Kennt die Wissenschaft auch Dogmen (Axiome)?


Eine oft gehörte aber ganz falsche Behauptung ist:
Wissenschaft hat auch Dogmen, nur dort nennt man sie Axiome.

Korrekt ist:
Es gibt eine spezielle Form von Axiom in der Naturwissenschaft.
Axiome sind keine Dogmen.
Die Wissenschaft kennt somit Axiome, aber keine Dogmen.

Beweis
Der Beweis folgt aus den Definitionen:
Die Definition von Dogma aus der Wikipedia lautet:
Zitat:
Unter Dogma versteht man eine festlegende Definition, um einem Glauben, eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit voraussetzend, einen unumstösslichen Wahrheitsgehalt zuzuschreiben.

In der Wissenschaft gibt es keinen «unumstösslichen Wahrheitsgehalt». Damit ist die Behauptung bereits widerlegt. Der Begriff Axiom meint etwas völlig anderes. Wieder gemäss der Wikipedia ist ein Axiom in der Wissenschaft:
Zitat:
In den empirischen Wissenschaften bezeichnet man als Axiome auch grundlegende Gesetze, die vielfach empirisch bestätigt worden sind.
Stehen Aussagen der Theorie im Widerspruch zur experimentellen Beobachtung, werden die Axiome angepasst.


Axiome sind in der Wissenschaft «vielfach empirisch bestätigte» grundlegende Gesetze und keine «unumstösslichen Wahrheiten». Jedes wissenschaftliche Axiom untersteht dem wissenschaftlichen Grundsatz der Falsifizierbarkeit und könnte widerlegt werden, wenn es falsch wäre. Dies ist etwas vollkommen anderes, als ein Dogma, ja es ist das pure Gegenteil davon. Ein wissenschaftliches Axiom ist eine nachprüfbare Arbeitshypothese, die auch widerlegt werden kann. Axiome werden angepasst, Dogmen nicht.

Hier noch weitere Zitate aus der Wikipedia, um nochmals den Unterschied zu verdeutlichen:
Dogma
    Unter Dogma versteht man eine festlegende Definition, um einem Glauben, eine Übereinstimmung mit der Wirklichkeit voraussetzend, einen unumstösslichen Wahrheitsgehalt zuzuschreiben.
    Dogmen findet man häufig in Religionen sowie in autoritären, absolutistischen und totalitären Gesellschaftsformen, in denen eine Religion, eine Weltanschauung oder eine Wertvorstellung als allein wahr, allgemeingültig, verbindlich und oft sogar als für alle Zeit gültig erklärt wird.
    Dogmen oder Paradigmen, die diese Anschauungen bilden, werden unter Berufung auf göttliche Offenbarung oder besondere Erkenntnisse als wahr erachtete Theorien oder naturrechtliche Legitimation formuliert, sodass eine Kritik am Dogma selbst automatisch auch eine Missachtung der Autorität ergibt und so eine Selbstimmunisierung gegen jede Kritik entsteht.

Axiom
    In den empirischen Wissenschaften bezeichnet man als Axiome auch grundlegende Gesetze, die vielfach empirisch bestätigt worden sind. Als Beispiel werden die Newtonschen Axiome der Mechanik genannt.
    Auch wissenschaftliche Theorien, insbesondere die Fysik, beruhen auf Axiomen. Aus diesen werden Theorien geschlussfolgert, die im Experiment verifiziert werden. Stehen Aussagen der Theorie im Widerspruch zur experimentellen Beobachtung, werden die Axiome angepasst.
    Beispielsweise liefern die Newtonsche Axiome nur für «langsame» und «grosse» Systeme gute Vorhersagen und sind durch die Axiome der Speziellen Relativitätstheorie und der Quantenmechanik abgelöst bzw. ergänzt worden. Trotzdem verwendet man die Newtonschen Axiome weiter für solche Systeme, da die Folgerungen einfacher sind und für die meisten Anwendungen die Ergebnisse hinreichend genau sind.


Wie man deutlich sieht, sind ist die Wissenschaft selbstkritisch und undogmatisch. Sie kann Fehler korrigieren und Unvollständiges ergänzen. Beim Dogma hingegen ist bereits die Kritik am Dogma untersagt.

Klares Fazit: Die Wissenschaft kennt keine Dogmen!
(Quelle: frei nach http://atheismus.ch/03_argumente/01.....er/02_wissenschaft/axiome )
Sie ist deshalb atheistisch orientiert.

lg
Hier noch eine weitere Argumentation:
Die Argumentation von Volker Dittmar
Volker Dittmar argumentiert anders. Er geht auf die Funktionsweise der Wissenschaft ein, statt den Unterschied von Axiom und Dogma hervorzuheben. Ich möchte hier noch seine Argumentation zitieren:

Quelle: «Häufig geäusserte Argumente» bei www.dittmar-online.net:

Wissenschaftler arbeiten mit Hypothesen, die prinzipiell falsifizierbar (verwerfbar) sind. Man nähert sich der Wahrheit, in dem man falsche Hypothesen eliminiert, dies nennt man «kritische Methode». Nicht-falsifizierbare Annahmen gelten als reiner Unsinn, weil sie diesen Erkenntnisprozess stoppen. Das hängt damit zusammen, dass für jede nicht-falsifizierbare Annahme genauso gut auch das Gegenteil wahr sein kann1), denn diese ist ebenfalls nicht falsifizierbar. Axiome gibt es in den Naturwissenschaften nicht2), sondern nur in der Mathematik – die Mathematik ist eine Geisteswissenschaft, die sich mit der Natur der Welt nicht befasst und darüber keine Aussage macht. Das Unbekannte wird mit dem Bekannten erklärt, und diese Erklärungen werden permanent durch bessere Erklärungen ersetzt.

Eine Theorie hat umso mehr Erklärungswert, je weniger Zusatzannahmen man machen muss (Ockhams Rasiermesser). Und je mehr Erklärungswert eine Theorie hat, umso besser kann man die Welt damit simulieren.

Dan Barker sagt dazu in seinem Buch Losing Faith In Faith:

«Zitat» Wahrheit verlangt keinen Glauben. Wissenschaftler reichen sich nicht die Hände jeden Sonntag und singen: «Ja, Gravitation existiert! Ich glaube an die Gravitation! Ich werde stark sein! Tief in meinem Herzen glaube ich, dass das, was hoch - hoch - hoch geht, auch wieder runter - runter - runter kommen muss! Amen!» Wenn sie es doch täten, dann müssten wir denken, sie seien sich ganz schön unsicher darüber.
Im religiösen Glauben wird versucht, das Bekannte mit dem Unbekannten zu erklären, es gibt keine kritische Methode, im Gegenteil, man versucht eine Widerlegung durch Immunisierung gegen Kritik (siehe auch Immunisierung) zu verhindern, man benutzt Dogmen oder zirkuläre Logik und lässt sich vom Wunschdenken leiten.

Zum Verhältnis zwischen Wissenschaft und Glauben siehe auch: Es hat keinen Sinn, die Grenzen zu verwischen.

Mehr hier:
Spektrum der Wissenschaft November 1999, Seite 80, Beitragstyp Artikel (Zusatzbeitrag)
Weblink: http://www.geocities.com/hoefig_de/Misc/Kanitscheider1.htm
Ich finde, wenn hier ernsthaft diskutiert werden soll, dann sollte auf die zweifelhafte Quelle "Wikipedia" grundsätzlich verzichtet werden. Jeder hat doch wohl ein ordentliches Lexikon im Hause und kann sich auch mal die Mühe machen, da Definitionen abzuschreiben.

Dogmen sind religiöse Lehrsätze, die geglaubt werden müssen. Dogmen gibt es nur im Katholizismus, in keiner andern Religion. Es gibt aber natürlich Grundvorstellungen, die zu jeder Religion gehören. Ob man sie anerkennt, oder nicht, ist Sache des Einzelnen, nur ist er ggfls. kein Anhänger der jeweiligen Religion, wenn er in wichtigen Grundfragen eine andere Meinung hat.

Gibt es nun Dogmen auch in der Wissenschaft, wenn es sie doch nicht einmal bei allen Religionen gibt? Natürlich nicht. Aber es gibt Grundlagen, wenn man die nicht anerkennt, gilt man als "unwissenschaftlich". Ja oft ist es so, daß Erkenntnisse von Laienforschern von der etablierten Schulwissenschaft gar nicht zur Kenntnis genommen werden, auch wenn es wertvolle neue Erkenntnisse sind. Wer kein Lehramt bekleidet, wer nicht studiert hat, dessen Erkenntnisse interessieren nicht. Diese Haltung ist ohne Zweifel dogmatisch und erinnert mich sehr an das Abgrenzungsverhalten bestimmter Handwerkerzünfte.

Die Wissenschaft ist ein Lehre, wie auch Religionen Lehren sind. Hier sind beide völlig gleich. Anhänger der wissenschaftlichn Lehre behaupten aber, ihre Lehre sei bewiesen und das sei für jeden nachvollziehbar, während Religionen/spirituelle Lehren unbewiesen sind und das alles für niemanden nachvollziehbar sei.
Das ist falsch. In Wahrheit sind die Erkenntnisse der Wissenschaften nur und allein studierten Wissenschaftlern nachvollziehbar, die Normalsterblichen glauben, was ihnen von der Wissenschaft gelehrt wird. Zwar hat theoretisch jeder die Möglichkeit, zu studieren und wissenschaftliche Einzelaussagen selbst nachzuprüfen. Aber wer macht das schon? Ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung. Der Rest glaubt.

Und bei der Religion/Spiritualität ist es genauso: Die Mehrheit glaubt, was von den Eingeweihten gelehrt wird. Auch hier ist es so, daß jeder Einzelne theoretisch alles nachprüfen kann, indem er sich in eine Lehre durch studieren und Erfahrungen einbringt. Ein Mensch, der nicht an Geister glaubt kann zu einem echten Schamanen gehen, und darüber lernen und Erfahrungen mit Geistern machen. Dazu gehören Anrufungen, Visionssuche, Trancetechniken usw. Theoretisch steht das allen offen, nur in der Praxis ist es auch hier so, daß die übergroße Mehrheit eben nur glaubt und nichts überprüft. Heute geht das auch schlecht, da entsprechende "Ausbildungsplätze" in einer vom wissenschaftlich-materialistischen Weltbild beherrschten Gesellschaft eben kaum noch vorhanden sind.

Im Prinzip also sind Religion und Wissenschaft gleichzusetzen. Und was die Beweisbarkeit betrifft: Klar, eine Naturwissenschaft definiert sich ihre Regeln und funktioniert danach, ist auch danach naturwissenschaftlich zu beweisen. Spiritualität hat ihre eigenen Gesetze und ist nach diesen gleichfalls zu beweisen. Aber eben nicht mit naturwissenschaftlichen Regeln, das kann nicht klapppen. Nicht-Materielles kann man nicht allein mit materiellen Hilfsmitteln beweisen. Wie man eben unter ein Mikroskop nur materielle Dinge legen kann, einen Ton z. B. kann man damit nicht sehen.
Es ist absolut unfair, die Religionen bzw. die Spiritualität mit materiellen Beweisverfahren zu untersuchen, um damit ihre Wirkungslosigkeit zu belegen. Dieser Ansatz ist bereits falsch. Genauso kann man nicht die Naturwissenschaften mit spirituellen Verfahren untersuchen, auch das geht nicht. Die Naturwissenschaften behandeln ja doch nur die Materie, nicht die Spiritualität, den Geist.

Der Spruch: "Ich glaube nur, was ich sehen und anfassen kann, was bewiesen ist" ist dumm und falsch, denn 1. brauche ich, wenn ich etwas sehe, nicht zu glauben (es sei denn, ich würde meinen Sinnesorganen nicht trauen) und 2. gibt es mittlerweile vieles, was wissenschaftlich ist und was man dennoch nicht sehen kann. Z. B. Ultraviolett, bestimmte Farben oder Töne, die wir nicht wahrnehmen können.

Lichtgruß, Geza
@Geza

Zitat:
Ich finde, wenn hier ernsthaft diskutiert werden soll, dann sollte auf die zweifelhafte Quelle "Wikipedia" grundsätzlich verzichtet werden.

Wikipedia ist nie eine eigenstaendige Quelle, sondern gibt lediglich seroese Quellen wieder. (Qualitaetskontrolle)
Folgende Quellen sind dort zu finden:
Walter Kasper: Dogma/Dogmenentwicklung. In: Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe (Neuausgabe) 1 (1991), S. 292–309
Peter Neuner: Was ist ein Dogma?. Vorträge Seniorenstudium, November 2006. Ludwig-Maximilians-Universität, München, 2006 (Volltext)
Ulrich Wickert, Carl Heinz Ratschow: Dogma – I. Historisch, II. Systematisch-theologisch. In: Theologische Realenzyklopädie 9 (1982), S. 26–41

Zitat:
Dogmen sind religiöse Lehrsätze, die geglaubt werden müssen. Dogmen gibt es nur im Katholizismus, in keiner andern Religion.

Nachweislich vollkommener Unsinn!
Allein die Annahme des Jenseits und der Existenz Gottes sind Dogmen.

Zitat:
Es gibt aber natürlich Grundvorstellungen, die zu jeder Religion gehören. Ob man sie anerkennt, oder nicht, ist Sache des Einzelnen, nur ist er ggfls. kein Anhänger der jeweiligen Religion, wenn er in wichtigen Grundfragen eine andere Meinung hat.

Und genau diese natürlich Grundvorstellungen sind nichts weiter als Dogmen!

Zitat:
Aber es gibt Grundlagen, wenn man die nicht anerkennt, gilt man als "unwissenschaftlich".

Nun, er einen Gegenbeweis erstellt, der Grundlagen in Frage stellt, handelt sogar hoechst wissenschaftlich.

Zitat:
Ja oft ist es so, daß Erkenntnisse von Laienforschern von der etablierten Schulwissenschaft gar nicht zur Kenntnis genommen werden, auch wenn es wertvolle neue Erkenntnisse sind.

Nein, nur dann nicht, wenn der Beweis nicht schluessig ist.

Zitat:
Wer kein Lehramt bekleidet, wer nicht studiert hat, dessen Erkenntnisse interessieren nicht.

Falsch. Ich kenne da einen kleinen Mitarbeiter des schweizerischen Patentamtes, der hat hoechst erfolgreich (bis dahin gueltige) wissenschaftliche Grundlagen nicht anerkannt und seine Beweise haben darauf hin die Welt veraendert.

Zitat:
Diese Haltung ist ohne Zweifel dogmatisch und erinnert mich sehr an das Abgrenzungsverhalten bestimmter Handwerkerzünfte.

Diese Haltung existiert nicht in den serioesen Wissenschaften. das ist ein Maerchen.

Zitat:
Die Wissenschaft ist ein Lehre, wie auch Religionen Lehren sind. Hier sind beide völlig gleich.

Aber lediglich in der Tatsache, dass sie gelehrt werden.

Zitat:
Anhänger der wissenschaftlichn Lehre behaupten aber, ihre Lehre sei bewiesen

Wobei die Beweise immer nur vorlaeufiger Natur sind. Sonst gaebe es keine Forschung.
Und das ist genau der wesentliche Unterscheid zu Religionen und sonstigen Weltanschauungen.

Zitat:
...und das sei für jeden nachvollziehbar,

Nein, das hat niemand behauptet. Die meisten Beweise sind viel zu abstrakt, als das sie für jeden nachvollziehbar sein koennten.

Zitat:
In Wahrheit sind die Erkenntnisse der Wissenschaften nur und allein studierten Wissenschaftlern nachvollziehbar, die Normalsterblichen glauben, was ihnen von der Wissenschaft gelehrt wird. Zwar hat theoretisch jeder die Möglichkeit, zu studieren und wissenschaftliche Einzelaussagen selbst nachzuprüfen. Aber wer macht das schon? Ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung. Der Rest glaubt.

Das stimmt.
Dies sollte ein Ansporn sein, gut in der Schule aufzupassen, statt nur Party machen zu wollen. Dann braucht man nicht mehr zu glauben, sondern kann selbst mitmischen.

Zitat:
Ein Mensch, der nicht an Geister glaubt kann zu einem echten Schamanen gehen, und darüber lernen und Erfahrungen mit Geistern machen.

Fuer einen Beweis unter Laborbedingungen sind seit 1964 1 000 000 Dollar Preisgeld ausgelobt worden.
Nicht einmal Akupunktur, Homeopathie oder andere Naturheilverfahren haben je diesen Beweis, z.B. durch Doppel-Blind Test antreten koennen.
Quelle:
http://derstandard.at/?url=/?id=1216918705094
http://www.randi.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/James_Randi_Educational_Foundation

Zitat:
Im Prinzip also sind Religion und Wissenschaft gleichzusetzen.

Das ist Wunschdenken, aber trifft einfach nicht zu!

Zitat:
Und was die Beweisbarkeit betrifft: Klar, eine Naturwissenschaft definiert sich ihre Regeln und funktioniert danach, ist auch danach naturwissenschaftlich zu beweisen.

Es gibt nur ein Beweisverfahren!
Falls du anderer Meinung bist, fuehre dein Beweisverfahren bitte aus!

Zitat:
Spiritualität hat ihre eigenen Gesetze und ist nach diesen gleichfalls zu beweisen.

Bitte ein Beispiel.

Zitat:
einen Ton z. B. kann man damit nicht sehen.

Ein Ton ist eine akustische Schwingung, die einfachst qualitativ und quantitativ nachweisbar ist.

Zitat:
Es ist absolut unfair, die Religionen bzw. die Spiritualität mit materiellen Beweisverfahren zu untersuchen, um damit ihre Wirkungslosigkeit zu belegen. Dieser Ansatz ist bereits falsch.

Nocheinmal: Ich bitte (nun schon sicherlich zum 10. Mal) um das Beweisverfahren!
Ich finde dir Frage falsch gestellt.
Denn die Wissenschaft ist das, was Wissenschaftler erarbeiten.
Wie aber die Wissenschaft ist, das ist eine Frage der Wissenschaftler.
Und Wissenschaftler sind unterschiedliche Menschen.

Das ist ebenso, wie wenn immer wieder Menschen sagen, die Religionen tuen dies und das.
Aber es sind nicht die Religionen, sondern die Menschen, die eine Religion repräsentieren oder zumindest mit ihr sympathisieren.
Ist es nicht ein Dogma, wenn man davon ausgeht, dass Rationalität das geeignete Mittel ist der Natur der Dinge auf den Grund zu gehen?
http://solon.cma.univie.ac.at/sciandf/ger/dogma.html

Zitat:
Aber die Naturwissenschaften brauchen Dogmen ebenso notwendig wie die Religionen, um weiträumig kommunizierbar zu sein.


http://www.cfc-online.org/professor.....utoren/NeumaierArnold.PDF

http://www.dieuniversitaet-online.a.....beste-ausrechnen/469.html

Pro und Contra.

google: wissenschaftliches dogma
@Martin H.

Zitat:
Ich finde dir Frage falsch gestellt.
Denn die Wissenschaft ist das, was Wissenschaftler erarbeiten.

Nein, Wissenschaftler koennen durchaus unwissenschaftlich arbeiten.
Serioeses, wissenschaftliches Arbeiten ist genau definiert.
Dazu gehoeren sowohl das ergebnisorientierte Arbeiten, als auch die Beweisfuehrung nach wissenschaftstheoretischen Prinzipien.
Verstoesse sind haeufig. Ergebnisse in Form von neuen Theorien eher selten.

Zitat:
Das ist ebenso, wie wenn immer wieder Menschen sagen, die Religionen tuen dies und das.
Aber es sind nicht die Religionen, sondern die Menschen, die eine Religion repräsentieren oder zumindest mit ihr sympathisieren.

Eigenschaften von Religionen definieren sich i.a.R. ueber die religioesen Eigenschaften der Mehrheit ihrer Mitglieder.
Ebenso trifft dies auf saemtliche anderen sozialen Gruppen zu.
Zitat:
Nachweislich vollkommener Unsinn!
Allein die Annahme des Jenseits und der Existenz Gottes sind Dogmen.
... Und genau diese natürlich Grundvorstellungen sind nichts weiter als Dogmen!


Das weiß ich nicht. Es sind sicher grundlegende Bestandteile der Lehre, aber ob es Dogmen sind, ist mir unbekannt. Ich kenne zwei Dogmen: Das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes und das Dogma von der unbefleckten Empfängnis der Maria. Diese katholischen Dogmen müssen von jedem Katholiken geglaubt werden, das ist sozusagen Pflicht. Andere Lehrsätze und Regeln braucht man nicht unbedingt zu glauben, das sind dann aber auch keine Dogmen sondern schlicht Lehrsätze.
Der "kleine Herder" definiert "Dogma" so (S. 268):

>Dogma, das, philosoph. od. tholog. Lehrsatz; unumstößliche, verpflichtende Glaubens- od. Sittenlehre<.

Es ist also nicht lediglich ein Lehrsatz, sondern ein verpflichtender Lehrsatz; Selbst der Katholizismus hat auch Glaubenslehren, die nicht verpflichtend sind. Von andern Religionen kenne ich Dogmen gar nicht, nicht einmal das Wort benutzen sie.

Es gibt also Dogmen nur im Katholizismus (und in der Philosophie, also einer Geisteswissenschaft). Was Du, Solution, meinst, sind nichts weiter als Glaubenslehren. Die sollten dann bitte auch als solche bezeichnet werden.

Zitat:
Nun, wer einen Gegenbeweis erstellt, der Grundlagen in Frage stellt, handelt sogar hoechst wissenschaftlich.

Nein, so ein Handeln zeugt nur von Dummheit, denn jeder Wissenschaftler weiß, daß Spiritualität nicht mit den materiellen Methoden der Wissenschaft beweisbar ist. Ein intelligenter Mensch versucht auch nicht, einen Ton unters Mikroskop zu legen.

Zitat:
Diese Haltung existiert nicht in den serioesen Wissenschaften. das ist ein Maerchen.

Falsch, ich kenne einzelne Fälle aus der Skandinavistik, die das Gegenteil beweisen. Sicher gibt es auch Fälle, wo man Laienforscher anerkannt hat, keine Frage.

Zitat:
Fuer einen Beweis unter Laborbedingungen sind seit 1964 1 000 000 Dollar Preisgeld ausgelobt worden.
Nicht einmal Akupunktur, Homeopathie oder andere Naturheilverfahren haben je diesen Beweis, z.B. durch Doppel-Blind Test antreten koennen.

Ich sage es jetzt zum 4. Mal: Es geht darum, daß jeder Einzelne spirituelle Erfahrungen machen kann, indem er z. B. zu einem Schamanen in die Lehre geht. Das ist von einem Beweis in der materiellen Welt zu unterscheiden. Das Geistige kann nicht mit materiellen Mitteln bewiesen werden. Es muß vielmehr erfahren werden. Ist denn das so schwer zu verstehen?
Die Homeopathie wirkt. Das können Millionen von geheilten Patienten bezeugen, ich kenne davon einige selbst. Was braucht man noch? "Wer heilt, hat recht" ist ein Sprichwort. Und dem kranken Patienten ist es völlig egal, ob die Homeopathie in einem "Doppel-Blind-Test" bewiesen werden kann, oder nicht, wenn er nur geheilt wird.

Lichtgruß, Geza
@Geza
Zitat:
Es gibt also Dogmen nur im Katholizismus (und in der Philosophie, also einer Geisteswissenschaft). Was Du, Solution, meinst, sind nichts weiter als Glaubenslehren. Die sollten dann bitte auch als solche bezeichnet werden.

Ich sehe hier keinen Unterschied:
Zitat:
Dogmen sind für wahr befundene formulierte Auffassungen von der Wirklichkeit eines abgegrenzten Bereichs der menschlichen Erkenntnis. Die Übereinstimmung mit der Wirklichkeit wird vorausgesetzt, ohne dass notwendig eine experimentelle Verifikation zugrunde liegt. Bei der Formulierung eines Dogmas wird eine solche nicht für notwendig oder in vielen Fällen auch nicht für möglich erachtet.

Aehnliche Argumentation findet sich hier:
http://www.wissen.de/wde/generator/.....g/index,page=1085320.html
und hier:
http://woerterbuch.babylon.com/Dogma und ebenfalls bei wikipedia
Deine Argumenation ist deshalb falsch.

Zitat:
Sicher gibt es auch Fälle, wo man Laienforscher anerkannt hat, keine Frage.

Na also!

Zitat:
Ich sage es jetzt zum 4. Mal: Es geht darum, daß jeder Einzelne spirituelle Erfahrungen machen kann, indem er z. B. zu einem Schamanen in die Lehre geht.

Ich behaupte das Gegenteil:
Es gibt mindestens 1 Individuum, das zu einem Schamanen in die Lehre gehen kann und trotzdem keine spirituelle Erfahrungen machen wird. Damit waere dein Beweis gescheitert.
Gewoehnlich wird diesen Leuten dann vorgeworfen, sie haetten nicht genuegend an die Kraft der Spiritualitaet geglaubt.

Zitat:
Das ist von einem Beweis in der materiellen Welt zu unterscheiden. Das Geistige kann nicht mit materiellen Mitteln bewiesen werden. Es muß vielmehr erfahren werden. Ist denn das so schwer zu verstehen?

Haette eine solche Erfahrung Beweischarakter, so muesste ein diese Erfahrung von jedem Menschen geteilt werden.
Und da sind mein Sohn und ich die lebenden Gegenbeispiele.

Zitat:
Die Homeopathie wirkt.

Nein, was wirkt ist eine recht maechtige Kraft. Die Autosuggestion!
Wuerde Homeopathie wirken, so wuerde sie nicht nur jede Doppelblindstudie bestehen, sondern auch meinem Sohn bei seinen Hustenattacken helfen. Tut sie nicht trotz vielfacher Beteuerungen des eigentlich sehr angesehenen Arztes!

Gleiches gilt fuer Akupunktur (beim angeblich besten Fachmann im Lande, der angeblich selbst indonesische Praesidenten erfolgreich geheilt hat). Sie hat mir kein bischen geholfen. Ein leichtes Hormonpraeparat dagegen extrem.

Zitat:
Das können Millionen von geheilten Patienten bezeugen, ich kenne davon einige selbst. Was braucht man noch? "Wer heilt, hat recht" ist ein Sprichwort.

So einfach ist es eben nicht.