Esoterische Bibeldeutung


Sind wir doch ganz ehrlich: wir könnten die Bibel in ihrer Urform gar nicht lesen.

Also müssen wir uns auf die Leute verlassen, die sich damit eingehend beschäftigen und somit auch mit dem historischen Hintergrund.

http://www.scribd.com/doc/9386296/Elias-Erdmann-Was-ist-Esoterik

http://www.wahrexakten.at/philosoph.....gen-des-christentums.html


Auschnitt:

Zitat:
METADENKEN STATT BUßE

Betrachten wir als Beispiel den Begriff „Buße“. Damit verbinden wir üblicherweise Vorstellungen von Strafe und Reue, wenn wir z.B. von einem Bußgeldkatalog sprechen oder wenn einem nach der Beichte irgendwelche frommen Übungen „zur Buße“ auferlegt werden.

Wo wir in der deutschen Übersetzung des neuen Testaments das Wort „Buße“ lesen, da steht im griechischen Original der Begriff „metanoia“. Doch dieser Begriff bedeutet etwas ganz anderes: „noia“ kommt vom Verb „noein“ und dieses bedeutet „denken“. Dieses Wort „noia“ verwenden wir z.B. auch, wenn jemand mit seinem Denken etwas neben der Spur ist. In diesem Fall sprechen wir von Para-noia. (para = neben). Die Vorsilbe „meta“ kennen wir von Begriffen wie Meta-pher, Meta-morphose, Meta-Ebene, Meta-Suchmaschie (z.B. http://www.metager.de ), Metaphysik, ... Die exakt wörtliche Übersetzung von „metanoia“ wäre also „Metadenken“. Dabei geht es um ein Denken in einem übertragenen Sinn bzw. auf einer höheren Ebene bzw. über das normale irdische Denken hinaus – genau so, wie wir die Vorsilbe „meta“ auch bei den anderen Beispielen benutzen.


Zitat:
....wenn man die esoterischen Grundlagen des Christentums verstehen will.

Im Jahr 331 v. Chr. wurde Ägypten von Alexander dem Große erobert, wodurch sich auch die griechische Sprache, Kultur und Philosophie in diese Region ausbreiteten. In dieser Gegend lebten damals auch sehr viele Exil-Juden, die natürlich auf diese Weise auch mit dem griechischen Einfluss konfrontiert wurden. Die Exil-Juden passten sich relativ schnell an und sprachen bald auch nur griechisch. Ab dem 3. Jahrhundert wurde sogar damit begonnen, die jüdische Tora ins Griechische zu übersetzen (daraus entstand die so genannte Septuaginta). Einigen jüdischen Theologen fiel auf, dass die jüdische Tora und die griechische Philosophie zum Teil auf sehr ähnlichen Grundprinzipien aufbauten (z.B. Aristobulos) Vieles, was in der Tora stand, konnte man sehr viel besser erkennen, verstehen und interpretieren, wenn man die entsprechenden griechischen Lehren kannte (z.B. die Lehren der Platoniker, Pythagoreer und Stoiker). Innerhalb des Judentum entstanden in dieser Zeit esoterische Gruppierungen (z.B. die Therapeutae und Essener), die auf diese Weise nun Schritt für Schritt das „verborgene“ Wissen freilegen konnten, das in der Tora enthalten war. Dieses verborgene Wissen bestand in erster Linie darin, dass man die Geschichten der Tora nicht nur in einem wörtlichen Sinn als „historische Ereignisse“ interpretieren konnte, sondern auch in einem übertragenen Sinn als allegorische Umschreibungen für innere und geistige Prozesse.
Diese Ähnlichkeiten zwischen der jüdischen Theologie und der griechischen Philosophie lassen sich dadurch erklären, weil beide Traditionen im 6. Jahrhundert v. Chr. sehr viel babylonisches Gedankengut übernommen hatten. In der Zeit des babylonischen Exils wurde einerseits die Tora überarbeitet und andererseits sind auch einige Kontakte von griechischen Philosophen nach Babylon belegt (z.B. bei Pythagoras.) In Ägypten waren also im „hellenistischen Judentum“ zwei Traditionen aufeinander gestoßen, die sich wenige Jahrhunderte vorher in Babylon schon einmal über den Weg gelaufen waren.

Um die Zeitenwende herum lebte der jüdische Theologe Philon von Alexandria, von dem viele Schriften erhalten geblieben sind und von dem wir sehr viel über diese Denkweise erfahren. Auch er verknüpft in seinen Schriften griechische Philosophie und jüdische Theologie und nahm dabei viele Ideen des Christentums vorweg (wobei man ergänzen sollte, dass Philon weder Jesus noch das Christentum kannte). Es gibt zwar eine Übersetzung seiner Schriften ins Deutsche von Leopold Cohn, aber dieses Werk wird leider seit Jahrzehnten nicht mehr verlegt. Über den ZVAB ist es mir aber gelungen, die ersten beiden Bände von einem Jerusalemer Antiquariat zu beziehen.
Und was ist mit Jesus, ohne seine Leistungen schmälern zu wollen ?

EIN HISTORISCHES VORBILD FÜR DIE GESCHICHTE VON JESUS?

Zitat:
Möglicherweise gab es auch ein historisches Vorbild für die fiktive Lebensgeschichte von Jesus. Aber es war ganz sicher nicht das Ziel, die exakte Lebensgeschichte von diesem Mann zu erzählen, sondern es ging in erster Linie darum, die geistigen Prinzipien zu versinnbildlichen. Ein Knecht von Herodes mit Namen Simon könnte dieses Vorbild gewesen sein. Dieser Simon führte einen Aufstand an, bezeichnete sich selbst als König der Juden und wurde später getötet. (Wir wissen aber nicht sehr viel über ihn - bei Flavius Josephus wird er nur ganz kurz erwähnt.) Interessanterweise kann man später bei gnostischen Richtungen (z.B. bei Basilides) immer wieder die Aussage finden, nicht Jesus sei gekreuzigt worden, sondern Simon von Kyrene (der laut den Evangelien das Kreuz von Jesus getragen hat). Vielleicht ist dieser Simon von Kyrene ein verdeckter Hinweis auf dieses historische Vorbild für die Jesus-Geschichte.


Zitat:
Die Auferstehung von den Toten bedeutet nicht, das jemand zum Leben erweckt wird, der im medizinischen Sinne tot ist, sondern es geht um die Erweckung von etwas, was IN UNS „begraben“ ist (bzw. es geht um eine Sensibilisierung für den „höheren Seelenanteil“, der IN UNS verborgen ist).
Dieser „höhere Seelenanteil“ offenbart sich nicht im Klartext, sondern in einer verhüllten Form. Je mehr man die verhüllte Botschaft der Evangelien erkennen kann, umso mehr kann man auch das erkennen, was dieser „höhere Seelenanteil“ uns mitteilen will – denn er spricht in einer ganz ähnlichen Sprache zu uns. Umso mehr hat man auch den Eindruck, als ob dieser „höhere Seelenanteil“ IN UNS erwachen würde.

Die esoterischen Lehren müssen allegorisch verhüllt sein, weil man nur an verhüllten Lehren das Enthüllen üben kann bzw. weil man nur auf diese Weise ein Gefühl für die Sprache entwickeln kann, in der sich unser „höherer Seelenanteil“ offenbart.

Es handelt sich bei alldem nicht um eine spekulative Glaubenslehre (wie wir das von heutigen Religionen gewohnt sind), sondern um einen spirituellen Erkenntnisweg. Wer den „höheren Seelenanteil“ erkennen kann (weil er seine Sprache verstehen kann), der muss nicht mehr glauben, dass es ihn gibt.


Würde es viele Gläubige enttäuschen, wenn sie nur an die geistigen Prinzipien glauben sollten ?

Zitat:
Das eigentliche, geistige Hauptthema der Evangelien ist der Zusammenhang von Verfleischlichung und Vergeistigung. Der Begriff „Verfleischlichung“ meint in diesem Fall jede Form von materieller Realisierung, Darstellung, Versinnbildlichung, Umschreibung, ...
Diese beiden Phasen „Verfleischlichung und Vergeistigung“ werden versinnbildlicht durch:

- Menschwerdung und Himmelfahrt
- Tod und Auferstehung
- Sündenfall und Erlösung

Bei Schöpfungsprozessen werden geistige Prinzipien verfleischlicht. Bei Erkenntnisprozessen werden wiederum die geistigen Prinzipien erkannt, die den Dingen zugrunde liegen bzw. die sich in ihnen offenbaren.


google-suche: elias erdmann + bibel
@Gabriele
Zitat:
Würde es viele Gläubige enttäuschen, wenn sie nur an die geistigen Prinzipien glauben sollten ?

Wenn man etwas falsches lehrt und dieses aufdeckt, ist eine Entäuschung wohl vorprogrammiert...

Gruß

Forum -> Gott

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