Unterschiede zwischen Islam und Bahai ?


Eigenschaften Gottes bei Bahai:

Allherrlicher, Allmächtiger, der All-liebende, Allweise,Allgewaltige, Allkundige, Allgütiger
Allbezwingende,Allwissende, der Allsehende,der Bestätiger,
der Bildner, der Schöpfer,Erhabenster, Erbarmer, Feinsinniger,der Herr überweltigenden Majestät,Herr der Shöpfung, Höchste Herrscher der Allherliche, Herr aller Namen,Herr offenbaren Zeichen und Beweise,der Kostbare der Geliebte, der Herr überströmende Gnade,
Ewigvergebende, Immervergebende, Helfer in Not, Helfer in Gefahr, Immerwiedervergebende,Gnadenreiche,Gnädige,
grosse Geber,Gabenreichste, der Liebende
Gnädige, der Grossmütigste, der Gewaltigste der Unbedingte,
der Freigebigste, der Höchste
Schenkende,Mitleidige,der Mitleidvollster,der Gnadenreiche,der Barmherziger,der Erbarmer,Immervergebende, der Grosmütige, Unbezwungene, Allbezwingende, der Wohltätige, der Unbedingte, der Offenbarste des Offenabaren, und Verborgenste der Verborgnen.
Gebe noch einige Eigenschaften mehr nach Wunsch
Zur Erinnerung was Bahaullah allen Gläubigen
für Heute mitgebracht hat!


"Wir haben d a s G e b o t, den H e i l i g e n
K r i e g g e g e n e i n a n d e r zu führen,
a u f g e h o b e n,
Gottes Barmherzigkeit hat wahrlich alle erschaffenen Dinge umfangen, wollt Ihr es doch begreifen!" Baha`ullah
Hi

akasha hat folgendes geschrieben:
Eigenschaften Gottes bei Bahai:

Allherrlicher, Allmächtiger, der All-liebende, Allweise,Allgewaltige, Allkundige, Allgütiger
Allbezwingende,Allwissende, der Allsehende,der Bestätiger,
der Bildner, der Schöpfer,Erhabenster, Erbarmer, Feinsinniger,der Herr überweltigenden Majestät,Herr der Shöpfung, Höchste Herrscher der Allherliche, Herr aller Namen,Herr offenbaren Zeichen und Beweise,der Kostbare der Geliebte, der Herr überströmende Gnade,
Ewigvergebende, Immervergebende, Helfer in Not, Helfer in Gefahr, Immerwiedervergebende,Gnadenreiche,Gnädige,
grosse Geber,Gabenreichste, der Liebende
Gnädige, der Grossmütigste, der Gewaltigste der Unbedingte,
der Freigebigste, der Höchste
Schenkende,Mitleidige,der Mitleidvollster,der Gnadenreiche,der Barmherziger,der Erbarmer,Immervergebende, der Grosmütige, Unbezwungene, Allbezwingende, der Wohltätige, der Unbedingte, der Offenbarste des Offenabaren, und Verborgenste der Verborgnen.
Gebe noch einige Eigenschaften mehr nach Wunsch


Danke dafür !
Ich personlich glaube, dass im hinblick auf das Gottesbild aller Wahrscheinlichkeit nach die geringste Diskrepanz zwischen Islam und Bahai existiert - aus dem ganz einfachen Grund, weil das Bahaitum auf schiitisch-eschatologischen Quellen basiert.

akasha hat folgendes geschrieben:
Zur Erinnerung was Bahaullah allen Gläubigen
für Heute mitgebracht hat!


"Wir haben d a s G e b o t, den H e i l i g e n
K r i e g g e g e n e i n a n d e r zu führen,
a u f g e h o b e n,
Gottes Barmherzigkeit hat wahrlich alle erschaffenen Dinge umfangen, wollt Ihr es doch begreifen!" Baha`ullah


Aber wenn der Krieg gegeneinander mit dem Bahaismus aufgehoben wurde. So müsste das bedeuten, dass vor Bahaullah und Bab der Krieg gegeneinander geboten oder zumindest gebilligt wurde. Denn es kann nichts aufgehoben werden, was nicht zuvor eingeführt wurde. Desweiteren stellt sich auch in diesem Fall die Frage, was zu tun ist, wenn man selbst Unrecht erleidet. Soll man sich wehren oder nicht auf dieses Unrecht reagieren?
Ich denke, wie auch in vielen anderen Religionen ist man immer dann verpflichtet im weitesten Sinne Krieg zu führen (im engeren Sinne: sich zu wehren), wenn einem Unrecht geschieht.
Außerdem kenne ich keine Religion die allgemein zum Krieg gegeneinander aufruft. Der Krieg ist im allgemeinen Fall immer in Verbindung mit Ungerechtigkeit legitimiert.

Insofern verstehe ich nicht genau, was neu an diesem Gebot ist

Gruß
Nur kurz zu ein paar Punkten, lieber teal-leet:
Zitat:
Sinn des Lebens:
Islam: Gott dienen.
Bahai: "geistige Fähigkeiten entwickeln, die für das Leben im Jenseits benötigt werden"


Auch Baha'i ist es natürlich geboten, Gott und den Mitmenschen zu dienen. Baha'u'llah erhebt Arbeit sogar zum Gottesdienst.

Zitat:
In den bahai'schen Lehren wird dieser paradiesischer Garten als Paradies der Ignoranz bezeichnet, aus welchem Adam die Menschheit in die Welt des bewussten Wissens (gemeint ist diese Welt) geführt hat


Laut AT essen Eva und Adam ja vom Baum der Erkenntnis. Danach sahen sie erst, dass sie nackt waren. Zuvor im Paradies kam ihnen das gar nicht zum Bewusstsein. Meiner Meinung nach wird das in der Baha'i-Religion als Metapher gesehen. Wir leben ja nicht mehr im Paradies, wo es eigentlich nichts Schlechtes geben kann; nein, wir leben in der Welt des Bewusstseins, wo wir sehr wohl gute und schlechte Taten voneinander unterscheiden müssen.

Zitat:
Sowohl Islam als auch Bahaismus lehren ein Leben nach dem Tod. Allerdings verstehen Sie die Begriffe Himmel und Hölle, welche in den 3 abrahamitischen Religionen desöfteren erwähnt werden, als reine Metaphern. Wie das Leben nach dem Tod bei den Bahai aussieht weiss ich nicht.


Himmel und Hölle werden in der Baha'i-Religion nicht als Orte, sondern als Zustände gesehen. So bedeutet Himmel die Nähe zu Gott, während Hölle die Gottferne bedeutet, die sehr wohl schmerzhaft empfunden wird. Weiters wissen wir von Baha'u'llah, dass es im Jenseits unendliche Welten gibt, in denen sich die Seele weiter entwickeln kann. Nach ihrem Tod kommt sie auf eine Stufe, die ihrer Entwicklung zu diesem Zeitpunkt entspricht. Auch werden wir unsere verstorbenen Lieben dort wiedersehen.

LG!
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Hallo teal-leet,

habe eben erst Deinen Beitrag bezüglich 'Krieg' gelesen:
Zitat:
Insofern verstehe ich nicht genau, was neu an diesem Gebot ist


Nun, wenn auch seitens des Islam nur Verteidigungskriege geführt wurden, so waren es trotzdem Kriege; oder wie siehst Du es?

Baha'u'llah jedoch verbietet uns jede Art von Gewalt, und sei es 'nur' mit Worten! Die Zunge kann schärfer als das Messer sein .

Liebe Grüße!
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Lieber teal-leet,

Zitat:
Zu Beginn eine Randbemerkung zu den Namen der Religionen. Während die Namen von Religionen wie Christentum, Judentum und auch Bahai von Namen einiger Menschen oder Völker entstammen, ist das beim Islam nicht der Fall. Islam bedeutet einfach Übersetzt (Gott-)Ergebenheit und ist nicht auf Namen von Menschen oder Volksstämmen zurückzuführen.


Baha'i ist eigentlich auch eine Fremdbezeichnung und bezeichnet letztlich die Menschen, welche Baha' anhängen (ob man das nun auf den größten Namen oder den Offenbarer Baha'u'llah bezieht sei dahingestellt). In den offenbarten Schriften Baha'u'llahs ist von der "Sache" oder dem "Befehl" Gottes die Rede (amr allah oder seltener).

Baha' ist übrigens auch nicht der Name eines Menschen oder eines Stammmes.

Zitat:
Sowohl Islam als auch Bahai haben in diesem Punkt eine relativ große Schnittmenge. Auch deshalb, weil sich Bahai aus islamisch-schiitischen Kreisen entwickelt hat und somit auch an den islamischen Monotheismus anknüpft. Dieser Unterscheidet sich allerdings wesentlich vom Gottesbild der Christentums und des Judentums, welche Gott zum einen Söhne zuschreiben und zum anderen menschliche Eigenschaften wie "ausruhen", "bereuen", oder auch Eifersucht zuordnen.


Im Judentum gibt es zwar die "Söhne Gottes", aber das ist nicht "biologisch" gemeint, sondern bezeichnet besonders gottesfürchtige Israeliten. Und im Christentum gibt es auch nur den Sohn Gottes. Wobei die Erschaffung Jesu durch den Heiligen Geist ja auch im Qur'án vorkommt. Christen haben das dann eben lange biologisch verstanden, was, da stimme ich dir zu, nicht unproblematisch ist.

Ich denke das es eigentlich klar sein sollte das solche Beschreibungen im übertragenen Sinne gemeint sind. Zumal so etwas im Qur'án auch vorkommt.

Allah liebt die Gutes Tuenden. (2,195)

In Deiner [Allahs] Hand ist (all) das Gute. (3,26)

Zitat:
Allerdings gibt es im Islam eine ganze Reihe von Beschreibungen der Eigenschaften Gottes. Welche unter anderem in den 99 Namen Allahs wiedergegeben werden. Bei den Bahai habe ich derartiges nicht finden können, zumal da das Hauptaugenmerk nicht in diesem Themenbereich liegt.


Schau mal ein wenig in die Heiligen Schriften der Baha'i, besonders in die Gebete. Es gibt sehr viele davon (jemand hat dir hier schon einen Auszug kopiert). Gerade Al-Baha' ist ja ein solcher Name, nämlich der erwartetste hunderste, größte Name gottes.

Zitat:
Prophetentum und Offenbarung:
Während der Islam den Propheten Muhammed als letzten Propheten, welcher für die gesamte Menschheit bis zum letzten Tage gesandt wurde, deklariert, glauben die Bahai an eine progressive Offenbarungskette. In dieser Kette werden unter anderem auch Zarathustra, Krishna, Siddhartha Gautama, der Bab und Bahaullah als Propheten anerkannt. Im Islam hingegen ist von solchen Propheten nicht die Rede und werden im Koran - soweit ich weiss - nicht erwähnt. Und gerade diese, gemäß dem Islam vermeintlichen Propheten haben polytheistische Religionen eingeführt. So zum Beispiel die Zoroastrier, welche an zwei, einen guten und einen bösen Gott glauben, welche sich bekämpfen. Oder auch die Lehren Krishnas. Diese stehen alle im Widerspruch zueinander und doch werden diese im Bahaismus als eine einzige Religion betrachtet. Dagegen ist im Islam nur von Propheten die Rede, welche zum größten Teil auch in den beiden anderen abrahamitischen Religionen auftauchen. So zum Beispiel: (Adam,) Noah, Abraham, Josef, Jonas, Moses, Jesus, Muhammed.
Allerdings könnten eventuell die Lehren Bahaullahs aufgrund der progessiven Offenbarung auch bald vom nächsten potentiellen Propheten geändert werden. Das würde eine neue Glaubenslehre und einen neuen Propheten mit sich bringen.


Juden und Christen sagen auch jeweils, dass nach [i]ihrem
großen Offenbarer keiner mehr kommt. Insofern ist da kein Unterschied zum Islam.

Der Qur'án nennt eine kleine Zahl an Propheten und Gesandten. Aber es sollen doch zu allen Völkern welche gekommen sein. Ich denke es ist klar, dass da kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht. So tauchen selbst nicht alle Propheten des Alten Testaments im Qur'án auf.

Die Zarathustrier sind keine Polytheisten. Es gibt einen klar monotheistischen Gott, nämlich Ahura Mazda (pers. "Weiser Herr") was du meinst sind die beiden Geister die gegeneinander kämpfen, wobei der eine gut und der andere böse ist. Diese sind aber Geschöpfe von Ahura Mazda und Er hat ihnen den freien Willen gelassen. Wenn du nun argumentierst, dass Zarathustrier deswegen Polytheisten sind, dann sind es Muslime auch: Schließlich glaubt ihr an Teufel und Enegel.

Auch im Hinduismus gibt das das Brahma, welches eindeutig monotheistisch ist. Es ist über alles erhaben, allmächtig, allwissend und so weiter...

Es stimmt schon, dass im heutigen Hinduismus in aller Regel kein monotheistischer Gott zu finden ist. Ich kenne allerdings keine Stelle wo Buddha das Brahma je anzweifelt, dagegen die diversen Deva des Hinduismus schon.

Den göttlichen Ursprung beziehen wir immer auf die Offenbarung, nicht was Menschen dann aus der Religion gemacht haben und wie die diese ausleben. Mit Verlaub: Würden wir das tun, so könnten wir auch den Islam nicht als göttliche Religion akzeptieren.

Oft wir die Baha'i-Lehre der Einheit der Religionen missverstanden: Diese besagt nicht, dass alle Religionen gleich sind, sondern, dass sie bei Gott eine gemeinsame Absicht haben. Das ihre jeweilige Mission und Lehre in der Welt sich unterscheidet ist uns sehr wohl bekannt.

Richtig ist, dass wir glauben, dass Gott sich nie gegenüber der Menschheit verschließt. Diese Lehre ist aber auch im Qur'án zu finden:

Und die Juden sagen: „Allahs Hand ist gefesselt.“ Ihre (eigenen) Hände seien gefesselt und sie seien verflucht für das, was sie sagen. Nein! Vielmehr sind Seine Hände (weit) ausgestreckt; Er gibt aus, wie Er will. Was zu dir (als Offenbarung) von deinem Herrn herabgesandt worden ist, wird sicherlich bei vielen von ihnen die Auflehnung und den Unglauben noch mehren. (5,64)

Zitat:
Wahrscheinlich hat sich Bab als der 12. Imam, Imam al Mahdi, ausgegeben und ist damit auf heftige Kritik bei den Gelehrten gestoßen. Wenn das so wäre, so kann man sagen, dass der Bahaismus aus einer schiitischen Sekte entstanden ist.


Ja, der Báb ist der Mahdi. Wie das Christentum in einer jüdischen Matrix entstand, so entstand der Bábismus in einer schiitisch-islamischen. Die jüdische, christlichen, arabischen und zarathustrischen Einflüsse auf den Islam sind auch sichtbar. Alles auf dieser Welt ist auch aus anderen Dingen in dieser Welt bedingt, auch Religionen.


Liebe Grüße,
Tobias



P.S.: Ich bin nicht auf alles eingegangen, da schlicht zu wenig Zeit. Es kommt bald mehr.
Teal-leet

Koran ist voll, vom Aufforderung, zu töten .. Heiligen Krieg zu führen...haben schon mehrmals Auszüge dessen hier gehabt-und schau (all die gläubige Terroristen heute) -und bisherige Kriege untereinander-die berufen sich alle auf die Heilige Schriften..
Also es wird wohl so gewesen sein..das der Krieg erlaubt war
sollte ich den Koran Akzeptieren können, das der zu Verteidigungs zwecken da war, wie die Moslems immer behaupten.
Jetzt ist wohl endgültig
S c h l u s s damit- v e r b o t e n!
-Worte Gottes für Heute!
@akasha

Es stimmt schon das der Islam keine pazifistische Religion ist. Aber blindes Abschlachten ist qur'ánisch nicht gestattet. Terrorismus in der Art wie er gemacht wird auch nicht, weil das islamische Kriegsrecht das Töten von Kindern, Frauen, Klerus und allen Unbeteiligten verbietet.

Mit genug Skrupelosigkeit kann man alles verdrehen.

Übrigens verbietet auch Baha'u'llah auch dem Staat nicht seine Bürger zu verteidigen gegen einen Angriff. Was Baha'u'llah verbietet ist der religiös (!) motivierte Krieg gegen Andere. Auch wenn diese z.B. nicht konvertieren wollen, den Offenbarer oder Gott beleidigen, etc. Das ist deren Problem und man muss und soll da nicht mehr nachhelfen per Gewalt.
Hi,


an Minou

Minou hat folgendes geschrieben:
Laut AT essen Eva und Adam ja vom Baum der Erkenntnis. Danach sahen sie erst, dass sie nackt waren. Zuvor im Paradies kam ihnen das gar nicht zum Bewusstsein. Meiner Meinung nach wird das in der Baha'i-Religion als Metapher gesehen. Wir leben ja nicht mehr im Paradies, wo es eigentlich nichts Schlechtes geben kann; nein, wir leben in der Welt des Bewusstseins, wo wir sehr wohl gute und schlechte Taten voneinander unterscheiden müssen.


Die primäre Frage ist aber nach wie vor, die Frage nach der Richtigkeit der Handlung Adams. Und da gibt es einen deutlichen Zwiespalt. Denn im Islam war der Ungehorsam eine klare Sünde und im Bahaitum scheint es so, als ob das eine Wohltat Adams an die Menschheit gewesen sei. Im Islam wird er aus dem paradiesischen Garten hinabgesandt, während im Bahaitum Adam die Menschen aus dem Paradies der Ignoranz in die Welt des bewussten Wissens führt. Und da liegt ein gewaltiger Unterschied.


Minou hat folgendes geschrieben:
Himmel und Hölle werden in der Baha'i-Religion nicht als Orte, sondern als Zustände gesehen. So bedeutet Himmel die Nähe zu Gott, während Hölle die Gottferne bedeutet, die sehr wohl schmerzhaft empfunden wird. Weiters wissen wir von Baha'u'llah, dass es im Jenseits unendliche Welten gibt, in denen sich die Seele weiter entwickeln kann. Nach ihrem Tod kommt sie auf eine Stufe, die ihrer Entwicklung zu diesem Zeitpunkt entspricht. Auch werden wir unsere verstorbenen Lieben dort wiedersehen.


Das Problem ist in meinen Augen nur, dass Himmel und Hölle gänzlich als reale Orte beschrieben werden. Es wird beschrieben wer dort landet, welches Leiden man ertragen wird (ein kleiner Eindruck:"... darin werden Sie weder leben noch sterben"), was es dort zu Essen und zu Trinken gibt, welche Dialoge es dort geben wird, usw.
Und das ist nicht nur im Islam so, sondern auch im Christentum und im Judentum, von denen der Islam behauptet, dass er durch Menschenhand verändert wurde.
Wichtig dabei ist, dass man die Verse nicht willkürlich an einigen Stellen als Metaphern und an anderen Stellen als reine Prosa interpretiert. Allah sagt sehr wohl, ob er ein Gleichnis prägt oder nicht. Und in diesem Fall ist das unter allen Muslimen eindeutig zu verstehen: Himmel und Hölle sind keine Metaphern.

Ob Himmel und Hölle den Wunschvorstellungen entsprechen ist eine andere Frage. Es liegt aber auf der Hand, dass die Hölle vielen Menschen zuwider ist und man dies anders zu interpretieren versucht.

Minou hat folgendes geschrieben:
Nun, wenn auch seitens des Islam nur Verteidigungskriege geführt wurden, so waren es trotzdem Kriege; oder wie siehst Du es?

Baha'u'llah jedoch verbietet uns jede Art von Gewalt, und sei es 'nur' mit Worten! Die Zunge kann schärfer als das Messer sein


Naja das bezweifle ich. Denn was gebieten die Lehren Bahaullahs zu tun, wenn dir jemand Unrecht tut ?

an Tobias

Tobias hat folgendes geschrieben:
Baha'i ist eigentlich auch eine Fremdbezeichnung und bezeichnet letztlich die Menschen, welche Baha' anhängen (ob man das nun auf den größten Namen oder den Offenbarer Baha'u'llah bezieht sei dahingestellt). In den offenbarten Schriften Baha'u'llahs ist von der "Sache" oder dem "Befehl" Gottes die Rede (amr allah oder seltener).

Baha' ist übrigens auch nicht der Name eines Menschen oder eines Stammmes.


Laut Wikipedia kommt Bahaullah aus dem arabischen und bedeutet "Herrlichkeit Gottes", d.h. Baha müsste "Herrlichkeit" und ullah "Gottes" bzw. Gott im Genitiv bedeuten. Relevant ist dabei, dass sich eine Person so genannt hat, was an sich schon gewissermaßen eine frevelhafte Anmaßung ist. Denn kein Mensch kann sich einfach "Herrlichkeit Gottes" nennen, genausowenig wie man sich "Allmacht Gottes" oder ähnlich nennen sollte. Auch heute gibt es noch arabisch-notorische Namen wie Abd'ullah, was so viel wie Diener Allahs bedeutet. Der Unterschied dürfte offensichtlich sein.

Aber die Gründe, weshalb die von Bahaullah gelehrte Religion Bahaitum heisst sind in meinem Augen deutlich ersichtlich.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Im Judentum gibt es zwar die "Söhne Gottes", aber das ist nicht "biologisch" gemeint, sondern bezeichnet besonders gottesfürchtige Israeliten.

Ja, aber ich hatte gemeint, dass Sie Gott tatsächlich einen Sohn unterstellt hatten.

Im Koran steht:
Zitat:
"Und die Juden sagen, Esra sei Allāhs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allāhs
Sohn. Das ist das Wort aus ihrem Mund. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem
ungläubig waren. Allāhs Fluch über sie! Wie sind sie (doch) irregeleitet! (9:30)"

Wer mit Esra gemeint ist weiss ich nicht, auch weil ich mich mit dem Judentum nur oberflächlich beschäftigt habe. (Dennoch habe ich eine ziemluch große Analogie erkennen können:) )

Tobias hat folgendes geschrieben:
Und im Christentum gibt es auch nur den Sohn Gottes. Wobei die Erschaffung Jesu durch den Heiligen Geist ja auch im Qur'án vorkommt. Christen haben das dann eben lange biologisch verstanden, was, da stimme ich dir zu, nicht unproblematisch ist.




Tobias hat folgendes geschrieben:
Ich denke das es eigentlich klar sein sollte das solche Beschreibungen im übertragenen Sinne gemeint sind. Zumal so etwas im Qur'án auch vorkommt.

Welche Beschreibungen meinst du?
Habs nicht ganz verstehen können.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Juden und Christen sagen auch jeweils, dass nach [i]ihrem großen Offenbarer keiner mehr kommt. Insofern ist da kein Unterschied zum Islam.

Wobei man hinzufügen müsste, dass es da noch Streitigkeiten gibt. Denn beispielsweise soll der Name "Muhammed" in der Bibel im Hohelied Salomo wortwörtlich vorkommen.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Der Qur'án nennt eine kleine Zahl an Propheten und Gesandten. Aber es sollen doch zu allen Völkern welche gekommen sein. Ich denke es ist klar, dass da kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht. So tauchen selbst nicht alle Propheten des Alten Testaments im Qur'án auf.

Die Zarathustrier sind keine Polytheisten. Es gibt einen klar monotheistischen Gott, nämlich Ahura Mazda (pers. "Weiser Herr") was du meinst sind die beiden Geister die gegeneinander kämpfen, wobei der eine gut und der andere böse ist. Diese sind aber Geschöpfe von Ahura Mazda und Er hat ihnen den freien Willen gelassen. Wenn du nun argumentierst, dass Zarathustrier deswegen Polytheisten sind, dann sind es Muslime auch: Schließlich glaubt ihr an Teufel und Enegel.


Ich finde, jetzt im nachhinein (ich wusste nämlich nicht, dass sie von einem Schöpfergott ausgehen), dass sowohl monotheistische als auch polytheistische Ansätze vorhanden sind.

Monotheistisch deshalb, weil sie von einem Schöpfergott ausgehen.
Polytheistisch deshalb, weil sie neben dem Schöpfergott mehrere Gottheiten kennen und weil diese Religion durch den Dualismus geprägt ist, welcher im Krieg zwischen Gut und Böse, zwischen Ahura Mazda und Ahriman. Wohlgemerkt: Ahura Mazda ist der Schöpfergott selbst und dieser befindet sich im Krieg gegen Ahriman. Also ist dessen Macht klar beschränkt. Und deshalb überwiegt der "dual"theistische bzw. polytheistische Ansatz.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Auch im Hinduismus gibt das das Brahma, welches eindeutig monotheistisch ist. Es ist über alles erhaben, allmächtig, allwissend und so weiter...

Es stimmt schon, dass im heutigen Hinduismus in aller Regel kein monotheistischer Gott zu finden ist. Ich kenne allerdings keine Stelle wo Buddha das Brahma je anzweifelt, dagegen die diversen Deva des Hinduismus schon.


Wikipedia sagt:
Zitat:
Brahma (Sanskrit, m., ब्रह्मा brahmā) ist der Name eines der Hauptgötter im Hinduismus. Die weiteren Hauptgötter sind Vishnu (Bewahrung) und Shiva (Zerstörung), mit diesen beiden bildet Brahma die Trimurti.

Da sehe ich höchstens einen monotheistischen Ansatz, aber in keinster Weise eine monotheistische Religion.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Den göttlichen Ursprung beziehen wir immer auf die Offenbarung, nicht was Menschen dann aus der Religion gemacht haben und wie die diese ausleben. Mit Verlaub: Würden wir das tun, so könnten wir auch den Islam nicht als göttliche Religion akzeptieren.

Ja da sind wir im Konsens. Denn auch der Islam wird in erster Linie durch den Koran repräsentiert und nicht durch seine Interpreten

Tobias hat folgendes geschrieben:
Oft wir die Baha'i-Lehre der Einheit der Religionen missverstanden: Diese besagt nicht, dass alle Religionen gleich sind, sondern, dass sie bei Gott eine gemeinsame Absicht haben. Das ihre jeweilige Mission und Lehre in der Welt sich unterscheidet ist uns sehr wohl bekannt.


Ja, allein die Tatsache, dass eine Vielzahl der Religionen von einem Schöpfergott ausgehen, kann als ein Indiz für dieselbe Quelle verstanden werden. Ob und inwiefern jede individuelle Religion von Gott oder von Menschen verfasst wurde kann ich für meinen Teil nur mithilfe des Koran sagen. Und da ist vom Buddhismus, Hinduismus, etc. nicht die Rede. Was selbstverständlich nicht kategorisch bedeutet, dass diese keinen göttlichen Ursprung haben. Aber es wird nunmal keine Aussage darüber gemacht und deshalb kann auch ich keine Aussage daruber machen.

Tobias hat folgendes geschrieben:
Ja, der Báb ist der Mahdi. Wie das Christentum in einer jüdischen Matrix entstand, so entstand der Bábismus in einer schiitisch-islamischen. Die jüdische, christlichen, arabischen und zarathustrischen Einflüsse auf den Islam sind auch sichtbar. Alles auf dieser Welt ist auch aus anderen Dingen in dieser Welt bedingt, auch Religionen.


Ok. Danke für diese Bestätigung.



an akasha

akasha hat folgendes geschrieben:
Koran ist voll, vom Aufforderung, zu töten .. Heiligen Krieg zu führen...haben schon mehrmals Auszüge dessen hier gehabt-und schau (all die gläubige Terroristen heute) -und bisherige Kriege untereinander-die berufen sich alle auf die Heilige Schriften..
Also es wird wohl so gewesen sein..das der Krieg erlaubt war
sollte ich den Koran Akzeptieren können, das der zu Verteidigungs zwecken da war, wie die Moslems immer behaupten.
Jetzt ist wohl endgültig
S c h l u s s damit- v e r b o t e n!
-Worte Gottes für Heute!

Tobias ist ja schon auf deinen Post eingegangen.
Aber ich hatte ja bereits mein Gegenargument dazu geschrieben:

teal-leet hat folgendes geschrieben:
Aber wenn der Krieg gegeneinander mit dem Bahaismus aufgehoben wurde. So müsste das bedeuten, dass vor Bahaullah und Bab der Krieg gegeneinander geboten oder zumindest gebilligt wurde. Denn es kann nichts aufgehoben werden, was nicht zuvor eingeführt wurde. Desweiteren stellt sich auch in diesem Fall die Frage, was zu tun ist, wenn man selbst Unrecht erleidet. Soll man sich wehren oder nicht auf dieses Unrecht reagieren?
Ich denke, wie auch in vielen anderen Religionen ist man immer dann verpflichtet im weitesten Sinne Krieg zu führen (im engeren Sinne: sich zu wehren), wenn einem Unrecht geschieht.
Außerdem kenne ich keine Religion die allgemein zum Krieg gegeneinander aufruft. Der Krieg ist im allgemeinen Fall immer in Verbindung mit Ungerechtigkeit legitimiert.


Gruß an alle

PS. tut mir leid, dass ich so viel geschrieben habe
Lieber teal-leet,

Zitat:
Laut Wikipedia kommt Bahaullah aus dem arabischen und bedeutet "Herrlichkeit Gottes", d.h. Baha müsste "Herrlichkeit" und ullah "Gottes" bzw. Gott im Genitiv bedeuten. Relevant ist dabei, dass sich eine Person so genannt hat, was an sich schon gewissermaßen eine frevelhafte Anmaßung ist. Denn kein Mensch kann sich einfach "Herrlichkeit Gottes" nennen, genausowenig wie man sich "Allmacht Gottes" oder ähnlich nennen sollte. Auch heute gibt es noch arabisch-notorische Namen wie Abd'ullah, was so viel wie Diener Allahs bedeutet. Der Unterschied dürfte offensichtlich sein.

Aber die Gründe, weshalb die von Bahaullah gelehrte Religion Bahaitum heisst sind in meinem Augen deutlich ersichtlich.


Bahá' beudetet "Herrlichkeit" und und "Allah" eben Gott. Was Bahá'í Bahá'u'lláh nennen ist eben kein Mensch. Mírzá Husayn-'Alí Nuri war ein Mensch. Dieser war die Hülle in dieser Welt durch die Bahá'u'lláh sprach. Was sich direkt in dieser Welt von Bahá'u'lláh zeigte war sozusagen nur die "Spitze des Eisberges".

Bahá'u'lláh nannte sich auch nicht "einfach so". Bahá'u'lláh ist das Zeichen (Aya) Gottes für dieses Zeitalter.

Warum die Bezeichnung Bahá'í-Religion oder Bahá'ítum verwendet wird sagte ich dir schon: Es ist eine von Außen herangetragene Bezeichnung, die heute auch von Bahá'í selbst verwendet wird. Bahá' verweist zudem auf den Größten Namen Gottes, wie auch Seine aktuelle Manifestation. Die Bezeichnung in den Schriften Bahá'u'lláhs ist "Sache Gottes" oder "Befehl Gottes" (amr allah). Wenn Bahá'í unter sich sind, so verwenden sie diese Bezeichnung auch (oft abgekürzt als "die Sache"). Bahá'u'lláhs Verständnis Seiner Offenbarung ist auch klar so:

Dies ist Gottes unveränderlicher Glaube, ewig in der Vergangenheit, ewig in der Zukunft. Laßt den, der sucht, zu ihm gelangen! Was aber den betrifft, der ihn zu suchen verschmäht - wahrlich, Gott ist der Selbstgenügende und bedarf Seiner Geschöpfe nicht. (al-Kitáb al-Aqdas, 182)

Auch wenn es Muslime immer nicht gern hören: Der Begriff "Mohammedaner" ist auch in islamischen Ländern präsent. Da könnte man nun das Gleiche sagen.

Zitat:
Im Koran steht: [...] Wer mit Esra gemeint ist weiss ich nicht, auch weil ich mich mit dem Judentum nur oberflächlich beschäftigt habe. (Dennoch habe ich eine ziemluch große Analogie erkennen können:) )


Ja. Das zeigt mal wieder, dass man den Kontext eines Buches kennne sollte, auch wenn es ein offenbartes Buch ist, vielleicht gerade dann. Mohammad ist in Arabien auf diverse jüdische und christliche Gruppen getroffen. Wie man aber nun weis haben verschiedene Gruppen in einer Religion verschiedene Lehren. Logisch gibt es nur zwei Möglichkeiten:

1. Der Qur'án stellt hier etwas schlicht falsch dar.
2. Der Qur'án beschreibt einen situativen Kontext in dem es eine Gruppe gab, welche so etwas behauptete im Qur'án wird das kritisiert. Das Gleiche hätte aber auch die jüdische Orthodoxie dazu gesagt.

Unter dem Axiom das der Qur'án von Gott ist und Gott uns nicht belügt kann nur Alternative 2 richtig sein.

Zitat:

Welche Beschreibungen meinst du?
Habs nicht ganz verstehen können.


Wenn Gott mit Wörtern aus dem menschlichen Verständnishorizont wie "Reue" oder "Liebe" betitelt wird.

Zitat:
Wobei man hinzufügen müsste, dass es da noch Streitigkeiten gibt. Denn beispielsweise soll der Name "Muhammed" in der Bibel im Hohelied Salomo wortwörtlich vorkommen.


Schonmal von einem jüdischen Rabbiner gehört der deswegen konvertiert ist? Muslime regen sich zurecht auf, dass Texte aus dem Qur'án aus dem Kontext gerissen und missbraucht werden. Aber selbst werden Texte aus anderen Religionen schon fast "vergewaltigt":

Im Hohelied 5,16 ist die Rede von "mchmdim" was du als Verweis auf "mhmd" in einer anderen semitischen Sprache siehst. Nur ist Muhammad ein aus einem Adjektiv stammender Name, von der Wurzel "hamida" (loben) also heißt Muhammad "der Gelobte". Auf Hebräisch würde das aber machmadim heißen.

Zudem schauen wir uns mal an was da eigentlich so steht:

Sein Gaumen ist Süßigkeit, und alles an ihm ist begehrenswert [mchmdim]. Das ist mein Geliebter und das mein Freund, ihr Töchter Jerusalems! (Hohelied 5,16)

Wenn man das ganze Buch ließt bekommt man raus, dass der "Geliebte" keine Eroberung einer jungen israelitischen Dichterin ist, sondern eine Metapher für Gott. So oder so ergibt es keinen Sinn zu Behaupten das genau an der Stelle Muhammad gemeint ist, es sei denn:

1. Muhammad war ein zeitreisender, der mit einer israelischen Dichterin eine Affäre hatte und diese hat dann seinen Namen seltsam irgendwo versteckt.
2. Muhammad ist Gott, der ist nämlich metaphorisch eigentlich gemeint.

Ich nehme an beide Punkte wirst du ablehnen. Sorry, aber hier hat einfach nur mal ein Muslim irgendwo etwas suchen wollen ohne sich anzuschauen ob das auch wirklich hinhaut was er da meint herausgefunden zu haben. Es gibt eschatologische Verweise im Alten und Neuen Testament. Nur um diese auf Muhammad beziehen zu können müssten Muslime auch ihre Lesart des Qur'án verändern und das wollten sie schlicht nicht. Stattdessen werden dann solche Sache gemacht die, ehrlich gesagt eine Beleidigung des Heiligen Textes sind.

Zitat:
Ich finde, jetzt im nachhinein (ich wusste nämlich nicht, dass sie von einem Schöpfergott ausgehen), dass sowohl monotheistische als auch polytheistische Ansätze vorhanden sind.

Monotheistisch deshalb, weil sie von einem Schöpfergott ausgehen.
Polytheistisch deshalb, weil sie neben dem Schöpfergott mehrere Gottheiten kennen und weil diese Religion durch den Dualismus geprägt ist, welcher im Krieg zwischen Gut und Böse, zwischen Ahura Mazda und Ahriman. Wohlgemerkt: Ahura Mazda ist der Schöpfergott selbst und dieser befindet sich im Krieg gegen Ahriman. Also ist dessen Macht klar beschränkt. Und deshalb überwiegt der "dual"theistische bzw. polytheistische Ansatz.


Angra Mainyu (der böse Geist) kämpft gegen Spenta Mainyu (der gute Geist) beide sind aber Geschöpfe von Ahura Mazda. Dieser wollte schon, so glauben Zarathustrier, dass beide Geister gut werden, nur ließ er ihnen den freien Willen. So wurde der eine eben böse, der andere gut. Erst im Vendidad sind Ahura Mazda und Spenta Mainyu auf einmal identisch. Das Vendidad stammt aber erst aus dem 4. Jhr. v. Chr. In den Gathas ist es noch wie eingangs beschrieben und die sind aus der Zeit um etwa 1.000 v.Chr. Du verstehst auf was ich hinaus will?

Ein Zarathustrier würde ebensowenig auf die Idee kommen einfach mal Angra Mainyu anzubeten wie ein Muslim mal eben Iblis anbeten würde oder ein Christ den Teufel. Es ist monotheistisch. Es gibt war ein recht mächtiges böses Geisterwesen, aber das gibt es im Islam und Christentum auch. Zugegeben spielt das in der zarathustrischen Praxis eine recht große Rolle, aber wenn ich da an so einige christliche und muslimische Prediger entsinne... die Reden auch fast mehr vom Satan als von Gott...

Zitat:
Da sehe ich höchstens einen monotheistischen Ansatz, aber in keinster Weise eine monotheistische Religion.


Sorry, falsches Wort. Nicht Brahma, sondern Brahman. In der Mundaka Upanishad heißt es z.B.:

Om- That supreme Brahman is infinite, and this conditioned Brahman is infinite. The infinite proceeds from infinite. Then through knowledge, realizing the infinitude of the infinite, it remains as infinite alone.

Brahma ist praktisch schon ein "Produkt" von Brahman. Ich simme dir schon zu, dass der Hinduismus in der heutigen Praxis ziemlich polytheistisch aussieht. Aber man sollte hier das extreme Alter des Hinduismus nicht vergessen. Die ältesten Funde und Quellen belegen, dass Krishna-Traditionen schon 4000 v.Chr. existierten. Falls da was dran sein sollte, dann ist gegen den Urhinduismus sogar das mosaische Judentum frühstens 1500 v.Chr. jung. Zumal, wenn man sich mit dem Hinduismus beschäftigt, schnell einiges nicht mehr so polytheistisch ist, wie man denkt.

Wo ich dir persönlich zustimme ist, dass der Bilderkult im Hinduismus für einen Anhänger einer strikt monotheistischen Religion schon fast schwer erträglich ist. Auf der anderen Seite: Manche Leute machen Götzen aus Strein, andere machen Götzen in ihren Gedanken. Was ist schlimmer? Nur sollte man auch hier nicht von der Praxis auf die eigentliche Offenbarung schließen.


Liebe Grüße,
Tobias

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