Glauben Muslime an die Evolutionstheorie?


Zitat:
Das Problem am Darwinismus ist, dass er aus den in der Natur erkennbaren Phänomenen Schlüsse auf Dinge zieht, die über das mit den naturwissenschaftlichen Methoden erkennbare hinausgehen.


Darwinismus ist auch eine Ideologie. Evolutionstheorie ist aber nicht gleich Darwinismus.

Zitat:
Wir hatten früher das selbe Problem: die Kirche vertrat die Ansicht, dass die Erde der Mittelpunkt ist, Galileo Galilei erkannte, dass es anders ist, hätte er nicht abgeschworen, so wäre er von der Kirche auf den Scheiterhaufen verbrannt worden. Erst auf seinen Sterbebett bekannte er: „Und die Erde bewegt sich doch!“


Weder wurde Galilei je mit dem Scheiterhaufen gedroht, noch war die Sache in der Kirche eindeutig geklärt. Dabei handelte es sich auch um einen Streit innerhalb der Kirche.

Galilei hatte sowieso erst Ärger bekommen nachdem er in seinem Dialogo di Galileo Galilei sopra i due Massimi Sistemi del Mondo Tolemaico e Copernicano (1632), in dem zwei Leute in einem Dialog über das Kopernikanische und das geozentrische Weltbild diskutierten meinte den Vertreter des geozentrischen Weltbildes als Kirchenmann und zudem als absoluten Volltrotten darstellen zu müssen. Als Krönung hatte er dann auch noch die ersten gedruckten Exemplare diversen seiner Gegnern, darunter einem Inquisitor geschickt.

Galilei saß keinen einzigen Tag im Kerker, sondern bekam Hausarrest. Ein paar Wochen war er in der Botschaft des Herzogtums Toscana in Rom und dann wurde er "überstellt", nämlich an den Erzbischof von Siena, der ein glühender Bewunderer Galileis war und dessen Forschungen großzügig unterstützte. Nach fünf Monaten wurde er dann in sein eigenes Haus überstellt. Er durfte allerdings keine Ärzte aufsuchen (allerdings kamen nach einiger Zeit welche zu ihm) und seine sozialen Kontakte waren eingeschränkt. Berühmtheiten wie Thomas Hobbes und John Milton konnten ihn aber trotzdem besuchen. Nebenbei hatte er auch noch Hauspersonal und einen Assistenten.

Auch darf nie vergessen werden das Galilei wohl tiefgläubiger Katholik war und eben bei internen Kämpfen innerhalb der Kirche etwas abbekommen hatte. Aber offenkundig hatte er so gute Freunde in der Kirche das ihm nie etwas schlimmes passier war.

Alles andere grenzt an mutwillige Geschichtsverdrehung und Kirchenbashing.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Weder wurde Galilei je mit dem Scheiterhaufen gedroht, noch war die Sache in der Kirche eindeutig geklärt.

Zitat:
Ihm wurde der Bellarminbrief (welche Fassung, ist nicht bekannt) vorgehalten und man beschuldigte ihn des Ungehorsams. Nachdem er seinen Fehlern abgeschworen, sie verflucht und verabscheut hatte, wurde er zu lebenslänglicher Kerkerhaft verurteilt und war somit der Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen entkommen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_Galilei
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Zitat:
Aber ein Biologe, der, wenn man ihn früge, sagen würde, nichts in der Biologie/Evolution würde auf einen Gott hinweisen, gibt exakt den Wissensstand wider, nicht mehr und nicht weniger.


Gut - aber die Aussage ist für die Existenz Gottes genau so erhellend, wie wenn ein Physiker sagt, im Aufbau der Materie deutet nichts auf Gott hin. Es ist - so wie das von dir geschilderte Beispiel - wieder seine Privatmeinung.

Die von dir gebrachte Aussage des Biologen kann er nämlich nur tätigen, wenn er sich zuvor in "Vogelperspektive" über die beschreibende Naturwissenschaft begeben hat. Diese Aussage ist nämlich naturwissenschaftlich (sprich mathematisch) weder beleg-, noch falsifizierbar.
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Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

(Joh 6,39)
Zitat:
Gut - aber die Aussage ist für die Existenz Gottes genau so erhellend, wie wenn ein Physiker sagt, im Aufbau der Materie deutet nichts auf Gott hin.

Ist ja auch nicht Thema "seiner" Wissenschaft. Von daher wird er sich zu dem Thema nur äussern - falls überhaupt - wenn man ihn fragt.
Die Grenzüberschreitung findet von der Fragerseite statt.

Zitat:
Es ist - so wie das von dir geschilderte Beispiel - wieder seine Privatmeinung.

Es ist seine Privatmeinung, wenn er sagen würde, er glaube an Gott/glaube nicht an Gott. Es ist nicht seine Privatmeinung, wenn er sagt, im Aufbau der Materie deute nichts auf Gott hin.


Zitat:
Die von dir gebrachte Aussage des Biologen kann er nämlich nur tätigen, wenn er sich zuvor in "Vogelperspektive" über die beschreibende Naturwissenschaft begeben hat. Diese Aussage ist nämlich naturwissenschaftlich (sprich mathematisch) weder beleg-, noch falsifizierbar.

Was du jetzt in dem Zusammenhang die "Vogelperspektive" meinst, verstehe ich nicht ganz.
Der Naturwissenschaftler gebraucht doch nur Hypothesen, die in irgendeinem Zusammenhang mit seinem Gebiet stehen. Über den Rest trifft er schlichtweg keine Aussage. Für "sein" Gebiet, Physik, Biologie usw kann er natürlich Aussagen treffen. In der Wissenschaft gilt das Sparsamkeitsprinzip, und alles, was nicht als Erklärung herangezogen werden kann, wird weggelassen.
Und Gott kann man getrost aus jedweder wissenschaftlichen Gleichung herausstreichen, ohne dass sich was ändert, also verzichtet man schlicht darauf. Das meine ich mit "es deutet nichts darauf hin" und ist mitnichten ein metaphysisches Urteil.
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Zitat:
Und Gott kann man getrost aus jedweder wissenschaftlichen Gleichung herausstreichen, ohne dass sich was ändert, also verzichtet man schlicht darauf. Das meine ich mit "es deutet nichts darauf hin" und ist mitnichten ein metaphysisches Urteil.


...und im Hinblick auf die Gottesfrage ist mit dieser Aussage der Naturwissenschaft, dass nichts auf Gott hindeute weil wissenschaftlich Erklärungen für die messbaren Eigenschaften der Materie auch ohne seiner Annahme gefunden werden können, nichts gewonnen.
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Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

(Joh 6,39)
Zitat:
...und im Hinblick auf die Gottesfrage ist mit dieser Aussage der Naturwissenschaft, dass nichts auf Gott hindeute weil wissenschaftlich Erklärungen für die messbaren Eigenschaften der Materie auch ohne seiner Annahme gefunden werden können, nichts gewonnen.


Doch, wir brauchen keinen Gott um zu erklären wie die Dinge funktionieren.
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Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.
Sigmund Freud
Ganz genau. Ist nicht Thema seiner Untersuchung.

Um noch mal auf deinen Aussage zurückzukommen:
Zitat:
Der Biologe überschreitet sein Gebiet, wenn er die Möglichkeit verneint, dass aus der Evolution geschlossen werden kann, dass ein sinnhafter Plan dahinter steckt.

Der Biologe, wenn er das verneint, trifft damit in keiner Weise eine metaphysische Aussage zu einer göttlichen Existenz.
Vielmehr wäre die Annahme eines wie-auch-immer gearteten Sinnes in der Evolution eine metaphysische Grenzüberschreitung, die, eben durch die Natur ihrer Sache, weder verifizierbar noch falzifizierbar ist.
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@Astrella

Dann ließ den Artikel auch mal weiter... Der Galileo hat nicht einen Tag im Kerker gesessen und verbrannt wurde er auch nicht. Zugegeben, gedroht wurde ihm damit, aber drohen kann irgendwer viel.

Es gab Leute die wirklich verbrannt, eingesperrt und/oder gefoltert wurden. Schlimm genug. Aber Galileo eben nicht, weil er auch viele Freunde in der Kirche hatte.
Zitat:
Ich gebe dir konkrete Beispiele:

Ein Physiker überschreitet sein Gebiet, wenn er darüber redet WARUM die Materie aus Atomen aufgebaut ist.


Nein , tut er nicht , die kräfte welche Subatomare teilchen dazu bewegen Neutronen und Protonen zu Bilden werden legitimerweise wissenschaftlich erforscht .

Zitat:
Ein Biologe überschreitet sein Gebiet, wenn er die Möglichkeit verneint, dass aus der Evolution geschlossen werden kann, dass ein sinnhafter Plan dahinter steckt. Das zu verneinen ist dann nicht mehr Bio- sonder Ideologie. Ist ja auch zulässig nur sollen sich Ideologen nicht hinter der Naturwissenschaft verstecken - das ist nicht aufrichtig.


Sicher , du zufälligkeit der Mutation und Selektion darf weiter zur Diskussion gestellt werden . In der Tat gibt es unter den Evolutionstheoretikern Dogmatiker , sieht man ja an Herrn Dawkins .
Zitat:
Dann ließ den Artikel auch mal weiter... Der Galileo hat nicht einen Tag im Kerker gesessen und verbrannt wurde er auch nicht. Zugegeben, gedroht wurde ihm damit, aber drohen kann irgendwer viel.

Es gab Leute die wirklich verbrannt, eingesperrt und/oder gefoltert wurden. Schlimm genug. Aber Galileo eben nicht, weil er auch viele Freunde in der Kirche hatte.


Happich weitergelesen.
Mir langt die Drohung. Ich an seiner Stelle hätte es auch nicht drauf ankommen lassen.
Und wie tragbar die Freundschaften seitens der Kirche gewesen sind, lässt sich erst im Nachhinein beurteilen.

LG
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