Unterschiede zwischen Islam und Bahai ?


Hi zusammen,

... dass Bahai gewissermaßen aus islamischen Kreisen entstanden ist, ist mir bekannt. Allerdings habe ich keine Ahnung, was die wesentlichen Unterschiede zwischen Islam und Bahai sind. Deshalb wende ich mich mit dieser Frage an euch.

Gruß
Hallo teal-leet,

Erst mal herzlich willkommen hier im Forum

Ich muss gestehen, ich kenne mich im Islam zu schlecht aus, um wirklich die 'wesentlichen' Unterschiede herauszustellen, allerdings sollte Tobias dazu recht gut in der Lage sein. Kann sein, dass er vllt. über die Osterferien ein wenig Zeit findet.

Um deine Frage allerdings gut beantworten zu können, könnte es nicht schaden, auch ein bisschen etwas über deine Hintergründe zu wissen. Bist du Moslem? Oder glaubst du überhaupt? Warum stellst du diese Frage? Um welche Art von Unterschieden geht es dir? Um Unterschiede in der Auslegung von Schriften? Oder um Unterschiede in den Gesetzen?

Alles Liebe,
Riki
Hallo teal-leet

ich möchte Dich auch herzlich willkommen heißen hier im Forum!

Ich möchte zu Deiner Frage sagen, dass man das Verhältnis der Baha'i-Religion zum Islam mit dem des Christentums zum Judentum vergleichen kann.
Die ethischen Grundsätze sind in allen Hochreligionen die selben.
Baha'u'llah erkennt alle Gesandten Gottes wie z.B. Krishna, Moses, Jesus, Mohammed, Bab als Gottesgesandte an. Er selbst hat den Anspruch, der bisher letzte Offenbarer in dieser Reihe für unsere Zeit zu sein. Dieses Prinzip nennen wir
"Fortschreitende Gottesoffenbarung".
Was sich im Laufe der Zeit ändert, sind Elemente, die wichtig sind, um dem Fortschritt der Menschheit Rechnung zu tragen. Auch die Offenbarungen sind der jeweiligen Reife der Menschheit angepasst.

Ein Beispiel Islam/Baha'i ist vielleicht die Ehebestimmung: im Islam sind vier Ehefrauen erlaubt. In der Baha'i-Religion ist bereits die Einehe vorgeschrieben.
Mohammeds Sendung war wohl hauptsächlich auf die Lehre des Glaubens an einen Gott gerichtet, da damals Götzenanbetung betrieben wurde.
Baha'u'llahs Sendung richtet das Hauptaugenmerk auf die Einheit der Menschheit. Er zeigt uns die Welt als eine Heimat für alle Menschen, lehrt uns u.a. das Ablegen aller Vorurteile der Rasse, der Religion usw., damit eine friedliche Welt entstehen kann.

Das nur mal kurz dazu. Es wäre hilfreich, wenn Du konkrete Fragen stellen könntest.

Liebe Grüße von Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hey,

Riki hat folgendes geschrieben:
Erst mal herzlich willkommen hier im Forum


Minou hat folgendes geschrieben:
ich möchte Dich auch herzlich willkommen heißen hier im Forum!


Danke sehr

Riki hat folgendes geschrieben:
Ich muss gestehen, ich kenne mich im Islam zu schlecht aus, um wirklich die 'wesentlichen' Unterschiede herauszustellen, allerdings sollte Tobias dazu recht gut in der Lage sein. Kann sein, dass er vllt. über die Osterferien ein wenig Zeit findet.

OK, dann erhoffe ich mir, dass er diesen Thread bemerkt.

Riki hat folgendes geschrieben:
Bist du Moslem? Oder glaubst du überhaupt?

Ja, ich bin Moslem. Oder besser : versuche einer zu sein
Riki hat folgendes geschrieben:
Warum stellst du diese Frage?

Weil ich letztens bei der Arbeit einen Bahai kennen gelernt habe und ich dabei gestehen musste, dass ich Bahai nicht kenne - da hat er erst einmal ein wenig schmunzeln müssen. Nun habe ich mir ein Paar Informationen aus dem Internet durchgelesen, habe aber kaum konkrete Unterschiede zum Islam finden können. Außer, dass die Bahai an ihren eigenen (letzten) Propheten glauben.
Riki hat folgendes geschrieben:
Um welche Art von Unterschieden geht es dir?

Unterschiede bzgl. der allgemeinen Glaubenslehre. Insbesondere Unterschiede bzgl. der Glaubenslehre, den Geboten / Verboten, und warum Bahai nicht eine Gruppierung des Islam ist, sondern eine eigenständige Religion. Denn wenn es keine fundamentalen Unterschiede geben würde, wäre das nicht der Fall.
Riki hat folgendes geschrieben:
Um Unterschiede in der Auslegung von Schriften?

Ja, auch um die Unterschiede bzgl. den Inhalten der Schriften.
Riki hat folgendes geschrieben:
Oder um Unterschiede in den Gesetzen?

Auch. Einfach alles was wesentlich ist ^^

Minou hat folgendes geschrieben:
Ich möchte zu Deiner Frage sagen, dass man das Verhältnis der Baha'i-Religion zum Islam mit dem des Christentums zum Judentum vergleichen kann.
Die ethischen Grundsätze sind in allen Hochreligionen die selben.
Baha'u'llah erkennt alle Gesandten Gottes wie z.B. Krishna, Moses, Jesus, Mohammed, Bab als Gottesgesandte an. Er selbst hat den Anspruch, der bisher letzte Offenbarer in dieser Reihe für unsere Zeit zu sein. Dieses Prinzip nennen wir
"Fortschreitende Gottesoffenbarung".
Was sich im Laufe der Zeit ändert, sind Elemente, die wichtig sind, um dem Fortschritt der Menschheit Rechnung zu tragen. Auch die Offenbarungen sind der jeweiligen Reife der Menschheit angepasst.

Ok, aber dennoch gibt es in den Religionen Christentum, Islam und Judentum ganz konkrete und markante Unterschiede. Als da wären, die Gebote/Verbote, Trinität und absoluter Monotheismus, Erbsünde, etc.

Minou hat folgendes geschrieben:
Ein Beispiel Islam/Baha'i ist vielleicht die Ehebestimmung: im Islam sind vier Ehefrauen erlaubt. In der Baha'i-Religion ist bereits die Einehe vorgeschrieben.

Ja genau solche Unterschiede meine ich. Aber auch Unterschiede in der Glaubenslehre sind mir wichtig.

Minou hat folgendes geschrieben:
Das nur mal kurz dazu. Es wäre hilfreich, wenn Du konkrete Fragen stellen könntest.

Hmm, ich weiss nicht, wie ich meine Frage konkreter formulieren kann. Mich würden halt nur explizit Unterschiede zwischen Islam und Bahai interessieren. Finde im Internet sehr viel zu Unterschieden zwischen Islam, Christentum, Judentum, Buddhismus, Hinduismus,... aber kaum was zu den Unterschieden des Bahaismus.

Gruß
Es gibt eine grundlegende Unterschiede...aber anstatt eine Aufzählung hinzulegen, können wir uns ja von Prinzip zu Gebot usw. durchhangeln...

da wäre z.B. die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau!
Mir fällt gerade ein, dass z.B. bei den Bahá'ís das Essen von Schweinefleisch nicht verboten ist. Allgemein gibt es kaum Regeln die Ernährung betreffend.
Alkohol ist uns in Speis und Trank verboten, und es gibt das Gebot, dass wir uns von allem, was unserem Körper schadet, fern halten sollen. (Was das allerdings im Detail ist, ist nirgends festgelegt).

Was die geistigen Inhalte betrifft, wird man wahrscheinlich wirklich kaum Unterschiede finden, aus dem simplen Grund, dass es nur eine einzige Religion gibt, die von Gott gesandt wurde, und deren soziale Gesetze immer wieder an die Gegebenheiten angepasst werden.
Sprich: Der Glaube an einen Gott, die Anbetung dessen, das Bemühen, sich an Seine Gebote und Gesetze zu halten, die Tugenden wie Nächstenliebe, Demut, Wahrhaftigkeit, ... sind ja im Grunde immer dieselben, weil zeitlos.

Die Unterschiede liegen eben in den Gesetzen, die den Umgang miteinander regeln, also den schon erwähnten und sicher noch einigen mehr.

Oder auch teilweise in den Grundprinzipien.
Minou hat ja schon geschrieben, dass jeder Gottesoffenbarer (Bahá'í-Terminologie für Gottesboten, wie z.B. Krishna, Buddha, Abraham, Moses, Jesus, Mohammed, Báb, Bahá'u'lláh, ...) seine besondere Botschaft hat, mal abgesehen von der 'allgemeinen'.

Die Bahá'í glauben an die fortschreitende Gottesoffenbarung, also daran, dass Gott einen Bund mit den Menschen geschlossen hat, der besagt, dass Er immer für uns sorgen wird, und wir uns dafür immer bemühen werden Ihn zu erkennen und anzubeten.
Und diese Führung Gottes hat niemals geendet und wird niemals enden - und findet statt in Form von Gesandten, die als einzige die Berechtigung haben, die eine Religion an die Gegebenheiten der Zeit anzupassen.
Und Bahá'u'lláh ist der 'aktuelle' Gottesoffenbarer (wenn man das so nennen will), der die aktuelle Botschaft gebracht hat. Allerdings wird nach etwa tausend Jahren (sicher nicht weniger als tausend Jahre, aber wieviele es genau sind weiß man nicht) wieder jemand kommen, der die eine Religion an die Umstände der Zeit anpassen wird - und an das Fassungsvermögen der Menschen.

Da fällt mir jetzt gerade noch ein: Minou hatte ja schon erwähnt, dass das Hauptaugenmerk der Sendung Bahá'u'lláhs auf der Einheit der Menschheit liegt.
Das drückt sich unter anderem in solchen Prinzipien aus wie dass eine Welthilfssprache entstehen / gewählt werden sollte (eine Sprache, die in allen Ländern neben der Muttersprache unterrichtet wird), und dann noch die von Minou erwähnten Dinge.

Es gibt auch viele Aussagen, in denen man dann Phrasen findet wie "Ihr seid die Blumen eines Gartens" oder "die Blätter eines Zweiges", "die Perlen eines Ozeans", ...
Es geht dabei aber nicht um einen 'Einheitsbrei', sondern um die "Einheit in der Vielfalt".
Ein Garten ist erst dann schön, wenn er in vielen Farben erstrahlt. Monokulturen sind dagegen eher öde...

Alles Liebe,
Riki

P.S.: Ich glaube, du hast dich jetzt eh schon beiweitem spezifischer ausgedrückt
Teal-leet hier kommt noch ein w e s e n t l i c h e r
und a l l e r w i c h t i g s t er (von mir aus gesehen)
Unterschied zum Koran-weil es eine Weiterentwicklung ist-neues Gesetzt...neue Offenbarung

"Hütet euch, irgend jemandes Blut zu vergiesen! Zieht das Schwert eurer Zunge aus der
S.c. h. e .i .d.e der Ausserung, denn damit könnt ihr die Bollwerke der Menschenherzen erobern.

Wir haben d a s G e b o t, den Heiligen Krieg gegeneinander zu führen, a u f g e h o b e n .
Gottes Barmherzigkeit hat wahrlich alle erschaffenen Dinge umfangen-wollt Ihr es doch begreifen!" Baha`ullah
Hallo teal-leet,

Ich finde Hitmans Vorschlag gut, dass wir mal die Gebote der Reihe nach durchgehen. Und danke, ja, Du hast Dich jetzt konkret ausgedrückt .

Riki hat schon einige wichtige Beispiele gegeben und akasha ein sehr wichtiges für das Erreichen des Weltfriedens!

Zu den von Dir angeschnittenen Themen


Zitat:
Als da wären, die Gebote/Verbote, Trinität und absoluter Monotheismus, Erbsünde, etc.


fällt mir Folgendes ein:

bezüglich Trinität und Monotheismus sind sich wohl Islam und die Baha'i-Religion einig: es gibt nur einen Gott. An die Erbsünde glauben Baha'i nicht.
Zu den Geboten: so viel ich weiß, ist im Islam fünfmaliges Beten pro Tag geboten.
Baha'i dürfen zwischen drei Pflichtgebeten auswählen:

Das kurze Pflichtgebet - einmal in 24 Stunden, mittags zu sprechen;
das mittlere Pflichtgebet - täglich morgens, mittags und abends zu sprechen;
das lange Pflichtgebet - einmal in 24 Stunden zu sprechen.

Auch die Strafgesetze dürften anders sein als im Islam, vermutlich auch die Erbgesetze, das Ehe- u. Scheidungsgesetz.

Ein Vorschlag an Dich, Teal-leet: wie wäre es, wenn Du die Gesetze aus dem Islam, die Dich interessieren, anführst, und wir schreiben Dir dann, wie diese Gesetze jetzt in der aktuellen Religion Gottes (Riki hat das schon sehr schön erklärt), der Baha'i-Religion, aussehen? Wäre Dir das recht?

Liebe Grüße von Minou
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Auch von mir erstmal willkommen im Forum Teal-leet.

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Bahá'i Religion und kann Dir in meinen Worten versuchen einige Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten zu nennen.

Zunächst haben auch die Bahá'i ein streng monotheistisches Gottesbild. Der Glaube an die Trinität oder mehrere Gottheiten wird abgelehnt. Es gibt nur einen Gott und dieser Gott ist sowohl für Juden, Christen und Muslime, als auch für Buddhisten und natürlich auch für Bahá'i ein und derselbe Gott der sich zu unterschiedlichen Zeiten der Entwicklung und den Gegebenheiten der jeweiligen Zeit entsprechend offenbart hat.

Anders hingegen ist die Auslegung der einzelnen Schriften, was bei genauerem Hinsehen aber sehr interessant und durchaus schlüssig wirkt. Nehmen wir den Fall Adam und Eva. Dem ganzen Fall wird hier eine Symbolik zugesprochen. So gilt die Sünde bspw. als Gottesferne. Wenn man bedenkt das Adam und Eva nach dem Sündenfall aus dem Paradies geflogen sind -wo Sie (frei von Sünden) Gott am nächsten waren, kann man das durchaus nachvollziehen. Je mehr ein Mensch sündigt, desto mehr entfernt er sich von Gott.

Was mich persönlich angesprochen hat ist besonders folgender Punkt: Der Himmel und die Hölle werden nicht als materielle Orte dargestellt. Demnach kommt nicht ein Mensch in das Paradies oder in die Hölle nur weil er genau "der einen" wahren Religion angehört. Es wird zwar klar betont, dass die "aktuelle" Religion Gottes der Bahá'i Glaube und jeder diesen auch prüfen soll bevor er Urteilt (der selbstständigen suche nach der Wahrheit wird sehr viel Gewicht bemessen), aber niemand wird in der Hölle brennen auf Ewigkeit nur weil er die "falsche" Religion hatte und möglicherweise trotzdem ein guter Mensch mit guten Taten war.

Ich könnte noch einiges Schreiben aber das erstmal als kurzer Beitrag von mir.

Grüße
Hi,

Danke, ich habe mir eure Beiträge durchgelesen und will nun Punkt für Punkt die mir bekannten Unterschiede herausgreifen.

Dazu sei erwähnt, dass es bei den Lehren der Bahai möglicherweise zu fehlerhaften oder falschen Beschreibungen kommen kann, da ich mir in vielen Punkten noch nicht genügend Wissen aneigenen konnte - diese werde ich dann farblich (dunkelrot) markieren. Ich hoffe bei gegebenem Anlass kann das von der Bahai- C ommunity revidiert werden.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Bahai - nach meinem aktuellen Wissensstand:

Zu Beginn eine Randbemerkung zu den Namen der Religionen. Während die Namen von Religionen wie Christentum, Judentum und auch Bahai von Namen einiger Menschen oder Völker entstammen, ist das beim Islam nicht der Fall. Islam bedeutet einfach Übersetzt (Gott-)Ergebenheit und ist nicht auf Namen von Menschen oder Volksstämmen zurückzuführen.

Gottesbild:
Sowohl Islam als auch Bahai haben in diesem Punkt eine relativ große Schnittmenge. Auch deshalb, weil sich Bahai aus islamisch-schiitischen Kreisen entwickelt hat und somit auch an den islamischen Monotheismus anknüpft. Dieser Unterscheidet sich allerdings wesentlich vom Gottesbild der Christentums und des Judentums, welche Gott zum einen Söhne zuschreiben und zum anderen menschliche Eigenschaften wie "ausruhen", "bereuen", oder auch Eifersucht zuordnen.
Allerdings gibt es im Islam eine ganze Reihe von Beschreibungen der Eigenschaften Gottes. Welche unter anderem in den 99 Namen Allahs wiedergegeben werden. Bei den Bahai habe ich derartiges nicht finden können, zumal da das Hauptaugenmerk nicht in diesem Themenbereich liegt.

Prophetentum und Offenbarung:
Während der Islam den Propheten Muhammed als letzten Propheten, welcher für die gesamte Menschheit bis zum letzten Tage gesandt wurde, deklariert, glauben die Bahai an eine progressive Offenbarungskette. In dieser Kette werden unter anderem auch Zarathustra, Krishna, Siddhartha Gautama, der Bab und Bahaullah als Propheten anerkannt. Im Islam hingegen ist von solchen Propheten nicht die Rede und werden im Koran - soweit ich weiss - nicht erwähnt. Und gerade diese, gemäß dem Islam vermeintlichen Propheten haben polytheistische Religionen eingeführt. So zum Beispiel die Zoroastrier, welche an zwei, einen guten und einen bösen Gott glauben, welche sich bekämpfen. Oder auch die Lehren Krishnas. Diese stehen alle im Widerspruch zueinander und doch werden diese im Bahaismus als eine einzige Religion betrachtet. Dagegen ist im Islam nur von Propheten die Rede, welche zum größten Teil auch in den beiden anderen abrahamitischen Religionen auftauchen. So zum Beispiel: (Adam,) Noah, Abraham, Josef, Jonas, Moses, Jesus, Muhammed.
Allerdings könnten eventuell die Lehren Bahaullahs aufgrund der progessiven Offenbarung auch bald vom nächsten potentiellen Propheten geändert werden. Das würde eine neue Glaubenslehre und einen neuen Propheten mit sich bringen.

Schöpfungsgeschichte:
Im Islam mussten Adam und Eva den paradiesischen Garten verlassen, weil Sie sich dem Befehl Gottes widersetzt hatten, nicht von den Früchten des verbotenen Baumes zu Essen. In den bahai'schen Lehren wird dieser paradiesischer Garten als Paradies der Ignoranz bezeichnet, aus welchem Adam die Menschheit in die Welt des bewussten Wissens (gemeint ist diese Welt) geführt hat. Oder genauer: Im Islam hat sich Adam Gottes Befehl widersetzt und für die Bahai scheint dieses Ereignis eine Wohltat für die Menschheit zu sein. Ein klarer Widerspruch an dieser Stelle. Eine wichtige Rolle in diesem Spiel kommt dem Satan zu. Er wird im Islam als existentes Wesen beschrieben, welcher den Menschen sehen kann von wo aus der Mensch ihn nicht sehen kann. Desweiteren verfügt er über die Fähigkeit der Einflüsterung und ist der gesamten Menschheit verfeindet. Allerdings ist dieses Wesen bei den Bahai nicht mehr als eine Metapher zu verstehen. Genauso wie Himmel und Hölle.

Himmel und Hölle:
Sowohl Islam als auch Bahaismus lehren ein Leben nach dem Tod. Allerdings verstehen Sie die Begriffe Himmel und Hölle, welche in den 3 abrahamitischen Religionen desöfteren erwähnt werden, als reine Metaphern. Wie das Leben nach dem Tod bei den Bahai aussieht weiss ich nicht. Im Islam glaubt man an einen Tag des Gerichts an welchem über jeden Menschen gerecht geurteilt wird. Und er anschließend entsprechend belohnt oder bestraft wird. Somit wird es je nach seinen Handlungen in der Hölle oder im Paradies verweilen.

Sinn des Lebens:
Islam: Gott dienen.
Bahai: "geistige Fähigkeiten entwickeln, die für das Leben im Jenseits benötigt werden" entnommen aus http://de.wikipedia.org/wiki/Bahai (Menschenbild)

Geschichte des Bahaismus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bahai hat folgendes geschrieben:

Der Bab

Der Bab wurde 1819 in Schiraz, Iran geboren. Am Abend des 22. Mai 1844 erhob er erstmals den Anspruch einer göttlichen Offenbarung. Als Titel greift er den schiitisch-eschatologischen Begriff des „Bab“ auf. Er deutet ihn um als „Tor zu Gott“[1][2], d.h. als Anspruch einer nachislamischen Offenbarung und als Wegbereiter einer weiteren Offenbarungsgestalt. Der Babismus gewann schnell Anhänger aus dem schiitischen Umfeld.[3] Unter schiitischen Gelehrten und Geistlichen stieß der Offenbarungsanspruch des Bab und seine Interpretation des Islam auf Ablehnung; insbesondere stellte der Bab die Rolle der Religionsgelehrten in Frage und trat für die Rechte der Frau und größere gesellschaftliche Gleichheit ein. Anfang 1847 wurde er verhaftet.

Die formelle Trennung vom Islam erfolgte im Juli 1848 in Badascht[4] am Kaspischen Meer. Sie war das Ergebnis eines Konzils der einflussreichsten Anhänger des Bab. Eine der Wortführerinnen, Qurrat al-ʿAin, legte als Zeichen der Emanzipation der Frau erstmals in der Öffentlichkeit ihren Schleier ab.[5]

Die zunehmende Missionstätigkeit der Babi führte rasch zum Widerstand schiitischer Gruppen, bald zu (auch staatlich) organisierter Verfolgung der Gemeinde. Als Gegenreaktion kam es vereinzelt zu Revolten gegen die iranische Regierung. Schiitische Vorstellungen des Dschihad blieben unter den Babi zunächst erhalten.[6] Am 9. Juli 1850 wurde der Bab in Täbris öffentlich füsiliert. Die Verfolgungen dauerten bis 1853 an. Tausende Anhänger des Bab wurden getötet.[7]

Seit 1848 hatten vor allem zwei der Anhänger des Bab an Bedeutung gewonnen: die Söhne eines Staatsministers in Teheran, die Halbbrüder Mirza Husayn Ali Nuri, später Baha’u’llah genannt, und Mirza Yahya Nuri, später bekannt als Subh-i-Azal. Wie vom Bab vorgesehen, übernahm nach dem Tod des Bab nominell der kaum neunzehnjährige Subh-i-Azal die Leitung der Babi-Gemeinde, war dieser Aufgabe aber kaum gewachsen. Auf Anraten Baha’u’llahs und anderer hatte ihn der Bab 1849 zum Sachwalter bestimmt für die Übergangszeit bis zum Auftreten „Dessen, den Gott offenbaren wird“, der im Babismus erwarteten messianischen Gestalt.[8]


Baha’u’llah

Baha’u’llah wurde im Zuge der Verfolgungen 1852 in Teheran im Siyah-Chal („Schwarzes Loch“), einem berüchtigten Verlies, inhaftiert. Viele seiner Mithäftlinge wurden hingerichtet. Von einer Hinrichtung Baha’u’llahs wurde abgesehen, da er großes öffentliches Ansehen genoss und sich westliche Botschafter für ihn einsetzten.[9] Baha’u’llahs mystische Erlebnisse während dieser Kerkerhaft sehen die Bahai als die ersten Anfänge seiner prophetischen Sendung.[10]



Wahrscheinlich hat sich Bab als der 12. Imam, Imam al Mahdi, ausgegeben und ist damit auf heftige Kritik bei den Gelehrten gestoßen. Wenn das so wäre, so kann man sagen, dass der Bahaismus aus einer schiitischen Sekte entstanden ist.

Gruß