Konsumismus


Wu hat folgendes geschrieben:
Hallo Gaby -

ich dachte da eher an die ursprüngliche Bedeutung:
[für eine Obrigkeit] 'nützlich, brauchbar, fügsam, artig'...
[ein 'frommes' Pferd, die 'frumben Landsknecht']



lieber Wu,
um diesen Begriffen Bedeutung zuteil werden zu lassen, bedarf es doch gewisser Handlungen und Denkensweisen. Wenn ich jetzt drüber nachdenke (negativdenkendes-Beispiel -->) welchen nutzen für mich eine Atombombe hat.. so komme ich auf keinen grünen Zweig und sage sie ist zu nichts nutze. Denke ich aber darüber nach, welchen nutzen es haben könnte 'freundlich gesinnt' zu sein.. - ist's in sofern brauchbar, das ich mir zb. Freunde dadurch schaffe und dies empfinde ich dann als nützlich. Halte ich an diesem positivdenken fest und setzte es um, so wäre dies sicherlich als fromm zu bezeichnen - oder nicht!?
Zu 'fügsam' fällt mir gerade nicht wirklich etwas ein, aber zu 'artig':
Welchen positiven Nutzen hat es denn böse oder böswillig zu sein?


lieben Gruss
Gaby
Liebe Gaby,

Server ist zwar down, aber das Internet scheint zu funktionieren...

Du hast schon recht - ich habe da nur andere Assoziationen... Sanftmut und
freundliche Gesinnung sind zweifellos gut - aber keine Allheilmittel...
Das Gegenteil eines 'frommen' Pferdes ist kein böses, sondern ein lebhaftes -
und mit dem kann man vielleicht ein Rennen gewinnen...
Das Gegenteil eines 'frumben' - fügsamen - Landsknechts ist auch nicht unbedingt
ein besonders bösartiger, sondern einer, der evtl. den Befehl verweigert, die Kirche
anzuzünden, in die sich die Dorfbewohner geflüchtet haben...

Das Gegenteil von 'fromm' in diesem Sinn wäre 'selbständig', ja vielleicht 'aufmüpfig' -
und diese Eigenschaft ist zwar bei Obrigkeiten recht unbeliebt, aber ohne sie wäre
in der Menschheitsgeschichte nicht viel weitergegangen...
Wu hat folgendes geschrieben:
Liebe Gaby,

Server ist zwar down, aber das Internet scheint zu funktionieren...

Du hast schon recht - ich habe da nur andere Assoziationen... Sanftmut und
freundliche Gesinnung sind zweifellos gut - aber keine Allheilmittel...
Das Gegenteil eines 'frommen' Pferdes ist kein böses, sondern ein lebhaftes -
und mit dem kann man vielleicht ein Rennen gewinnen...
Das Gegenteil eines 'frumben' - fügsamen - Landsknechts ist auch nicht unbedingt
ein besonders bösartiger, sondern einer, der evtl. den Befehl verweigert, die Kirche
anzuzünden, in die sich die Dorfbewohner geflüchtet haben...

Das Gegenteil von 'fromm' in diesem Sinn wäre 'selbständig', ja vielleicht 'aufmüpfig' -
und diese Eigenschaft ist zwar bei Obrigkeiten recht unbeliebt, aber ohne sie wäre
in der Menschheitsgeschichte nicht viel weitergegangen...


Hallöle Wu,
also könnte man sagen, das es der goldene Mittelweg zwischen gut und bös ist - frei nach dem Motto "situationsangemessen maßvoll, im Sinne einer Mitte handeln"? Das käme dann Aristoteles doch wieder sehr Nahe.. (vgl. hier)

lieben Gruss
Gaby
_________________
Lieben Gruss
Gaby
--
Zitat:
jw MAa.t xai.tw r-HA.t =k
mAa.t r-Hna =k
Hallo Gaby!

'Fromm' ist ein deutsches Wort mit ganz bestimmten, allerdings wechselnden Bedeutungen.
Aristoteles hat griechisch geschrieben, der Text den Du angibst ist englisch. Ich habe ihn
kurz durchgesehen - das am ehesten noch passende Wort wäre 'pious' bzw. 'piety' oder
'devout'. Beide kommen im Text überhaupt nicht vor; auch im Glossary finde ich kein Wort,
das man m.E. mit einiger Berechtigung mit 'fromm' übersetzen könnte...
Welches Wort bei ihm meinst Du denn
Ich hab's auch mit 'obedient' versucht - ebenfalls Fehlanzeige - und 'useful' kommt im
Zusammenhang mit einem Menschen nur einmal vor:
Zitat:
One might like someone because he is good, because he is useful, or because he is pleasant.

Alle drei Punkte zusammengenommen könnten m.E. vom Standpunkt der Obrigkeit gesehen
schon ungefähr das ergeben, was für mich 'Frömmigkeit' ist...
Guten Morgen Wu,

mein Denken zielte eigentlich nicht auf ein bestimmtes Wort in den Lehren ab, vielmehr auf die Gesamtheit dieses Werkes Aristoteles. Im Ergebnis hat es für mich schon einen Touch von 'Frömmigkeit' indem er versuchte diese dort erwähnten Tugenden dann auch in den gewissen Nutzen umzusetzten. [edit:] Frömmigkeit zählte Aristoteles nicht zu den 'moralischen' Tugenden - in so fern hat er diesen Umstand vermutlich auch nicht einer näheren Untersuchung unterzogen. Auf religiöses, so wie wir es kennen, nahm er sowieso recht selten Bezug. Ich denke aber, das es seine Tugenden später eine Art Metamorphose durchlebten sodas man diese Tugenden (auch Lehre vom Mittleren (was schon wieder eher in die Hermetik einzuordnen ist)) z.T. in heutiger regligiöser Frömmigkeit unterbringen kann. [/edit]
Hab ihm nicht die Hand schütteln dürfen um behaupten zu können das er das wirklich so lebte... kann es mir zumindest aber vorstellen.

Ich glaube aber, das ich da nun sehr schwer zu verstehen bin.. mir fehlen zur Erklärung, simple ausgedrückt, einfach die Worte. Natürlich hätte ich es besser erklären können wenn die ,von Dir besagten, Wörter im Text auch enthalten gewesen wären - was leider tatsächlich nicht der Fall ist. Ich kann Dir keine Verweise zum besseren Verständnis meinerseits liefern - hoffe da jetzt einfach mal das Du meine 'versuchten' Gedankengänge evtl. nachvollziehen kannst.

lieben Gruss
Gaby