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Auferstehung Jesu












Lieber Robinson!

Danke für Deine Ausführungen.
Ich gehe aber wie gesagt auch nach meinem Leben, meinen Erfahrungen, meinem Innern und was sich für mich stimming anfühlt.

Ich lebe nicht nur nach Zitaten und dem was andere ausgebrütet haben. Und so habe ich, was Jesus betrifft ein sehr liebevolles Bild von ihm; egal was sonst wo geschrieben steht.

Die Christliche Religion ist bereits Jahrtausende alt - und damit stellenweise bestimmt veraltert. Es haben sich auch immer wieder staatliche Verwaltungsanliegen (Politik) miteingemischt. Was die kath. Kirche unter dem Deckmantel des Glaubens alles angerichtet hat, durften wir SEHEN. Deshalb differenziere ich da für mich. Meinst Du wirklich, dass ich Jesus auf diese, meine Weise einenge? *lautlach
Jesus einzuengen gelingt MIR bestimmt nicht. *griiiins

Ich nehme mir auch die Freiheit gewisse Bibelstellen kritisch zu lesen. *gg

Die Bahai Religion ist jung, aufstrebend und im Kommen. Was man von der kath. Kriche nicht gerade sagen kann.
Es hilft mir zumindest wenig, wenn ich mit etwas wie die Einführung oder Befürwortung der Totesstrafe meine liebe Not habe, dass es dann auf eine andere Religionen geschoben wird, wo diese stellenweise vom Feuerregen schreibt.

Aber jeder wie er mag - bitte schön.

Alles Liebe, Daniela

Der Feuerregen kommt vom Himmel nicht vom Menschen.
Und das Aug, das soll sich derjennige selber rausreissen.
Mit der Totesstrafe allerdings greift der Mensch in das Leben anderer ein.
Und das ist meiner Ansicht nach falsch.

Richte nicht, auf dass Du selbst nicht gerichtet wirst!
Zitat:
"Sieh, wie er mich beschimpft und geschlagen hat,
wie er mich niedergeworfen hat und beraubt."
Halte solche Gedanken fest,
und dein Hass kommt nie zur Ruhe.

"Sieh, wie er mich beschimpft und geschlagen hat,
wie er mich niedergeworfen hat und beraubt."
Lass solche Gedanken los,
und dein Hass kommt bald zur Ruhe.

Noch nie in dieser Welt
hat Hass gestillt den Hass.
Nur liebende Güte stillt den Hass.
Dies ist ein ewiges Gesetz.

[Dhammapada 3-5]
Lieber Robinson!
Tut mir Leid, wenn ich da anscheinend eine Lawine losgetreten habe
Aber laut Baha'u'llah sollen wir doch selbständig suchen und prüfen!
Und genau das bin ich im Begriff zu tun. Laut Baha'u'llah sind alle
Propheten gleichwertig, so natürlich auch Mohammad. Ich habe Dich
schon vor einiger Zeit gefragt, wie wir denn gewisse aggressive Suren
im Koran gutheißen können?! Du hast mir keine Antwort darauf gegeben.
Ich habe Dich auch gefragt, warum die Frau im Erb-u. Familienrecht
im Ketab-i-Aqdas benachteiligt ist. Auch darauf kam keine Antwort.
Jetzt bin ich auf noch etwas gestoßen: Ein Nicht-Baha´i ist nach dem
Baha´i Recht NICHT erbberechtigt, es sei denn es liegt ein Testament
vor! Wo bleibt da die Toleranz anderen Religionen gegenüber?

Bezüglich der Zitate aus dem NT möchte ich folgendes sagen:
gerade die Baha´i sind doch immer bemüht, das Meiste aus der Bibel
symbolisch zu erklären, zum Beispiel eben die Auferstehung Jesu (unser
ursprüngliches Thema!) sowie auch die Himmelfahrt und etliches Andere.

Warum erkennst Du nicht, dass auch der Satz "Ich bin nicht gekommen,
den Frieden zu bringen, sondern das Schwert" eindeutig gleichnishaft
gemeint ist? Jesus bringt nicht das Schwert zum Morden, sondern das
Schwert des Wortes! Und zwar deshalb, weil er neue Dinge bringt, die
das Volk der Schriftgelehrten und Pharisäer spaltet!
So auch die anderen Zitate.
Jesus hat vergeben! Er hat der Ehebrecherin vergeben und sogar dem
Schächer am Kreuz! Was Gott im Jenseits mit Verbrechern vor hat, ist
eine andere Sache. Wir Menschen jedenfalls haben seit den 10 Geboten (Du sollst
nicht töten!) nicht das Recht, ein Leben zu nehmen!

Bezüglich der Göttlichkeit Jesu habe ich von Thomas noch immer keineAntwort Ist doch schon sooo lange her meine Frage!)
Du schriebst, dass auch Baha'u'llah Gott ist. Auch das ist mir neu.
Kannst Du bitte sagen, wo das steht?

Ich habe auch im Ketab-i-Aqdas gelesen, dass das Universale Haus die
Gesetze Baha'u'llahs nicht verändern darf, sie aber wohl der Zeit an-
passen darf. Würdest Du sagen, dass Brandmarkung an der Stirn der
heutigen Zeit entspricht?

"Richte nicht, auf dass du nicht gerichtet werdest!"
Liebe Daniela, weltliche Gerichte müssen auch Recht sprechen! Es ist
wohl hier gemeint, dass man niemanden verurteilen soll.
Aber ich bin auch wie Du der Meinung, dass der Rechtsvollzug im Hinblick
auf eine Resozialisierung geschehen soll.
Es ist hier wieder die große Frage, die für mich entscheidend ist: ist
Baha'u'llah von Gott inspiriert? Wenn es tatsächlich Gottes Wort ist, das
er verkündet, dann müssen alle seine Gesetze einen tiefen Sinn haben!

Da Baha'u'llah als Wiederkunft Jesu angesehen wird, müßte er theoretisch
ja auch die Wiederkunft Mohammads sein! Und da wundere ich mich halt,
wie er seine vergebende Haltung des NT so ändern konnte!

Lieber Robinson, so gerne würde ich die Baha'i-Sicht verstehen!
Du hast mit Deiner Erklärung schon Dein Bestes gegeben. Danke Dir
dafür! Aber vielleicht könntest Du, oder ein anderer Baha'i (wenn Deine
Zeit zu knapp bemessen ist), mir auch meine restlichen Fragen beantworten? Auch über die Göttlichkeit Jesu statt Thomas, der ja wahr-
scheinlich nicht mehr antworten wird? Das wäre eine große Hilfe für mich!

Ich grüße Dich herzlich, Minou
Liebe Minou

Es ist schon gut, dass Du alle Themen die Dich bewegen ansprichst.
Eine Vorstellung von der richtigen und humanen Anwendung der Gesetze Baha’u’ahs ergab sich für mich durch die Bücher von oder über Abdu’l-Baha. Er schreibt ausdrücklich, dass die Gesetze und Strafen in erster Linie zur Besserung für die Menschen gedacht sind und dass primär daran gearbeitet werden soll die Entgleisungen der Menschen durch Tugenden zu verhindern und die Wohlfahrt der Völker durch Frieden, Bildung, gleiche Rechte für alle und vieles vieles mehr zu fördern.
Auaschnitt aus „Briefe und Botschaften“

+105:1 #159

Der Unterschied zwischen der heute herrschenden materiellen Zivilisation und der göttlichen Kultur, die eine der vom Haus der Gerechtigkeit ausgehenden Wohltaten sein wird, besteht im folgenden: Die materielle Zivilisation schreckt das Volk durch den Zwang vergeltender Strafgesetze von Verbrechen ab, und obwohl diese vergeltenden Strafgesetze ständig weiter wuchern, gibt es, wie ihr seht, keine Gesetze, die den Menschen belohnen. In allen Städten Europas und Amerikas wurden riesige Gebäude errichtet, die als Gefängnisse für Straffällige dienen.

+105:2

Die göttliche Kultur indessen erzieht jedes Glied der Gesellschaft so, daß außer ganz wenigen niemand ein Verbrechen begeht. Es besteht daher ein großer Unterschied zwischen der Verbrechensverhütung durch gewalttätige, vergeltende Maßnahmen und derartiger Erziehung, Aufklärung und Vergeistigung, daß die Menschen ohne Angst vor Strafe oder Rache Verbrechen unterlassen. Sie werden fürwahr schon das Begehen eines Verbrechens als eine große Schande und als die härteste Strafe ansehen. Sie werden sich in die menschlichen Vollkommenheiten verlieben und ihr Leben dem weihen, was der Welt Licht bringt und die an der heiligen Schwelle Gottes annehmbaren Tugenden fördert.

+105:3

Sieh nun, wie groß der Unterschied zwischen der materiellen Zivilisation und der göttlichen Kultur ist. Die materielle Zivilisation will das Volk durch Gewalt und Strafe abschrecken, Unheil zu stiften, der Gesellschaft Schaden zuzufügen und Verbrechen zu begehen. In einer göttlichen Kultur wird der Mensch jedoch so erzogen sein, daß er ohne Angst vor Strafe vor dem Verbrechen zurückschaudert, das Verbrechen als die größte Pein ansieht und sich mit freudiger Dienstbereitschaft anschickt, die Tugenden der Menschheit zu erwerben, den menschlichen Fortschritt zu fördern und Licht über die Welt zu verbreiten.

Ein weiterer Ausschnitt

+152:1

Zu der Frage nach der Seele eines Mörders und nach seiner Strafe ist die Antwort, daß der Mörder sein Verbrechen sühnen muß. Das heißt, wenn man den Mörder tötet, ist sein Tod die Sühne für sein Verbrechen, und nach seinem Tod wird Gott in Seiner Gerechtigkeit ihm keine zweite Strafe auferlegen, denn die göttliche Gerechtigkeit ließe dies nicht zu.



Liebe Minou es wird also davon ausgegangen, dass in zukünftigen Zeiten nur mehr ein Bruchteil der Straftaten begangen werden wird als heute. Dafür aber vielleicht als viel schrecklicher angesehen werden als in unseren Tagen, wo die übelsten Taten täglich durch unsere Wohnzimmer flimmern.

In einer solchen Gesellschaft könnte ich mir schon vorstellen, dass jemand der bereits 3 schwere Straftaten verübt hat als eine art „Monster“ angesehen wird vor dem die Gesellschaft unbedingt geschützt werden muss. Ein Vergleich fällt mir dazu ein. Früher war es durchaus üblich, dass ein Lehrer seine Schüler mit dem Stock heftig geschlagen hat. Wenn das heute ein Lehrer machen würde und deswegen schon 3-mal verurteilt wurde, dann würde man es ihm gar nicht mehr ermöglichen Kinder zu unterrichten. Alle würden es verstehen, dass die Kinder vor so einem Menschen unbedingt geschützt werden müssen.

Ich glaube auch, dass in jeder Offenbarung manche „Prüfungen eingebaut sind“. Wir müssen uns dann rechtfertigen z. B. ob wir aus Gesetzen eine Unzahl von Scheiterhaufen gemacht haben oder eben Milde und Nachsicht in den Vordergrund stellten.

Zum Erbrecht steht für mich an erster Stelle die Freiheit durch ein Testament jedem Menschen zu vererben was ich will. Danach kommt das Gesetz, dass der Staat mir vorschreibt. Die Bahai- Erbgesetze sehe ich als Mindeststandarts wenn keines der davor genannten zu tragen kommt. Wenn dann noch eine Erbschaft oder ein Teil davon an die Sache Gottes geht, dann kommt das aus meiner Sicht der Allgemeinheit zu gute.

Zum Koran wie zu allen Heiligen Schriften meine ich, dass man sie unbedingt vor dem Hintergrund der damaligen Zeit sehen muss. Manche Stellen sollen sich auf einzelne Kämpfe beziehen und nur im direkten Zusammenhang zu verstehen sein. Aber da gibt es im Forum sicher jemanden der viel mehr davon versteht als ich. Auch die Schriften Baha’u’llahs sollte man nicht ohne den historischen Hintergrund sehen. Jeder Offenbarerer hat eben auch eine menschliche und kulturelle Seite. Wenn ein Offenbarer z. B. im Jahre 2005 in Österreich und aus dem Grünen Lager (kleiner Scherz) kommen würde, so würde man manche seiner Lehren in anderen Ländern und zu einer anderen Zeit auch nicht leicht ohne das Wissen über die Zusammenhänge verstehen können.

Das Jesus das Schwert sinnbildlich meinte sehe ich auch so. Das ist aber trotzdem eine Deutung unserer Zeit. Wir kennen ein Schwert ja nur aus dem Museum und aus Filmen. Wenn wir aber, nur als Beispiel, in der Zeit der Kreuzzüge als Muslime lebten und alle unsere Angehörigen von Kreuzfahrern brutal abgeschlachtet würden, dann hätten wir möglicherweise eine völlig andere Meinung. Je älter (auch) eine Heilige Schrift ist um so mehr werden die Meinungen eben auseinander gehen können. Das sehen wir ja schon bei der Offenbarung Baha’u’llahs. Heißt es nicht auch „Wenn du Buddha triffst, töte ihn“.

Das „Buch der Gewissheit“ und „Der Bab Auswahl aus seinen Schriften“ haben mir auch Einblicke in die Wesenseinheit der Offenbarer gegeben. Aber wie ich schon sagte, Die Erkenntnisse muss man sich selbst mit Geduld suchen.

Die Göttlichkeit der Offenbarer finde ich durch das Beispiel mit dem Spiegel und der Sonne ganz gut dargestellt.
Gott ist die Sonne, sie steigt nicht wirklich zur Erde und sie ist auch völlig unabhängig von ihr.
Ein Offenbarer ist wie ein total blank geputzter Spiegel. Er ist von allen Flecken wie Gier, Ich-Sucht, Neid u.s.w. gereinigt.
Wenn wir nun den Spiegel betrachten, sehen wir tatsächlich die Sonne. Jesus sagt „Wer mich sieht, sieht den Vater“ Er sagt aber auch „Das weis nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater“ und „nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine“

Von Baha’u’llah hab ich gelesen, (kann es aber leider auch nur sinngemäß weitergeben) dass er Mehrere Stufen in sich vereint.
Wenn er sich als Mensch betrachtet, so hält er sich für geringer als eine Ameise.
Wenn er seine göttliche Stufe betrachten, dann sagt er „Wahrlich ich bin Gott“

Liebe Minou ich hoffe Dir ein wenig auf dem Weg Deiner ernsthaften Suche behilflich sein zu können und nicht alle Klarheiten beseitigt zu haben.

Alles Liebe
Liebe Freunde

Ist es nicht auch ein Meilenstein in der Religionsgeschichte wenn eine lebenslange Haftstrafe mit der Todesstrafe schwarz auf weiß gleichgestellt wird? Ist nicht dadurch auch festgelegt, dass die Todesstrafe nicht verhängt werden muss? Wenn nicht einmal der "strengste Richter" Gott darauf besteht? Warum sollte dann das Universale Haus der Gerechtigkeit darauf bestehen?

Alles Liebe
Forum -> Judentum und Christentum

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