Mitleid vs. Mitgefühl


Liebe Leute,
ein neuer Tag, neue Gedankenspiele

Mitleid kommt von mitleiden.
Mitgefühl kommt von mitfühlen.

Steckt nicht aber in jedem Mitleid auch eine Portion Mitgefühl?
Wenn ich Mitleid mit einem zb. Hinterbliebenem fühle, leide ich doch nicht unweigerlich mit ihm mit - oder doch? Schliesslich kommt doch Gefühl mit darin vor, folglich müsste es doch eigentlich Mitleidgefühl heissen, weil eben beides hineinfliesst...

Wie seht Ihr das?

liebsten Gruss
Gaby
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Lieben Gruss
Gaby
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Zitat:
jw MAa.t xai.tw r-HA.t =k
mAa.t r-Hna =k
Liebe Gaby,
Zitat:
Mitleid kommt von mitleiden.
Mitgefühl kommt von mitfühlen.

Das ware auch der Zugang Nietzsches, der daraus schloss:
'Mit-Leiden vermehrt nur das Leid - also ist Mitleid schlecht.'

Zitat:
Steckt nicht aber in jedem Mitleid auch eine Portion Mitgefühl?

Ja, aber auch umgekehrt - die Begriffe sind nicht ganz scharf abgegrenzt.
Ich habe mich damit beschäftigt, weil der buddhistische Begriff karuna machmal
mit 'Mitleid', manchmal mit 'Mitgefühl' übersetzt wird (wobei man immer noch
'tätig' dazusetzen müsste; bloßes Mit-Fühlen oder Mit-Leiden wäre nicht karuna)
- jedenfalls besser ist die englische Übersetzung 'compassion'. Eine Freundin,
mit der ich einmal darüber sprach, meinte "Na, dann würde doch 'Nächstenliebe'
am besten passen!" - hat auch was für sich...
mitleid habe ich z.b. mit einem bettler dem ich ein stück brot gebe ich lindere sein leid aber verändere seine situation nicht mitgefühl ist für mich stärker ich spüre die not und versuche die situation nach meinen möglichkeiten zu verbessern
Mitleid wird heutzutage, glaub ich, auch manchmal negativ verstanden.
ZB. wollen viele Behinderte kein Mitleid , weil das (so denke ich mal) abwertend wirkt. Als ob sie keine Chance hätten , sich selbst zu helfen.
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Denkt selber nach!
Mitleid hatte ich frueher als ich juenger war mit einem Bettler , dadurch dass ich die Situation fuer ihn nicht aendern konnte ging es mir auch wenn ich
ihm etwas materielles gab noch einige Zeit nach.
Mitleid ist keine Hilfe.Denn wo vorher einer gelitten hat leiden jetzt zwei.Zwar jeder auf seine eigene Weise und dennoch.Es ist eher ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Heute ist es so, dass ich zwar Nachempfinden kann also ein gewisses Mitfuehlen aber heute sehe ich den Bettler doch eher als einen Menschen, der im Moment nicht weiss wie er sein Leben auf die Reihe kriegt und sich neuorientieren muss.Er muss in sich die Kraft dafuer aufbringen und auch ganz entschieden sein Denken ueber sich selbst und seine Situation aendern.Wenn ich also heute etwas gebe , dann ist das begleitet von einem Hallo oder Noch einen schoenen Tag wuensche ich. Und das Laecheln oder freundliche , manchmal auch ueberraschte Aufblicken und Kopfnicken zeigen mir , dass ich ihm behilflich sein konnte.Wie gross oder klein diese Hilfe war, liegt in seinem eigenen Empfinden und Ermessen.
Liebe Freunde,
wenn also jemandem Leid widerfährt, egal welcher Art, so bringe ich ihm Mitgefühl entgegen - habe ich Dich, Ellen, richtig verstanden?

Was wäre umgekehrt dann der Fall - also mit dem Mitleid?
"Wenn also jemandem ....(???).... widerfährt, so bringe ich ihm Mitleid entgegen."

liebsten Gruss
Gaby
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Lieben Gruss
Gaby
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Zitat:
jw MAa.t xai.tw r-HA.t =k
mAa.t r-Hna =k
ja ja mitleid hat irgendwo den touch der hoffnungslosigkeit mitgefühl ist m e h r. du hast mitleid und versetzt dich noch zusätzlich in die lage des betroffenen und hast hoffnung bzw siehst eine moglichkeit die lage zu ändern
Also Mitleid....Hmmm

Nehmen wir das Beispiel von der Ding.
Jemand der zum Beispiel behindert ist von Geburt an. Er/Sie selbst sieht sich so wie er ist , als eine vollwertige Person.Was er ja auch ist. Und er lebt auch voellig normal.
Er/Sie kennt sich ja nicht anders. Nehmen wir mal an er ist intelligent , kreativ und treibt nebenher noch Sport.Jetzt hat er vielleicht gerade an dem Tag wo du ihn kennenlernst eine depressive Phase, vielleicht weil er sich mit seinem Freund/in gestritten hat.Du siehst ihn das erstemal und weisst nichts ueber ihn, aber du siehst dass er behindert und betruebt ist.Jetzt geht in deinem Kopf eine ganze Gedankenparade los und das Gefuehl des Mitleids mit dem armen Kerl,( im Sinne von armem Mensch) uebermannt dich.Und krampfhaft und verzweifelt versuchst du nun die richtigen Worte zu finden, was du sagen oder fuer ihn tun koenntest um ihm seine Lage zu erleichtern.
Gleichzeitig steigt in dir das gefuehl der Hilflosigkeit auf, weil du Angst vor seiner Reaktion hast.Weil du nicht weisst wie du dich verhalten sollst ohne ihn in seinem Gefuehl zu verletzen.Und jetzt ohne dass das eigentlich urspruenglich dein Ziel war, jezt leidest du , fuer ihn, wegen deiner angenommenen Hilflosigkeit in solchen Faellen und,und und ...
Aus deinem Mitgefuehl haettest du vielleicht gefragt
Na hallo du sitzt ja ziemlich betruebt hier , was ist der Grund ? Und er koennte antworten , das geht dich gar nichts an. So jetzt hast du mehrere Moeglichkeiten darauf einzugehen. Und er hat seinerseits auch mehrere Moeglichkeiten . Nehmen wir an er entschliesst sich nach deinem zweiten Satz doch dazu mit dir zu reden, jetzt erfaehst du den eigentlichen Grund ueber seine Betruebtheit.
Im weiteren Verlauf des Gespraechs stellst du dann fest , dass er oder sie nebst Intelligent auch noch sehr charmant sein kann und dass er in Sport sogar in besserer Kondition ist als du selbst
Ihr verbringt eine paar schoene Stunden und nachher geht jeder seines Weges.Er /Sie ist nicht mehr betruebt und du hast dazu beigetragen auch wenn du das gegen Ende eures Gespraechs vielleicht schon wieder vergessen hast,dass du urspruenglich helfen wolltest, weil er/sie dir genauso viel zurueckgegeben hat im selben Moment.

Ich hoffe ich habe mich klar genug ausgedrueckt
mitleid dann nur wenn du dich stärker ,überlegen fühlst
aber das beispiel von ellen ist sehr schön ich kann es nachempfinden so wie ein sonnenstrahl die trübsal aus der seele scheucht und die schatten verschwinden