Buddhismus und Bahaitum


Mara-Devi hat folgendes geschrieben:

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich Christin bin und der jüdische Name Mara auf das Alte Testament zurückzuführen ist.


Ich hoffe doch sehr, du hast nicht gedacht, dass ich deinen Namen mit der Verkörperung des Bösen, die in buddhistischen Erzählungen auftaucht, in Verbindung bringen möchte. Ich versichere, das war nicht meine Absicht.
Mara steht für:

einen weiblichen Vornamen, siehe Mara (Vorname)
Mara (Jugendbande), Jugendbanden in Zentralamerika
die südamerikanischen Pampashasen (Dolichotinae)

Mara bezeichnet im Alten Testament ein Getränk und eine Stadt:

vgl. 2. Buch Mose, Kap. 15, Vers 23: Da kamen sie gen Mara; aber sie konnten das Wasser nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher hieß man den Ort Mara

Mara bezeichnet in der Mythologie:


Māra, höchste Göttin der lettischen Mythologie
in der Bibel die Selbstbezeichnung der Noemi
den Namen des Herrn der Finsternis im Buddhismus, siehe Mara (Buddhismus)
in der slawischen Mythologie eine Frauenfigur, siehe Kikimora und Morena

https://de.wikipedia.org/wiki/Mara

Eigentlich ein gutes Beispiel dafür, wie Benennungen je nach Hintergrund und Zusammenhang, völlig unterschiedliche Bedeutungen haben können.
Ich bezweifle, ob der Begriff Brahma, den ich schon oft als 'höchster Gott' übersetzt gesehen habe, so wie er von Buddha gebraucht und teilweise verspottet wurde, mit den Glaubensvorstellungen insbesondere bei den Bahai deckungsgleich ist.

Die Lehre des Buddha ist im Austausch mit den damaligen zeitgenössichen Lehren entstanden. Der Brahmanismus war extrem von Ritualen geprägt. In dem von dir verlinkten Sutta geht es darum, dass nicht Rituale sondern eine Geisteshaltung von Empathie und Gleichmut in die Brahmawelt führen, die Entwicklung der Brahmavihara.

Bezüglich Nirvana ringe ich noch um Erkenntnis.

Mara-Devi hat folgendes geschrieben:


Hier gibt es ein interessantes Sutta über einen Brahmanen namens Dhānañjāni, der "nachlässig" in seinem Lebenswandel geworden ist und den der ehrwürdige Sāriputta besucht und lehrt.
Schließlich, als der Brahmane im Sterben liegt, zeigt ihm Sāriputta alle Stufen von der Hölle bis zum Brahma-Himmel, wohin der gestorbene Brahmane dann auch gelangt.

Als der Erhabene davon hört, bezeichnet er die Brahma-welt als minderwertig und fragt Sāriputta, warum er den Brahmanen nicht weiter geführt habe.

Damit meint Buddha Nibbāna (die Befreiung), die dem Brahmanen eine überweltliche Verwirklichung ermöglicht hätte.

http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m097z.html


@Mara-Devi
Ich greife das Thema nochmal auf, weil ich kürzlich ein Audio von Prof. Dr. Bhikkhu Analayo gehört habe und empfehlen möchte, in dem genau dieses Sutta besprochen wird.
https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/14057
Sehr interessant zu den Themen Brahmavihara und frühbuddhistischen kosmologischen Vorstellungen.

Die Hoffnung buddhistische Erlösungsvorstellungen mit denen der Baha'i (oder irgendeiner anderen monotheistischen Religion) harmonisieren zu können, gebe ich langsam auf. Nicht ohne Trauer, ich hätte es mir sehr gewünscht.