An was glauben wir?


Wenn wir der Frage, an was wir glauben, auf den Grund gehen, kommen wir drauf, daß unsere Motive oft nicht religiöser Art sind. Ein Mensch, der Atheist ist, kann trotzdem Weihnachten wichtig nehmen. Und er GLAUBT, seine Welt werde einstürzen, wenn es Weihnachten nicht mehr gibt; d.h. dieses Fest ist ein Teil seiner Weltordnung. Was wir glauben hat oft profane Gründe: Manche Menschen glauben an Gott, weil sie hoffen, Er werde ihre Probleme lösen; das ist natürlich keine gute Motivation.
Lg helmut
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...und die Menschen auf der Erde machen Wumtata!
Ich glaube an Gott, weil ER mir gezeigt hat, dass ER meine Probleme lösen kann.
Er löst nicht nur meine Problem, sondern ist mir zugleich ein treuer Begleiter auf meinem Lebensweg.
So bin ich ihm dankbar dass er da ist in guten wie in schlechten Zeiten.

Im Prinzip ein Eheversprechen.
Nur dass ich 100% sicher sein kann dass diese Ehe ein Lebenlang hält.

Lg

Hab noch was seh spezielles gefunden:
Ein amerikanischer Biologe behauptet, bereits das erste "Gottes-Gen" lokalisiert zu haben. Seine These: Ein spezielles Gen stimuliert die Ausschüttung von Glückshormonen, die ebenfalls bei religiösen Erfahrungen auftreten. Manche Menschen sind damit empfänglicher für Mystik als andere. Ein genetischer Fingerabdruck Gottes? Gut untersucht ist, was passiert, wenn wir uns im Mystischen versenken - beim Beten oder Meditieren. Während tiefer Meditation etwa sinkt die Atmungsrate erheblich, Stresshormone werden reduziert und selbst auf das Immunsystem hat die Meditation positive Effekte. Auch im Gehirn sind Veränderungen nachweisbar. Während der Meditation erscheinen mittels EEG spezielle Hirnströme, die normalerweise nur im Schlaf auftauchen und ein deutliches Zeichen einer tiefen Entspannung sind. Der Grund für religiöse Erfahrungen könnte in verschiedenen Hirnregionen liegen. Im Zentrum der Forschung aber steht ein kleines Gebiet: das limbische System mit seiner Amygdala. Sei spielt eine Schlüsselrolle bei Emotionen, sexueller Lust und möglicherweise bei mystischen Erfahrungen. Wird das limbische Sytem während einer OP gereizt, haben einige Patienten Visionen von Engeln und Teufeln.
Bevor wir wichtig klingende Aussagen darüber machen, WAS wir glauben, sollten wir uns erst einmal Gedanken darüber machen, WIE glauben überhaupt geht!
Was sagt denn der Herr Pfarrer, wenn jemand zu ihm kommt: "Herr Pfarrer, ich kann nicht mehr glauben!" Das wäre so eine konkrete Situation, wo herauskommt, ob man überhaupt bedienen kann, was man beherrschen will. Und in aller Regel kommt - auch bei Pfarrern - heraus, dass sie/wir es nicht können.
"Ich glaube an Gott" ist schnell dahingesagt. Aber wie machen wir das denn konkret? Wenn man mit Glauben Berge versetzen kann: Wo ist denn dann der Berg, den Du konkret versetzt hast mit deinem "Glauben"?
"Alles, worum Ihr bittet im Gebet - genau so wie Ihr glaubt - werdet Ihr´s empfangen!" (Mt21,22) Wer hat wann zuletzt darauf geachtet, wie das, was er glaubt, im Verhältnis steht zu dem, was er gesagt hat?
Weißer Mann spricht oft (unbewusst) mit gespaltener Zunge - auch wenn er betet - und er merkt es nicht, er achtet nicht auf den Unterschied ziwschen seinen Worten und seinen Gedanken. Auf den Unterschied zwischen dem, was er sagt und was er denkt.
"Credo in unum deum" sagte man im alten Rom, "ich gebe mein Herz, ich folge der Weisheit meines Herzens zu dem einen Gott" - Wann haben Sie zuletzt mit der Weisheit Ihres Herzens gesprochen? Was hat sie Ihnen gesagt? Das ahd. "galaubjan" bedeutet "für lieb halten" - Wann haben Sie zuletzt Ihrem Herzen Ihre Liebe bekundet? Das alles gehört dazu, WIE man glaubt. Wenn der Herr Pastor nicht mehr weiterweiß, sobald jemand "nicht mehr glauben kann", fängt es für mich erst an, interessant zu werden.
Ich rede mit den Glaubenkräften, die wir als göttliche Gabe alle besitzen - und i.d.R. vollkommen vernachlässigen - seit 35 Jahren. Ich tue es als Ich-kann-Schule-Lehrer und hatte auch schon das Vergnügen, Priester darin auszubilden - ihnen ein neues Bild von ihren göttlichen Möglichkeiten zu geben.
Priester ist ein wirklich heiliger Beruf mit großen Potentialen für Heilung. Im Grunde sollten sie es Jesus nachmachen, der geheilt und die frohe Botschaft verkündigt hat, und sie sollten noch größere Dinge tun als er. Tun sie das? Tun sie es vielleicht nicht, weil sie ein bisschen kleingläubig sind? Und lernen wir nicht alle - mangels anderen Vorbilds - ein bisschen kleingläubig zu sein?
Wir klammern uns an den Kleinkram, den wir sicher zu haben wähnen und der uns dabei auch noch immer mehr entgleitet; dabei ist uns aber doch gesagt: "Ich vergesse, was da hinten ist, und strecke mich nach dem, was vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel." (Phil.3, 13-14)
Wir kämpfen für die amtliche Anerkennung aller nur erdenklichen Schwächen, Defekte, Mängel, Krankheiten etc., dabei lautet unser Auftrag: "Der Schwache spreche: Ich bin stark!" (Joel 4,10)
Wir kommen gar nicht zu Ende in unseren Streitereien um den wissenschaftlichen Fortschritt, dabei haben wir doch das göttliche Angebot: "Wenn zwei unter Euch eins werden auf Erden, warum es ist, dass sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel." (Mt 18,19) Und widerfährt ihnen nicht in schönster Regelmäßigkeit unaufhörlich das, worin sie sich einig sind: Streit?
Nein, bevor wir etwas Ernstzunehmendes darüber sagen können, an was wir glauben, sollten wir erst einmal alle wenigstens einen Grundkurs darin machen, WIE GLAUBEN überhaupt geht.
Ich wünsche reichlich guten Erfolg dazu!
Franz Josef Neffe
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Gib jedem an seinem Tiefpunkt ein Zeichen Deiner Hochachtung! fjn
Wenn Gott die Liebe selbst ist, wir der Mensch auf die Stufe gestellt die er verdient.
Glauben ist Angst, Vertauen ist Liebe.
Der letzte Prophet
Zitat:
"ich gebe mein Herz, ich folge der Weisheit meines Herzens zu dem einen Gott"


ja, vielleicht kann man das lernen, wenn man das ganze Leben als eine Art Schule sieht, dann ist es so.

Ja, genau so ist es (zumindest für mich)

Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Egal woran wir glauben, es sollte uns Kraft geben!