Todessehnsucht


Kennt jemand das Gefühl? leben zu wollen,aber irgendwie nicht zu dürfen? Lebe seit 12 Jahren mit dem immerwiede kehrenden quelenden gedanken... bin in Behandlung doch verstehen kann ich es nicht... bin doch lebenshunrig und dann doch immer wieder diese grauen farblosen gedanken.. im januar ist meine gro0ße Liebe gestorben,einfach so,er ist einfach eingeschlafen ohne mich.... komme damit nicht zurecht war er doch ein so wichtiger mensch gerade im umgang mit meiner depression.. er hat mir immer wieder kraft geben können und nun bin ich alleine... er ist aber sehr oft hier und gibt mir zeichen... in form von elektrostörung... kennt jemand solche zeichen....?
Zitat:
leben zu wollen,aber irgendwie nicht zu dürfen? Lebe seit 12 Jahren mit dem immerwiede kehrenden quelenden gedanken... bin in Behandlung doch verstehen kann ich es nicht... bin doch lebenshunrig und dann doch immer wieder diese grauen farblosen gedanken..


Hallo Sonnenrosi

Es ist nicht leicht wenn man deprimiert ist seine Gedanken auf etwas positives auszurichten, und dennoch ist es gerade dies was dich aus deiner Depression herausholt.
Du musst dich selbst dazu erziehen schwere Gedanken durch leichtere zu ersetzen.
12 Jahre sind eine lange Zeit wenn man graue Gedanken hat.
Es ist wichtig für dich, dir bewusst zu machen und dann zu verstehen, dass du, je länger du solche Gedanken nährst um so mehr davon auch anziehst.
Weisst du, deine Mitmenschen können für dich eine Hilfe sein in dem sie dir zuhören, mit dir reden, mit dir lachen und auch weinenund dich in den Arm nehmen. Sie können dir Ratschläge geben auch wenn nicht alle immer wirklich hilfreich sein werden, so zeugen sie dennoch davon dass sie
sich in dich hineinversetzen können und Anteil an deinem Leben nehmen.
Jedoch eines können sie nicht für dich tun!
Deine Gedanken für dich ändern.
In deiner Gedankenwelt bist du der Hausherr.
Deine Mitmenschen sind da die eingeladenen Gäste.
Sie können sich jederzeit zurückziehen, wenn ihnen
etwas an der Atmosphäre oder den Räumlichkeiten nicht gefällt.
Nun und als Hausherrin hast du aber auch im Gegensatz zu ihnen die Macht und die Befugnis das was dir in diesen Räumlichkeiten nicht gefällt zu verändern.
Und alles so umzugestalten dass du dich mit dir wohl fühlst.
Nehmen wir einmal an, (als Beispiel) dass dieser fixierte Satz
>>Ich bin allein<<
ein schwerer Schrank ist, der da mitten in deinem Wohnzimmer steht, und jedesmal wenn du auf etwas anderes in diesem Raum schauen willst versperrt er dir die Sicht, wenn du an ihm vorbeigehen willst, dann stösst du dich dran.
Aber durch all die Jahre hast du dich dennoch an diesen Schrank gewöhnt und es fällt dir schwer ihn einfach aufzugeben.
Jetzt aber hast du dennoch die Möglichkeit ihm einen anderen Platz in deinem Wohnzimmer zuzuweisen und zwar so dass er dich nicht mehr hindert, auch die anderen Dinge zu sehen die da in deinem Raum stehen und auch so dass du dich dabei nicht immer verletzt wenn du an ihm vorbeigehst.

Also vielleicht hilft es dir wenn du diesen Glaubenssatz
>> Ich bin allein<< (also den schweren Schrank)
am Anfang durch diesen Gedanken ersetzt:
<<Ich bin nicht alleine, (auch wenn ich mich manchmal so fühle.)>> (an eine andere Stelle rücken)
Denn Fakt ist, man kann sich auch alleine >>fühlen << wenn man mit 1000 Menschen im Raum ist, aber desshalb >>ist <<man noch lange nicht allein.
Und Fakt ist auch man kann alleine sein und sich trotzdem nicht allein (einsam) fühlen.

Am Anfang wird es dir nicht leicht fallen diesen neuen Gedanken aufrecht zu erhalten, aber wenn du konsequent weitermachst, dann wird sich mit der Zeit auch ein anderes Lebensgefühl einstellen.

Ein weiterer hilfreicher Anker ist, wenn du dir täglich mindestens dreimal diesen Gedanken anschaust,
>> Ich fühle mich jeden Tag besser, jetzt im Moment geht es mir gut<<
Und auch wenn sich dies für dich im Augenblick noch nicht so anfühlt, wird sich dies mit der Zeit dennoch so für dich verwirklichen je öfter du diesem Gedanken Aufmerksamkeit schenkst.

Es wäre hilfreich für dich, wenn du dir einmal all die Dinge aufschreibst, die du so denkst und glaubst,
die du in den Jahren im Denken angenommen und genährt hast und dann das was dir nicht hilfreich ist, das was dich daran hindert das Leben zu geniessen durch andere Gedanken zu ersetzen.

Ich bin mir sicher, das dir dein Gefährte hier auch sagen würde:
Mann, Schatz ....lass den Kopf nicht hängen, schau mal draussen ist Frühling, es ist so schönes Wetter, lass uns Spazieren gehen und die Sonne geniessen.
Es gibt so viel schönes das du verpasst, wenn du nur da sitzt und trübsal bläst.
Lass uns ein Eis essen gehen oder schwimmen oder etwas anderes tun wozu du gerade Lust hast.
Hauptsache du lächelst wieder. Ich mag es wenn du lächelst.

Zum Schluss wünsche ich dir Kraft, ein erfülltes Leben
und Freude daran.

Lieben Gruss
ich danke dir für deine Worte... sichlich ist es mein Leben und ich bestimme was passiert... komme wieder raus aus der depression wenn ich es zulasse... wenn ich wirklich wie du schon sagst gedanken verschiebe.... aber warum hat man mir meinen partner genommen,den ich so geliebt habe und endlich auch glücklich sein konnte selbst mit der depresssion.. ich weiß nicht wieviel ich schon geschrieben habe um meine gedanken zu sortieren,aber immer wieder paßt irgendwas nicht... will ich es nicht paßend haben?der tod hat mir auch was hinterlassen... sogar sehr viele schöne gedanken die ich jetzt nicht hätte,wäre dieser mann nicht gewesen... vielleicht bin ich in dieser depression um erneut zu lernen... um endlich in meinem leben ruhe einzubinden... da mein leben sich manchesmal überschlägt von ereignissen die einfach sogar für gesunde menschen zu viele sind.. ich lebe auch gerne bin lebenshunrig und lache viel.. aber wenn mich der teufel reitet.. sehe ich die schönen dinge nicht.. meine freunde verstehen natürlich überhaupt nicht.. wenn es in mir dunkel wird.. gerade noch gelacht und schon trübe gedanken,keine farben oder eher gesagt andere farben.. das versteht niemand oder eher gesagt wenige menschen....habe in den 12 jahren versucht mir 4 mal das leben zu nehmen.. einmal hätte ich es fast geschafft... sie haben mich zurückgeholt aus dem todesnäheerlebnis.. warum? was habe ich hier für eine aufgabe?
Zitat:
aber warum hat man mir meinen partner genommen,den ich so geliebt habe


Dies ist eine Frage die sich wohl jeder gestellt hat wenn er einen lieben Menschen verloren hat. Und auch ich hab mich das gefragt als es in meinem Leben eingetreten ist.
(Grosseltern, Mutter, Kind, Freunde, alles Menschen die ich geliebt habe) Du siehst die Liste ist lang.
Aber so schmerzlich dies auch ist es gehört nun mal zum Leben dazu. Eines Tages werden auch wir gehen.

Alle Menschen kennen das Gefühl von Verlust auch wenn nicht unbedingt alle schon einen nahestehenden Menschen durch den Tod verloren haben müssen.

Zitat:
aber immer wieder paßt irgendwas nicht... will ich es nicht paßend haben?


Dies ist eine Frage, worauf nur du wirklich die Antwort kennst.
Kann es sein dass du dir zu viel abverlangst?
Kann es sein dass du meinst, es ist nicht gut genug?
Bist du vielleicht vom naturell her Perfektionist?
Du siehst ich kann von meiner Position her nur spekulieren, was aber wirklich in deinem Denken vorgeht, das weisst du am allerbesten und auch die Lösung dazu befindet sich in dir.


Zitat:
der tod hat mir auch was hinterlassen... sogar sehr viele schöne gedanken die ich jetzt nicht hätte,


Schau und da finde ich kannst du dich wirklich glücklich schätzen, denn nicht allen Menschen ist dies gegeben.

Zitat:
vielleicht bin ich in dieser depression um erneut zu lernen...


Vielleicht dient sie aber auch dazu, dass du danach deinen Mitmenschen helfen kannst, wenn sie in ähnliche Situtionen kommen und von ihrer Verfassung her Schwierigkeiten haben damit klar zu kommen
Schau dich doch einmal hier im Forum eine Weile um ( es ist eines von tausenden) und lies dir die unterschiedlichen Themen durch. Du wirst sehen es gibt viele Menschen jung und alt, die ähnliche Dinge erlebt haben und es gibt ebenso viele die von deinen Ratschlägen und Erkenntnissen profitieren können. Du hast viel zu geben. Und du kannnst auch viel bekommen.

Zitat:
da mein leben sich manchesmal überschlägt von ereignissen die einfach sogar für gesunde menschen zu viele sind..


Ich verstehe aus Erfahrung sehr gut was du meinst und auch was du empfindest. Ich könnte ein Lied davon singen.

Zitat:
das versteht niemand oder eher gesagt wenige menschen....habe in den 12 jahren versucht mir 4 mal das leben


Und auch hier verstehe ich aus eigener Erfahrung,
bis zu meinem 20.Lebensjahr hatte ich selbst einige Selbstmordversuche hinter mir.
Und ich weiss auch wie man sich fühlt wenn man auf der Intensiv wach wird und merkt dass es nicht geklappt hat.

Zitat:
meine freunde verstehen natürlich überhaupt nicht.. wenn es in mir dunkel wird..


Hmmm... Zumindest empfindest du das so.
Ich denke eher, dass sie nicht mehr wissen wie sie dich noch trösten sollen, was sie dir noch sagen, noch dir raten sollen. Es ist schwer einen geliebten Menschen durch den Tod zu verlieren und weiter zu gehen, aber es ist auch nicht leichter, dabei zu zusehen wie sich ein geliebter Mensch selbst immer mehr verliert.
Das kann man vergleichen mit zu sehen zu müssen wie jemand im Sumpf versinkt, man reicht ihm zwar den Ast doch er will oder kann nicht danach greifen und sich festhalten. Aus welchem Grund auch immer.


Zitat:
warum? was habe ich hier für eine aufgabe?


Um zu Leben!
Du selbst stellst dir die Aufgaben im Leben.
Was möchtest du gerne tun? Was würde dich erfüllen, was würde dir Freude bereiten? Was möchtest du mit deinen Nächsten teilen. Welche Erwartungen verbindest du damit? Möchtest du es nur im Moment tun oder soll es eine länger währende Aufgabe sein? Das musst du für dich entscheiden.
Siehst du es kommt nicht so sehr darauf an was du meinst tun zu müssen sondern was du selbst bereit bist zu tun, egal wie klein oder wie gross diese Aufgabe auch sein mag.
Das was zählt ist wie du es tust.
Bist du mit dem Herzen dabei oder eher nicht.
Für ein Kind kann das Backen eines Kuchens eine enorme Aufgabe sein, es ist mit Eifer dabei, hochkonzentriert und sehr stolz auf sein Werk wenn es fertig ist. Für eine Mutter, einen Vater oder jemand der nicht backen kann und will, kann sich diese Aufgabe mittlerweile eher wie ein es muss halt gemacht werden entwickelt haben oder als etwas nichts besonderes.
Es ist nur ein kleiner Unterschied in der Einstellung und in der Sichtweise
das die Aufgabe zu einem grossen oder kleinen Werk macht.
ich danke dir..... bin jetzt wieder aus der Depriphase raus... und habe spaß ... auch wenn es mir schwer fällt.... genieße ich die Augenblicke die einfach schön sind... ich dank dir
Zitat:
und habe spaß ... auch wenn es mir schwer fällt.... genieße ich die Augenblicke die einfach schön sind...


Das freut mich für dich.
Schön dass du dich besser fühlst.
Ich wünsch dir eine schöne und erfüllte Zeit.


Lieben Gruss
Ellen