Sex aus der Sicht der Katholischen Kirche!


Hallo meine Lieben, ich habe diese fast schon vollendende Ausführung eines Priesters schon immer gemocht. Da sie das Katholische Verständniss von Sexualität in unsrer Zeit wiederspiegelt. Es ist gewiss sehr lang und ausführlich doch ebenso interessat und lustig. Nehmt euch doch einmal Zeit und vertieft euch in die Sexualität der Kirche wie sie das sieht. Viel Spaß. Ihr sollted alles durchlesen dann könnt ihr es nachfolziehen.

Hier nochmal der Link zu der ursprünglichen Seite:

http://www.karl-leisner-jugend.de/sex.htm

Bitte durchlesen ich freue mich aufs diskutieren.

Liebe Grüße Matthias
Hallo Matthias,

In diesem Artikel hat Peter aber nicht erwähnt, dass lt. Katholischer Kirche Sexualität nur in der Ehe und nur zum Zwecke der Zeugung von Kindern vollzogen werden soll.

LG!
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Doch Minou, hat er, wenn ich es richtig überflogen habe. Das ist ja eine einzige Argumentation dafür, dass Sexualität nur in der Ehe gelebt werden sollte.

Also bezüglich des ganzen Artikels: realitätsfremder geht's eigentlich nicht. Ich werde das Gefühl nicht los, dass einem da ein X für ein U vorgemacht werden soll...

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass es Gott überhaupt nix angeht, was ich mit wem, wann, wie und wo tue. Ich glaube nämlich, dass er mir sowas wie _Verstand_ gegeben hat, auf dass ich den nutzen möge um selbst zu wissen, was gut und richtig für mich ist, bzw. aus den Fehlern, die ich mache selbst zu lernen.
Wozu dann noch irgendwelche Vorschriften?


LG

ps. Ich misstraue grundsätzlich Menschen und Organisationen, die behaupten Gottes Willen zu kennen. -.-
... und Selbstbefriedigung ist eine Sünde. Im Prinzip nicht viel neues, nur lustiger formuliert und mit ein bisschen Opferkomplex gemischt:

KLJ hat folgendes geschrieben:
Im Nachhinein ist es vollkommen unmöglich, eine eindeutige Schuldzuweisung für solche Schwachzeiten der öffentlichen Moral vorzunehmen: War die Kirche Opfer oder Täter von leibfeindlichen Tendenzen?
Es ist in der Tat nichts Neues. Sex nur in der Ehe, alles andere ist pfui.
Zitat:
Gott feiert reinen Sex in der Ehe und lädt uns ein, das auch zu tun

Dern Satz könnte man auch ganz herrlich unkatholisch mißverstehen. Insbesondere das Wort "rein" kann durchaus unterschiedlich interpretiert werden.
Zitat:
Sex wird zu einem wunderschönen Zwei-Personen-Lobpreis-Gottesdienst!

Äh?
Aber immer schön aufpassen:
Zitat:
Und wenn ein Mann und eine Frau sich an diesem Geschenk erfreuen und Gott dafür danken, dann geben sie Ihm die Ehre.

F... zur Ehre Gottes, oder was? Klingt ziemlich bizarr.
Zitat:
"Genießt reinen Sex!

Hier liegt doch der Hund begraben. Was ist denn reiner Sex? Klingt in diesem Kontext von katholischen Definitionen irgendwie seltsam und auch ein bißchen gefährlich langweilig.
Zitat:
Was aber kann die Kirche machen? Gegen die, die sie als "leibfeindlich" und als "Anti-Sex-Kirche" verleumden? Strafanzeige erstatten?


Oh ja. Bitte, bitte.
Zitat:
Nein, vor Gericht werden wir Katholiken wohl kaum ziehen

Schade.
Zitat:
Keine katholische Ehe ist unauflöslich, wenn Sie nicht von den Eheleuten durch den Geschlechtsverkehr ("ehelicher Akt") vollzogen wird.

Danach aber schon. Und wenn man dann die Katze im Sack gekauft hat, ist's zu spät.
Zitat:
Es dürfte für jeden Menschen eine derbe Ernüchterung sein, wenn nach einer "wunderbaren Nacht" der Partner sagt: «Es war sehr schön mit Dir. Das, was wir getan haben, war total klasse; Du selbst bist mir allerdings ziemlich egal.»

Das kommt darauf an, mit welcher Erwartung man an die Sache herangeht.
Zitat:
Sex wird erst dann zu einem Erlebnis, einem Ereignis, das Leben verändern und Leben stiften kann,

Welcher Experte spricht denn hier?

Zitat:
Das ist der Grund, weswegen sich die Kirche verpflichtet sieht, Dir ins Schlafzimmer hineinzureden: Sie möchte Dein Glück.

Das ist ja furchtbar nett. Also redet sie dir hineien, was doch zuvor so vehement bestritten wurde.
Viel Geschwurbel um Nichts, denn die einzige Wahrheit über Sex weiß eben doch die heilige Mutter Kirche:
Zitat:
das erst einmal erkennen, ergeben sich die Vorstellungen von dem, was gut und was schädlich ist, von alleine - und meiner Meinung nach in verblüffender Übereinstimmung mit der Moralvorstellung der katholischen Kirche

Sowas ist dann wohl das, was man Realsatire nennt.
Einige Sachen sind durchaus schon etwas verzerrend dargestellt:

Zitat:
Ja, warum? Die Antwort ist: Uns zur Freude und Ihm zur Ehre. Denn er ist sehr, sehr gut. Er hätte den Fortpflanzungsakt so kurz und langweilig wie ein Niesen machen können. Stattdessen hat er ihn zum größten Thrill aller Zeiten erkoren. Und wenn ein Mann und eine Frau sich an diesem Geschenk erfreuen und Gott dafür danken, dann geben sie Ihm die Ehre. Sex wird zu einem wunderschönen Zwei-Personen-Lobpreis-Gottesdienst!


Das ist eine liberalprotestantische Ansicht, aber gewiss nicht die der katholischen Amtskirche.

Zitat:
"Genießt reinen Sex!" ruft Gott praktisch in Sprichwörter 5, 18-19: "Freue dich an der Frau, die du jung geheiratet hast... Ihre Brüste sollen dich immer berauschen, in ihren Armen kannst du dich selber vergessen."


Schlecht übersetzt und aus dem Zusammenhang gerissen. Von selbst vergessen ist da nicht die Rede und da wird der eheliche Sex (sicher auch mit einer gewissen Logik) als eine Grundlage der Treue dargestellt. Sicher kann man auch mehr hineinlesen, tut die katholische Kirche aber nicht.

Zitat:
Da sind die katholischen Spaßbremsen gegen alles, was Freude macht, am besten noch gegen die Sexualität selbst. Angeblich sagen die erzkonservativen Katholiken: «Gut, dass der Sex wenigstens noch eine Funktion hatte, sonst wäre er wohl schon ganz verboten worden...» - Nun, es wird Zeit, damit ein wenig aufzuräumen. Fangen wir damit an.


Sicher ist das überzogen, aber im Kern stimmt es schon.

Zitat:
Thomas von Aquin verurteilt scharf die Verteufelung alles Sinnlichen. Alles Sinnliche als Werk des Teufels zu verdammen sei ein «Laster der Unsinnlichkeit». (Hätten das die Toten Hosen bei der Abfassung ihres Liedes «Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)» gewußt, hätten sie nicht "Vatikan und Taliban" in einem Atemzug genannt - auch wenn ihnen dadurch ein schöner Reim abhanden gekommen wäre).


Thomas von Aquin hat hier gegen die (ketzerischen) Armutsbewegungen seiner Zeit geredet. Diese wurden aber ebenso auch integriert. Hier wird also wieder aus dem Kontext gerissen.

Zumal auch gesehen werden muss in was für einem Ramen von Sexualvorstellungen Thomas sich bewegte.

Zitat:
Im 4. Jhdt. wurden alle Kleriker des Amtes enthoben, die sich der Leibfeindlichkeit schuldig gemacht haben. «Wenn sich jemand der Speisen oder der Ehe enthält und zwar nicht aus Askese, sondern aus Abscheu, oder weil er vergessen hat, dass Gott die Schöpfung gut gemacht hat, und blasphemisch die Schöpfung schlecht nennt, so lasse er sich eines Besseren belehren oder ist abzusetzen.»


Auch hier war das Ziel die gnostischen Ketzer aus der Amtskirche zu entheben. Zumal Ehelosigkeit an sich ja noch geschützt wird. Auch hier wird aus dem Kontext gerissen.

Zitat:
Und auch Paulus sagt genau das Gleiche in 1 Tim 4: «In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehrern von Dämonen zuwenden, getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist. Sie verbieten die Heirat und fordern den Verzicht auf bestimmte Speisen, die Gott doch dazu geschaffen hat, dass die, die zum Glauben und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt sind, sie mit Danksagung zu sich nehmen. Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genossen wird.»


Mit der Fixierung auf Paulus in solchen Sachen sollte er vorsichtigt sein, so hat es bei Luther auch angefangen.

Fakt ist das die katholische Kirche die Heirat bei Geistlichen verboten hat.

Zitat:
Keine katholische Ehe ist unauflöslich, wenn Sie nicht von den Eheleuten durch den Geschlechtsverkehr ("ehelicher Akt") vollzogen wird. Damit steht die katholische Kirche weit und breit (und das schon seit 2000 Jahren) als einzige Religion da, in der Sex zum Vollzug eines Sakramentes gehört.


Die heutige katholische Kirche gibt es nicht 2000 Jahre und besonders nicht in diesem Punkt. Ich will hier nur mal auf die Marienehe verweisen. Übrigens kann sich eine muslimische Frau ebenso scheiden lassen, wenn ihr Mann seine ehelichen Pflichten nicht erfüllt. Die Darstellung stimmt also vorne und hinten nicht.


etc. etc.


Wie gesagt... gut gemeint... aber die Position der katholischen Kirche spiegelt es nicht wieder. Wäre aber schön wenn.
Hallo,

ich denke, dass es Gott weder bewertet mit wem, in welcher Art von Verbindungung mit wie vielen Menschen wir Sex haben.

Wichtig und wesentlich scheint mir, mit welcher Einstellung und mit welchem Bewußtsein wir uns mit jemandem körperlich vereinen.
Denn jedem sexuellen Akt wohnt eine feinstoffliche Energie inne.
Wenn ich einfach gierig bin und mir irgend jemanden zur Befriedigung meiner eigenen Bedürfnisse greife, dann erinnert mich das eher an einen Supermarkt-Einkauf, frei nach dem Motto: alles was ich brauche rein in den Korb und ab zur Kasse...

Jedesmal, wenn wir Sex haben, weben wir anhand unserer Gefühle und Absichten an einem feinstofflichen Gewand, welches wir immer mit uns herumtragen. Es kann sehr schön, harmonisch, aufregend, bunt und weich sein, es kann aber auch schwer, klebrig, kratzig und abstoßend sein. die Wahl der Partner und die eigene Intention sind das Ausschlaggebende.
Wir verbinden uns mit jedem einzelnen Partner energetisch durch gleichartigige Fäden...dauerhaft, bis sich unsere Ausstrahlung ändert und wir nicht mehr in Ressounance mit der Person stehen...

Gott erhebt nicht den Anspruch zu beurteilen, ob unser Sex gut oder böse ist, er ist nicht strafend, moralisierend und vergibt keine Normen...

Tut, was Ihr wollt, aber tut es bewußt und tragt die Verantwortung dafür...

Liebe ist die höchste Kraft und Energie!

Selbst, wenn wir mit jemandem schlafen, den wir nur kurz treffen, kann das mit viel Respekt, Dankbarkeit und Liebe geschehen.
Wir haben ein Gefühl für diese Zusammenhänge...
In diesem Sinne wünsche ich Euch viel kreative Freude und Liebe!

Tara
Zitat:
Hier liegt doch der Hund begraben. Was ist denn reiner Sex? Klingt in diesem Kontext von katholischen Definitionen irgendwie seltsam und auch ein bißchen gefährlich langweilig.


Das resultierte mal darin, dass nur die Missionarsstellung legal war und nackt durfte sich das Ehepaar selbstverständlich beim Sex auch nicht sehen. Dafür gabs ein kleines Loch in der Bettdecke. Ist ja auch irgendwie komisch nackt zu sein, wenn der Priester und die Angehörigen ums Bett herumstehen und dabei zu sehen, wie das heilige Sakrament der Ehe 'vollzogen' wird. Die guten alten Zeiten...
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Ich habe eiserne Prinzipien, wenn die anderen nicht gefallen, dann habe ich noch andere.
Leer, nun wollen wir aber teilweise Abarten (und deren systematische Verbreitung) nicht als normalen Zustand im Katholizismus oder seiner Geschichte darstellen.

Wobei man natürlich durchaus auch beachten muss das unsere heutige Form der Intimsphäre natürlich ein Produkt der Moderne ist. (Nur am Rande: Auf Feldzügen und Reisen haben oft sogar hohe Fürsten mit diversen anderen Standesgenossen in einem Bett geschlafen.)
neki hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Was aber kann die Kirche machen? Gegen die, die sie als "leibfeindlich" und als "Anti-Sex-Kirche" verleumden? Strafanzeige erstatten?



Oh ja. Bitte, bitte.
Zitat:
Nein, vor Gericht werden wir Katholiken wohl kaum ziehen

Schade.



Ich schmeiss mich wech!
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