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Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Bahai Religion












Lieber Deas,

ich bin tief beeindruckt von der Klarheit und Ausdruckskraft Deiner Erklärung!!! Schade, dass ich das nicht schon früher gelesen habe. Es hat mir sehr geholfen.


Liebe Grüße ,

Herzlich
zurip hat folgendes geschrieben:
vielen Dank für die ausführliche Antwort. Sie hat mir schon ein wenig geholfen auf meinem Weg die Bahai Religion richtig zu verstehen und auch zu mögen.

Insbesondere der Aspekt, dass Frauen schon mal an der Führung dieser Religion mitwirken durften finde ich sehr gut und das zeigt, dass es prinzipiell Frauen schon zugetraut wird so ein hohes "AMt" zu verwalten.

Das man einfach auf Gott vertrauen muss ist für mich in diesem Punkt hingegen nicht unbedingt sehr hilfreich. Denn das sagen ja viele Religionen. Das ist der Grund warum ich mich von der katholischen Religion nicht unbedingt sehr angesprochen fühle. Da wird vieles mit dem Argument zugekleistert : "Das ist eben so. Gottes Wille. Du mußt einfach vertrauen."
Damit kann man jedes Argument entkräften oder eben nicht.


Hi zurip,

ich kann Dein Problem gut nachempfinden. Ich hätte es wohl früher auch gehabt.

An der Uni sagte unser Mathe-Professor einmal: "Das müssen Sie mir jetzt erst einmal glauben." Es ging um irgendeine mathematische Regel, die auf Anhieb wenig einsichtig wirkte. Nach einiger Zeit wurde ihr Sinn und ihre Zweckmäßigkeit vor dem Hintergrund des zunehmenden Wissens allerdings klar.

Einen ähnlichen Vorgang erlebe ich auch bei der Vertiefung in die Schriften Bahá´u´lláhs. Nicht jedes Seiner Gebote ist sofort einsichtig, aber nach einiger Zeit wird durch die wachsende Lebenserfahrung und die fortschreitende Einsicht in die Zusammenhänge manches klar, was vorher völlig abwegig erschien. Ich denke, dass dieses Prinzip auch für die Vertiefung in die anderen Religionen gilt. Zuerst kommt der Glaube, daraus erwächst das Vertrauen, dass uns bewegt, die göttlichen Prinzipien anzuwenden, daraus erwächst die Erkenntnis in die Wirkung dieser Prinzipien und daraus schließlich die Gewißheit, dass es gut und richtig war, sich den Geboten Gottes anzuvertrauen.

Natürlich kann dies nicht immer die Rechtfertigung für unverständliche Dinge in den Religionen sein. So manches wird falsch verstanden oder im Laufe der Zeit hinzugefügt, so dass es wichtig ist, immer selbst zu prüfen, ob das, was man gelernt und verstanden hat, wirklich der Wahrheit enspricht. Der wichtigste Maßstab dafür ist meiner Meinung nach neben dem Verstand die Reinheit des Herzens. Was diese Reinheit fördert, ist gut und führt auf den richtigen Weg und was das Herz benebelt, verschleiert oder verfinstert, bringt uns vom rechten Wege ab.

Letztlich ist es aber für Menschen, die in unserer Kultur groß geworden sind und gelernt haben, dass man alles daran setzen muß, sich das Selbstbewußtsein nicht rauben zu lassen, sich nie klein machen zu lassen usw., ungeheuer schwer, sich der Führung eines anderen, nämlich Gott selbst oder einem Seiner Sendboten, wie z.B. Christus oder Bahá´u´lláh zu übergeben.

Ich denke, dass auch hier das Beten eine große Hilfe sein kann, weil es uns ermöglicht, auf ganz einfache Weise dieses "sich Gott überlassen" zu erleben und zu üben. Versuche mal folgendes Gebet zu sprechen und beobachte dabei ganz genau, was Du empfindest. Vielleicht hilft es Dir und befreit Dich vom Grübeln.

Liebe Grüße ,

Herzlich


Zitat:

Preis sei Dir, o Herr mein Gott! Ich flehe Dich an bei Deinen Zeichen, welche die ganze Schöpfung umfangen, bei dem Lichte Deines Antlitzes, das alles erleuchtet, was im Himmel und auf Erden ist, bei Deinem Erbarmen, das alles Erschaffene übertrifft, und bei Deiner Gnade, die das ganze Weltall erfüllt, zerreiße die Schleier, die mich von Dir trennen, auf daß ich zum Urquell Deiner machtvollen Eingebungen, zur Morgenröte Deiner Offenbarung und großmütigen Gunst eile und eingetaucht werde in das Meer Deiner Nähe und Deines Wohlgefallens.

Laß es nicht zu, o mein Herr, daß ich in Deinen Tagen Deiner Erkenntnis beraubt bin, und nimm mir den Mantel Deiner Führung nicht ab. Gib mir zu trinken aus dem Strome, der wahrhaftiges Leben ist, dessen Wasser dem Paradiese entströmen, darinnen der Thron Deines Namens, der Allbarmherzige, errichtet ward - auf daß meine Augen geöffnet, mein Angesicht strahlend, mein Herz fest, meine Seele erleuchtet und meine Schritte standhaft werden.

Du bist es, der seit Urbeginn durch die Kraft Deiner Macht über alle Dinge erhöht war und durch das Wirken Seines Willens alles befehlen konnte. Nichts in Deinem Himmel und auf Deiner Erde kann Deinen Ratschluß vereiteln. So erbarme Dich meiner, o mein Herr, durch Deine gnädige Vorsehung und Großmut, und lasse meine Ohren den süßen Weisen lauschen, welche die Vögel auf den Zweigen des Baumes Deiner Einheit Dir zum Lobe singen.

Du bist der große Geber, der Immervergebende, der Mitleidvollste.

Bahá´u´lláh
Lieber Deas und @ all!

Also ich kann dem allem nur durch meine innere Stimme folgen - denn mir fehlt einfach das Wissen über Eure Religion.
Als Frau fühle ich mich durch dieses Haus der Männer ´nicht ausgeschlossen nud auch nicht abgewertet, weil es sich einfach anders anfühlt für mich.

So wie dieses Haus der Männer HIER beschrieben wurde, schließe ich aus meinem Innern, dass an die Männer eine bestimmte Aufgabe gerichtet ist, die sie zu erlernen, zu üben und letzlich zu erfüllen haben. Um diesem "Training" Raum zu geben, gibt es dieses Haus.

Wenn es so weit ist und sich dieser Wandel oder diese Änderung auf der Erde vollzieht, wird jeder wissen wozu es gedient hat....

Herzlichst, Daniela
OHHHHH
da hatte ich mich in meinem ersten Posting wohl geirrt.

Aus Wikapedia:

Zitat:
Das höchste Gremium ist das Universale Haus der Gerechtigkeit in Haifa. Es hat neun Mitglieder, die alle fünf Jahre von den nationalen Körperschaften gewählt werden. Frauen sind nicht wählbar. Entscheidungen des Universalen Hauses der Gerechtigkeit gelten bei den Baha'i als unfehlbar.


Das ist doch nicht Gleichberechtigung ...

Verwirrung herrscht vor ...... *lach
Liebe Danielle

Der Artikel aus Wikapedia besagt eigentlich nichts anderes als der Auszug von Deas

Zum Universalen Haus der Gerechtigkeit, der höchsten und leitenden Körperschaft der internationalen Baha'i-Gemeinde: Baha'u'llah selbst hat festgelegt, dass in dieser Institution nur Männer wählbar sind, Abdu'l-Baha hat dies bestätigt. Es ist die einzige Institution, wo dies der Fall ist. Über das Warum kann man nur spekulieren.

Abdu'l-Baha schreibt, dass erst in der Zukunft der Grund für dieses Gebot klar werden würde - er schreibt:


Nun, der Begriff "unfehlbar" ist in mir auch mit gemischten Gefühlen belegt. Als ehemaliger Christ, denk ich da z. B. an den Papst und da hab ich mit Unfehlbarkeit so meine Probleme.

Beim UHG sollte man aber bedenken, dass es sich zunächst um Menschen handelt (keine Berufsgruppe, keine Geistlichen, keine Politikrt), auch wenn es Männer sind. Sie sind in direkter Linie von der Basis gewählt. Ohne Werbung oder Kandidatur. An der Basis werden jährlich Delegierte gewählt, die dann völlig frei den Nationalen Geistigen Rat wählen(nicht nur aus ihren Reihen, sondern aus allen Bahai des Landes) . Im NGR sind manchmal mehr Frauen als Männer. Wie gesagt, sie sind total frei gewählt. Nun wählen alle NGR´s der Welt im Abstand von 5 Jahren das UHG, auch ohne jede Werbung. Die Gewählten sind daher Repräsentanten der ganzen Bahai-Welt. Zu einem sehr hohen Prozentsatz auch und gerade von Frauen gewählt. So kann man sich doch die Frage stellen ob es ein Gremium auf der Welt gibt, dass dem UHG in Sachen Ausgewogenheit, Menschlichkeit und Dienstbarkeit gleichkommt.

Alles Liebe
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