Glauben Muslime an die Evolutionstheorie?


Hallo zusammen!

In Zürich findet man auf vielen Plakaten Werbung von Harun Yahya für eine "wissenschaftliche" Konferenz zum "Origine of Life".
Ich frage mich nun, ob alle oder nur einzelne islamische Gruppierungen sich zum Kreationismus bekennen.

So wie viele das zöllibat usw. als unfug empfinden aber trotzdem in die kirche gehen lässt sich denken das auch hierzu die Meinungen eher quer durch die reihen gehen.
Nun muß ich sagen das ich vor allem die amerikanischen Kreationsiten grauennhaft finde.
Selbstverständlich ist die Evolutionstheorie keine heilige Kuh , die sollte es in der Wissenschaft auch nicht geben. Sie ist eine Theorie , insofern kann sich jeder an der Wissenschaftlichen kritik beteiligen , und das bedeuted natürlich auc das man gegentheorien aufstellen kann , aber auch die müssen nun mal Überprüfbar , falsifizierbar sein , und das leisten die Kreationisten nicht.

Religiöse Dogmen die wirklich wiederlegt wurden sollte man fallen lassen . Religion und Wissenschaft sollten Hand in Hand gehen . Gerade die Christliche Kirche versuchte im Zenit ihrer Macht Wissenschaftliche ERkenntnis zu manipulieren und zu unterdrücken . Vielleicht liegt das auch an der Vielzahl der Dogmen die sie dadurch bedroht sah .
Wie man an Leuten wie Dawkins sieht ,führt das heute noch zu Bitterkeit.
Kreationismus ist meiner Meinung nach eine schlecht gelungene Schleichwerbung, an Gott zu glauben.
Wer jedoch für seinen Glauben an Gott einen Beweis benötigt, der hat einen schwachen Glauben!
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Das Problem am Darwinismus ist, dass er aus den in der Natur erkennbaren Phänomenen Schlüsse auf Dinge zieht, die über das mit den naturwissenschaftlichen Methoden erkennbare hinausgehen. Er verlässt damit insoweit er dies tut die Naturwissenschaft und wird zur Ideologie.

Das Problem am Kreationismus ist, dass er den Boden der Theologie verlässt, indem er auch naturwissenschaftlich argumentiert.

Es sind also meines Erachtens beide Ansätze verfehlt, da sie beide in fremden Revieren wildern.
Burkl, auch wenn Du versuchst, beiden gegenüber fair zu sein, so muss ich Dir, was die Naturwissenschaftler betrifft, dennoch widersprechen.

In der Evolutionstheorie wildern die Wissenschaftler nicht im Revier der Gläubigen. Das ist eine verfehlte Sicht der Gläubigen, die dieses Gebiet gerne unangetastet ließen. Doch Wissenschaft wäre nicht Wissenschaft, wenn es Gebiete gäbe, an die sie sich nicht herantrauen würde, aus Angst, dies könne andere verunsichern.

Wobei an dieser Angst sogar sehr prominente Wissenschaftler scheiterten:
(ich spreche nun von einem anderen wissenschaftlichen Gebiet)
Albert Einstein erkannte, als er die Relativitätstheorie entdeckte, dass das Universum nicht statisch sein könne, es müsse entweder expandieren oder kollabieren. Aus Angst, als Spinner zu gelten, führte er die Kosmologische Konstante ein, um das Universum statisch zu machen. Er ärgerte sich später maßlos darüber, als Hubble entdeckte, dass das Universum expandiert. (P.s.: Doch Einstein sollte später dennoch recht behalten: die Entdeckung der beschleunigenden Expansion führte dazu, dass seine Konstante wieder eingeführt wurde).

Wir hatten früher das selbe Problem: die Kirche vertrat die Ansicht, dass die Erde der Mittelpunkt ist, Galileo Galilei erkannte, dass es anders ist, hätte er nicht abgeschworen, so wäre er von der Kirche auf den Scheiterhaufen verbrannt worden. Erst auf seinen Sterbebett bekannte er: „Und die Erde bewegt sich doch!“

Ich denke, wir sollten heute weiter sein und die Wissenschaft nicht mehr als Ketzerei ansehen, vor allem sollten wir Gott die Weisheit zugestehen, Wissenschaftler für ihre Wissenschaft nicht zu bestrafen.
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Ich gebe dir konkrete Beispiele:

Ein Physiker überschreitet sein Gebiet, wenn er darüber redet WARUM die Materie aus Atomen aufgebaut ist.

Ein Biologe überschreitet sein Gebiet, wenn er die Möglichkeit verneint, dass aus der Evolution geschlossen werden kann, dass ein sinnhafter Plan dahinter steckt. Das zu verneinen ist dann nicht mehr Bio- sonder Ideologie. Ist ja auch zulässig nur sollen sich Ideologen nicht hinter der Naturwissenschaft verstecken - das ist nicht aufrichtig.
Zitat:
Ein Biologe überschreitet sein Gebiet, wenn er die Möglichkeit verneint, dass aus der Evolution geschlossen werden kann, dass ein sinnhafter Plan dahinter steckt.


Tut er das?
Aus der Evolutionstheorie kann mitnichten geschlossen werden, dass ein sinnhafter Plan (im Sinn eines Ziels) hinter dem Leben steckt.
Ganz im Gegenteil, die Behauptung, Evolution sei zielgerichtet, wiederspricht im Groben den grundsätzlichen angenommenen Gesetzmäßigkeiten der Theorie.
Nicht, dass diese Annahmen in Stein gemeisselt sind - aber wenn man sie in Frage stellt, dann doch bitte ergebnisoffen.

Natürlich kommt man dann mit denjenigen Religiösen in Konflikt, die hinter allem die Handschrift Gottes bestätigt sehen wollen.
Das gibt die Evolutionstheorie - man kann es drehen und wenden wie man will - in keiner Weise her.
Die "Beweispflicht" liegt auf der anderen Seite.
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Ich kann es auch versuchen, noch mehr auf den Punkt zu bringen:

Gegenstand der Naturwissenschaften ist die in der Dimension des Materiellen erforschbare Seite der Dinge.

Gegenstand der Religionen ist das Imaterielle über den Dingen Stehende.

Wenn im wechselseitingen Diskurs zwischen Wissenschaft und Religion diese erkenntnistheoretischen Abgrenzungen eingehalten werden, kann es gar nicht zu "Konflikten" kommen, weil es keine "teritorialen" Überschneidungen gibt.

Probleme entstehen immer erst dann, wenn Grenzüberschreitungen stattfinden.
Mir ist schon klar, was du sagen willst, und dem widerspreche ich.
Der Biologe befindet sich mit obiger Aussage keineswegs in der "immateriellen" Bereich, wenn er aufgrund nicht vorhandener Indizien eine Aussage ablehnt.
Viel mehr hat derjenige die Grenze überschritten, der in Theorien immer noch seine Weltanschauung unterbringen will und bei jedem heruntergefallenen Stein ruft : "Das war Gott".
Wobei der Vergleich zugegebernermaßen ein wenig hinkt, denn die Schwerkraft ist eine Gesetzmäßigkeit, das andere ein theoretisches Konstrukt.
Wissenschaft hat einen eher beschreibenden Charakter, und er kann nur das beschreiben, was fassbar ist.
Ein Biologe, der sagt, es gäbe keinen Gott, äussert eine Privatmeinung.
Aber ein Biologe, der, wenn man ihn früge, sagen würde, nichts in der Biologie/Evolution würde auf einen Gott hinweisen, gibt exakt den Wissensstand wider, nicht mehr und nicht weniger.