Religionsfreiheit in Ländern mit islamischen Mehrheiten


"...Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott." ( Johannes 20:17)

Sind wir nicht alle Söhne Gottes?

Zitat:
Ja richtig - und Jesus als der Sohn Gottes und der Vater sind eins - verbunden im Heiligen Geist.


Demnach müsste Jesus (Friede sei auf ihm) die selben Attribute bzw. Gottes Eigenschaften besitzen?
_________________
Lieber für Alle, Hass für Keinen!
Zitat:
Demnach müsste Jesus (Friede sei auf ihm) die selben Attribute bzw. Gottes Eigenschaften besitzen!


Als Sohn Gottes und Teil der göttlichen Trinität hat er dies auch. Dieser Gott ist jedoch vor unseren Augen verborgen.

Der Mensch Jesus der hier auf Erden gelebt hat, ist die fleischgewordene Selbstoffenbarung Gottes. Dieser für uns "angreiflich" gewordene Mensch hatte auch alle menschlichen Eigenschaften, bis auf die Sünde.

Jesus war sozusagen auch, die auf das "Wellenlängenspektrum" des Menschen angepasste Selbstoffenbarung Gottes. Seine Worte und Taten weisen an den Enden dieses "Frequenzspektrums" weit über sich hinaus und sind in ihrer Tiefe nicht auslotbar. Sie eröffnen uns einen Blick auf das Wesen des unsichtbaren Gottes.
_________________
Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

(Joh 6,39)
Jesus (Friede sei auf ihm) hat selbst verneint, dass er die gleichen Eigenschaften wie der Vater besitzt.

" Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater". ( Marus 5:30)

Das er eine Ansicht in das Ungesehen vermitteln konnte, lag daran, dass er ein Gesandter Gottes war.


"Aus eigenem Willen kann ich nichts tun." (Johannes 5:30)



"Jesus sagte zu ihnen: 'Wenn Gott euer Vater wäre, dann würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht von mir gekommen, sondern Er hat micht gesandt.' " ( Johannes 8:42)


Was die Sünden angeht, hat Jesus (Friede sei auf ihm) gelehrt, dass jeder für seine eigenen Sünden verantwortlich ist, und nur durch Reue vergeben werden können. Aber ich glaube wir schweifen hier vom Thema ab, können gerne in einem separaten Thread weiter diskutieren.
_________________
Lieber für Alle, Hass für Keinen!
Lieber Wegweiser,

die göttliche Trinität ist wahrlich ein Thema über das wir mehr als einen Thread eröffnen könnten...

Diesem Geheimnis - nämlich dass die eigentliche Einheit erst in der Liebe innerhalb der Vielheit entsteht - kann sich auch ein Christenmensch mit dem menschlichen Mitteln des Intellekts nur zaghaft annähern. Im Herzen spürt er allerdings klar, dass es Wahrheit ist.

Ich bin aber beindruckt wie "bibelfest" du als Moslem (Ahmaddiya) bist. Und ich muss sagen, ich empfinde den Dialog mit dir und auch joggibr sehr fruchtbar!

Alles Liebe
_________________
Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Letzten Tag.

(Joh 6,39)
Mara-Devi,

Zitat:
Wenn für Muslime die Sunna gültig ist, gilt wohl Folgendes:

Zitat:
Bukhari V4 B52 N260, berichtet von Ikrima: "Ali tötete einige Menschen indem er sie verbrannte und diese Neuigkeit erreichte Ibn Abbas, der dazu sagte: "Wäre ich an seiner Stelle gewesen, ich hätte sie nicht verbrannt, denn der Prophet sagte: "Bestrafe niemanden mit der Strafe, die Allah vorbehalten ist." Kein Zweifel, ich hätte sie auch getötet, denn der Prophet sagt: "Wenn ein Muslim seine Religion verlässt, dann töte ihn."


Hast du eigentlich meine damals gepostete Auflistung nicht gelesen? Falls ja, hier noch einmal für dich:

Zitat:
Authentizität der Ahadith

Die Frage der Authentizität hat die islamische Welt oft gespalten. Manche Gruppen haben die Ahadith über den Heiligen Koran gestellt, andere haben Ahadith insgesamt abgelehnt. Grundsätzlich gilt aber, dass jedes Hadith als vom Heiligen Propheten (saw) stammend angenommen werden muss, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

1. Ein Hadith darf nicht im Widerspruch zu irgendeinem Vers aus dem Heiligen Koran stehen.
2. Ein Hadith darf nicht gegen die Sunna des Heiligen Prophetensaw oder gegen die anerkannten Gewohnheiten seiner Gefährten verstoßen.
3. Ein Hadith darf nicht historischen Tatsachen widersprechen.
4. Ein Hadith darf nicht vernunftwidrig sein oder gegen offenkundige Lehren des Islam verstoßen.

Die Ahadith sind im Allgemeinen heutzutage als Richtlinien für die Muslime anerkannt. Indes müssen sie mit Sorgfalt auf ihre Authentizität überprüft werden. Wenn jemand ein Hadith als Autorität in Glaubensfragen zitiert, so wird er im Allgemeinen die Quelle angeben, um so zu zeigen, dass es sich nicht um ein fabriziertes, zur Unterstützung von egoistischen oder politischen Interessen erfundenes Hadith handelt.


Quelle: http://www.ahmadiyya.de/islam/islam.....propheten-saw-hadith.html

Falls es dir jetzt gelingen sollte aus dem Qur'án die Todesstrafe für Apostasie abzuleiten, dann bring sie bitte hervor. Demnach wäre dein Einwand berechtigt. Für alle anderen Fälle nicht.
_________________
Verbreiten Sie Frieden auf Erden - Hazrat Mirza Ghulam Ahmad (as)

Muslime für Frieden - Muslime for Loyalität - Muslime für Freiheit

http://www.ahmadiyya.de
http://www.muslimefuerfrieden.de
http://www.muslimsforpeace.org
Zitat:
Die von dir gennanten Abweichungen im Textgut mögen für die Bibelwissenschaft von Belang sein.

Der "Wesenskern" des christlichen Glaubens aber sind das Leben Jesu, sein Tod und seine Auferstehung. Der Rest sind Abweichungen, die ich zum Teil sehr interessant finde, die aber für die Wesensfragen des christlichen Glaubens nicht von Belang sind.


Da davon aber Audio- und Videoaufnahmen fehlen bleibt eben nur das Textgut. Zumal du jetzt einfach von der eigentlichen Frage ausgewichen bist.

Fakt ist, dass z.B. die Perikope die du hier angeführt hast eindeutig spät und damit die Historizität eher unwahrscheinlich ist.

Zitat:
Ohoho, selbstverständlich ist das von Belang, denn woher weißt du, ob nicht etwas Wesentliches in deiner Bibel fehlt ? Auf YouTube sah ich mal ein Video, wo ein alter Christ (in Jeruslem glaub ich) eine alte Bibel nahm und dort stand, dass Jesus nur ein Diener Gottes war.


Aha... wo und welche soll das sein? Und wer war das? Welches Manuskript?

Zitat:
Sind wir nicht alle Söhne Gottes?


Die Söhne Gottes gibt es ja bereits im Alten Testament. Deswegen bestanden ja schon die frühen Christen auf den Titel "Eingeborener Sohn" (Joh 1,14).

Zitat:
Jesus (Friede sei auf ihm) hat selbst verneint, dass er die gleichen Eigenschaften wie der Vater besitzt.


Was du machst sind verschiedene Traditionen innerhalb der Bibel gegeneinander auszuspielen. Es stimmt, dass besonders im Evangelium nach Markus Jesus wie ein Mensch und Lehrer wirkt. Ähnlich ist es auch bei Lukas und Matthäus, allerdings zeigt sich bereits bei Johannes (und in den Briefen des Paulus ebenso), dass Jesus auch schon früh als göttliches Wesen angesehen wurde.

So berichtet Johannes z.B. davon das Jesus sich als das Licht bezeichnete (Joh. 8, 12). Und wer ist An-Núr (das Licht)? (Nur ein Beispiel, gibt viel mehr.)

Ich will damit nicht sagen, dass Jesus Gott ist, aber offenbar gab es bereits bei den Urchristen die Tendenz Jesus auf der einen Seite als Menschen, auf der anderen Seite als göttliches Wesen, das weder Mensch, noch Gott selbst ist, zu sehen. Christen haben dann, um diesen Konflikt zu lösen, die Trinität entwickelt. (Die meiner Meinung nach Fehler hat, aber ich bin ja auch kein Christ.)

Man beachte, dass fast alle Konflikte im frühen Christentum sich darum gedreht haben wie Jesus nun in Verbindung zu Gott steht. (Die zwei anderen Konflikte waren der Streit zwischen Judenchristen und Heidenchristen und um die Führung der Gemeinde.)
@ Tobias

Zitat:
Aha... wo und welche soll das sein? Und wer war das? Welches Manuskript?


Das jetzt zu finden würde sehr lange dauern. Wenn ich mal drauf stossen sollte, poste ich es hier (falls ich es nicht vergesse^^).
@Amar_

Danke, dass Du Dir noch mal so viel Mühe gemacht hast, mir zu erklären, wie ihr als Ahmadiyya Muslime entscheidet, ob eine Hadit authentisch ist.

Deine Quellenangabe lässt sich leider nicht anklicken, aber ich glaube Dir auch so.

Zitat:
Mara:
Wenn für Muslime die Sunna gültig ist, gilt wohl Folgendes:

Zitat:
Bukhari V4 B52 N260, berichtet von Ikrima: "Ali tötete einige Menschen indem er sie verbrannte und diese Neuigkeit erreichte Ibn Abbas, der dazu sagte: "Wäre ich an seiner Stelle gewesen, ich hätte sie nicht verbrannt, denn der Prophet sagte: "Bestrafe niemanden mit der Strafe, die Allah vorbehalten ist." Kein Zweifel, ich hätte sie auch getötet, denn der Prophet sagt: "Wenn ein Muslim seine Religion verlässt, dann töte ihn."


Zitat:
Amar_ schrieb:
Authentizität der Ahadith

Die Frage der Authentizität hat die islamische Welt oft gespalten. Manche Gruppen haben die Ahadith über den Heiligen Koran gestellt, andere haben Ahadith insgesamt abgelehnt. Grundsätzlich gilt aber, dass jedes Hadith als vom Heiligen Propheten (saw) stammend angenommen werden muss, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

1. Ein Hadith darf nicht im Widerspruch zu irgendeinem Vers aus dem Heiligen Koran stehen.
2. Ein Hadith darf nicht gegen die Sunna des Heiligen Prophetensaw oder gegen die anerkannten Gewohnheiten seiner Gefährten verstoßen.
3. Ein Hadith darf nicht historischen Tatsachen widersprechen.
4. Ein Hadith darf nicht vernunftwidrig sein oder gegen offenkundige Lehren des Islam verstoßen.

Die Ahadith sind im Allgemeinen heutzutage als Richtlinien für die Muslime anerkannt. Indes müssen sie mit Sorgfalt auf ihre Authentizität überprüft werden. Wenn jemand ein Hadith als Autorität in Glaubensfragen zitiert, so wird er im Allgemeinen die Quelle angeben, um so zu zeigen, dass es sich nicht um ein fabriziertes, zur Unterstützung von egoistischen oder politischen Interessen erfundenes Hadith handelt.

Quelle: http://www.ahmadiyya.de/islam/islam.....opheten-saw-hadith.html#3

Falls es dir jetzt gelingen sollte aus dem Qur'án die Todesstrafe für Apostasie abzuleiten, dann bring sie bitte hervor. Demnach wäre dein Einwand berechtigt. Für alle anderen Fälle nicht.

Das heißt, Du bist Dir sicher, dass obige Hadit als nicht authentisch abgelehnt werden?

Nun, ich bin kein Muslima, geschweige denn, dass ich den Koran kenne.
Eine Sure ist mir jedoch schon aufgefallen, zu der obige Hadit Bezug hat und nicht im Widerspruch steht:
Zitat:
"Denke nicht, die, die da ungläubig sind, könnten (Ihm) auf Erden entrinnen; ihre Herberge ist das Feuer; und das ist wahrlich ein schlimmes Ende! [24:57]

Außerdem würde mich interessieren, welche Gruppe Muslime gemeint ist:
Zitat:
....andere haben Ahadith insgesamt abgelehnt.

_________________
***************************************
OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
@Tobias
Zitat:
Zeige doch mal ein Land in dem die Menschenrechtssituation nach dem EU-Beitritt schlimmer geworden ist. Davon abgesehen hat die EU ja sogar eigene Instrumente zur Wahrung der Menschenrechte. Es sei nur der Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte genannt.

Zeige doch mal ein Land wie die Türkei., welches vor dem EU-Beitritt derartig viele, um es mal vorsichtig auszudrücken, "kritische Menschenrechtssituationen" hatte.

Zitat:
Zitat:
Die klassische Lehre des Christentums sieht für Nichtchristen übrigens nur Konversion, Vertreibung oder Tod vor.

Mara fragte:
Was verstehst Du unter "klassische Lehre des Christentums" ?
Die, von der Du da sprichst, ist mir als Christin nicht bekannt.

Guter Verdrängungsmechanismus. Du solltest dich in dem Fall mal etwas mit Krichengeschichte beschäftigen bzw. mit europäischer Geschichte. Schau dir doch an was in Gebieten gemacht wurde die (re)christianisiert wurden.

Tobias, Du urteilst zu schnell! Unter "Klassische Lehre des Christentums", verstehe ich "das Typische der Lehre, das Wesentliche" und das ist, was Christus gelehrt und getan hat und was die Urchristen lebten. Und dies stand, im krassen Gegensatz zu dem was ein institutionalisiertes und mit weltlicher Macht und Interesse (Kaiser) vermischtes Christentum z.T. völlig ins Gegenteil verkehrte.

Zitat:
Es ist schon verdächtig, wenn spät und vereinzelt ein einziger Absatz irgendwo auftaucht.

Nicht, wenn die Perikope von der "Steinigung einer Ehebrecherin" sehr gut in den Konsens und die gesamte Lehre Jesu passt.

Zitat:
Welches Wahrheitskriterium legst du denn an außer "wird schon alles richtig gelaufen sein damals"?

Zum einen passt es, wie schon gesagt, zur Gesamtbotschaft und es ist sogar noch mal eine zugespitzte Verdeutlichung , dass kein Mensch auf Grund seiner Werke und seiner Sündlosigkeit im "Reich Gottes" sein kann.
Die historisch-kritische Methode ist gut, geht über den Kopf und man/frau stößt an Grenzen. Da ist dann zum anderen noch der Heilige Geist mit dessen Wirken ein Christ rechnen kann...

@Burkl

Zitat:
Jesus war sozusagen auch, die auf das "Wellenlängenspektrum" des Menschen angepasste Selbstoffenbarung Gottes. Seine Worte und Taten weisen an den Enden dieses "Frequenzspektrums" weit über sich hinaus und sind in ihrer Tiefe nicht auslotbar. Sie eröffnen uns einen Blick auf das Wesen des unsichtbaren Gottes.

Sehr schön ausgedrückt!

@wegweiser
Zitat:
"Aus eigenem Willen kann ich nichts tun." (Johannes 5:30)

und, lies mal, wie dieser Text weiter geht:
.
Zitat:
.."Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt. (5:40 u.41)...
Denn das Brot Gottes ist der, welcher aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt. (6:33) ...
Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt. (6:51)


Auch hier wird wieder deutlich, dass Jesus mehr war als nur ein Gesandter oder Prophet.

Christen glauben weder an ein Buch, noch an einen Propheten, sondern an den "einen Gott", der durch Jesus Christus nahbar geworden ist und im alltäglichen Leben und in dieser Welt durch den Heiligen Geist, der in uns wirkt, erfahren werden kann.

Dieses Gottes- und Glaubensverständnis ist es, worfür Christen immer wieder von Muslimen verfolgt wurden und z.T. werden.
_________________
***************************************
OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Zitat:
Tobias, Du urteilst zu schnell! Unter "Klassische Lehre des Christentums", verstehe ich "das Typische der Lehre, das Wesentliche" und das ist, was Christus gelehrt und getan hat und was die Urchristen lebten. Und dies stand, im krassen Gegensatz zu dem was ein institutionalisiertes und mit weltlicher Macht und Interesse (Kaiser) vermischtes Christentum z.T. völlig ins Gegenteil verkehrte.


Also beim Christentum zählt nur eine idealisierte urchristliche Gemeinde und beim Islam zählt aber alles. Richtig verstanden?

Was ich hier beschrieben habe war über Jahrhunderte christliche Praxis, auch als es im Westen keinen Kaiser mehr gab (bzw. den neuen, aber viel schwächeren). Und die wurde von christlichen Theologen gedeckt und unterstützt, auch mit Bibelversen belegt (schon zig mal von mir angeführt). Bei der Sachsenmission (ein Volk das nicht übertreten wollte!) wurden im Namen der Kirche ganze Landstriche entvölkert!

Zitat:
Nicht, wenn die Perikope von der "Steinigung einer Ehebrecherin" sehr gut in den Konsens und die gesamte Lehre Jesu passt.


Die Perikope passt kaum in das Johannesevangelium, weder vom Stil, noch vom Inhalt. Und es ist verdächtig, wenn ein Absatz erst Jahrhunderte später auftaucht. Ich habe ja nichts inhaltlich gegen den Absatz, ich mag ihn sogar, aber deswegen kann man sich die Situation nicht schönlügen.

Zitat:
Die historisch-kritische Methode ist gut, geht über den Kopf und man/frau stößt an Grenzen. Da ist dann zum anderen noch der Heilige Geist mit dessen Wirken ein Christ rechnen kann...


Mit anderen Worte: Du akzeptierst die Ergebnisse so lange, wie sie dir in den Kram passen. So kannst du dann nette Verse nach belieben behalten und welche die nicht mehr so toll kommen heute aussortieren...

Zitat:
Zum einen passt es, wie schon gesagt, zur Gesamtbotschaft und es ist sogar noch mal eine zugespitzte Verdeutlichung , dass kein Mensch auf Grund seiner Werke und seiner Sündlosigkeit im "Reich Gottes" sein kann.


Das ist überhaupt nicht die Botschaft dieser Perikope. In der Perikope geht es um zwei Sachen:

1. Jesus wird versucht eine Falle zu stellen und Er kann, wie immer, ausweichen. (Indem Er weder das Gesetz des Alten Testaments ablehnt, noch gegen Seine eigenen Aussagen verstößt.)
2. Man soll niemanden verurteilen, hier sogar im strafrechtlichen Sinne (fraglich ob das für alle Straftaten gelten soll oder nur für Ehebruch), sofern man selbst Schuld trägt, da dies Heuchelei wäre. (Das Jesus sich dann diesem Urteil anschließt könnte sehr vielfältig interpretiert werden: 1. Er denkt Er hat selbst Sünden begangen. 2. Er konnte nun machen was Er wollte da die Fallensteller weg waren. 3. Er wollte ein Beispiel für die Gerichtsbarkeit unter den Menschen sein.)

Feministinnen lesen dann noch:

3. Jesus beschützt die Frauen, welche immer dran waren, wogegen der Mann aber offenbar nicht bestraft wurde. (So feministische Interpretation, was wirklich mit dem Mann war wissen wir nicht.)