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Auferstehung Jesu












Liebe minou

Die Frage nach den kaum zu erfüllenden Anforderungen Abdu’l-Bahas würde ich mit einem Ausspruch meines Vaters beantworten wollen. Leider konnte ich mit ihm nicht über die Bahai-Lehren diskutieren, weil er 1992 starb und ich diese Religion erst später entdeckte. Er hat das Wort Bahai wahrscheinlich nie gehört. Wenn wir über die hohen Anforderungen sprachen, die Jesus unzweifelhaft an die Menschen stellte, so meinte Mein Vater, dass Gott das beinahe unleistbare von uns verlangt um eben zumindest das leistbare zu bekommen.

Wir wissen auch, dass Abdu’i-Baha für alle Menschen als Makelloses Vorbild gelten Kann und daher ist es kein Wunder wenn er die Latte so hoch setzt. Was würden wir auch leisten wenn unsere Vorgaben schon nur mehr halbherzig wären. Ich habe erst vor nicht langer Zeit begriffen, dass wir dringend klare Richtlinien brauchen weil wir in einer Welt leben in der alles verwässert wird und wir für unsere Halbherzigkeiten jede Menge Erklärungen und Ausreden parat haben. Z. B. Ich wollte ja aber ich hatte keine Zeit. Ich als einzelner kann ja sowieso nichts Ändern. Wir fanden uns damit ab immer im trüben zu fischen und für nichts wirklich Verantwortung übernehmen zu wollen. Wie erfrischend, notwendig (im wahrsten Sinne des Wortes) und klärend sind da die Lehren der jüngsten Weltreligion. Das heißt nicht, dass es viele dieser Regeln nicht auch schon in früheren Sendungen gab, aber sie sind nicht unbedingt für die Gegenwart gedacht und so wussten wir nicht mehr sicher was wir glauben sollten

Zum Buddhismus später

Alles Liebe
robinson hat folgendes geschrieben:
[...]Ich habe erst vor nicht langer Zeit begriffen, dass wir dringend klare Richtlinien brauchen weil wir in einer Welt leben in der alles verwässert wird und wir für unsere Halbherzigkeiten jede Menge Erklärungen und Ausreden parat haben. Z. B. Ich wollte ja aber ich hatte keine Zeit. Ich als einzelner kann ja sowieso nichts Ändern. Wir fanden uns damit ab immer im trüben zu fischen und für nichts wirklich Verantwortung übernehmen zu wollen.[..]


Guten Morgen robinson

Mit diesen Worten hast Du, denke ich, so unglaublich recht...
Zu oft fiel mir das, bei mir, auch schon ein.
Eigentlich unverständlich, das wir uns teilweise so gehen lassen.
Die Frage die ich habe: warum fanden wir uns damit ab? Vereinfachte es unser Leben.. - etwas was doch sehr nahe an das Wort 'Trägheit' reicht, wie ich finde.

lieben Gruss
Gaby
Liebe(s) girl

„Trägheit“ trifft die Sache ganz gut. Sie wächst m. E. wenn die Orientierung schwindet. Wenn man überall auf Gegensätze trifft ist es nur natürlich sich abzuwenden und vorübergehend zu glauben, dass im materiellen Wohlstand das größtmögliche Glück zu suchen ist.
Zu langes wegschauen löst aber keine Probleme sondern erschwert letztlich deren Lösung. Für mich war aber eine gewisse Zeit der Orintierungslosigkeit durchaus lehrreich. So ergab sich ein intensives Suchen und nun möchte ich meine geistig und weltlich, also möglichst ganzheitliche Ausrichtung auf keinen Fall mehr missen. Mit einer klaren Vision kehrt auch die Einsatzbereitschaft und das unbedingte Ja zum eigenverantwortlichen Handeln wieder zurück.



Liebe minou
Zum Thema Buddhismus möchte ich Dir das Buch „Buddha und Christus heute“ empfehlen. Ein buddhistischer Mönch beschreibt da sehr anschaulich die vielen erstaunlichen Ähnlichkeiten und Berührungspunkte zwischen den beiden Religionen. Die Gebote des Buddhismus werden sehr anschaulich beschrieben. Mich hat besonders die Erläuterung zum Alkohol- und Drogenverzicht sehr beeindruckt. Das Buch ist auch in der Bücherecke im Forum vorgestellt.

Kennst Du die Geschichte der blind geborenen, denen ein Elefant zum angreifen übergeben wird. Jeder beschreibt ihn ganz anders. Der, der den Schwanz hat sagt er sieht aus wie ein Stab. Der am Bein behauptet, er sei wie ein Baum. Der am Bauch vergleicht ihn mit einem großen Scheunentor .Der am Rüssel ist sich sicher, dass er wie eine Schlange ist. Viele Jahrtausende früher wäre der Elefant auch noch behaart gewesen. Entschuldige bitte meine Stehgreifversion Du weißt aber sicher was ich meine. Wenn schon ein Elefant zu so verschiedenen Auslegungen führt um wie viel mehr dann erst der Begriff “Gott“ oder „Jenseits“. Selbst wenn ich nicht Bahai wäre, würde ich nach dem oben genannten Buch an die nahe Wesensverwandtschaft der beiden großen Menschheitslehrer glauben.

Alles Liebe
Lieber Robinson!

Gott oder Jenseits sind sicher Begriffe, die jeder Mensch anders sehen
kann. Mir geht es aber darum, dass Aussagen der Bibel total weggelassen
oder anders erklärt werden. Zum Beispiel die Auferstehung Jesu! Du
warst doch mal Christ, nehme ich an, oder? Dann musst Du wissen,
wie detailliert diese leibliche Auferstehung in der Bibel beschrieben
wird. Kann ich da jetzt hergehen und einfach sagen: nein, nach drei
Tagen wurden nur die Jünger erst fest im Glauben?! Das geschah doch
meines Wissens erst zu Pfingsten! Auch bezüglich der Göttlichkeit Jesu
Christi gibt es eine Menge Stellen. Kann man die einfach totschweigen?
Weißt Du, DAS ist mein Problem, das ich noch mit dem Baha'i Glauben
habe. Weil doch auch in der Bibel steht, dass man nichts wegstreichen
und nichts hinzufügen darf! Ansonsten finde ich die Schriften wirklich
einmalig, nur der Teufel steckt im Detail. Weiß nicht, ob Du mich jetzt
besser verstehen kannst.

Liebe Grüße, Minou
Liebe minou

Du hast recht ich war katholischer Christ, wobei ich mit den verschiedenen innerchristlichen Schattierungen immer schon so meine Probleme hatte. Die Göttlichkeit oder Menschlichkeit von Jesus war und ist ja sogar innerhalb des Christentums immer wieder ein „Streitpunkt“. Als Christ fühle ich mich nach wie vor nur, dass ich jetzt nicht mehr an eine bestimmte Konfession gebunden bin. Für mich ergaben sich gerade in den Bahai-Schriften viele Antworten und bei Weitem weniger Widersprüche als z. B. aus der Bibel. Dass Wunder nicht als Gottesbeweis angesehen werden sollten (höchstens für die direkt Anwesenden). Aus der Sicht spielt es für mich kaum eine Rolle ob Jesus leibhaftig auferstanden ist oder er seinen Jüngern als Eingebung, Vision, sichere Erkenntnis, feinstoffliche Erscheinung oder wie auch immer erschienen ist. Die Beschreibung, dass er durch verschlossene Türen kam deutet eher auf eine feinstoffliche Sache, die leibhaftige Version lässt womöglich den Schluss zu, dass er überlebt hat, was man auch schon als Wunder ansehen könnte. Du siehst also, dass es wirklich nicht leicht ist den tatsächlichen Hergang zu ergründen. Ich kann auch die Tatsache nicht außer Acht lassen, dass das NT fast mit Sicherheit nicht von Augenzeugen geschrieben wurde. Was mich allerdings massiv gestört hat war der Umstand, dass das sture Beharren der einen oder anderen Sichtweise zu unüberwindlichen Hindernissen wurde, innerhalb des Christentums und erst recht anderen Religionen gegenüber. Aus Sicht der Bahai-Schriften ergibt sich ein Bild wonach man die überragende Stellung von Jesus daher ableiten kann, dass es ihm gelang als völlig mittelloser und unangesehener Mensch (im Sinne von Reichtum und schulischen Abschlüssen), die größte Bewegung hervor zu bringen, die die Welt bis zum heutigen Tag gesehen hat. Wen man aber die 600 Jahre Abstand in Betracht zieht, gilt das auch für Mohammed und ganz sicher auch für Baha’u’llah. So finde ich es als wesentlich beglückender die „Gottesbotenschaft“ auf die ganze Menschheitsgeschichte und alle Religionen umlegen zu können, als sie an einen bestimmten Offenbarer mit krampfhaften Argumenten festmachen zu müssen. Dass sich durch die langen Zeiträume, die total verschiedenen Kulturen und Entwicklungsstufen, Sprachen, Übersetzungen der Offenbarungen fast zwangsläufig Unterschiede ergeben ist m. E. völlig normal. Auch Jesus hat ja sehr viele Dinge anders gesehen als die Schriftgelehrten seiner Zeit, so sehr anders, dass er dafür sein Leben geben musste.

Alles Liebe
Forum -> Judentum und Christentum

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