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Der Kitáb-i-Aqdas (arab./pers.: das Heiligste Buch) ist die heilige Schrift der Baha'i. Nachfolgend einige Auszüge aus dieser Schrift.
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Die erste Pflicht, die Gott Seinen Dienern auferlegt, ist die Anerkennung Dessen, Der der Tagesanbruch Seiner Offenbarung, der Urquell Seiner Gesetze ist, der die Gottheit im Reiche Seiner Sache und in der Welt der Schöpfung vertritt. Wer diese Pflicht erfüllt, hat alles Gute erreicht, und wer dessen beraubt ist, geht in die Irre, hätte er auch noch so gerechte Taten vollbracht. Es ziemt jedem, der diese höchst erhabene Stufe, diesen Gipfel überragender Herrlichkeit erreicht, jedem Gebot Dessen zu folgen, Der die Sehnsucht der Welt ist. Diese beiden Pflichten sind untrennbar. Keine von ihnen ist ohne die andere annehmbar. So wurde es von Ihm, dem Quell göttlicher Eingebung, verfügt.
Wen Gott mit Einsicht begabt hat, der wird bereitwillig anerkennen, daß die Gebote Gottes das höchste Mittel für den Bestand der Ordnung in der Welt und für die Sicherheit ihrer Völker sind. Wer sich von ihnen abwendet, zählt zu den Verworfenen und Toren. Wir haben euch wahrlich geboten, eueren üblen Leidenschaften und verderbten Wünschen den Befehl zu verweigern und nicht die Grenzen zu überschreiten, die die Feder des Höchsten gesetzt hat, denn diese sind der Lebensodem alles Erschaffenen. Die Meere göttlicher Weisheit und göttlicher Rede wogen hoch im Windhauch des Allbarmherzigen. Eilt, euch satt zu trinken, o ihr Verständigen! Wer das Bündnis Gottes verletzt, indem er Seine Gebote übertritt, wer Ihm den Rücken kehrt, hat sich vor Gott, dem Allbesitzenden, dem Höchsten, schmerzlich geirrt.
O ihr Völker der Welt! Wisset und seid gewiß, daß Meine Gebote die Lampen Meiner liebevollen Vorsehung unter Meinen Dienern und die Schlüssel Meiner Gnade für Meine Geschöpfe sind. So ist es aus dem Himmel des Willens eueres Herrn, des Herrn der Offenbarung, herabgesandt. Sollte ein Mensch die Süße der Worte kosten, welche die Lippen des Allbarmherzigen zu äußern beliebten, und wären die Schätze der Erde in seinem Besitz, so würde er auf sie allesamt verzichten, um die Wahrheit auch nur eines der Gebote zu verteidigen, die über dem Tagesanbruch Seiner großmütigen Fürsorge und Güte leuchten.
Sprich : In Meinen Gesetzen ist der süße Duft Meines Gewandes wahrzunehmen, und mit ihrer Hilfe werden die Banner des Sieges auf den höchsten Höhen gehißt. Die Zunge Meiner Macht richtet aus dem Himmel Meiner allmächtigen Herrlichkeit diese Worte an Meine Schöpfung: »Haltet Meine Gebote aus Liebe zu Meiner Schönheit!« Glücklich der Liebende, der den göttlichen Duft seines Meistgeliebten einatmet aus diesen Worten, erfüllt mit dem Wohlgeruch einer Gnade, die keine Zunge beschreiben kann. Bei Meinem Leben! Wer den erlesenen Wein der Gerechtigkeit aus den Händen Meiner großmütigen Gunst trinkt, wird Meine Gebote, die vom Tagesanbruch Meiner Schöpfung leuchten, umkreisen.
Wähnt nicht, Wir hätten euch nur ein Gesetzbuch offenbart. Nein, Wir haben vielmehr den erlesenen Wein mit den Fingern der Macht und Kraft entsiegelt. Dafür zeugt, was die Feder der Offenbarung enthüllt hat. Denkt darüber nach, o ihr Einsichtsvollen!
Wenn Meine Gesetze wie die Sonne am Himmel Meiner Äußerung erscheinen, müssen sie von allen getreulich befolgt werden, selbst wenn Mein Gebot so wäre, daß es den Himmel jeder Religion spaltete. Er tut, was Ihm gefällt. Er wählt, und niemand darf Seine Wahl in Frage stellen. Was Er, der Vielgeliebte, bestimmt, ist wahrlich geliebt. Dafür ist Er, der Herr der ganzen Schöpfung, Mein Zeuge. Wer den süßen Duft des Allbarmherzigen verspürt und den Quell dieser Äußerung erkennt, wird offenen Auges die Pfeile des Feindes willkommen heißen, um die Wahrheit der Gesetze Gottes unter den Menschen zu beweisen. Gut steht es um den, der sich dorthin wendet und die Bedeutung Seines entscheidenden Gebotes erfaßt.
Wir haben euch geboten, vom Reifealter an zu beten und zu fasten. Dies ist von Gott, eurem Herrn und dem Herrn eurer Väter, befohlen. Als Gnadengabe aus Seiner Gegenwart hat Er jene ausgenommen, die schwach sind durch Krankheit oder Alter, und Er ist der Vergebende, der Großmütige.
... Für eine kurze Zeit haben Wir euch das Fasten zur Pflicht gemacht, und an dessen Ende euch Naw-Rúz als Fest bestimmt ... Wer reist, krank oder schwanger ist oder stillt, ist nicht an das Fasten gebunden ... Enthaltet euch der Speise und des Tranks von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und habt acht, daß die Begierde euch nicht dieser Gnade beraube, die im Buche bestimmt ist.
Der Herr hat befohlen, daß in jeder Stadt ein Haus der Gerechtigkeit errichtet werde, in dem sich Beratende nach der Zahl Bahá versammeln sollen. Sollte diese Zahl überschritten werden, so schadet dies nichts ... Es geziemt ihnen, die Vertrauten des Barmherzigen unter den Menschen zu sein und sich für alle Erdenbewohner als die von Gott bestimmten Hüter zu betrachten. Es ist ihre Pflicht, miteinander zu beraten, Gott zuliebe auf die Belange Seiner Diener zu achten, wie sie auf ihre eigenen Belange achten, und zu wählen, was gut und ziemlich ist. So hat es euch der Herr, euer Gott, befohlen. Hütet euch zu verwerfen, was klar offenbart ist auf Seiner Tafel. Fürchtet Gott, o ihr, die ihr versteht!
O ihr Diener des Barmherzigen! Erhebt euch, Gottes Sache so zu dienen, daß Kummer und Leid aus den Händen derer, die nicht an den Morgen der Zeichen Gottes glauben, euch nicht betrüben. Zur Zeit, da das Versprechen erfüllt und der Verheißene offenbart ward, kam es unter den Erdenbewohnern zu Streit, und jedes Volk ist dem eitlen Wahn eigener Trugbilder gefolgt.
Wer vor Ablauf eines vollen Jahrtausends den Anspruch auf eine unmittelbare Offenbarung von Gott erhebt, ist gewiß ein Lügner und Betrüger. Wir beten zu Gott, daß Er ihm gnädig helfe, einen solchen Anspruch zurückzuziehen und zu widerrufen. Wenn er bereut, wird Gott ihm zweifellos vergeben. Verharrt er aber in seinem Irrtum, wird Gott sicherlich einen herabsenden, der erbarmungslos mit ihm verfährt. Gott ist fürwahr schrecklich, wenn Er straft. Wer immer diesen Vers anders als nach seiner klaren Bedeutung auslegt, ist des Geistes Gottes und Seiner Barmherzigkeit, die alles Erschaffene umfaßt, beraubt. Fürchtet Gott und folgt nicht eueren eitlen Einbildungen. Nein, folgt vielmehr dem Gebot eueres Herrn, des Allmächtigen, des Allweisen.
Seid nicht verzagt, o Völker der Welt, wenn die Sonne Meiner Schönheit untergegangen und der Himmel Meines Heiligtums vor eueren Augen verhüllt sein wird. Erhebt euch, um Meine Sache weiterzutragen und Mein Wort unter den Menschen zu erhöhen. Wir sind immer mit euch und werden euch durch die Macht der Wahrheit stärken. Wir sind wahrhaft allmächtig. Wer Mich erkennt, wird aufstehen und Mir mit solcher Entschlossenheit dienen, daß die Mächte von Erde und Himmel seine Absicht nicht vereiteln können.
Die Völker der Welt schlafen tief. Erwachten sie aus ihrem Schlaf, so eilten sie voll Eifer zu Gott, dem Allwissenden, dem Allweisen. Sie würfen weg, was sie besitzen, und wären es alle Schätze der Erde, damit ihr Herr ihrer gedenke und sie eines einzigen Wortes würdige. So unterrichtet euch Er, bei dem das Wissen um Verborgenes ist, auf einer Tafel, die das Auge der Schöpfung nicht sah, die nur Seinem eigenen Selbst, dem allmächtigen Schirmherrn aller Welten, enthüllt ist. So verwirrt im Rausch ihrer bösen Begierden, sind sie ohnmächtig, den Herrn allen Seins zu erkennen, Dessen Stimme laut von allen Seiten ruft: »Es gibt keinen Gott außer Mir, dem Mächtigen, dem Allweisen.«
Sprich: Freut euch nicht der Dinge, die ihr besitzt; heute sind sie euer, morgen werden andere sie besitzen. So warnt euch der Allwissende, der Allunterrichtete. Sprich: Könnt ihr behaupten, euer Besitz sei dauerhaft oder sicher! Nein, bei Mir, dem Allbarmherzigen! Die Tage eueres Lebens verfliegen wie ein Windhauch, und all euere Pracht und Herrlichkeit wird vergehen wie die Pracht und Herrlichkeit derer, die vor euch dahingingen. Denkt darüber nach, ihr Menschen! Was ist aus eueren vergangenen Tagen geworden, was aus eueren verlorenen Jahrhunderten? Glücklich die Tage, die dem Gedenken Gottes gewidmet waren, und selig die Stunden, die Seinem, des Allweisen, Lobpreis galten. Bei Meinem Leben! Weder die Pracht der Mächtigen noch das Gut der Reichen oder gar die Vorherrschaft der Gottlosen werden dauern. Alles wird auf ein Wort von Ihm vergehen. Wahrlich, Er ist der Allmachtvolle, der Allbezwingende, der Allmächtige. Was nützt euch alles Irdische, das die Menschen besitzen? Was ihnen Gewinn bringen sollte, haben sie völlig vernachlässigt. Bald werden sie aus ihrem Schlaf erwachen und gewahr werden, daß sie nicht zurückholen können, was ihnen in den Tagen ihres Herrn, des Allmächtigen, des Allgepriesenen, entgangen ist. Wenn sie es nur wüßten, entsagten sie allem, damit ihre Namen vor Seinem Thron genannt würden. Sie zählen wahrlich zu den Toten.
Klagt nicht in der Stunde eurer Heimsuchung, noch freut euch darüber. Suchet den Mittelweg: Gedenket Meiner in eurer Betrübnis und bedenkt, was euch in Zukunft widerfahren kann. Also unterrichtet euch Er, der Allwissende, der alles kennt.
O Völker der Erde! Gott, die Ewige Wahrheit, ist Mein Zeuge, daß die Süße der Worte eueres Herrn, des Unbezwungenen, Ströme frischen, sanftfließenden Wassers aus den Felsen quellen ließ, und immer noch schlaft ihr. Werft weg, was ihr besitzt, und erhebt euch auf den Schwingen der Loslösung über alles Erschaffene. So gebietet euch der Herr der Schöpfung, der durch die Bewegung Seiner Feder der Menschheit Seele verwandelt.
Wißt ihr, aus welchen Höhen euer Herr, der Allherrliche, ruft? Glaubt ihr, die Feder erkannt zu haben, womit euer Herr, der Herr aller Namen, euch gebietet? Nein, bei Meinem Leben! Wenn ihr es wüßtet, ihr würdet der Welt entsagen und mit ganzem Herzen in die Gegenwart des Vielgeliebten eilen. Euer Geist wäre von Seinem Wort so hingerissen, daß er die Größere Welt in Erregung versetzte, wieviel mehr diese kleine, geringe! So sind die Regenschauer Meiner Großmut vom Himmel Meiner Güte herabgeströmt, ein Zeichen Meiner Gnade, damit ihr zu den Dankbaren gehört.
Hütet euch, daß nicht Fleischeslust und böse Neigung Zwietracht unter euch entfachen. Seid wie die Finger einer Hand, die Glieder eines Körpers. So rät euch die Feder der Offenbarung, so ihr zu jenen gehöret, die glauben.
Betrachtet die Barmherzigkeit Gottes und Seine Gaben. Er auferlegt euch, was euch nützt, obgleich Er selbst alle Geschöpfe wohl entbehren kann. Euere bösen Taten können Uns niemals schaden noch euere guten Werke Uns nützen. Allein um Gottes willen ermahnen Wir euch. Jeder Verständige und Einsichtige wird dies bezeugen.
Tretet in den Stand der Ehe, o Menschen, damit ihr einen hervorbringt, der Meiner gedenken wird ...
O Könige der Erde! Er, der Lehensherr aller, ist gekommen. Das Reich ist Gottes, des allmächtigen Beschützers, des Selbstbestehenden. Betet keinen an außer Gott, und strahlenden Herzens hebt euer Angesicht auf zu euerem Herrn, dem Herrn aller Namen. Dies ist eine Offenbarung, mit der niemals vergleichbar ist, was ihr besitzet, wenn ihr es doch wüßtet!
Wir sehen, wie ihr euch über das freut, was ihr für andere angesammelt habt, und euch ausschließt von den Welten, die nichts außer Meiner wohlverwahrten Tafel bewerten kann. Die Schätze, die ihr sammelt, lenken euch weit ab von eurem letzten Ziel. Dies steht euch übel an - könntet ihr es nur verstehen. Reinigt eure Herzen von allem irdischen Schmutz und eilt, in das Königreich eures Herrn einzutreten, des Schöpfers von Erde und Himmel, der die Welt erzittern und alle ihre Völker wehklagen ließ, außer jenen, die sich von allem lossagten und an das hielten, was die Verborgene Tafel verordnet hat.
Dies ist der Tag, da Er, der mit Gott Zwiesprache hielt, zum Licht des Altehrwürdigen der Tage gelangt und das reine Wasser der Wiedervereinigung aus dem Kelche trinkt, der die Meere anschwellen ließ. Sprich: Bei dem einen, wahren Gott! Sinai kreist um den Tagesanbruch der Offenbarung, während von den Höhen des Königreiches die Stimme des Geistes Gottes verkündet: »Machet euch auf, ihr Stolzen auf Erden, und eilet zu Ihm!« Karmel eilt an diesem Tage in sehnsüchtiger Anbetung, Seinen Hof zu erreichen, während aus dem Herzen Zions der Ruf ertönt: »Die Verheißung ist erfüllt. Was in der Heiligen Schrift Gottes, des Erhabensten, des Allmächtigen, des Meistgeliebten, angekündigt war, ist offenbar geworden.«
O Könige der Erde! Das Größte Gesetz ist an diesem Ort, an dieser Stätte höchsten Glanzes, offenbart. Alles Verborgene ist ans Licht gebracht durch den Willen des höchsten Gebieters, Dessen, der die letzte Stunde angekündet, den Mond gespalten und jeden unwiderruflichen Ratschluß ausgelegt hat.
Ihr seid nur Vasallen, o Könige der Erde! Er, der König der Könige, ist erschienen, gekleidet in Seine wunderbarste Herrlichkeit, und lädt euch vor sich, den Helfer in Gefahr, den Selbstbestehenden. Hütet euch, daß nicht Hochmut euch abhalte, den Quell der Offenbarung zu erkennen, daß die Dinge dieser Welt euch nicht wie ein Schleier von Ihm, dem Schöpfer des Himmels, trennten. Erhebet euch und dienet Ihm, dem Verlangen aller Völker, der euch durch Sein Wort erschaffen und euch für alle Zeit zu Sinnbildern Seiner Herrschaft bestimmt hat.
Bei der Gerechtigkeit Gottes! Wir haben nicht den Wunsch, Hand an euere Königreiche zu legen. Unsere Aufgabe ist, die Herzen der Menschen zu ergreifen und zu besitzen. Auf ihnen ruhen die Augen Bahás. Dies bezeugt das Reich der Namen, könntet ihr es doch verstehen. Wer seinem Herrn folgt, wird der Welt und allem, was darin ist, entsagen. Wieviel größer muß da die Loslösung Dessen sein, der eine so erhabene Stufe innehat! Gebt eure Paläste auf und eilt, Zutritt in Sein Reich zu erlangen. Dies wird euch wahrlich in dieser und der nächsten Welt nützen. Der Herr des Reiches der Höhe bezeugt es, würdet ihr es doch erkennen!
Welch großer Segen harrt des Königs, der sich erhebt, Meiner Sache in Meinem Reiche zu helfen, und sich von allem außer Mir loslöst! Ein solcher König zählt zu den Gefährten der Roten Arche, der Arche, die Gott dem Volke Bahás bereitet hat. Alle müssen seinen Namen verherrlichen, seine Stufe ehren und ihm helfen, mit den Schlüsseln Meines Namens, der Allmächtige Beschützer, für alle Bewohner der sichtbaren und unsichtbaren Reiche die Städte aufzuschließen. Ein solcher König ist das wahre Auge der Menschheit, der leuchtende Schmuck auf der Stirne der Schöpfung, der Brunnquell des Segens für die ganze Welt. O Volk Bahás, opfert eure Habe, ja euer Leben zu seinem Beistand.
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