Mitleid vs. Mitgefühl


Liebe Ellen,
jetzt überschlagen sich aber meine Gedanken gerade zu Deinem Beispiel. Ich muss sagen, auch wenn es den Anschein macht ich könnte evtl. Gefühlslos sein, aber irgendwie ist es nie Mitleid gewesen was ich kranken Menschen gegenüber hatte - zumal ich bei Behinderungen nicht mal von krank sprechen mag. Es ist einfach so, das ich keinen Unterschied mache zwischen Menschen mit und Menschen ohne einer Behinderung. Wenn ich meine Gedanken mal weiterspinne, muss ich sogar zugeben, das ich glaube noch nie Mitleid empfunden zu haben - ich denke es war immer Mitgefühl.
Wann hätte ich denn Mitleid? Nun, .. - eine Phase des Grübelns - .., ich schätze mal, wenn ich als Beispiel mit einer Freundin einen Unfall habe und wir beide in derselben Situation sind mit annähernd denselben Verletzungen.. dann kann ich glaube ich von Mit-Leid und mitleiden sprechen - dem ich in der beschriebenen Situation wahrscheinlich aber eher keine Beachtung schenke...

@Wu
Ja, Nächstenliebe hört sich für Mitgefühl am wahrscheinlichsten an. Mitleid lasse ich für mich aber dort nicht mit einfliessen, weil...

Zitat:
Mitgefühl umfasst im Gegensatz zu Mitleid u.a. auch die Mitfreude, ist also nicht auf Leid beschränkt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mitleid


liebsten Gruss
Gaby
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Lieben Gruss
Gaby
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Zitat:
jw MAa.t xai.tw r-HA.t =k
mAa.t r-Hna =k
Liebe Gaby -

da gibst Du ein Stichwort - vielleicht wäre hier ein passender Aufhänger für die
vier brahmavihara - metta (liebende Güte), karuna (Mitleid/Mitgefühl/compassion),
mudita (Mitfreude) und upekkha (Gleichmut)?
Lieber Wu,
im ersten Moment wusste ich nicht, welches Stichwort Du gemeint haben könntest - glaube aber nun, es geht hier um die Wörter "keine Unterschiede"; das Loslassen von Anhaftungen.
Folgendes habe ich vor ein paar Tagen im Buddhismus dazu gefunden. Es geht hierbei um Geisteshaltungen die wie 'ich' finde ein sehr guter Weg sind Nächstenliebe zu üben.

In dem Text wird auch Mitgefühl erwähnt, ebenfalls unter dieser Rubrik auch 'Leid' definiert. Dieser Text war es vermutlich auch, der mich zu dieser Forumsfrage anregte.
Zitat:
Im Buddhismus werden im wesentlichen drei Arten des Leidens genannt: das Leid des Schmerzes, das Leid des Wandels und das Allesdurchdringende Leid.

Ich möchte jedoch den Text hier nicht aus seinem Bezug reissen und verzichte somit auf das zitieren. Vielleicht hat der ein oder andere hier im Forum ja Interesse und Zeit, diese Übersetzung aus dem tibetischen ins deutsche auf der Original Herkunftsseite zu lesen und ggf. hier zu diskutieren..

Der Text befindet sich hier:
http://www.tibet.de/tib/tibu/1998/tibu46/46unermesslich.html


liebsten Dank Wu

lieben Gruss
Gaby
_________________
Lieben Gruss
Gaby
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Zitat:
jw MAa.t xai.tw r-HA.t =k
mAa.t r-Hna =k
Apropos Loslassen von Anhaftungen *g*..

Als ich Anfangs in dieses Forum stiess, hatte ich irgendwie ein sehr ungutes Gefühl. Es sah mir alles sehr spiessig aus. Spiessig in Bezug auf die allumfassende Freundlichkeit die hier jedem entgegen gebracht wurde. Oftmals dachte ich es drang der Geruch von Heuchlerei zu mir durch.. Im Laufe der Zeit merkte ich aber, das dies meine Einbildung ist - mein Vorurteil welches ich gegenüber mancher Leute hegte und so natürlich auch pflegte. Ich kann mich sogar daran erinnern das ich versucht hatte einen ganz bestimmten Menschen hier durch die Blume aus der Reserve zu locken *schmunzel*... Mittlerweile habe ich aber davon abgelassen. Warum? Weil ich merkte, das es mich nur noch weiter grübeln und ärgern liess. Ich zog mich mit diesem Verhalten ihm gegenüber also selbst runter und schnitt eine Grenze zwischen ihm und mir - meine Grenze; die somit nicht zuliess den Menschen dahinter zu sehen.
Die Grenze/Mauer ist nun also nicht mehr vorhanden.. ich akzeptiere den Mensch so wie er ist; versuche das Gute zu sehen - nicht das Schlechte, denn vermutlich ist es nur in meiner Einbildung schlecht und nützlich in einer Unterhaltung ist das sicherlich auch nicht wie ich feststellen durfte.

(Musste ich jetzt mal loswerden, sry )

liebsten Gruss
Gaby
hallo gaby ich habe eher manchmal das gefühl ,dass es halt eher theoretish ist was man tun sollte ,wie man leben sollte, aber wie schauts da in der realität aus ?
Lieber zaro,
ja sicher, völlig richtig. Es ist schon schwer immer seiner gemachten Erfahrung zu folgen - gelingt auch nicht immer; wenn es misslingt fällt es Dir aber meist wie Schuppen von den Augen und Du bemühst Dich erneut.. bis es sich der Aktualität entzieht und Dich wieder fordert - bei der nächstbesten Situation. Du erinnerst Dich immer wieder an Deine gemachten Erfahrungen; ob positiv oder negativ - aber immer wieder kannst Du aus den Situationen lernen; zumindest die Lehre das Du Dich erinnern musst wie Du eine eben solche Situation schon einmal gut gemeistert hast. Jede Erfahrung erhebt keinen Anspruch auf Vollkommenheit; Kreise des erfahrenen und erfahrens dehnen ihren Radius immer weiter aus - jeden Tag ein bisschen mehr. Irgendwann werden sich diese Erfahrungen in Deinem Handeln wiederspiegeln; beobachte es mal Spasseshalber

liebsten Gruss
Gaby
ja mir geht es auch so ,das ich etwas als richtig erkannt habe , ich versuche es umzusetzen und dann stelle ich irgendwann fest du bist schon wieder im alten fahrwasser aber das spielt keine so grosse rolle du korrigierst und übst weiter bis du spürst es hat sich bei dir verfestigt und du kannst loslassen und du spürst die freude in dir und weisst du bist auf dem richtigen weg
mit der gemachten erfahrung habe ich ein bischchen probleme vor allem wenn sie sich wiederholen,dann zeigt es doch,das man offensichtlich nicht die richtigen schlüsse darausgezogen hat.beispiel meine frau verlässt mich weil sie sich vernachlässigt fühlt ,ich habe eine neue partnerin ,die verlässt mich auch , weil ich sie übermässig bemuttere, ich wollte doch den selben fehler nicht nocheinmal machen
Dann musst Du ein Mittelmass finden. Individualität bedarf individuellem handeln; man kann nicht das eine besser machen als das andere nicht ist.


liebsten Gruss
Gaby
die lehre ist einfühlungsvermögen entwickeln und kommunikation empathie