Kopftuchpflicht bei Ahmadiyya-Muslimen?


Liebe Ahmadiyya-Muslime

Ich lese zurzeit sehr viel über die Achmadiyya-Gemeinschaft und vieles hinterlässt bei mir einen sehr positiven Eindruck.
Ich frage mich ob es bei euch auch eine Kopftuchpflicht gibt. Meiner Meinung nach kann nach Suren 24:31 und 33:59 nicht von einer Bedeckung des weiblichen Antlitzes die Rede sein.

Lieber Gruss
Hallo Edwin,

ich zitiere mal einfach.

Heiligen Koran gibt Allah die Begründung, .. damit sie erkannt und nicht belästigt werden‘‘. (Sure 33:60)
Das bedeutet, dass eine gottergeben Frau ( wörtlich für Muslima) in der Öffentlichkeit sich so zeigen soll, dass sie „erkannt“ wird als eine Frau, die sich moralischen Werten wie Keuschheit und Treue gegenüber ihrem Mann verpflichtet fühlt und deren Liebe zu Allah größer ist als ihre Liebe zu weltlichen Vergnügen. Sie möchte durch die Bedeckung ihrer Schönheit, die auch in ihren Haaren liegt, kundtun, dass sie nicht flirten will und keine sexuellen Beziehungen zu fremden Männern haben möchte.
Die Muslima, die Kopftuch und Schleier trägt, wendet sich somit bewusst von allem ab, was ihr Reinheit beinträchtigen könnte. Sie will „erkannt“ werden als eine Frau, die zu innerem Frieden und Glückseligkeit gelangt, indem sie den Geboten Allahs folgt. Darüber hinaus möchte sie nicht „belästigt werden“. Das Bedecken der Haare und anderer weiblicher Reize wirkt überlichweise auf fremde Männer wie ein Signal, das besagt: hier ist eine Frau, die nicht verführt werden will, die sich weigert ihre Keuchscheit aufzugeben. Ihr Verhalten wirkt auf Männer meist wie eine Bremse, die ihre Augen, auf der Suche nach dem sexuellen Kick, nicht mehr wild umherschweißen lässt,
Allah sagt im heiligen Koran unmissverständlich: „O Prophet! sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Tücher tief über sich ziehen. Das ist besser, damit sie erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist allverzeihend, barmherzig.“ (Sure 33:60)

Und an andere Stelle heißt es zu Frage der Kopfbedeckung: „Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen und dass sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muss, und dass sie ihre Tücher über ihren Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten, oder ihren Vätern, oder den Vätern ihrer Gatten, oder ihren Söhnen, oder den Söhnen ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Brüder, oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen, oder denen, die ihre Rechte besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen ihre Füße nicht zusammenschlagen, so dass bekannt wird, was sie von ihrem Zierrat verbergen. Und bekehret euch zu Allah insgesamt, o ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich seiet.“ (Sure24, Vers 32)

Bisweilen wird argumentiert, dass im eben zitierten Vers nur gemeint sei, dass muslimische Frauen sich von der Unsitte fern halten sollen, ihre Brüste zur Schau zu stellen. Aber zu einen finden wir in derselben Sure Vers 61 die Aussage: „ (Was nun) die älteren Frauen (betrifft), die nicht mehr auf Heirat hoffen können, so trifft sie kein Vorwurf, wenn sie ihre Tücher ablegen, ohne ihre Zierde zur Schau zu stellen. Dass sie sich dessen enthalten, ist besser für sie. Und Allah ist allhörend, allwissend.‘‘ und mit dem Ablegen der Tücher ist ja wohl nicht gemeint, dass sie barbusig umherlaufen dürften. Zum anderen ist in dem vers, den wir vorhin zitierten, ausdrücklich gesagt, das die muslimischen frauen ihre reize verhüllen sollen, bis aud das, was davon sichtbar sein muss. Darunter ist zu verstehen, dass muslimische Frauen sich in ihrer Bewegungsfreiheit nicht behindert fühlen sollen. So darf z.N ihr Blick nicht versperrt sein.
Indes wird oftmals die frage gestellt, warum due muslimische Frau, was ihre Bekleidung betrifft, sich einschränken muss, um dadurch unsittliche Männerblicke abzuwehren. Wäre es nicht Sache des Mannes sich zu Zügeln? Und, umgekehrt, gibt es nicht auch Frauen, die Männern hinterher schauen? Sollten deswegen nicht auch Männer einen Schleier oder eine Kopfbedeckung tragen? Die Empörung darüber, dass Frauen eine gewisse Freiheit aufgeben sollen, nur weil manche Männer sich unverschämt benehmen und Frauen offenbar als Freiwilg betrachten, scheint berechtigt. In der Tat wäre weder Schleier noch Kopftuch von Nöten, wenn alle Männer sich anständig benehmen würden. Aber das tatsächliche Verhalten vieler Männer ist nicht immer si, wie es wünschenswert wäre. Leidenschaft und Gier sind nicht so leicht aus der Welt zu schaffen. Deswegen muss die islamische Gesellschaft Maßnahmen ergreifen, auftretende sexuelle Reize einzudämen. Dadruch sollen Spannungen, die sich durch mangelnde Kontrolle über den sexuellen Trieb ergeben könnten abgebaut werden. Allah fordert somit im Heiligen Koran die muslimischen Männern auf „ dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen“. (Sure 24. Vers 31)

In einem anderen Vers heißt es:
„ und nahet nicht dem Ehebruch; siehe, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg.“ (17:33) Ja, Allah verspricht „Vergebung und herrlichen Lohn“ für „Männer, die ihre Keuschheit wahren, und Fraun die ihre Keuschheit wahren.“(33:36) Aber unter den Muslimen befinden sich bedauernswerter Weise auch Schwache, die ihre Triebe nicht zügeln vermögen; und Männer ohne Glauben legen oftmals überhaupt keinen Wer auf sittliches Veralten, ja, mancher macht „sein Gelüst zu seinem Gott“.(45:24) Es hat oftmals eine heilsame Wirkung, wenn eine Frau sich verhüllt, weil dadurch Männer, denen es an sittlicher Reife fehlt, ermahnt werden, sich zu zügeln. Das Gebot des Heiligen Koran, die Haare zu bedecken, ist also ein Selbstschutz für die Muslima. Sie setzt durch ihr Befolgen des koranischen Gebotes ein deutliches Zeichen, dass sie sich Gott ergeben hat und Seinen Willen höher stellt als die Welt. Sie ist bereit, weltliches Vergnügen aufzugeben, um höheres zu erlangen, wie es moralisches Verhalten und spirituelles Tun mit sich bringt. Sie ist sich bewusst, dass wahre Liebe auch Opfer verlangt: dadurch, dass sie um ihrer Liebe zu Gott uund ihres Ehemannes willen zeigt, dass sie kein Interesse an fremden Männern hat und ihm treu sein will, beraubt sie sich zwar jener prickelnden Erlebnisse, die den mit Sexuellen kokettierende Umgang mit fremden Männern ausmachen. Aber sie erlangt dadurch eine tiefere Befriedigung, die sie weitaus glücklicher macht als illegitime Beziehungen. Zudem festigt die Art und Weise, wie sie sich in der Öffentlichkeit kleidet, sowohl ihre Demut als auch das Verhältnis zu ihrer Familie. Das Selbstwertgefühl der Frau und ihr Selbstbewusstsein werden gestärkt. Sie verschwendet keine Zeit darauf sich „zurechtzumachen“, was bedeuten würde, sich zum Blickfang unkeuscher Augen zu machen die sich im äußeren einer Frau ergötzen möchten. Die züchtig gekleidete Erscheinung in der Öffentlichkeit ist also kein zeichen ohrer Unterdrückung, sonder Ausdruck ihrer Würde.

Eine Grenze für Scham muss es geben. Der Islam zieht diese Grenze sehr klar da, wo die Möglichkeit des Verführens oder Verführt-Werdens beginnt: dort, wohin die Augen blicken. Der Schleier bzw. das Kopftuch sind jedoch nicht nur eine Maßnahme zur Abwendung von Unsittlichkeit die von anderen herrühren mag, sondern auch eine Ermahnung an jede Muslima, die ihre Haare bzw. Teile des Gesichts bedeckt hält, die eigenen Gedanken zusammen zu halten und Abstand zu halten von Vorstellungen oder Handlungen, die ihreKeuschheit beeinträchtigen würden. Kopftuch und Schleier sind somit Mittel der muslimischen Frau ihre Würde zu verteidigen; sie verdeutlicht damit, das sie für den Mann auf der Straße nicht Objekt seiner Begierde sein will und er nicht über sie verfügen kann. Ihr steht aber dem Heiligen Koran zufolge nicht nur das Recht auf Wahrung ihrer Würde zu, sondern der Islam gewährt ihr überdies alle Rechte, die sie zur vollkommenen Entfaltung ihrer Natur und ihrer Talente benötigt. Zu klären ist aber immer noch die Frage ob nur muslimische Frauen ihre Reize verhollen sollen, oder aber auch islamische Männer.

Hazrat Muhammed(saw) lehrte, dass auch Mönner sich unauffälig kleiden und ihre Haare bedecken sollten, wenn sie au0er Haus gehen. Er selbst trug dann stets einen Turban, Die muslimischen Männer sollten seiner Sunna(praxis) folgen und deshlab tragen männliche Muslime ebenfalls häufig der Öffentlichkeit eine Kopfbedeckung. Jedem Muslim aber, ob Mann oder Frau steht es frei, die Gebote des Islam einzuhalten. Allah sagt im Heiligen Koran " lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig seinm der will." (18:30) Eindeutig gebietet Allah:"Es soll kein Zwang im Glauben!"(2:257) Er fordert uns aber auch auf, der Sunna der Heiligen Propheten (as) zu folgen. "Sprich: liebt ihr Alla, so folget mir; (dann) wird Allah euch lieben und euch eure Fehler verzeihen; denn Allah ist allverzeihend, barmherzig."(Sure 3,Vers32)
Und an anderer Stelle ist zu lesen: "Wahrlich, ihr habt an den Propheten ALlahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt."(33:32)
Es ist für Muslime - Mann wie Frau - Pflicht, sich nicht durch das besonderes reizvolle Kleidung zur Schau zu stellen, die Figur nicht zu betonen, die Körpermerkmale besonderer Attraktivitäten zu bedecken und damit keinen Anlass fpr unfromme Wpnsche zu bieten. Eine Kopfbedeckung ist demnach kein Ausdruck von Agressivität oder gar eine Demonstration politischer Machbestebungen. Sie dient schlicht und einfach der Abwehr von unlauteren Gelüsten und ist damit fester Bestandteil der islamischen Ethik und ein Gebot der islamischen Morallehre. SIe hilft die innere wie äußere Reinheit aufrecht zu erhalten und ist ein Mittel, andere darauf hinzuweisen, dass man keinen Gefallen an Unsittlichkeit findet. Sie ist fester Bestandteil des ialmischen Glaubens, und es ist für die Muslime unmöglich, das der Sunna zugrunde liegende koranische Schleiergebot aufzuheben oder für ungültig zu erklären. [Quelle : Hadayatullah Hübsch - Verlag der Islam]

Ich hoffe damit sind deine Fragen beantwortet, ansonsten frag einfach
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Lieber für Alle, Hass für Keinen!
Nur mal nebenher:
Der Kopftuchstreit hat etwas heuchlerisches. Man sehe sich alte Bilder aus Europa an: wie werden Frauen dargestellt? Madonnen? Aber auch ganz normale Frauen vor gar nicht so langer Zeit?
Mit Kopftuch...
Als ich noch Kind war, trugen die Frauen auf dem Land Kopftücher, ganz selbstverständlich, und ihre Kleider waren dunkelblau bis schwarz. Ihr Enkel heute tun so als wäre das nun ganz und gar uneuropäisch.
Wurzeln vergessen? Feindbild stützen? Ich weiß es nicht, und finde den ganzen Streit albern.
Grüße
Lieber Edwin,´

freut mich, dass du sehr viel Interesse dafür gefunden hast.

vorweg erstmal heißt die Gemeinde "Ahmadiyya".

Zu deiner Fragestellung:
Das Kopftuch ist zwar das richtige Wort ist aber so nicht im Qur-an enthalten.
Man verbindet dieses leider sofort mit Hijab und Burka, welche nicht als Pflicht angesehen werden können, da diese z.B von Ort zu Ort und Kultur zu Kultur varrieren.

Eine europäische Frau, die sich anständig kleidet, keine reizenden Hautstellen zeigt und ihre Haare so verdeckt, dass diese nicht sichtbar werden somit auch keinen Reiz darstellen und ihre Blicke zu Boden wirft um verführerischen Gedanken auszuweichen, ist gemäß Qur-an eine gläubige Frau.

Es gibt aber Körperteile, die offen bleiben dürfen, weil sie für bestime Dinge einen Nutzen haben.

Der Blick (Augen) sollten nicht beeinträchtigt werden.
Das Atmen sollte auch nicht erschwert werden.
etc. . .

Um das mal kurz zu halten.

°Hast du schön ausgeführt "Wegweiser"°

Liebe Grüße

Shafe
Shafe hat folgendes geschrieben:
Eine europäische Frau, die sich anständig kleidet, keine reizenden Hautstellen zeigt und ihre Haare so verdeckt, dass diese nicht sichtbar werden somit auch keinen Reiz darstellen und ihre Blicke zu Boden wirft um verführerischen Gedanken auszuweichen, ist gemäß Qur-an eine gläubige Frau.

O.k. und wie wäre es mal mit dem Folgenden?

Ein europäischer Mann, der sich anständig kleidet, keine reizenden Hautstellen zeigt und seine Haare so verdeckt, dass diese nicht sichtbar werden somit auch keinen Reiz darstellen und seine Blicke zu Boden wirft um verführerischen Gedanken auszuweichen, ist gemäß Qur-an ein gläubiger Mann.

Nun ich glaube, dass solche Sektierereien noch weit entfernt von einer Gleichberechtigung sind.
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Martin H. hat folgendes geschrieben:
Nun ich glaube, dass solche Sektierereien noch weit entfernt von einer Gleichberechtigung sind.

Sehe ich genauso. Ziehen wir Frauen aus. Dann sind sie gleichberechtigt.
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@ Martin

Ich glaube du verwechselst hier Gleichbehandlung mit Gleichwertigkeit. Zwischen Mann und Frau herrscht von Natur aus eine "Ungerechtigkeit". Sie sind zwar Gleichwert, aber dennoch voneinander sehr verschieden. Unterschiedliche Zustände gleich zu behandeln, ist vielmehr ungerecht.

Zitat:
Ein europäischer Mann, der sich anständig kleidet, keine reizenden Hautstellen zeigt und seine Haare so verdeckt, dass diese nicht sichtbar werden somit auch keinen Reiz darstellen und seine Blicke zu Boden wirft um verführerischen Gedanken auszuweichen, ist gemäß Qur-an ein gläubiger Mann.


Vielleicht hättest du mal richtig lesen sollen. Nicht nur Frauen, auch Männer sollen ihre Reize bedecken und ihre Keuchheit bewahren. Da Männer kein Busen haben, sollten sie jetzt Atrappen anziehen mit BH, damit es deiner Vorstellung von Gleichbehandlung gerecht ist?

Demnächst heißt es nicht mehr Kopftuchstreit, sondern "Männer im stehen Pinkeln Streit" - Männer dürfen nicht mehr im stehen pinkeln, verstößt gegen die Gleichberechtigung.

@ Amar_


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Lieber für Alle, Hass für Keinen!
Zitat:
und ihre Blicke zu Boden wirft um verführerischen Gedanken auszuweichen

Lol das müßte mal einer meinen Töchtern nahelegen , die würden sich köstlich amüsieren
das mußten die schwarzen Sklaven übrigens auch wenn sich ein weißer näherte ! Ich denke die Parallelen erscheinen mir hier sehr passend !
Fiveminut hat folgendes geschrieben:

Zitat:
und ihre Blicke zu Boden wirft um verführerischen Gedanken auszuweichen

Lol das müßte mal einer meinen Töchtern nahelegen , die würden sich köstlich amüsieren

das müßte mal einer meinen Töchtern nahelegen, die würden das zu Herzen nehmen.
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Zitat:
das müßte mal einer meinen Töchtern nahelegen, die würden das zu Herzen nehmen.


Die tun mir leid .