Essstörung?


Liebe Freunde,
ich bin neu hier und weiß noch nicht wie hier alles genau vorgeht. Ich hoffe doch, einer von euch kann mir helfen. Ich weiß zwar, dass dieses Forum wohl eher von älteren Leuten (30+) genutzt wird, aber vielleicht kann mir doch jemand einen Tipp geben oder kennt sich damit aus.
Bitte verurteilt mich nicht, denn ich leide wirklich sehr unter meiner derzeitigen Situation. Ich möchte nicht bis auf die Knochen abmagern, eigentlich finde ich micht so wie ich momentan bin sogar ganz ok. Am Besten beginne ich von vorne:

Vor etwa 3 1/2 Monaten (Ende Jänner/Anfang Februar) beschloss ich, einen hundersten Abnehmversuch zu starten. Eigentlich habe ich selbst nicht wirklich daran geglaubt, aber ich habe es dann wirklich geschafft: ich habe seither 15kg abgenommen. Allerdings mit dem Preis, dass ich die letzten 3 Monate im Fitnessstudio und vor dem PC vergeudet habe (ich war nämlich andauert auf der Suche nach Kalorienangaben von irgendwelchen Lebensmitteln oder nach Abnehmtipps).
Jetzt wiege ich bei einer Größe von 1,66m ca. 52kg, was ich eigentlich ok finde, aber jetzt kommt der Haken: Während meiner Diät war es kein Problem für mich, auf Süßigkeiten etc. zu verzichten, weil ich mich ja total von meiner Außenwelt isoliert habe. Aber jetzt komme ich ständig in Versuchung und denke mir: "Schokolade wäre jetzt nicht schlecht, ich bin ja nicht mehr auf Diät", aber nicht nur in Gegenwart von Freunden, sondern auch allein zuhause, was früher ganz und gar nicht so war!

Mein größtes Problem ist jetzt aber nicht, wie ihr vielleicht denkt, das ich zunehmen könnte oder das ich Angst davor habe. Mein Problem ist, dass ich jetzt noch mehr als während meiner Diät ans Essen denke, ich habe ständig Lust etwas zu essen (sogar wenn mir schon schlecht ist!) und wenn ich etwas "verbotenes" gegessen habe, würde ich am liebsten gleich wieder ins Fitnessstudio laufen... das ist doch nicht normal! Ich denke auch ständig nach wieviele Kalorien ich schon gegessen habe und wieviele noch ok wären, um nicht zuzunehmen. Jeden Morgen habe ich das Verlangen auf die Waage zu steigen, aber gleichzeitig habe ich Angst davor, weil ich ja jetzt wieder mehr esse, und deswegen zugenommen haben könnte.

Vorallem habe ich eine gesunde Einstellung zum Essen verloren. Wenn ich Hunger habe fühle ich mich wohl, aber wenn mir schlecht ist weil ich zuviel gegessen habe würde ich am liebsten noch mehr essen Ich habe richtige Depressionen mittlerweile...
Wenn ich mir meinen eigenen Text so durchlese, dann merke ich, dass das keinesfalls normal klingt. Aber ich kann nicht aufhören an das Essen und die Kalorien zu denken... vielleicht sollte ich mich ablenken irgendwie, ich habe nämlich nicht sehr viele Freunde und zurzeit auch keinen festen Freund. Ich dachte eigentlich, dass die Jungs sich für mich interessieren werden wenn ich erstmal schlank bin... es ist aber ganz und gar nicht so
Was soll ich bloß tun!
Liebe DramaQueen,

das hört sich ja wirklich heftig an.

Ich habe schon davon gehört, dass es sowas wie eine Sportsucht gibt, meistens tatsächlich hervorgerufen durch eine Diät.

Im Grunde ist es ja lobenswert, dass du dich so sehr mit Ernährung und Sport auseinandergesetzt hast und es tatsächlich geschafft hast, 15 kg abzunehmen.
Gratulation schon mal dazu
Um das Gewicht nachher allerdings zu halten macht eine ernsthafte Ernährungsumstellung beiweitem mehr Sinn, anstatt Kalorien zu zählen. Also nicht nur wissen, was wieviele Kalorien hat, sondern eher Wert auf eine ausgewogene, vielseitige, nahrhafte und gesunde Ernährung legen.
(Und damit man es nicht übertreibt, ruhig auch mal guten Gewissens eine Zuckerwatte oder ein paar Stück Schokolade genießen. Wohl gemerkt: genießen, nicht runter schlingen ).

Nun aber zu deinem eigentlichen Problem: Es hört sich für mich irgendwie so an, als hättest du dich auf dieses Kalorienzählen und den Sport programmiert und bräuchtest jetzt dringend eine 'Umprogrammierung'.
Ich kann dir nur beim besten Willen nicht sagen, wie sowas funktioniert.

Es ist gut, dass du dein Problem als solches erkannt hast und etwas dagegen unternehmen willst, bevor es zu spät ist.
Am besten wäre es wahrscheinlich tatsächlich, wenn du dir einen guten Therapeuten suchst, der dir aus dieser Situation wieder raus hilft, der dir professionelle Tipps geben kann, wie du dich umprogrammierst.
Oder es gibt zum Beispiel NLP (NeuroLinguistisches Programmieren), das kann einem sehr dabei behilflich sein, eben solche 'Umprogrammierungen' vorzunehmen.

Ich wünsche dir alles Gute, und dass du aus dieser Situation wieder herausfindest, alles Liebe,
Riki

P.S.:
Zitat:
Ich weiß zwar, dass dieses Forum wohl eher von älteren Leuten (30+) genutzt wird,

Also das ist mir neu Ich finde, wir haben hier eine wunderschön bunte Mischung.