Heilfasten


7. und letzter Fastentag

Es läuft wunderbar, ich merke kaum, dass ich seit einer Woche nichts gegessen habe. Die Waage machte noch einen größeren Sprung von gestern 72 auf heute 71 kg.
Es ist mir schon bei früherem Fasten aufgefallen, dass der Körper sich die Nahrung in Schüben holt, eine Weile damit auskommt und dann wieder sucht, wo er die nächsten Fett- und Eiweißreserven findet. Daher nimmt man beim Fasten von Tag zu Tag mal mehr, mal weniger ab.

Und noch eins: Mein Geruchs- und Geschmackssinn ist enorm geschärft und auch verändert. Als ich gestern unserer Miezekatze Käsebröckchen vom Emmentaler abschnitt, da duftete der Käse unglaublich würzig und lecker, viel mehr und auch ganz anders als all die Jahre vorher.

Freue mich schon aufs Fastenbrechen.

Ich sage nur: Es lohnt sich zu fasten*. Googelt doch einfach mal das Thema nach, und lasst euch inspirieren.

* Damit meine ich, wie schon früher beschrieben, nicht das "Fasten" nach Art der Moslems oder Bahais, geschweige denn der Christen, sondern das Heilfasten mit vollständigem, ununterbrochenen Essensverzicht für mehrere Tage oder Wochen, während gleichzeitig reichlich Wasser sowie in kleineren Mengen Fruchtsäfte und Kräutertees getrunken werden. Das darf man nicht verwechseln, wenn auch traditionell für beides dasselbe Wort "Fasten" verwendet wird.

Gruß,
Fipps
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"Frommsein heißt, an etwas zu glauben, von dem man weiß, dass es nicht stimmt." (Barbara Vine)
Der erste Aufbautag

Das Fasten ist vorbei, und ich habe noch schnell über Nacht ein halbes Kilo abgenommen.

Jetzt kommt das bedachte Wiederaufbauen der Verdauungstätigkeit. Die meisten Faster haben gute Vorsätze, aber der Appetit ist stärker.

Wenn man jetzt klug mit dem Essen vorgeht , kann man das neue Gewicht lange halten, und der Essgenuss ist ebenfalls noch lange größer als sonst.

Sehr unangenehm kann es werden, wenn jemand gleich am ersten Aufbautag gewaltig reinhaut mit Braten, Bier und Torten. Der Körper ist aufs Verdauen ja noch nicht eingestellt.

Ich habe heute vormittag mit zwei kleinen Äpfelchen angefangen, und heute Mittag gibt's ein kleines Kartoffelsüppchen.

Das war's dann also mit meiner Fasten-Berichterstattung.

Tschüss,
Fipps
Hallo Fipps,

danke für diesen Thread, ich wollte das Heilfasten schon immer mal ausprobieren. Eine Freundin von mir hat das schon öfter gemacht. Allerdings hat sie soweit ich weiß keinen Einlauf gemacht. Ist das wirklich notwendig?
Hallo NengAnke,

Freut mit, dass sich sich da noch jemand fürs Heilfasten interessiert.
Beim Heilfasten landen ziemlich üble körperliche Abfallprodukte im Darm. Es gibt also alle paar Tage, obwohl man gar nichts isst, doch einen kleinen Stuhlgang. Aber weil die Masse nicht sehr groß ist, ist der Druck gering, und es kommt nur ein Teil von diesem sehr übel riechenden Zeug heraus.

Das bedeutet, dass im unteren Darmbereich immer noch viel hängenbleibt, das in geringen Mengen dann wieder in den Blutkreislauf zurückgeht, wenn es nicht entfernt wird. Immerhin ist der Darm ja gut durchblutet, da bleibt das nicht ganz aus.

Das bedeutet nun, dass der Körper neben der normalen Fastenbelastung zusätzlich vergiftet wird. Das wiederum führt zu verstärkten Fastenbeschwerden.
Ich habe in den ersten zwei Tagen tatsächlich versucht, ohne den Einlauf auszukommen, aber das war keine gute Idee.

Anfangs ist so ein Einlauf etwas langwierig und umständlich. Aber schon nach zwei, drei Mal geht es ganz leicht. Das liegt wohl daran, dass man erst lernen muss, den Schließmuskel bewusst zu entspannen.

Wenn Du ein übliches Fastenbuch liest, wirst Du immer den Hinweis auf die morgendliche Darmreinigung mittels Einlauf finden.

Wahrscheinlich kann man es auch ohne Einlauf durchstehen, aber dann plagt man sich verstärkt mit Fastenbeschwerden, d.h. insbesondere ein bleiernes, krankes Gefühl im Unterleib, Mattigkeit und allgemeines Unwohlsein.

Beim Heilfasten macht man täglich morgens einen Einlauf, und wenn man sich nicht gut fühlt, kann man es auch später am Tag noch einmal wiederholen.

Merke: Das Einlaufgerät (Irrigator) ist der Freund des Heilfastenden.

Gruß,
Fipps
Hallo Fipps,

mir geht es wie NengAnke. Ich habe gerade mit großem Interesse Deine Aufzeichnungen durchgelesen und habe viel Neues gelernt. Vielen Dank dafür!

Ich habe kürzlich mit einer Folge von Akupunkturbehandlungen begonnen und hatte nach der ersten "Nadelung" das dringende, mir bisher völlig unbekannte Bedürfnis, körperlich leer zu werden und einen Reinigungsprozeß in Gang zu setzen. Leider wußte ich nicht, wie ich das genau anstellen sollte (mir war nur klar, daß man nicht einfach aufhört zu essen), und so ist dieses Gefühl wieder verflogen, bevor ich es "nutzen" konnte. Aber seitdem beschäftigt mich der Gedanke, es doch einmal zu probieren.

Einläufe kenne ich nur von meinen beiden Geburten her. Es ist wahrscheinlich gewöhnungsbedürftig, sie bei sich selbst durchzuführen, oder? Aber es hört sich sinnvoll an.

Folgender Teil Deiner Ausführungen hat mich besonders aufhorchen lassen:

Zitat:
Wer fastet, rollt gewissermaßen seine eigene Krankheitsgeschichte rückwärts auf, natürlich nur die seit dem davorliegenden Fasten. Der Körper merkt sich alles, doch das Fasten löscht diese Spuren und beugt so schädlichen Langzeitwirkungen vor.


Heißt das, daß es mich, wenn ich viel krank war, beim Fasten völlig aus der Bahn werfen kann? In diesem Fall wäre ja eine Fastenkur umso genauer zu planen (auch zeitlich). Oder ist dann Fasten sowieso tabu? Gibt es vielleicht spezielle Hinweise für Menschen mit einer entsprechenden Krankengeschichte, die es zu beachten gilt?

Mit nochmals bestem Dank grüßt Dich
Miramee
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Einen Menschen zu lieben heißt:
Ihn zu sehen wie Gott ihn gemeint hat.
Liebe ist das Geheimnis der Brotvermehrung.
(Christine Busta)
Hallo Miramee,

wer ein längere Krankengeschichte hinter sich hat, kann sicher besonders vom Heilfasten profitieren. Allerdings solltest Du es beim ersten Mal nicht ohne Anleitung durch einen Fastenführer oder besser noch Fastenarzt samt Fastengruppe durchführen.

Das erste Fasten dieser Art werden die meisten Menschen wohl kaum ohne sehr viel Disziplin durchhalten, und man macht leicht vieles falsch. Dann wird das Fasten unnötig beschwerlich.

Wenn man eine längere Krankengeschichte hinter sich hat, ist es wohl das beste, ein längeres Fasten in einer richtiggehenden Fastenklinik durchzuführen. Der Fastenarzt kann sehr genau erkennen, welche Maßnahmen und Mittelchen geeignet sind, um ganz individuell dem oder der Fastenden beizustehen, wenn es problematisch werden sollte. Völlig aus der Bahn werfen wird es Dich sicher nicht, aber wenn Du es allein zu machen versuchst, könntest Du doch leicht den Mut verlieren. Bei einer komplizierten Krankengeschichte sollte man auf jeden Fall einen fastenkundigen Arzt vorher zu Rate ziehen. Es kann durchaus Indikationen geben, die das Fasten verbieten. In seinem Buch nennt Otto Buchinger auf Seite 89/90 etliche Gegenanzeigen. Der Hauptsatz ist:
Zitat:
Gegenindikationen des Heilfastens bilden vor allem diejenigen Fälle, denen wir keine genügende Gegenwirkung (Reaktion) mehr zutrauen dürfen. Gegenindikationen des Fastens bilden im allgemeinen alle zehrenden Krankheitsprozesse, wie die Tuberkulose, der Basedow, der Krebs und das hohe Alter, sofern dies mit Schwäche und Abmagerung verbunden ist.

Du könntest Dir mal diese Website ansehen: http://www.fasten-aktiv.de/Fasten/IndividuelleFastenberatung.html

Außerdem empfehle ich das folgende Buch von Otto Buchinger:
"Das Heilfasten: Und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg". (Broschiert).
Es kostet zwar rund 35 Euro, aber dafür enthält es auch ausführliche Erfahrungsberichte. Und Du weißt dann schon ganz gut Bescheid darüber, was beim Heilfasten alles hochkommen kann.

Für die praktische Anwendung ist das kleine, seit Jahrzehnten bewährte Buch von Lützner sehr empfehlenswert.

Nun zum Einlauf:
Sich selbst einen Einlauf zu verpassen, ist auch nicht viel anders, als sich den Unterleib zu waschen. Tipp: Einlaufkanüle und After ein bisschen mit Vaseline einreiben, damit es besser gleitet. Man lernt es schnell, und schon nach wenigen Malen läuft das ganz glatt.

Nur Mut, es wird schon gehen. Aber wie gesagt: Bitte nicht einfach so auf eigene Faust.

Lieben Gruß,
Fipps

PS: Dass Dein Körper selbst Zeichen gegeben hat, ist ein ermutigendes Signal. Informiere Dich, und dann wirst Du weitersehen.
Vielen Dank lieber Fipps für deine ausführlichen Berichte. Ich konnte mir ein sehr gutes Bild davon machen, wie man das Heilfasten zustande bringt und auch die Literaturtipps und vorallem deinen eigenen Erfahrungen sind äußerst Interessant.
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"Live long and prosper!"
Hallo Fipps,

vielen lieben Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort! Auch Dein Link hat mir noch sehr weitergeholfen. Ich werde mich wohl mal nach einem entsprechenden ärztlichen Begleiter umsehen. Zwar habe ich körperlich keine außergewöhnlichen Beschwerden gehabt, aber da ich das letzte Jahr mit Depressionen zugebracht habe und auf der Website zu lesen stand, daß Depressionen (vermutlich im Akutstadium, aber wer weiß) eine Kontraindikation darstellen, werde ich mich mindestens vorher einmal beraten lassen.

Auf jeden Fall hat mich Dein Beispiel sehr motiviert, es nun wirklich in Angriff zu nehmen, mich weiter zu informieren (auch für die Buchtips vielen Dank!) und die Sache nicht wieder im Sande verlaufen zu lassen.

Mit bestem Dank grüßt Dich herzlich

Miramee
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Einen Menschen zu lieben heißt:
Ihn zu sehen wie Gott ihn gemeint hat.
Liebe ist das Geheimnis der Brotvermehrung.
(Christine Busta)