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Welche Halbwertszeit hat eine Religion?






Ausgehend davon, daß es in den Bahá'í Schriften heißt, daß eine Religion einen Frühling, Sommer, Herbst und Winter hat, hab ich mir die Religionsgeschichte angeschaut und komme zu dem Schluß, daß eine Religion eine Halbwertszeit von ca. 600 Jahren hat; d.h. sie ist nur mehr die Hälfte wert. Wieso?
Man sagt, Moses habe ca. 1200 Jahre vor Christus gelebt. 600 Jahre nach Christus hat Mohammed zu wirken begonnen. Und nach etwas mehr wie 1800 Jahren begann die Bahá'í Ära. Auch habe ich gehört, daß, wenn Gott gewollt hätte, Rumi ein Prophet hätte werden können, er hat 600 Jahre nach Mohammed gelebt.
Lg helmut
Zitat:
er hat 6700 Jahre nach Mohammed gelebt.


Dschalal ad-Din Muhammad Rumi lebte von 1207 - 1273
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Die Welt - eine Heimat

In der Sprache der Seele von Dr. Christa Motamedi
Zitat:
Ausgehend davon, daß es in den Bahá'í Schriften heißt, daß eine Religion einen Frühling, Sommer, Herbst und Winter hat, hab ich mir die Religionsgeschichte angeschaut und komme zu dem Schluß, daß eine Religion eine Halbwertszeit von ca. 600 Jahren hat; d.h. sie ist nur mehr die Hälfte wert. Wieso?


Die hälfte von was wert? Und in wie fern leitet sich der "Wert" einer Religion davon ab wie lange sie andauert? Und wie genau kommst du auf die 600 Jahre?

Zitat:
Man sagt, Moses habe ca. 1200 Jahre vor Christus gelebt.


Moses wird etwa von 1500 bis 1200 v.Chr. (Israel Finkelstein, Ze'ev Herzog, William G. Dever) eingeordnet, wobei andere Forscher gar davon ausgehen das Moses so als historische Person gar nicht existiert hätte (Philip Davies, Niels P. Lemche, Thomas L. Thompson). Und zwischen Moses und Jesus gab es dann noch die ganzen Propheten des Alten Testaments, (vllt.) Zarathustra (18. Jhr. v. Chr. / 10. Jhr. v. Chr. / 6. Jhr. v. Chr) und Buddha (6./5. Jhr. v. Chr.). Nach hinduistischen Traditionen lebte Kirshna übrigens etwa 3000 v. Chr., also sogar 1500 bis 1800 Jahre vor Moses. Zarathustra war vielleicht auch 300 bis 500 Jahre vor Mose oder 600 nach ihm.

Ich denke gerade durch, dass die Welt damals noch viel getrennter war, sind diese Dinge sehr kompliziert zu ordnen. Über die semitischen Propheten und Manifestationen wissen wir viel, bei den indogermanischen wird es schon knapper, aber wenn es weit genug im Osten (Persien, Indien) ist kennt man es noch. Aber aus den anderen Regionen der Welt kennen wir oft nicht einmal mehr die Namen dieser Gestalten oder es sind nur noch Mythen übrig, was ja bei Moses, Zarathustra und Krishna zum Teil auch schon der Fall ist. Jesus und Mohammed sind eigentlich auch schon sehr "bedroht".

Zitat:
600 Jahre nach Christus hat Mohammed zu wirken begonnen.


Ja, das kommt in etwa hin.

Zitat:
Und nach etwas mehr wie 1800 Jahren begann die Bahá'í Ära.


Ja, wenn du von Jesus rechnen würdest, aber du müsstest ja von Mohammed rechnen. Soweit ich weiß wurde da ganz klassisch mit 1000 Jahren gerechnet, wobei die Schiiten noch die 260 Jahre der 12 Imame draufschlagen. Das ist dann das muslimische Jahr 1260, was das christliche Jahr 1844 ist.

Also hielt der Islam 1000 bzw. über 1000 Jahre.

Zitat:
Auch habe ich gehört, daß, wenn Gott gewollt hätte, Rumi ein Prophet hätte werden können, er hat 600 Jahre nach Mohammed gelebt.


Wenn Gott will kann Er alles... und dazu braucht Er auch nicht bestimmte Personen wie Rumi.

Nur woher stammt diese Information? Klingt für mich sehr nach persischer Volksfrömmigkeit, rein Zufällig ist Rumi ja auch einer der bedeutendsten persischen Dichter. Eine weitere Quelle könnte der Sufi-Begriff eines Propheten sein, der ja doch etwas Anderes ist als der Prophet den man allgemein hin meint.

Ich denke Richtlinienchrakter sollten die Worte Baha'u'llahs haben, wenn man einzelne Zitate auch nicht absolut stellen sollte:

Baha'u'llah (Ährenlese 125:10) hat folgendes geschrieben:
Die sich tapfer auf der Suche nach Gott mühen, werden, sobald sie allem außer Ihm entsagt haben, so mit dieser Stadt verbunden und vermählt sein, daß sie sich nicht mehr vorstellen können, auch nur einen Augenblick von ihr getrennt zu leben. Sie werden auf unfehlbare Beweise von der Hyazinthe jener Gemeinschaft lauschen, und die sichersten Zeugnisse von der Schönheit ihrer Rose und dem Lied ihrer Nachtigall empfangen. Etwa alle tausend Jahre einmal wird die Stadt erneuert und aufs neue geschmückt. ...


Speziell auf die Baha'i-Sendung bezogen ist wohl diese Aussage zentral:

Baha'u'llah (Kitab-i-Aqdas 37) hat folgendes geschrieben:
Wer vor Ablauf eines vollen Jahrtausends den Anspruch auf eine unmittelbare Gottesoffenbarung erhebt, ist gewiß ein Lügner und Betrüger. ...

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Ich unterstütze den Aufruf für die Einrichtung eines Parlaments bei der UN.
Dariush Maani zitierte einen Mystiker, der - im Namen Gottes sprechend - gesagt haben soll: "Wenn mein Volk gut ist wird kein Prophet mehr kommen, wenn mein Volk schlecht ist wird noch einer kommen." Und der wäre Rumi gewesen.
Ich habe das nicht richtig zitiert, weil das vor langer Zeit war. Aber der Sinn ist richtig.
Und von wegen Halbwertseit: der Sinn dieser Überlegung ist, daß man sich Gedanken machen kann, warum vieles ähnlich ist und auch die physikalischen Gesetze im geistigen wirken.
Lg helmut
Es wäre interessant zu wissen welcher Mystiker das war und was er genau gesagt hat. Zumindest das nach Mohammed kein nabi mehr kommt war galt immer als ziemlich gesichert, eben aufgrund des Korans und entsprechender Traditionen. Ich möchte hier betonen das ich (und Moojan Momen [Islam and the Baha'i Faith]) keine Stelle kenne wo Baha'u'llah behauptet Er sei ein nabi.

Islamische Mystiker, also Sufi, haben jedoch öfter mal das Verständnis gehabt, dass ein Sufi der die unio mystica erreicht hat sozusagen auch ein Prophet wird. Dieser hat dann sozusagen aber nicht unbedingt eine exoterische Botschaft, sonder eben das höchste esoterische Wissen. Nach islamischen Verständnis bringt ein nabi sowieso keine eigene Offenbarung, das macht nur ein rasul (Gesandter).


Welche physikalischen Gesetze meinst du?
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