Wieso sie kein Hijab tragen wollte!


Kannze ma sehn: Bei den Sikhs in Indien müssen die Männer ihr Haupt bedecken und dürfen die Haare nicht einmal schneiden, weil darin Heiligkeit liegt. http://www.indienerlebnis.de/g12/bampo.html

Nach dem zweiten Weltkrieg haben in Deutschland übrigens fast alle Frauen Kopftücher getragen. Anders als Hüte fliegen sie bei Wind nicht weg, weil sie unter dem Kinn festgebunden sind und oben glatt aufliegen. Wie wär's, wenn sich das Kopftuch als Mode wieder durchsetzen würde, praktisch wie es ja tatsächlich ist? Es schützt die Frisur, die Haare bleiben unzerzaust. Und die Koranistinnen fallen kaum noch auf.

Gruß,
Fipps
_________________
"Frommsein heißt, an etwas zu glauben, von dem man weiß, dass es nicht stimmt." (Barbara Vine)
@Mara-Devi

Zitat:
Hijab während dem Gebet , doch wo steht, dass Allah dies ständig will?


Weil es so im Qur'an steht. Für Muslime ist nicht Paulus verbindlich (der übrigens ziemlich Frauenfeindlich argumentiert), sondern der Koran.

Zitat:
Sollten dann nicht auch Männer ständig Kopfbedeckung tragen, das steht doch auch im Qur´an ?


Nein, von bestimmter Bekleidung für Männer steht nichts im Qur'an. In der Hadithliteratur gibt es glaube ich ein paar Bestimmungen die aber weniger streng sind.

Was auch im Koran steht ist, dass Männer bei fremden Frauen schamhaft zu Boden blicken sollen (wie Frauen bei fremden Männern).

Zitat:
Warum nur Hijab und nicht Burka?


Da müsstest du dann die jeweiligen Rechtsgelehrten fragen.

Zitat:
Eine sagt, dass sie es nur beim Gebet trage.


Was kultureller Druck alles erreichen kann.

Zitat:
Andere setzen schon ihren Töchtern Kopftücher auf....


Was es alles für Christen gibt, welche die verschiedensten Dinge tun. Manche kleben an den Vorschriften der Bibel, andere nicht. Erstere sind übrigens fast noch verlachter als Muslime.


30 Sag zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten. Das ist lauterer für sie. Gewiß, Allah ist Kundig dessen, was sie machen. 31 Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen (Geschlechts)trieb (mehr) haben, den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind. Und sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit (nicht) bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verborgen tragen. Wendet euch alle reumütig Allah zu, ihr Gläubigen, auf daß es euch wohl ergehen möge! 60 Und für diejenigen unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es keine Sünde, wenn sie ihre Gewänder ablegen, ohne jedoch ihren Schmuck zur Schau zu stellen. Doch sich (dessen) zu enthalten, ist besser für sie. Und Allah ist Allhörend und Allwissend. (Sure 24)

59 O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen. Das ist eher geeignet, daß sie erkannt und so nicht belästigt werden. Und Allah ist Allvergebend und Barmherzig. (Sure 33)



@Astrella

Zitat:
Liegt vielleicht auch wirklich daran, dass es so hässlich aussieht.


Was wohl aber dein Geschmack ist. Es gibt auch schöne Kopftücher bzw. schön anzusehende Frauen mit Kopftuch.

Zitat:
Und es ist etwas anderes, wenn Frauen "kulturelle" Trachten tragen, aber wenn junge Mädchen/Frauen in Europa diese Kopfbedeckung tragen, exponieren sie sich, anstatt sich zu schützen.


Ach so, man muss sich jetzt der Intoleranz der anderen anpassen.

Zitat:
Genau. Es ist keine Bekleidung, die man "aus Demut vor Gott/Allah" trägt, so wie es im Christentum üblich ist, sondern es ist eine Bekleidung, die die Beziehung der Geschlechter regelt. Denn sobald die Damenwelt unter sich ist, kann das Ding weg.
Dadurch, dass die Kopfbedeckung getragen werden soll, um zu signalisieren, wie keusch und tugendsam man ist, also in dem man diese "Tugendsamkeit" auf einem Silbertablett serviert, hat es den schalen Beigeschmack der "Todsünde" Eitelkeit.


Es könnte auch beides sein. Und wenn du dir die grundlegenden Stellen dazu bei Paulus anschaust, dann hat der dort auch die Beziehung zwischen Mann und Frau regeln wollen.



@Fipps

Zitat:
Kannze ma sehn: Bei den Sikhs in Indien müssen die Männer ihr Haupt bedecken und dürfen die Haare nicht einmal schneiden, weil darin Heiligkeit liegt. http://www.indienerlebnis.de/g12/bampo.html


(Das mit den Haaren nicht schneiden ist übrigens auch bei Frauen, aber diese müssen sich nicht so bedecken. Die klassisch indische Frau hat allerdings auch ein Tuch übergeworfen, auch wenn sie es nicht muss.

Vielleicht mal ein besseres Bild:

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Sikh_Family_cropped.jpg

Zitat:
Nach dem zweiten Weltkrieg haben in Deutschland übrigens fast alle Frauen Kopftücher getragen. Anders als Hüte fliegen sie bei Wind nicht weg, weil sie unter dem Kinn festgebunden sind und oben glatt aufliegen. Wie wär's, wenn sich das Kopftuch als Mode wieder durchsetzen würde, praktisch wie es ja tatsächlich ist? Es schützt die Frisur, die Haare bleiben unzerzaust. Und die Koranistinnen fallen kaum noch auf.


Dann findet es Astrella auch nicht mehr so häßlich.
@Tobias
Tuch aufm Kopp ist an sich nicht hässlich, aber die Art, wie der Hijab gebunden wird, ist entstellend.
Nett finde ich übrigens die Fotos im Internet, Kopftuch auf weil ach wie sittsam aber 10 Zentner Schminke im Gesicht...
Zitat:
Zitat:
Zitat:
Nach dem zweiten Weltkrieg haben in Deutschland übrigens fast alle Frauen Kopftücher getragen. Anders als Hüte fliegen sie bei Wind nicht weg, weil sie unter dem Kinn festgebunden sind und oben glatt aufliegen. Wie wär's, wenn sich das Kopftuch als Mode wieder durchsetzen würde, praktisch wie es ja tatsächlich ist? Es schützt die Frisur, die Haare bleiben unzerzaust. Und die Koranistinnen fallen kaum noch auf.


Dann findet es Astrella auch nicht mehr so häßlich.

Na, hübsch war das auch nicht, wohl eher pragmatisch.

Zitat:
Und wenn du dir die grundlegenden Stellen dazu bei Paulus anschaust, dann hat der dort auch die Beziehung zwischen Mann und Frau regeln wollen.

Paulus hat nicht den gleichen Stellenwert wie Mohammed, oder sehe ich das falsch? Zudem denke ich, dass Christen heutzutage mehr Wert auf die "Botschaft" legen als auf äussere Formen.

LG
Zitat:
Na, hübsch war das auch nicht, wohl eher pragmatisch.

Meine Schwester hat mich belehrt: Das Kopftuch war damals einigermaßen populär, weil es nicht so teuer war wie ein Hut oder eine Mütze; ein Zeichen der Armut also.
_________________
"Frommsein heißt, an etwas zu glauben, von dem man weiß, dass es nicht stimmt." (Barbara Vine)
@Astrella

Zitat:
Na, hübsch war das auch nicht, wohl eher pragmatisch.


Wenn es in Mode wäre würdest du wie fast alle im Entengang hinterher marschieren und es auch hübsch finden.

Zitat:
Paulus hat nicht den gleichen Stellenwert wie Mohammed, oder sehe ich das falsch? Zudem denke ich, dass Christen heutzutage mehr Wert auf die "Botschaft" legen als auf äussere Formen.


Bis ins 20. Jahrhundert wurde es trotzdem so praktiziert und es gab wohl keinen großen Zweifel das Paulus etwas erzählte was Jesus nicht wollte.

Zitat:
Nett finde ich übrigens die Fotos im Internet, Kopftuch auf weil ach wie sittsam aber 10 Zentner Schminke im Gesicht...


Ach so, die Fotos irgendwo im Internet von irgendeiner Person... Ich kenne auch so Fotos im Internet.

Zitat:
Tuch aufm Kopp ist an sich nicht hässlich, aber die Art, wie der Hijab gebunden wird, ist entstellend.


Welche Art meinst du denn genau?


Sorry, mir erscheint das eher etwas Xenophob was du hier so vom Stapel lässt.
Zitat:
Ach so, die Fotos irgendwo im Internet von irgendeiner Person... Ich kenne auch so Fotos im Internet.

Ich brauch nur "Kopftuch" oder "Hijab" eingeben und dann unter den Bildern gucken die auf den ersten Seiten erscheinen.
Zitat:
Welche Art meinst du denn genau?


Die Art, dass das Kopftuch enganliegend sie halbe/ganze Stirn bedeckt.
Kann natürlich sein, dass der Haaransatz bei den entsprechenden Damen dementsprechend tiefer liegt - wer weiss..
Zitat:
Sorry, mir erscheint das eher etwas Xenophob was du hier so vom Stapel lässt.

Frau sein ist nichts, was nur im Verborgenen "stattfindet" und weibliche Attribute müssen nicht bis zur Unkenntlichkeit verhüllt werden.
Das dahinterstehende Weltbild finde ich abstossed, es degradiert sowohl die Frau per se zum Sexualobjekt und den Mann zu einem triebgesteuerten Untier.
Xenophob ist etwas anderes, lieber Tobias.
Man kann mir eine ganze Menge vorwerfen, das sicherlich eher nicht.

LG
@Tobias
Zitat:
Zitat Astrella: Paulus hat nicht den gleichen Stellenwert wie Mohammed, oder sehe ich das falsch? Zudem denke ich, dass Christen heutzutage mehr Wert auf die "Botschaft" legen als auf äussere Formen.

Bis ins 20. Jahrhundert wurde es trotzdem so praktiziert und es gab wohl keinen großen Zweifel das Paulus etwas erzählte was Jesus nicht wollte.


Das ist völliger Unsinn, dass Paulus mit seinem Frauenbild hier etwas vertrat, was Jesus wollte.

Im Gegenteil, Jesus hatte für seine Zeit erstaunlich aufgeschlossen auf Frauen reagiert, um nicht zu sagen revolutionär für den palästinänsischen Raum. Dies zeigen viele Stellen in den Evangelien und inzwischen wurde es sogar durch die Funde von Nag Hammadi bestätigt.

Dass Paulus ein Kind seiner Zeit war, daran gibt es keinen Zweifel. Die Gesellschaft war partriarchal durch und durch, das weiß doch wohl jeder. Außerdem kam Paulus ja selbst aus strenger patriarchaler jüdischer Tradition....

Tatsächlich war es so, dass gerade in den frühen Gemeinden die Frauen sehr viel zu sagen hatten. Zum einen aufgrund der Aufwertung der Frauen durch Jesus, zum anderen aufgrund der hohen Wertschätzung der Frauen im hellenistischen Raum, in dem Paulus das Evangelium verbreitet hatte.

Die frauenherabwürdigenden Äußerungen, die Paulus ihn seinen Briefen an die frühen Christen schrieb, haben überhaupt nichts mit der Botschaft Jesu zu tun, kamen aber der frühen römischen Staatskirche sehr gelegen...
Frühe Christen konnten sich dann nicht mehr gegen die Frauenfeindlichkeit des Zeitgeistes und der Institution Kirche durchsetzen, im Gegenteil......
Erst die Reformation mit ihrem "Priestertum aller Gläubigen" brachte da eine grundlegende Veränderung der Rolle der Frau innerhalb einer christlichen Institution...


Schade, dass sich bisher keine Muslime auf meine Frage gemeldet haben.


Zitat:
30 Sag zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten. Das ist lauterer für sie. Gewiß, Allah ist Kundig dessen, was sie machen. 31 Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen (Geschlechts)trieb (mehr) haben, den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind. Und sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit (nicht) bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verborgen tragen. Wendet euch alle reumütig Allah zu, ihr Gläubigen, auf daß es euch wohl ergehen möge! 60 Und für diejenigen unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es keine Sünde, wenn sie ihre Gewänder ablegen, ohne jedoch ihren Schmuck zur Schau zu stellen. Doch sich (dessen) zu enthalten, ist besser für sie. Und Allah ist Allhörend und Allwissend. (Sure 24)

59 O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen. Das ist eher geeignet, daß sie erkannt und so nicht belästigt werden. Und Allah ist Allvergebend und Barmherzig. (Sure 33)


Für mich geht aus diesen Suren hervor, dass Frauen ihre Brust als typisch weiblichen Reiz mehr verhüllen sollen.
Diese ist mit ihrem "Schmuck" gemeint.
Vermutlich gehörte zur Kleidung in diesem Raum sowieso eine Kopfbedeckung, als Schutz vor der Sonne und dem Staub....
Dieses übliche Kleidungsstück sollen die Frauen herunterziehen und damit mehr ihren, wohl z.T. bis zum Brustbeginn offenen Ausschnitt bedecken...
Da steht doch nicht, dass frau ein Kopftuch oder ähnliches tragen soll, um ihre Haare zu verstecken.
Das kann unmöglich die Koran-Grundlage sein, für das Tragen von Haar- und Kopfdeckungen als Vorschrift für alle Frauen....
_________________
***************************************
OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
@Mara-Devi

Zitat:
Das ist völliger Unsinn, dass Paulus mit seinem Frauenbild hier etwas vertrat, was Jesus wollte.


Das magst du aus heutiger Sicht so sehen, 1900 Jahre christliche Geschichte zeigen aber etwas anderes. Soll nicht heißen das die recht hatten und du nicht, aber drüber nachdenken sollte man schon mal.

Zitat:
Im Gegenteil, Jesus hatte für seine Zeit erstaunlich aufgeschlossen auf Frauen reagiert, um nicht zu sagen revolutionär für den palästinänsischen Raum. Dies zeigen viele Stellen in den Evangelien und inzwischen wurde es sogar durch die Funde von Nag Hammadi bestätigt.


Paulus ist im antiken Kontext auch nicht gerade ein Frauenfeind, auch er zeigt sich im kulturellen Kontext eher offen. Das Jesus diverse kultische Diskriminierungen von Frauen überschreitet stimmt, das macht Paulus aber ebenso.

Zitat:
Dass Paulus ein Kind seiner Zeit war, daran gibt es keinen Zweifel. Die Gesellschaft war partriarchal durch und durch, das weiß doch wohl jeder. Außerdem kam Paulus ja selbst aus strenger patriarchaler jüdischer Tradition....


Ich habe auch nichts anderes behauptet, oder?

Zitat:
Tatsächlich war es so, dass gerade in den frühen Gemeinden die Frauen sehr viel zu sagen hatten. Zum einen aufgrund der Aufwertung der Frauen durch Jesus, zum anderen aufgrund der hohen Wertschätzung der Frauen im hellenistischen Raum, in dem Paulus das Evangelium verbreitet hatte.


Welche Frau hatte denn in einer frühen christlichen Gemeinde etwas zu sagen? Mir fällt da als bedeutende Frau höchstens Maria (von Magdala) ein. Zeugnisse dafür finden sich aber auch eher spärlich.

Im hellenischen Raum gab es auch keine allgemein hohe Wertschätzung der Frau. Es gab einige hellenische Städte (die typische Polis) in denen Frauen außergewöhnlich viele Rechte hatten. Diese lokalen Sonderstellungen hatte aber gerade das Christentum beendet. Filmisch recht nett verpackt, wenn auch sicher etwas dramatisiert, findet sich das im aktuellen Film "Agora". Die "Heldin" des Filmes Hypathia gab es übrigens wirklich. Als der christliche Mob sie in die Finger bekam hat man ihr die Kleider vom Leib gerissen und sie entweder gesteinigt oder ihr mit Muscheln bei lebendigen Leib das Fleisch von den Knochen geschält und ihre Leine danach durch die Stadt geschliffen. So machte man das nämlich mit "Hexen", sprich Frauen die zu viel und zu schlaues Zeug daherreden. Da kann man recht gut sehen was Christen im 4. Jahrhundert von aktiven Frauen hielten. Nämlich gar nichts.

Zitat:
Die frauenherabwürdigenden Äußerungen, die Paulus ihn seinen Briefen an die frühen Christen schrieb, haben überhaupt nichts mit der Botschaft Jesu zu tun, kamen aber der frühen römischen Staatskirche sehr gelegen...


Welche frühe römische Staatskirche? Meinst du die Kirche die sich aus den paulinischen Wurzeln entwickelte? Sorry, aber zu versuchen das irgendwie weg zu kaschieren ist wenig glaubhaft. Das war allgemeines christliches Gedankengut. Ich will nicht sagen das diese Frauenfeindliche Haltung erst mit dem Christentum in die Welt kam, aber das Christentum hat auch nicht wirklich etwas dagegen unternommen.

Zitat:
Erst die Reformation mit ihrem "Priestertum aller Gläubigen" brachte da eine grundlegende Veränderung der Rolle der Frau innerhalb einer christlichen Institution...


Auch Luther war gewiss kein Frauenfreund... Sprüche wie:

"Die grösste Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden."

Oder:

"Ob sie sich aber auch müde und zuletzt todt tragen, das schadet nichts, lass' sie nur todt tragen, sie sind darumb da."

Sprechen wohl Bände. Du glaubst doch nicht ernsthaft das mit dem Priestertum aller Gläubigen Luther auch "die Weiber" gemeint hat? Zugegebener Weise waren Zwingli und Calvin etwas, aber auch nur etwas, Frauenfreundlicher. Eine Emanzipation im heutigen Sinne kommt aber aus der Ecke nicht. Sondern wurde im 18./ 19. und 20. Jahrhundert gegen konservativ christliche Kreise durchgedrückt.

Zitat:
Für mich geht aus diesen Suren hervor, dass Frauen ihre Brust mehr als typisch weiblichen Reiz mehr verhüllen sollen.
Diese ist mit ihrem "Schmuck" gemeint.
Vermutlich gehörte zur Kleidung in diesem Raum sowieso eine Kopfbedeckung, als Schutz vor der Sonne und dem Staub....
Dieses übliche Kleidungsstück sollen die Frauen herunterziehen und damit mehr ihren, wohl z.T. bis zum Brustbeginn offenen Ausschnitt bedecken...
Da steht doch nicht, dass frau ein Kopftuch oder ähnliches tragen soll, um ihre Haare zu verstecken.
Das kann unmöglich die Koran-Grundlage sein, für das Tragen von Haar- und Kopfdeckungen als Vorschrift für alle Frauen....


Auch wenn du das Wort "Kopftuch" nicht mit fett markiert hast, so spielt es in der Übersetzung doch eine tragende Rolle...

Generell ist zu sagen das gerade diese Ayat wohl nicht so eindeutig sind, deswegen ja die vielen Übersetzungen und Interpretationen. Das es heißt das die Frau sich Haare und Brust bedecken soll ließt aber jeder da raus.

Hier noch einmal aus muslimischen Munde:

"Der Koran erhob die zur Zeit der Offenbarung allgemein geltende Sitte der Kopfbedeckung zur Vorschrift und präzisierte dieses mit den Worten: "... sie [die Frauen] sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen..." (Koran 24/31, Übersetzung Bubenheim/Elyas) Der Koran machte es somit zur Pflicht, die Kopfbedeckung nach vorne zu schlagen und damit Hals, Ausschnitt und Brust zu bedecken. Andere Einzelheiten, die zu den Kleidervorschriften für beide Geschlechter gehören, sind dem vollständigen Text des bereits oben aufgeführten Verses zu entnehmen (Koran 24/30-31). [...] Von der Befolgung dieser Vorschriften, insbesondere der der Kopfbedeckung für Frauen, wird ohne Ausnahme in der Sunna, der Lebensweise des Propheten, berichtet: A´isha, die Frau des Propheten, berichtet, dass der Prophet seinen Blick von ihrer Schwester Asmaa abwandte, als diese einmal mit durchsichtiger Kleidung zu ihm kam. Er sagte zu ihr: "Asmaa, wenn eine Frau ihre erste Regelblutung hatte, soll man nichts von ihr sehen, außer diesem und diesem." Und er zeigte dabei auf sein Gesicht und seine Hände (Hadith-Sammlung von Abu-Dawud)" (http://www.bpb.de/themen/Z6AZOL,0,0,Das_Kopftuch.html)
Maradevi hatte doch geschrieben, dass sie davon ausgeht, dass eine Kopfbedeckung ohnehin dort zur alltäglichen Kleidung gehörte, und dass eben diese, auch noch zusätzlich den Brustansatz bedecken sollte.
Aber ich muss ihr da vollkommen recht geben, dass nirgends etwas von irgendwelchen Regelungen steht bezüglich dessen, dass kein Haar hervorschauen darf, oder auf welche Arten und Weisen das Kopftuch gebunden werden soll / darf, oder was auch immer. Es steht da, dass man es 'nach vorne zu schlagen und damit Hals, Ausschnitt und Brust zu bedecken' hat.

Gut, die Aussage Mohammeds, die du noch zitiert hast, Tobias, könnte man durchaus so auslegen. Aber man könnte auch anders, z.B. könnte er ja auch den Kopf und die Hände gemeint haben, oder er hat nichts von langen schwarzen Säcken erwähnt, die man sich über den ganzen Körper stülpt.

Naja, wie auch immer. Es trage das Kopftuch wer will, und wer es nicht will, der soll es doch lassen.
Ich finde es nur sehr traurig, wenn wildfremde Frauen anderen wildfremde Frauen in einem Geschäft auf den Kopf schlagen mit dem Kommentar, dass man sich doch bitte ordentlich zu kleiden hätte...
@Tobias
Zitat:
Paulus ist im antiken Kontext auch nicht gerade ein Frauenfeind, auch er zeigt sich im kulturellen Kontext eher offen. Das Jesus diverse kultische Diskriminierungen von Frauen überschreitet stimmt, das macht Paulus aber ebenso.

früher schriebst Du:
Zitat:
Für Muslime ist nicht Paulus verbindlich (der übrigens ziemlich Frauenfeindlich argumentiert)...


Worüber willst Du mich denn nun eigentlich belehren?
Was meinst Du genau mit , "das macht Paulus aber ebenso" ? Kannst Du mal ein Beispiel nennen?

Zitat:
Welche frühe römische Staatskirche? Meinst du die Kirche die sich aus den paulinischen Wurzeln entwickelte?

Meines Wissens nach gab es nur die eine Staatskirche unter Konstantin entstanden, die sich dann in verschiedenen Konzilien immer mehr abgrenzte und ihre Ämter und Glaubensbekenntnis etc. fixierte und schießlich anfing Heiden genauso brutal zu verfolgen, wie vorher die Christen verfolgt wurden. Da lief so einiges, was nichts mehr mit der Lehre Jesus zu tun hatte.
Zitat:
Sorry, aber zu versuchen das irgendwie weg zu kaschieren ist wenig glaubhaft. Das war allgemeines christliches Gedankengut.

Die Funde von Nag Hammadi zeigen, dass mit der Auswahl des biblischen Kanons ganz bewusst Texte ausgeschlossen wurden, die nicht konform waren, aber zum allgemeinen christlichen Gedankengut gehörten und deshalb eliminiert werden mussten.


Zitat:
Du glaubst doch nicht ernsthaft das mit dem Priestertum aller Gläubigen Luther auch "die Weiber" gemeint hat?


"Weiber" war zur Zeit Luthers übrigens wertfrei und hatte nicht den negativen Beigeschmack, wie heute. Aber das wusstest Du sicher und hast es deshalb in Anführungszeichen gesetzt.
Luther hat noch nicht die Frauen mit dem "Priestertum aller Gläubigen" im Auge gehabt, aber durch diese seine Forderung wurde eine Entwicklung möglich, die Frauen inzwischen in der evang. Kirche auch die höchsten Kirchenämter zugänglich macht.
Außerdem hat Luther geheiratet, was für seine Zeit schon ein riesen Fortschritt war, von dem wir heute noch in der evang. Kirche profitieren.

Zitat:
Welche Frau hatte denn in einer frühen christlichen Gemeinde etwas zu sagen? Mir fällt da als bedeutende Frau höchstens Maria (von Magdala) ein. Zeugnisse dafür finden sich aber auch eher spärlich.


Und es begab sich darnach, daß er reiste durch Städte und Dörfer und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die zwölf mit ihm, dazu etliche Weiber, die er gesund hatte gemacht von den bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, die da Magdalena heißt, von welcher waren sieben Teufel ausgefahren, und Johanna, das Weib Chusas, des Pflegers des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm Handreichung taten von ihrer Habe. (Lukas 8,1-3)

Und es waren auch Weiber da, die von ferne solches sahen; unter welchen war Maria Magdalena und Maria, Jakobus des Kleinen und des Joses Mutter, und Salome , die ihm auch nachgefolgt waren, da er in Galiläa war, und gedient hatten, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. (Markus 15,40+41)

Lydia, eine mazedonische Geschäftsfrau, gründete nach ihrer Bekehrung durch Paulus die Kirche in Philippi.
"Als sie aber und ihr Haus getauft ward, ermahnte sie uns und sprach: So ihr mich achtet, daß ich gläubig bin an den HERRN, so kommt in mein Haus und bleibt allda. Und sie nötigte uns." (Apg.16,14+15)

http://de.wikipedia.org/wiki/Lydia_%28Bibel%29


Zitat:
Auch wenn du das Wort "Kopftuch" nicht mit fett markiert hast, so spielt es in der Übersetzung doch eine tragende Rolle...


Seh ich nicht so, es ist eine damals übliche Kopfbedeckung und soll über den offenen Brustausschnitt gezogen werden. Es geht um die Verhüllung der Brust. Von Haaren ist überhaupt keine Rede, zumindest nicht in dem Surenteil den Du angegeben hast.

Zitat:
Andere Einzelheiten, die zu den Kleidervorschriften für beide Geschlechter gehören, sind dem vollständigen Text des bereits oben aufgeführten Verses zu entnehmen (Koran 24/30-31).

Dann gib bitte noch den anderen Surenteil bzw. vollständigen Text an, wenn dort etwas von der Verhüllung des Hauptes bei Frauen steht.

Ob die Hadith-Sammlung von Abu-Dawud für Muslime so verbindlich ist, wie der Koran selbst möchte ich bezweifeln.
Ich erinnere mich schwach an Muslima, die im Fernsehen kamen, kein Kopftuch oder Ähnliches trugen und davon sprachen, dass nichts davon im Koran stünde, sondern es nur um die Verhüllung der "weiblichen Reize" gehe, von den Haaren und dem Kopf sei nirgends die Rede.
_________________
***************************************
OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.

Warning: touch(): Utime failed: Operation not permitted in /www/htdocs/w0103691/includes/template.php on line 159