Gefahr für alle Gläubigen ?


Möchte da mal was ganz Wichtiges fragen, beschäftige mich auch mit der Bibel, bin zwar kein direkter Anhänger von diesem Glauben, respektiere diese Buch jedoch sehr, da ich glaube, daß bei der Entstehehung der Bibel schon Gott weiträumig mitgewirkt hat. Mir geht es um die Aussage in diesem Buch, was die sogenannte Lästerung wider dem Heiligen Geist anbelangt, dessen Schuld nicht mehr ! vergeben werden kann. Weder in dieser, noch in der anderen Welt. Was aber bedeutet das konkret ? Im Lexikon wird dies als die vehemente Ablehnung der Gnade Gottes bezeichnet. Oder kann man sich da auch schon schuldig machen, wenn man in nicht gutem Ton über ihn reden würde ? Glaube schon, daß es für alle Menschen einmal einen ewigen Zustand geben wird und bin schon auf der Hut, mir diese Zufahrt nicht zu vermasseln. Wer weiß über diese Sache besser Bescheid ? Danke im Voraus für Eure Hilfe.
Hallo Stangla2,

ich möchte nicht behaupten, dass ich über die Sache Bescheid weiss, aber es gibt da für mich zwei Möglichkeiten der Deutung.

1. Die Religiöse

Der Geist Gottes ist so heilig, dass, wenn jemand etwas gegen ihn sagt, ihm nicht mehr vergeben werden kann.

2. Die Religionswissenschaftliche

Die Bibel besteht aus verschiedenen kleineren Schriften, die zu -DER- Bibel zusammengefasst wurden. Die Auswahl der Texte unterlag der Willkür der Teilnehmer eines Konzils, die einen allgemeinverbindlichen Glauben schaffen wollten, da es viele christliche Strömungen gab.
Jede "Schule", also Gruppen, die die Lehre Jesu so oder so verstanden haben und lehrten, war daran interessiert ihre Version als die einzig Richtige zu unterstreichen.
Da wurde sich auch schon einmal gerne auf den Heiligen Geist berufen. Denn dessen Eingebung wagte niemand anzutasten. Und wer kann es schon widerlegen, wenn jemand behauptet, vom Hl. Geist persönlich Offenbarung bekommen zu haben?
Es ist möglich, dass die von Dir zitierte Stelle, auf so eine "Hilfsmaßnahme" zurückgeht. Man wollte einfach eine Grundlage schaffen, - die der prophetischen Eingebung - um sich in Streitfragen darauf beziehen zu können.

Helle
Hallo Stangla2

In dem moment wo dein Antrieb zu sprechen böswillig ist, bewusst oder unbeswusst. Hast du böses erzeugt und bist nicht mehr Gott ähnlich oder gar gleich. Das du den Antrieb hast etwas böses über jemand zu sagen oder zu denken soll es deinem irdischem oder fleischlichem liegen.
Das Ziel deiner Zunge ist es, es ist die Frucht deines Geistes und kann schwer pauschalisiert werden.

lG
Liebe Stangla2,

ich muss gestehen, ich habe mich noch nicht so sehr damit auseinandergesetzt, ob es denn tatsächlich einen 'Straftatbestand' geben könnte der so extrem schwerwiegend ist, dass er einem von Gott auf keinen Fall vergeben wird.

Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das 'simple' schlecht über Gott sprechen einen solchen darstellt, sofern man es bereut und nicht ständig macht.

Vielleicht, wenn man sein Leben lang, oder zumindest ohne jegliche Reue über längere Zeit hinweg, ständig gegen Gott vorgeht, schlecht über Ihn und seine Boten spricht, vielleicht auch religiöse Menschen verfolgt oder ähnliches, könnte ich mir vorstellen, dass es dann keine Vergebung gibt.

Aber mal abgesehen davon glaube ich erstens daran, dass man jeden Tag aufs neue die Chance hat seine Taten zu bereuen und sein Leben zu ändern. Jeden Morgen kann ich versuchen ein besserer Mensch zu sein als am Tag davor.
Außerdem glaube ich an einen gnädigen, gerechten, vergebenden Gott.
Wer am Ende seine Sünden vergeben bekommt und wer nicht liegt ohnehin in Seinem ermessen und nicht in dem des Menschen.

Was bringt es zum Beispiel zu fasten, wenn man die Geistigkeit, die dahinter steht, nicht begreift oder nicht ernst nimmt? Wenn man den ganzen Tag nur jammert wie schrecklich es doch ist und abends schlemmt bis der Arzt kommt?
Nimmt Gott dann dieses Fasten an? Oder eher nicht?
Kann ich nicht sagen, wie gesagt, es liegt in Gottes Hand.

Aber wenn du ein Mensch bist, der sein Leben bewusst lebt und darauf achtet seine Taten und Gedanken positiv und auf Gott gerichtet sein zu lassen, und das lese ich aus deinem Posting heraus, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass z.B. eine einmalige Gotteslästerung in deinem Leben dich der Gnade Gottes für alle Ewigkeit beraubt.

Bahá'u'lláh sagt dazu z.B.:
"O Sohn des Seins!
Lege dir selbst jeden Tag Rechenschaft ab, ehe du zur Rechenschaft gezogen wirst. Denn unerwartet kommt der Tod, und dann mußt du deine Taten verantworten."
(Die Verborgenen Worte, arab. 31)

Und ich finde leider mal wieder nicht das Zitat, in dem davon die Rede ist, dass man versuchen sollte, jeden Tag einen besseren sein zu lassen als den Tag zuvor... Kann mir da einer weiter helfen?

Und das Folgende ist eines meiner absoluten Lieblingszitate, welches ich mir so oft wie möglich vor Augen halte, quasi als Anleitung zu einem guten Leben:
"Sei freigebig im Glück und dankbar im Unglück. Sei des Vertrauens deines Nächsten wert und schaue hellen und freundlichen Auges auf ihn. Sei ein Schatz dem Armen, ein Mahner dem Reichen, eine Antwort auf den Schrei des Bedürftigen, und halte dein Versprechen heilig. Sei gerecht in deinem Urteil und behutsam in deiner Rede. Sei zu keinem Menschen ungerecht und erweise allen Sanftmut. Sei wie eine Lampe für die, so im Dunkeln gehen, eine Freude den Betrübten, ein Meer für die Dürstenden, ein schützender Port für die Be­drängten, Stütze und Verteidiger für das Opfer der Unter­drückung. Laß Lauterkeit und Redlichkeit all dein Handeln auszeichnen. Sei ein Heim dem Fremdling, ein Balsam dem Leidenden, dem Flüchtling ein starker Turm. Sei dem Blinden Auge und ein Licht der Führung für den Fuß des Irrenden. Sei ein Schmuck für das Antlitz der Wahrheit, eine Krone für die Stirn der Treue, ein Pfeiler im Tempel der Rechtschaffenheit, Lebenshauch dem Körper der Menschheit, ein Banner für die Heerscharen der Ge­rechtigkeit, ein Himmelslicht am Horizont der Tugend, Tau für den Urgrund des Menschenherzens, eine Arche auf dem Meer der Erkenntnis, eine Sonne am Himmel der Großmut, ein Stein im Diadem der Weisheit, ein strahlendes Licht am Firmament deiner Zeitgenossen, eine Frucht am Baume der Demut."
(Baha'u'llah, Aehrenlese)

Ich wünsche dir, dass du nicht allzuviel Angst vor ewiger Strafe hast, sondern lieber auf die Güte und Gerechtigkeit Gottes vertraust.

Alles Liebe,
Riki
Liebe Stangla2

Ich glaube an einen liebenden, gerechten Gott.
Also denke ich, dass wenn Du wie bereits meine Vorschreiber Dir schon geandwortet haben, aus tiefstem Herzen bereust und nicht immer wieder der Sünde verfällst, Dir ganz bestimmt vergeben wird.

LG
Ich bin der Meinung, diese "Sünde" ist so schlimm, weil derjenige nicht gutmütig und nicht gutwillig ist. Wenn jemand so ist, dann ist er ein abgrundtiefer Haßer, er haßt auch das Gute.
Lg helmut
_________________
...und die Menschen auf der Erde machen Wumtata!
Dir wird alles vergeben, was Du selbst Dir verzeihen kannst. Wenn Dich also wegen irgend etwas ein schlechtes Gewissen quält, dann bedeutet das, dass Du nicht im Einklang mit Dir selbst gehandelt hast. Wenn Du das in Dir heilst, besteht keine Gefahr. Niemand kann gegen Gott handeln, denn Gott ist alles.

Gruß
traveller
Ich hab jetzt bei einer anderen Recherche durch Zufall das vorhin erwähnte Zitat endlich gefunden, es ist von Bahá'u'lláh

"Laßt jeden Morgen besser sein als den Abend davor und jeden neuen Tag reicher werden als
den gestrigen. Des Menschen Vorzug liegt im Dienst und in der Tugend, ..."
Nun habe ich mich mal im Web umgesehen, was die Theologen so über die Sache mit der "Sünde wider den Heiligen Geist, die nicht vergeben werden kann" gemeint sein könnte.

Alle drehen und wenden sich, um das irgendwie wegzuinterpretieren oder so zu deuten, dass letzten Endes niemand wirklich davon betroffen ist, und schon gar niemand, der sich sorgt, er könnte vielleicht eine Sünde wider den heiligen Geist begangen haben.

Was lernen wir daraus: "Heilige Schriften" nicht gar so ernst zu nehmen. Gott ist nicht ein Überwesen da draußen in unendlicher Ferne, der über Dich Urteile fällt und Dich unter Umständen gar ewig verdammt usw. Gott ist überall und in allem. Es ist die Basis allen Seins und die Quelle aller Kraft. Gott -- oder besser: das Göttliche, um die Vorstellung einer personifizierten Gottheit (ein menschliches Konzept) zu vermeiden -- ist in uns, und in einem gewissen Sinn sind wir alle Gott, auch wenn uns das mit unserem irdischen Verstand und Gefühl nicht bewusst ist.

Also mach Dir keine Sorgen über die Sünde wider den heiligen Geist und suche Gott nicht in alten Schwarten. Das sind unreine Kanäle, wie es ja auch nicht anders sein kann, wenn auf der menschlichen Ebene jemand über Gott schreibt oder meint, etwas von Gott empfangen zu haben.

LG, Fipps
Zitat:
Nun habe ich mich mal im Web umgesehen, was die Theologen so über die Sache mit der "Sünde wider den Heiligen Geist, die nicht vergeben werden kann" gemeint sein könnte.

Alle drehen und wenden sich, um das irgendwie wegzuinterpretieren oder so zu deuten, dass letzten Endes niemand wirklich davon betroffen ist, und schon gar niemand, der sich sorgt, er könnte vielleicht eine Sünde wider den heiligen Geist begangen haben.


Na stell dir mal vor einer würde was anderes sagen. Diesen bösen Fanatiker würde man wohl kaum groß tolerieren. (Zumindest nicht nach außen hin.)