Gerechtigkeit


Werden die gerichtet, die auf Kosten anderer gelebt haben?
Die ihr eigenes Wohl auf dem Rücken anderer ausgetragen haben?
Die das Leben anderer zerstört haben?

Oder interessiert Gott so etwas nicht?

Was ist mit den Opfern deren Leben zerstört wurde dadurch?
Ich meine, es geht hier um Leben, die zugrunde gerichtet wurden.
Und das Leben eines jeden Menschen ist doch an sich wertvoll.
Das ist ein Schaden, der nicht wieder gut gemacht werden kann.

Was passiert mit diesen Menschen, die sich so freimütig bedient haben?

Irdische Gerichte sorgen zumindest nicht für Gerechtigkeit. Wer mal selbst etwas erlebt oder sich damit beschäfitigt hat, dem kommt da nur das blanke Entsetzen.

Was sagt Ihr dazu?
Hallo elfin,

meiner Meinung nach gibt es in dem einen "bewußten Leben", das wir leben, schon so eine Art Gerechtigkeit.

Wir sehen sehr oft nur die äußere Fassade eines Lebens/der Lebensumstände einer Person/Familie.

Schönheit, Reichtum etc. ist keine Garantie für ein glückliches Leben, auch wenn es oft so scheint (oder wir es uns zumindest sehr oft so vorstellen), es kommt einzig und alleine darauf an wie es im innersten eines Menschen aussieht. _ Da gibt es sehr gute Schauspieler

Wenn wir oft wüßten was sie für ein "Päckchen" zu tragen haben, würden wir sie nicht nicht mehr im geringsten beneiden oder zumindest glauben daß sie keine Fehler machen/gemacht haben.


Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Du verstehst als Gerechtigkeit, dass diese Menschen dann nicht glücklich sind?

Also das muss nicht so sein. Es gibt skrupellose Menschen, denen es sehr gut geht, weil sie kein Gewissen haben, das an ihnen nagen könnten.

Glaub mir, gerade solche Menschen haben hervorragende Abwehrmechanismen. Man muss sich nur einreden nicht verantwortlich zu sein. Wer gesteht sich schon Schuld ein?
Sicher nicht solche Menschen.

Deswegen meine Frage, ob Gott einen Ausgleich für zerstörtes Leben schafft.

Denn auf der einen Seite leben solche Menschen in Zufriedenheit, weil sich viele Vorteile für sich verschaffen, während auf der anderen Seite bei den Opfern Leid herrscht.
Es gibt drei Antworten darauf:

(1) Die atheistische: Niemand hat gesagt, dass das Leben fair ist.
(2) Die (christlich,...) religiöse: Gott hat sich was dabei gedacht, dass es manchen Menschen schlechter geht als anderen.
(3) Die esoterisch religiöse: Es ist unser Karma was bestimmt, wie unser Leben aussieht.

Nur weil du Leid erfahren hast, wird dir der christliche (...) Gott nicht automatisch gestatten, dass du ins Paradies eingehst, event. wird 'nur' dein Peiniger bestraft.

Der Karma-Lehre zufolge baust du durch dein Leid selbstverschuldetes negative Karma ab, dir wird es also wieder besser gehen, der 'Täter' wird durch seine Handlungen event. schlechtes Karma aufbauen.
Was ist denn Gerechtigkeit? Wirklich nur 'wie Du mir so ich Dir'? Oder ist sie ein Puzzle aus hunderten und aberhunderten Teilen, von denen wir nur einen Bruchteil erkennen können? Und warum fragen wir so gerne danach, wenn wir doch, sollte Gott wirklich gerecht sein, vermutlich allesamt in der Hölle braten würden? Wie oft machen wir selbst Fehler, nehmen einem Menschen einen Augenblick der Lebensfreude? Passiert uns das nur ein paar Mal, beschneiden wir sein Leben für immer, nehmen ihm Träume, Liebe und Vertrauen. Und was ist mit Gott selbst, der uns dieses Leben geschenkt hat - das Leben, an dem wir in einer Tour herumkritisieren, ohne es uns wenigstens mal genau anzuschauen. Und das nur weil es nicht so ist wie wir uns das vorstellen? Was wäre unser Lohn für soviel Undankbarkeit?

Ich möchte keine Gerechtigkeit, nicht für mich und nicht für die Täter in meinem eigenen Leben. Ich hoffe, dass Gott uns allen zusammen gnädig ist und mir so wie ihnen verzeiht. Ich bin nicht ihr Richter, denn ich habe nicht alle Zeugen in diesen Fällen gehört.
Zitat:

Es gibt drei Antworten darauf:

(1) Die atheistische: Niemand hat gesagt, dass das Leben fair ist.
(2) Die (christlich,...) religiöse: Gott hat sich was dabei gedacht, dass es manchen Menschen schlechter geht als anderen.
(3) Die esoterisch religiöse: Es ist unser Karma was bestimmt, wie unser Leben aussieht.

Der Karma-Lehre zufolge baust du durch dein Leid selbstverschuldetes negative Karma ab, dir wird es also wieder besser gehen, der 'Täter' wird durch seine Handlungen event. schlechtes Karma aufbauen.


Zu 2: Es ging nicht darum, dass es manchen schlechter geht als anderen, sondern darum, dass sich manche Vorteile auf Kosten des Leids anderer verschaffen. Das ist ein Unterschied.

Zu 3: Nach der Karma-Lehre müsste sich ständig immer wieder Karma aufbauen, weil ja immer einer Täter und einer Opfer ist. Da würde man aus dem Schlamassel nie rauskommen.
@antares

Ich gehe mal davon aus, das jeder ein gleiches Recht auf Leben hat.

Und alles was dieses Recht beschneidet, macht einen Ausgleich notwendig.

Denn es ist schon im Grundgesetz verankert, dass die eigene Freiheit dort aufhört wo sie die Freiheit eines anderen beschneidet.

Warum sollten wir allesamt in der Hölle braten?

Es geht nicht darum einem Menschen einen Augenblick der Lebensfreude zu nehmen. Es geht darum die Lebensfreude für ein gesamtes Leben zu nehmen.
Ob man in einem Moment vielleicht einen Satz nicht ganz so sensibel spricht oder ob man einen Menschen zum Krüppel macht, das dürfte wohl ein gewaltiger Unterschied sein, findest Du nicht?

Und dem Krüppel wurde die Schönheit des Lebens genommen. Bitte keine Aussagen à la "man kann ja das Leben trotzdem noch schön finden". Wir gehen hier mal nach objektiven Maßstäben und da gehört zur Zufriedenheit nun mal das Gehen.
Zitat:
Zu 2: Es ging nicht darum, dass es manchen schlechter geht als anderen, sondern darum, dass sich manche Vorteile auf Kosten des Leids anderer verschaffen. Das ist ein Unterschied.


Ich denke es ist meistens der Fall, dass es jemand anderen schlechter geht, damit es jemand anderen (vermeidlich) besser geht. Aber sei es drum...

Wie gesagt, nur weil du das 'Opfer' bist, ist nicht gesagt, dass der liebe Gott dafür automatisch einen Ausgleich schafft, vielmehr ist von Bedeutung ob du ein sog. gottgefälliges Leben geführt hast.

Zitat:
Zu 3: Nach der Karma-Lehre müsste sich ständig immer wieder Karma aufbauen, weil ja immer einer Täter und einer Opfer ist. Da würde man aus dem Schlamassel nie rauskommen.


Sowohl gutes als auch schlechtes, wobei das gute einen in die Position bringen kann einen Ausweg aus dem Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt zu finden.

Zitat:
Wir gehen hier mal nach objektiven Maßstäben und da gehört zur Zufriedenheit nun mal das Gehen.


Es gibt in diesem Bereich keine objektiven Maßstäbe.
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Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.
Sigmund Freud
Zitat:
Es gibt in diesem Bereich keine objektiven Maßstäbe.


Natürlich gibt es die. Gesundheit ist ein Faktor davon, ganz objektiv.
Unablässig sterben in uns Billionen von Zellen, oft aufgrund unserer Lebensweise alles andere als glücklich und schmerzfrei. Wie kann Gott das zulassen? Ist es ihm gleichgültig, wenn meine Zellen soviel Schmerzen haben, dass ich mich vor Bauchweh krümme? Nun ja, ich hab zuvor verkehrt gegessen, und mit der Wärmeflasche wird es bald etwas besser. Hat Gott die Wärmeflasche erfunden, weil er schon wusste, wie ich mit meinen Zellen umgehen würde? Er sollte nochmals darüber nachdenken, ob das ausreicht!
Mit fröhlichen Grüßen
Franz Josef Neffe

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