.

So ist z.B. die Aussage "Es gibt keinen Gott außer Gott" absolut wahr. (Jetzt mal abgesehen von der Begrenzung der Sprache in der sie verfasst ist.) Das man diesen (und weitere) Verse aber fünf mal am Tag sagen muss um ein wahrer Gläubiger zu sein ist eine relative Wahrheit, die in der Sendung Muhammads absolut wahr war, aber sich davor nicht belegen lässt und beim Báb und Bahá'u'lláh so auch nicht mehr gilt.

Zitat:
Wir sind vooooll vom Thema abgekommen. Sollte wieder ein eigener Tread sein.


Als Mod kann ich leider Themen nicht trennen. Ich werde allerdings den Admin anfragen das zu tun.

Zitat:
Diene weder fremden noch heimischen „Göttern“, sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern!


So lautet der erste Punkt des von dir verlinkten Manifest. Sofern der Autor halbwegs wusste was er tat, wusste er, dass dieser Punkt eine Ohrfeige für jeden Gläubigen ist. (Vermutlich eine Art Rache für das erste echte Gebot.)

Es gibt nur einen Gott und natürlich diene ich diesen. Da lasse ich mich auch von diesen Dokument, welches in der Form den 10 Geboten nachgemacht ist und dessen Inhalt letztlich (über zig Ecken) entweder aus den Heiligen Schriften oder verschiedenen Dogmen des modernen Denkens kommt, nicht von abhalten.
Zitat:
Inwiefern kommst du auf die Idee, dass Gott an den Menschen gebunden sei? Nur weil Er ihn zu bestimmten Zwecken erschaffen hat, heißt das nicht, dass Er abhängig vom Menschen ist.


Und zu welchen Zwecken hat Gott deiner Meinung nach die Menschen erschaffen?
Zitat:
Und zu welchen Zwecken hat Gott deiner Meinung nach die Menschen erschaffen?


Ich denke das waren sogar mehrere Zwecke.

Baha'u'llah (Verborgene Worte, arab. 4b-c) hat folgendes geschrieben:
Von Herzen wünschte ich, dich zu erschaffen, also erschuf Ich dich. Nun liebe du Mich, damit Ich deinen Namen nenne und deine Seele mit dem Geiste des Lebens erfülle.


Baha'u'llah (Gebete und Meditationen, 181:1a) hat folgendes geschrieben:
Ich bezeuge, o mein Gott, daß Du mich erschaffen hast, Dich zu erkennen und Dich anzubeten.


Baha'u'llah (Ährenlese 109:2a) hat folgendes geschrieben:
Alle Menschen wurden erschaffen, eine ständig fortschreitende Kultur voranzutragen.


Ich denke das sogar diese drei Dinge; von Gott geliebt werden und Ihn lieben, Gott erkennen und anzubeten und eine Kultur voranzutragen; nur eine Auswahl sind, aber durchaus Kernelemente, die eng zusammenhängen.
Gilt im Bahai-Glauben auch der Glaube an "tauhid" Gottes?
Ja die Einheit (tauhíd) Gottes gilt. Das heißt allerdings nicht, dass wir damit auch die ganze Entwicklung der islámischen "Theologie" geerbt hätten (die sich meiner Meinung nach sogar oft von der Einheit Gottes weg entwickelt hat).

Ich denke mal du willst auf die Trinität heraus. Dazu gibt es in "Beantwortete Fragen" von 'Abdu'l-Bahá ein ganzes Kapitel:

http://recherche.bahai-studien.de/?.....amp;q2=0&c=1#phrase-0

Baha'u'llah (Ährenlese 124:1) hat folgendes geschrieben:
Wie wunderbar ist die Einheit des lebendigen, des immerwährenden Gottes eine Einheit, die über alle Begrenzungen erhaben ist und die Fassungskraft alles Erschaffenen übersteigt! Seit Ewigkeit hat Er in Seiner unzugänglichen Wohnstätte der Heiligkeit und Herrlichkeit gewohnt und wird weiter bis in Ewigkeit auf den Höhen Seiner unabhängigen Herrschaft und Größe thronen. Wie erhaben ist Sein unzerstörbares Wesen, wie gänzlich unabhängig von der Erkenntnis alles Erschaffenen, und wie unermeßlich erhaben wird es bleiben über den Lobpreis aller, die in den Himmeln und auf Erden wohnen!
Christen erklären den Schöpfungsimpuls aus dem Wesen Gottes, der ihm Rahmen der Dreeinigkeit, schon in sich selbst Beziehung ist. Diese Liebe, die innerhalb der Trinität besteht, teilt sich gemittelt durch den Sohn (den Logos) in der Schöpfung mit.

Die Lehre der Tauhīd handelt - soweit ich weiß - von der absoluten Vollkommenheit Gottes in seiner absolut singulären Wesenseinheit.

Vor diesem Hintergrund müsste sich Gott eigentlich selbst genug sein. Die Mitteilung in einer Schöpfung ist eigentlich nicht wesensimmanent, eher sogar "störend".

Welche Erklärung hat die Theologie des Bahaitums für den Schöpfungsimpuls Gottes?