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Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Bahai Religion












Liebe Danielle
Du schreibst

warum macht die Organisation das,
wo doch die Grundsätze etwas anderes aussagen?
Fakt ist, die Organisation hält sich nicht an den eigenen Glaubensinhalt.

Aus meiner Sicht macht das nicht das UHG, sondern die Schriften Baha’u’llahs dürften anscheinend keine andere Möglichkeit zulassen. Es wird eben allergrößter Wert darauf gelegt sich genau an die direkten Vorgaben des Offenbareres zu halten. Da kommt dann halt das Vertrauen ins Spiel. Vertraue ich auf den Offenbarer auch wenn ich es im Moment nicht verstehe? Es liegt sicher auch in der Natur der Sache, dass fast jeder Mensch an einer (auch an seiner) Religionslehre das eine oder andere gerne ändern würde. Sagt nicht jeder „Wenn ich Gott wäre, ich würde es so……..oder so machen?“ Und sagt man nicht auch im Volksmund „Einem jeden recht getan ist ein Ding das niemand kann.“ Baha’u’llah hat es eben „SO“ gemacht. Wir finden auch bei Jesus Vorgaben die uns nicht immer schmecken und die wir lieber abschwächen oder ändern würden. Der Glaubensinhalt bedeutet m. E. „Mann und Frau sind VOR GOTT völlig gleich, waren es immer, und werden es immer sein.“

Alles Liebe
Liebe minou
Leider hab ich dieses posting zuerst in den trade "Einige Fragen" gestellt, aber doppelt hält besser.
Gestern hab ich begonnen im Heiligsten Buch über Ehe nachzuschlagen. Ich musste feststellen, dass es eine längere Aufgabe werden würde und dass für uns „Westler“ der Zugang zu manchen Dingen gar nicht leicht ist. Für mich ist z. B. die Morgengabe was Ungewohntes und ich hab sie bei meiner Hochzeit auch nicht berücksichtigt. Auch die Geld- Angaben sind für uns Fremdartig. Das finde ich aber nur natürlich, da der Bahai-Glaube ja wirklich aus einer anderen Kultur kommt. Es macht für mich daher mehr Sinn mich mit den vielen Dingen auseinander zu setzen, die gerade mit unserer Kultur leichter kompatibel sind. Ein kleines Beispiel. Vor unserer Hochzeit bat ich meine Schwiegereltern und meine Mutter förmlich um ihre geschätzte Zustimmung zur Ehe. Das viel mir gar nicht so leicht und der Schwiegervater meinte ganz erstaunt „Ihr werdet uns ja ohnehin nicht fragen oder?“ Ich erklärte ihm, dass die Zustimmung aller lebenden Eltern für uns Bahai sehr wichtig ist und dass wir sie wirklich brauchen. Später erfuhr ich, dass gerade der Punkt ihn sehr imponierte und dass er öfters darüber sprach, obwohl er sich sonst kaum für unsere Religion interessiert. So habe ich für mich persönlich schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass Dinge die ich anfangs nicht wirklich verstanden habe sich als total positiv in meinem Leben auswirkten aber erst als ich sie auch wirklich umgesetzt habe. Es sei hier z.B. nur der Alkoholkonsum erwähnt. Das war für mich eines der Hauptprobleme das ich mit den Lehren hatte. Wenn mir vor einigen Jahren jemand gesagt hätte, dass ich nur mehr Alkoholfreie Getränke konsumiere, und das noch dazu wirklich freiwillig, mit voller Überzeugung und aus Liebe zu Baha’u’llah, so hätte ich das nicht für möglich gehalten. Aber ich durfte am eigenen Leib erfahren, wie ich von einer schleichenden, lähmenden und für die ganze Gesellschaft zersetzenden „Sucht“ befreit wurde. Ich spürte förmlich die liebende Güte, die hinter dem Gebot steht. Wie wenn ein liebevoller Vater zum Kind sagt „greif doch nicht auf den heißen Ofen, viele Kinder verbrennen sich fürchterlich daran.“ Es sind manchmal gerade die Dinge, die wir anfangs nicht verstehen, die uns dann am weitesten vorwärts bringen. Ich weis schon, dass das nur sehr an Rande was mit dem Ehe- und Erbrecht zu tun hat. Beim Erbrecht ist es für mich ein Standard der dann zum tragen kommt, wenn kein Testament vorliegt und wenn die Staatlichen Bestimmungen nichts anderes vorschreiben. Ein Testament zu machen in dem man frei verfügen kann, wird ja ausdrücklich gefordert. Beim Ehe-Recht (auch beim Erbrecht) kann ich mir vorstellen, dass mindestens 2 Faktoren hineinspielen. Erstens der kulturelle Hintergrund Baha’u’llahs, er war ja schließlich auch ein „Kind seiner Zeit“ wie alle Offenbarer. Zweitens könnte es auch in Zukunft die Regel sein, dass der Mann in erster Linie für den Unterhalt der Familie aufzukommen hat.

Es gibt ja auch die Forderung, dem Mädchen die bessere Ausbildung zukommen zu lassen, wenn man nur ein Kind zur Schule schicken kann aber einen Bub und ein Mädchen hat. Denn die Mütter sind die ersten Erzieher der nächsten Generation. Hier könnten sich auch Männer benachteiligt fühlen, jedoch ist die Weisheit die dahinter steht leichter zu erkennen. Vielleicht könntest ja Du liebe minou auch mir durch Dein eigenes Forschen die eine oder andere Erkenntnis mitteilen. Bei Deiner Suche wünsch ich Dir alles erdenklich Liebe und, dass Du das Herz bald wider mehr öffnen kannst. Selber bin ich auch kopflastig, aber ein Gottesoffenbarer ist mit Kopf und Herz immer noch kaum zu fassen.

Alles Liebe
Lieber Robinson!

Ich denke, Du hast Recht: so wirklich werden wir manche Dinge mit
unserem kleinen Verstand wohl nicht ergründen können.
Sicher hat man immer die Option eines Testaments - aber nicht mal
Shogi Effendi hat eines gemacht
Hast Du schon daran gedacht eines zu machen? Ich überraschenderweise schon -
wundert mich selbst.
Ja, man sollte alles mit Baha'u'llahs Augen sehen können! Ich werde
in Zukunft daran denken, wenn ich etwas nicht verstehe.

Du fragst nach meinen Erkenntnissen? O je, ich denke, da kann ich
Dir nicht viel bieten. Glaube kaum, dass es etwas gibt, das ich besser
weiß als Du .

Ich danke Dir sehr für Deine Hilfe und die Ermutigungen! Ich kann
inzwischen schon ein wenig herzbetonter denken.

Momentan bin ich bei der Nichtexistenz des Bösen angelangt. Das zu
verstehen bereitet mir noch Schwierigkeiten, obwohl Ellen sich so für
mich bemüht hat!

Ganz liebe Grüße für heute von Minou
Forum -> Baha'i-Religion

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