Heilfasten


Nach über 10 Jahren gönne ich mir endlich wieder einmal ein einwöchiges Heilfasten.

Das ist etwas ganz anderes als das religiöse Fasten bei den Moslems oder Christen und hat auch einen anderen Zweck. Denn es geht um das Wohlbefinden vor allem des Körpers und hat viel mit Körperchemie zu tun.

Vorgestern war der erste Tag, der sogenannte Obsttag. Gestern dann kam die starke Glaubersalzlösung, um den Darm gründlich reinzuspülen. Und heute ist also mein zweiter Tag ganz ohne feste Nahrung und nur mit Wasser und geringen Mengen von ungezuckerten Tee.

Da ich das schon oft gemacht habe, wusste mein Körper sofort Bescheid und stellte sich darauf ein.

Der Effekt dieses Heilfastens besteht darin, dass der Körper eine Woche Zeit hat, die Selbstheilungskräfte 100-prozentig wirken zu lassen (da er sich nicht mit der Verdauung immer neuer Mengen an Nahrungsmitteln befassen muss), im Gewebe vorhandene Abfallprodukte der Verdauung abzubauen und auszuschwemmen und alle körperlichen Regelsysteme des Körpers wieder hervorragend ins Gleichgewicht zu bringen und -- natürlich -- den Bauchumfang wieder auf ein angenehmes Maß zurückzuführen.

Der große Fastenarzt Buchinger (googeln mit Buchinger, Heilfasten) beschreibt in seinem Werk, wie nahezu alles durch Heilfasten wieder in Ordnung gebracht werden kann.
Heutzutage behaupten viele Ärzte allerdings, dass ein solches Fasten nicht gesund sei. Kein Wunder: Fasten schädigt das Einkommen der Ärzte und der P harma-Industrie.

Es gibt in dieser Forumssektion (Gesundheit und Wohlbefinden) nur wenig, dass nicht innerhalb von 2 bis 3 Wochen durch Heilfasten in Ordnung gebracht werden könnte.

Es erfordert natürlich besonders vom Anfänger sehr viel Disziplin, und wer es noch nie gemacht hat, sollte sich besser einer geführten Fastenkur unterziehen. Es gibt da sehr schöne Angebote mit Wandern am Meer oder im Gebirge und freundlichen Gesprächen bis hin zum Aufenthalt in einer Fastenklinik.

Aber man kann eine Woche auch sehr leicht ganz alleine machen, selbst wenn man ganz normal zur Arbeit geht. Man ist halt zwischendurch manchmal ein wenig beeinträchtigt, wenn eine kleine Fastenkrise kommt, die aber schnell wieder vorbei geht. Die Fastenbeschwerden halten sich meist in Grenzen.

Hungergefühle gibt es erstaunlicherweise nicht, wenn die erste 3 Tage überstanden sind (bei mir mittlerweile schon am ersten Tag nicht mehr).

Nur etwas Appetit hat man manchmal, besonders wenn man beispielsweise frisch gebackenes Brot riecht.

Ich werde weiter berichten, und wer an diesem Thema Interesse hat, darf sich melden. Ein kleines bisschen weiß ich ja schon übers Heilfasten Bescheid.

Mit hoffnungsfrohen Fastengrüßen,
Fipps
Lieber Fipps,

ich interessiere mich für Heilfasten. Könntest du ganz im Detail mal beschreiben, wie man das macht ?

LG
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"Live long and prosper!"
Hallo Rahiym,

Auf Deine Anregung hin denke ich schon länger darüber nach, in einem anderen Thread mal mein Gottesbild genauer darzustellen, aber das muss jetzt erst einmal warten. Das von mir hin und wieder erwähnte Kapitel 13 eignet sich leider nicht gut zum Zitieren einzelner Sätze.

Aber jetzt zum Heilfasten. Ich habe festgestellt, dass man es nur durchhält, wenn man sich vorher schon tagelang darauf innerlich einstellt und den festen Willen hat, das Fasten auch wirklich durchzuführen.

Aber nun geht's los:

Tag 0: Man kann wie normal frühstücken, aber möglichst keine Kohlenhydrate (Kein Brot, keine Bananen) und kein Eiweiß. Wenn man es doch tut, ist es nicht schlimm, aber das spätere Fasten wird dadurch etwas mühsamer. Ich habe diesmal überhaupt nur meine übliche Kanne grünen Tee getrunken. Wenn man dann im Laufe des Tages wirklich Hunger hat, kann man beliebig viel frisches Obst und Gemüse essen. Der Grund dafür ist, dass man am ersten richtigen Fastentag eine gründliche Darmentleerung vornimmt, die ich gleich schildern werde. Eiweiß und Kohlenhydrate hinterlassen problematische faulende Verdauungsreste im Darm, und das sollte man sich jetzt ersparen. Als letztes sollten Obstreste den Darm verlassen.

Tag 1: Das ist der Darmentleerungstag. Vorher hat man sich in der Apotheke schon eine Dose Glaubersalz besorgt. Nach dem Stuhlgang löst man also 30 bis 40 Gramm von diesem Glaubersalz in einem halben bis dreiviertel Liter warmem Wasser auf.
Glaubersalz ist ein Abführmittel und schmeckt nicht besonders gut. Die 3/4 Liter kann man in einem üblichen Halbliter-Bierglas zu sich nehmen. Dabei rate ich dringend, sich mit einer Hand die Nase zuzuhalten, damit man von dem Glaubsalz keinen Brechreiz bekommt.

Das Glaubersalz bewirkt hauptsächlich auf Grund des osmotischen Drucks im Darm, sodass der Darm von der Nahrungsaufnahme auf die Abgabe von giftigen Stoffen aus dem Körper umschaltet.

Der Glaubersalz-Tag sollte auf ein Wochenende fallen, denn nach 1 bis 2 Stunden, vielleicht auch länger, drängt die Glaubersalzlösung in zeitlich versetzten Schüben mit Macht aus dem Darm und schwemmt den verbliebenen Darminhalt hinaus. Also in dieser Zeit nicht zu weit von der Toilette entfernen!

Ab dann werden die Fastentage einfach.

Zwischendurch am Tag trinkt man immer mal ordentlich Wasser aus der Wasserleitung oder der Sprudelflasche. Morgens und nachmittags trinkt man eine Tasse Kräutertee (ohne Zucker!). Mittags und am frühen Abend gibt es ein Glas Obst- oder Gemüsesaft.

Wenn man sich schlapp fühlt, denn legt man sich halt hin, und da man während des Fastens oft fröstelt, ist eine Wärmflasche nie verkehrt. Besonders abends sollte man sich immer eine heiße Wärmflasche auf den Bauch, unter den Rücken oder an die Füße legen.

In den ersten 2 - 3 Tagen, so heißt es in der Fastenliteratur, ernährt sich der Körper von den Stoffen, die in den Zellen und im Blutkreislauf noch vorhanden sind. Es kann also sein, dass man in den ersten drei Tage noch manchmal Hunger bekommt.

Danach baut der Körper überflüssiges, krankes und schwaches Gewebe ab und ernährt sich also aus der eigenen Substanz, von der ja bei einem normal ernährten Menschen überreichlich im Gewebe vorhanden ist.

Manchmal kommt es zu Fastenkrisen. Der Grund liegt darin, das der Körper krankes Gewebe mit giftigen Überresten abbaut. Diese gelangen in den Blutkreislauf und erzeugen die unangenehmen Fastengefühle. Das geht aber bei einem sonst eigentlich gesunden Menschen schnell wieder vorbei.

Wer sich mit Glaubersalz entleert hat, sollte möglichst das Fasten nicht schnell wieder aufgeben, auch wenn es einmal unangenehm werden sollte oder man einen riesigen Appetit bekommt.

Insgesamt sind fünf reine Fastentage das Minimum.

Eine kritische Zeit ist das Beenden des Fastens. Wer jetzt gierig drauflos frisst, hat keine Freude. Man muss es langsam angehen. Am ersten "Aufbautag" vormittags einen halben Apfel und nachmittags wieder einen. Abends dann vielleicht einen abwechslungsreichen Salat. Wenig oder kein Salz, ein bisschen Öl und ein paar Gewürze müssen reichen. Die nächsten paar Tage kann man dann langsam immer ein bisschen mehr zu sich nehmen. Wenn man zu schnell zu viel isst, fühlt sich der Magen wie Blei an.

Aber man fühlt sich großartig, leicht, gesund und fröhlich. Die Welt sieht frischer aus.

Die beste Anleitung zum Fasten gibt es in jedem Buchladen: Dr. med. Hellmut Lützner, "Wie neugeboren durch Fasten". Man kann es auch in fast jeder Leihbücherei ausleihen.

Gruß, Fipps
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"Frommsein heißt, an etwas zu glauben, von dem man weiß, dass es nicht stimmt." (Barbara Vine)
Hallo,
Ich hatte noch vergessen, dass man während des Fastens morgens einen Einlauf macht. Dazu braucht man einen Topf mit Schlauch, den man in Sanitätsläden kaufen kann. Abwohl man nichts gegessen hat, liefert der Darm unsäglichen Dreck. Aber es reicht dann nur alle paar Tage für einen Stuhlgang, und wenn man es nicht per Einlauf aus dem Körper schafft, kommt es zu leichten Selbstvergiftungen. Nicht schlimm, aber es verstärkt die unangenehmen Fastengefühle.

Im Altertum nahm man dazu einen ausgehöhlten Kürbis. Heute haben wir es viel besser.
Später Nachmittag des 3. Fastentags:

Nach angenehmer Nacht, fleißiger vormittäglicher Arbeit am Computer und Erledigungen in der Innenstadt kam um die Mittagszeit die erste Fastenkrise mit Schlappheit, leichtem Fieber und eiskalten Füßen. Nach den Symptomen vermute ich, dass das ein Reflex von Grippeanfällen aus den letzten Jahren ist -- meinen einzigen Erkrankungen der vergangenen 10 Jahre. Da half nur das Bett und die Wärmflasche. Jetzt belebt warmer Tee die Lebensgeister.

Wer fastet, rollt gewissermaßen seine eigene Krankheitsgeschichte rückwärts auf, natürlich nur die seit dem davorliegenden Fasten. Der Körper merkt sich alles, doch das Fasten löscht diese Spuren und beugt so schädlichen Langzeitwirkungen vor.

LG
Vierter Fastentag:
Gut durchgeschlafen und nur wenig Fastenflauten.
Der tägliche Einlauf erweist sich als erforderlich. Es ist erstaunlich was der Darm noch alles zu liefern hat, obwohl er nichts mehr verdaut.

Als ich mit dem Fasten begann, wog ich noch 75,5 kg. Dann ging es rapide abwärts:
Nach dem Obsttag: 75,0
1. Tag: 74,0
2. Tag: 73,5
3. Tag: 73,0
4. Tag: 72,5

Man muss aber davon ausgehen, dass ca. 1,5 kg davon nur Wasser und Salz sind.

Nachdem der Körper gemerkt hat, dass kein Essen mehr nachkommt, stellt er die Produktion der Magensäfte ein. Dadurch verschwindet auch jedes Hungergefühl. Es bleiben allerdings die (mental gesteuerten) Gelüste, wenn man an Essen denkt oder etwas Leckeres riecht. Der Körper ernährt sich jetzt nicht mehr durch den Magen, sondern -- auf kleiner Flamme -- durch die eigenen, im Gewebe versteckten Abfälle.

Hier liegt der dramatische Unterschied zum religiösen "Fasten" beispielsweise der Muslime.

Im Ramadhan kann der Körper sich nicht auf reines, "echtes" Fasten umstellen, denn der hungrige Körper wird am Abend wieder aufgefüllt. Der Körper produziert weiter Magensäfte, und der Fastende hungert tagsüber. Erschwerend kommt dann auch noch der Durst hinzu, denn tagsüber wird nichts getrunken. Im Heilfasten dagegen ist es wichtig, eher noch mehr Wasser zu sich zu nehmen als sonst, um das Ausschwemmen der Körperabfälle zu fördern.

So hat also der Muslim im Ramadhan tagsüber tatsächlich einen beträchtlichen Leidensdruck. Dies in Verbindung mit der verstärkten Ausrichtung auf spirituelle Dinge hat gewiss erwünschte religiöse Wirkungen. Besonders gesund ist es wohl nicht, insbesondere der Durst. Aber so etwas hält der Körper sicher eine Zeit lang aus.

In der Heilfastenliteratur wird ebenfalls auf spirituelle Wirkungen hingewiesen, da der Fastende sich nicht mehr so ganz auf den wirbelnden Alltag einlassen kann und vielleicht mehr zur Besinnlichkeit neigt.
Ich habe aber beim Fasten bisher noch nie irgendwelche spirituelle Erhebung erlebt. Mir scheint, dazu braucht man einen Körper, der keine Mucken macht und Aufmerksamkeit erzwingt. Man fühlt sich halt während des Heilfastens immer ein bisschen krank, wenn auch nicht schlimm.

Gruß,
Fipps
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"Frommsein heißt, an etwas zu glauben, von dem man weiß, dass es nicht stimmt." (Barbara Vine)
Lieber Fipps

Ich weiss es nicht warum du anfangs Winter fasten willst, aber ich vermute du hast sicher einen einleuchtenden, bestimmten Grund-der für mich jetzt nicht so ersichtlich ist
Das Fasten wird auch eher auf Frühling, empfohlen,weil die angesammelten Winterschlacken -Träghieten des Körpers Neubelebt werden kann,
mit Hilfe der Kräfte und Energien des aufkeimenden Frühlings und dessen Energien, Körper besser verarbeitet, wenn Er auf die Natürlichen Zyklen des Lebens eingestimmt wird.
Deshalb Fasten wir Bahai im Frühling 3 Wochen lang, aber das ist nicht unbedingt der gleiche Zweck und Absicht.
Das deine jetzt ist Körperorientiertes Gesungheitsfasten (sicher auch mit grossem dazugehörigen Geistig- seellschem Einfluss und Wohlbefinden.
Das Menschen anempfohlene Fasten im Frühlng ist eher dafür da, um den Geist zu schulen, den Willen zu stärken, und Bewustsein auf andere Nahrung, statt nur auf das Körperliche zu richten.
Und natürlich ist das Fasten eine Gewohnheitssache und der Körper gewöhnt sich durch wiederholungen an einen neune Rytmus und stellt sich mit der Zeit immer leichter und besser darauf ein.
Ich habe mich niemals werend des Fastens krank gefühlt, (ausser ich war schon vorher krank)
Dafür brauchte ich bei dem regelmäsig im Frühling das vom 1.-21 März dauert, viel mehr Aufmerksamkeit, und Wachsamkeit bei so unbewussten Gewohnheiten, vom automatischen trinken beim Durst, oder naschen zu überwinden, wenn ich mich plötzlich ertappte mit irgendwlchen, Chipps oder Nüssen im Mund.
Und bei allen Fastenarten, ist Bewegung in der Natur und Heilbäder sehr Hilfreich ,um das Krankheitsgefühl zu überwinden und vergessen.Da staunt man was für Kräfte und Energien noch in einem vorhanden sind.
Wünsche gute Zeit, und Gruss .
Liebe Akasha,

man kann jederzeit fasten, und ich mache es jetzt, weil ich schon seit Monaten das Gefühl hatte, dass es nun doch mal wieder nötig sei. Aber es gab andere Pflichten, die ein solches Fasten unmöglich gemacht hätten.

Ja Bewegung und frische Luft sind wichtig, und man nimmt auch viel besser ab.

Danke für Deine guten Wünsche,

Fipps
Ende des 5. Fastentages

Heute lief es nicht so gut. Den ganzen Tag dieses unangenehme bleierne Gefühl in der Bauchgegend, leicht erhöhte Temperatur und Schlappheit. Trotzdem eine Radtour in der frischen Luft und ein paar Erledigungen.

Ich sehne mich inzwischen nach dem Fastenbrechen.
Was haben es die Moslems im Ramadhan doch leicht! Es dauert ja nie sehr lange, bis es wieder etwas zu essen gibt.

Ich habe mal vor vielen Jahren in Indonesien drei Wochen Ramadhan mitgemacht (dann musste ich nach Europa zurück). Das war eine schöne Zeit, auch wenn man tagsüber etwas leiden musste. Ach köstlich, das sate ayam (Chicken Satay) und die Kokosmilch. Hunger habe ich natürlich nicht, aber die derzeit noch unerfüllbaren Gelüste sind beträchtlich.

Fipps
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"Frommsein heißt, an etwas zu glauben, von dem man weiß, dass es nicht stimmt." (Barbara Vine)
6. Fastentag:

Mein gestriges Unbehagen hatte eine einfache Ursache: Ich hatte schon vorgestern keine Lust auf Fruchtsaft und hatte also demnach also auch gestern keinen getrunken. Die Folge war eine Unterzuckerung. Das Fasten nach Buchinger sieht daher Obstsäfte mit einem gewissen, wenn auch geringen Zuckergehalt vor. Ich dachte, es ginge auch ohne.

Heute morgen hat ein Glas Ananassaft aus dem Naturkostladen diese Fastenbeschwerde mühelos erledigt.

Und inzwischen bin ich bei 72 kg angekommen. Es geht fröhlich weiter.

Gruß, Fipps
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"Frommsein heißt, an etwas zu glauben, von dem man weiß, dass es nicht stimmt." (Barbara Vine)